Ludwigsburg fügt Bayern erste BBL-Saisonniederlage zu

Den MHP RIESEN Ludwigsburg ist es als erstem Team in dieser BBL-Saison gelungen, den FC Bayern München zu bezwingen. Beim 81:74-Heimerfolg drehen offensiv Khadeen Carrington und Marcos Knight auf.

Die Entscheidung führten die MHP RIESEN Ludwigsburg schon fast selbstverständlich durch Einsatz und Verteidigung herbei: In die beiden Schlussminuten des Spitzenspiels gegen den Tabellenführer FC Bayern München ging der Tabellenzweite mit einer Sieben-Punkte-Führung.

Nach einem Fehlwurf von Khadeen Carrington brachte sich Marcos Knight gegen Danilo Barthel in gute Rebound-Position und war mit einem Putback zur Stelle. Wenig später machten Carrington und Thomas Wimbush in der Pick-and-Roll-Defense Druck gegen Maodo Lo, dessen Bodenpass fing Knight ab – welcher nach vorne passte und Wimbush für den Fastbreak-Dunk bediente. Der Dagger zur Zehn-Punkte-Führung.

Letztlich entschieden die Ludwigsburger das Duell gegen den amtierenden Meister mit 81:74 für sich. Damit fügten die Schwaben dem Tabellenführer nach 14 Siegen in der BBL-Hauptrunde die erste Niederlage zu. Die Ludwigsburger bleiben derweil auch nach acht Heimspielen in der MHP Arena ungeschlagen.

Mit einer aggressiven Verteidigung starteten die Gastgeber in die Partie, nur zehn Punkte ließen die Ludwigsburger im ersten Viertel zu. Jedoch leisteten sich die Gäste auch einige Unkonzentriertheiten beim Passspiel und begingen so unnötige Ballverluste. 16 Turnover standen für die Bayern letztlich im Boxscore.

„Unseren Größennachteil haben wir durch das Doppeln der Münchner Big Men versucht zu überdecken. Das haben wir, bis auf ein paar Ausnahmen, sehr gut gemacht“, erklärte Ludwigsburger Trainer John Patrick einen Schlüssel in der Verteidigung.

Das Doppeln kam dabei stets von der ballstarken Seite von oben, gegen Greg Monroe und Danilo Barthel verteidigte Ludwigsburg auf diese Art. Durch Switches (oben auf den Passgeber) und schnelle Rotationen verhinderte es Patricks Team meist, dass sich die Bayern trotz ihrer Pässe aus dem Doppeln einen Vorteil erspielten.

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In zwei Angriffen fanden die Münchener gegen dieses Doppeln gute Lösungen, als TJ Bray die Baseline und Paul Zipser in die Zone gecuttet waren. Mit 18 Punkten (7/10 FG, 5 TO) stellte Monroe dennoch den Münchener Topscorer.

Auf der Gegenseite bewiesen die Ludwigsburger, dass „Guard-Terror“ in dieser Saison auch in der Offensive zu finden ist. „Unsere Guards haben im Schlussviertel viel attackiert, haben mehr als 60 Punkte markiert“, meinte Patrick, der vor allem mit seinem Topscorer-Guard Carrington / Knight zufrieden sein sollte.

Carrington und Knight markierten zusammen elf der 20 Ludwigsburger Punkte im vierten Durchgang, auch an den Brettern präsentierte sich das Guard-Gespann stark (zusammen 7 Off-Reb).

Carrington demonstrierte über seine vollen gut 35 Minuten, warum zum Kreis der MVP-Kandidaten zählt: Der Guard bestimmte das Tempo in der Offensive, fand durch sein starkes Dribbling samt Verzögerungen immer wieder seine bevorzugten Stellen auf dem Parkett, traf seine Pullup-Jumper, ging aber auch immer wieder an die Linie und leistete sich nur einen Ballverlust. Am Ball (1,08 PPP als P&R Ballhandler / aus der Isolation) präsentierte sich Carrington ungemein effizient.

„Der Spielplan, den sie aktuell mit der EuroLeague – mit Auswärtsspielen am Mittwoch und Freitag – haben, hat heute sicherlich eine Rolle gespielt“, sah Patrick einen Grund des Erfolgs auch in der Belastung der Münchener. Zwei Auswärtspartien hatte die Bayern vor dem Gastspiel in Ludwigsburg absolviert: am Mittwoch bei Panathinaikos Athen, am Freitag bei Olympiacos Piräus.

„Wir waren frisch, gleichwohl aber nicht in unseren Rhythmus. […] Wir wollten unsere Athletik nutzen, letztlich hat dies funktioniert“, fügte Patrick an.

Athletik auf allen fünf Positionen – daraus ein Defensivsystem, mit dem die Ludwigsburger nicht nur Druck über das ganze Feld machen, sondern auch mit Switches im Halbfeld überzeugen. Womit auch ein fehlender Rhythmus in der Offensive kaschiert werden kann. Frische dank fehlender Belastung in einem europäischen Wettbewerb: Die MHP RIESEN Ludwigsburg sind in dieser Saison kein „One Hit Wonder“ – haben sie mit ALBA BERLIN und dem FC Bayern München doch schon die beiden deutschen EuroLeague-Teams bezwungen.


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