München entführt Crunchtime-Sieg aus Bamberg

Bei der Rückkehr von Andrea Trinchieri nach Bamberg entführt der FC Bayern München einen Crunchtime-Erfolg – weil der EuroLeague-Club wieder einmal in der Schlussphase überzeugt.

„Im Grunde spielen sie für 37 Minuten lange nur etwas herum, ziehen aber in den letzten drei Minuten an. Das spricht für ihre Qualität und ihr Talent.“ Bambergs Trainer Johan Roijakkers musste anerkennen, was den FC Bayern München in dieser Saison auszeichnet: sich von Rückständen zu erholen und in der Schlussphase zu überzeugen.

So feierte der FC Bayern München einen 93:92-Auswärtssieg in Bamberg, obwohl die Bayern Mitte des dritten Viertels mit elf und sechs Minuten vor Schluss mit sechs Punkten Differenz im Rückstand lagen.

Wieder einmal zeigten Wade Baldwin (14 Pkt) und Jalen Reynolds (20 Pkt, 6 Reb, 4 Stl) ihre individuellen Qualitäten: Die letzten sechs bzw. zehn der letzten 15 Punkte gingen auf das Konto des Guard-Center-Gespanns. Bei 37 Sekunden auf der Uhr bediente Baldwin nach starkem Dribbling Reynolds, der per Reverse-Layup einlegte – letztlich der Gamewinner.

Denn auf der Gegenseite vergab der ansonsten überragende David Kravish (29 Pkt, 12/14 FG, 7 Reb, 3 Ast) einen langen Mitteldistanzwurf. Dann wurde es turbulent: Baldwin sicherte sich den Defensiv-Rebound, begann sein Dribbling nach vorne – doch noch in der Spielfeldhälfte der Bayern tippte Bambergs Kenneth Ogbe den Ball aus den Händen des Münchener Point Guards. Spieler warfen sich auf den Boden, die Bamberger hatten keine Ballkontrolle – doch ein Acht-Sekunden-Pfiff blieb aus. So tickte die Spieluhr ohne Pfiff und weiteren Wurfversuch eines Teams herunter.

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Mit dem Erfolg in Bamberg fuhren die Münchener ihren zweiten BBL-Sieg in Folge ein, verharren mit einer Bilanz von 12-3 aber „nur“ auf dem fünften Platz. Die Bamberger zeigten wieder einmal, wieviel Potential in ihnen steckt – letztlich ist eine Bilanz von 7-10 und der neunte Tabellenplatz zur Saisonhälfte für die Ansprüche der Oberfranken aber sicherlich zu wenig.

Dabei waren die Bamberger gegen Bayern sehr ersatzgeschwächt angetreten: Mit Alex Ruoff, Chase Fieler, Dominic Lockhart und Tyler Larson mussten die Oberfranken auf gleich vier Akteure verzichten. Bei den Bayern konnten Nihad Djedovic und Vladimir Lucic wieder mitwirkten, dafür fiel neben den langzeitverletzten Zan Mark Sisko und Robin Amaize Nick Weiler-Babb aus. Der „Volvo“ hatte sich im EuroLeague-Spiel gegen ALBA BERLIN eine Fußverletzung zugezogen.

Ein besonderes Spiel war es natürlich für Andrea Trinchieri: Dreieinhalb Jahre lang trainierte der Italiener die Bamberger, drei teils sehr dominante Meisterschaften feierte die Oberfranken unter seiner Ägide. „Als wir an Nürnberg vorbeigekommen waren, hat es sich schon besonders angefühlt“, machte Trinchieri keinen Hehl um ein für ihn spezielles Spiel. „Heute war die Arena leer, aber ich weiß genau, wo jeder gesessen wäre: der Zahnarzt hier, der Doktor dort, der Mann von Müller auf der rechten Seite.“