München enteilt Berlin in der Crunchtime

Der FC Bayern München gewinnt das deutsch-deutsche EuroLeague-Duell gegen ALBA BERLIN. Nach ausgeglichenen 35 Minuten sind die Bayern in der Crunchtime stärker.

Die deutsche Basketballelite traf am Donnerstagabend in Berlin aufeinander. 4.658 Fans sahen dabei einen packenden Krimi, den der FC Bayern Basketball gegen ALBA BERLIN für sich entschied. 35 Minuten boten sich die beiden Teams dabei ein Duell auf Augenhöhe, ehe die Münchener den Berlinern (bei denen mit Marcus Eriksson und Ben Lammers weiterhin zwei Schlüsselspieler verletzt fehlten) davonzogen konnten. Von Beginn an:

Duell der Gegensätze

Berlin erwischte den besseren Start: Seite um Seite wurde das Playbook durchgeblättert. Vor allem Luke Sikma las besonders eloquent und bediente Malte Delow wunderschön nach Backdoor-Cut. Bayern ließ sich aber nicht einschüchtern und überzeugte mit starken individuellen Szenen. Othello Hunter war Bayerns Mann im ersten Viertel: Fünf Punkte und viel Energie von der Bank brachte der Routinier mit, sodass Bayern die ersten zehn Minuten mit 18:19 für sich entschied. Auch, weil die Defense nach fünf Minuten besser stand und Berlin immer wieder zu schweren, späten Abschlüssen zwang.

Pfeifkonzert und Aufholjagd – in die andere Richtung

Im zweiten Viertel wiederholte sich die Geschichte mit kleinen Änderungen: Bayern zog zu Beginn davon – wieder Hunter (11 Pkt, 6 Reb, 4 gezogene Fouls zur Halbzeit), unterstützt von Augustine Rubit, powerten den Vizemeister nach vorn. ALBAs Energie brachte derweil Louis Olinde – zwar deutlich schmächtiger, aber mit umso mehr Herz ackerte Olinde unermüdlich in der Defensive sowie am offensiven Brett (6 Rebounds).

„Ich fühle mich immer besser und bin sehr glücklich, dass Isa [Berlins Head Coach Israel Gonzalez, Anm. d. Red.] mir das Vertrauen gibt, meine Erfahrungen nach der Verletzung zum Ende der letzten Saison zu sammeln“, war auch Olinde zumindest mit seiner Entwicklung zufrieden.

Schlüsselszene war dabei eine sehr fragwürdige Schiedsrichterentscheidung gegen Johannes Thiemann. „Zu den Schiedsrichtern kann ich nichts sagen, kein Kommentar“, sprach „JT“ deutliche Worte nach der Partie. Der Nationalspieler bekam ein Offensivfoul gegen sich gepfiffen, die 4.658 Fans in der Halle hatten vorher bei Vladimir Lucics Aktion gegen Jonas Mattissecks Korbleger (zu) viel Körperkontakt gesehen (das potentielle vorangegangene Doppeldribbling fand weniger Beachtung).

Vor allem Maodo Lo schien sich von der Stimmung anzustecken zu lassen, feuerte eine schöne Bombe von Downtown durch die Reuse und war beim Zug zum Korb nur mit Foul zu stoppen. Berlin hielt den Anschluss an starke Bayern (36:37 zur Halbzeit).

Krimi ohne Herzschlagfinale in der zweiten Hälfte

Für Bayern übernahm Darrun Hillard (25 Pkt insgesamt) im dritten Viertel. Heißer als „the Human Torch“ ließ Bayerns Neuzugang drei Dreier in drei Minuten durchs Netz fliegen. Wie reagierte Berlin? Mit Teambasketball made in Germany. Olinde mit Zucker-Lob auf Thiemann? Check. Beherzter Drive von Delow? Check. Dunk Da Silva? Check. Dennoch war Bayern federführend im Basketballkrimi am Donnerstagabend: 55:57 nach 30 Minuten.

Im letzten Spielabschnitt kamen beide Mannschaften nicht gut aus der Viertelpause. Erst nach knapp drei Minuten punktete Nick Weiler-Babb von der Linie für die Bayern. Die Antwort hatte mal wieder Lo von weit draußen parat. Im folgenden Hin und Her war es Weiler-Babb (16 Pkt), der das fast vergessene Midrange-Game entstaubte und die Berliner Defense immer wieder knackte.

In den letzten fünf Minuten schrieben die Bayern den Krimi zu Ende und ließen ihn fast zur normalen Geschichte werden. Corey Walden war es, der den Berlinern in den letzten zwei Minuten die tödlichen Dolchstöße versetzte. Schlussendlich schrieb sich der Krimi doch nur über 35 Minuten. Zu dominant waren Bayerns Amis, die insgesamt 76 der 82 Punkte für die Münchener erzielten.

Berlin tat sich unterdessen schwer, in der Crunchtime kreativ zu werden – und gab den Schlussabschnitt mit 11 Zählern Differenz ab (69:82). Während die Albatrosse die fünfte Niederlage im siebten EuroLeague-Spiel kassierten, haben die Bayern ihre letzten Auftritte auf europäischem Parkett für sich entschieden.

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