Björn Harmsen: „Wir haben Angst zu verlieren“

Björn Harmsen kämpft mit Science City Jena um den Klassenerhalt, Denis Wucherer mit s.Oliver Würzburg um die Playoff-Teilnahme. Was beide Coaches eint: ein gewisser Druck. Darüber sprechen Harmsen und Wucherer im MagentaSport-Podcast.

Science City Jena führte sowohl gegen s.Oliver Würzburg als auch gegen medi bayreuth zur Halbzeit – beide vergangenen Heimspiele verloren die Thüringer aber letztlich. Ein Muster, das sich durch die Saison zieht. Head Coach Björn Harmsen denkt im MagentaSport-Podcast wie folgt darüber:

„Am Ende haben wir einfach Angst, zu verlieren. Insbesondere in der Offensive bewegen nicht mehr so den Ball, wie wir es sollten, und spielen nicht mit der Ruhe, die wir brauchen und mit der wir spielen können.“ Für den Absturz auf den letzten Tabellenplatz spielen viele Faktoren eine Rolle wie Verletzungspech und der daraus resultierende, fehlende Rhythmus.

Im Gespräch mit Michael Körner und Alexander Dechant gibt Harmsen auch Einblicke in seine Vorbereitung: „Wir nehmen uns drei Tage zur Gegnervorbereitung. Zuerst bereiten wir uns auf Tendenzen vor, wie: wieviele Linkshänder haben [unsere Gegner], die du auf rechts bringen solltest? Oder: Laufen sie am Ende immer ein Pick-and-Roll mit einem bestimmten Spieler? Zwei Tage vor dem Spiel verteidigen wir die Spielsystem des Gegners.“

„Training ist momentan eher eine Beschäftigungstherapie“

Während Partien unter der Woche für Jena auf Grund von Nachholspielen ungeplant in dieser Saison gekommen sind, muss sich s.Oliver Würzburg durch die Teilnahme am FIBA Europe Cup damit schon den gesamten Saisonverlauf auseinandersetzen. Head Coach Denis Wucherer erklärt, wie sehr der Europe Cup durch den Halbfinaleinzug an Priorität gewonnen hat:

„Die Möglichkeit, im internationalen Wettbewerb womöglich um einen Titel zu spielen, setzt Kräfte frei und motiviert – zur Zeit macht es den Jungs und den Coaches Spaß, zum Training zu kommen.“ Was aber auch Kraft kostet: „Training ist momentan eher eine Beschäftigungstherapie: [Es geht darum, Spieler] bei Laune zu halten, viel regenerativ zu arbeiten und ja nicht Energien zu verschwenden. Denn es ist klar: Die Jungs sind im roten Bereich.“

Im roten Bereich befand sich in gewisser Hinsicht auch Wucherer selbst, blieben die Unterfranken doch zu Saisonbeginn hinter den Erwartungen zurück. „Der Druck ist immens, wenn du holprig startest“, blickt Wucherer zurück und sagt zu den Erfolgen beim MBC und in Crailsheim: „Wenn die auch noch in die Binsen gehen, muss ich davon ausgehen, mir einen neuen Job zu suchen.“

Bei den Würzburgern steht mit s.Oliver-Chef Bernd Freier ein Mann an der Spitze, der ein ähnlicher Typ wie Michael Stoschek sei, „irgendwie auch an der Grenze zum Wahnsinn, wenn man so unglaublich erfolgreich ist. Bernd Freier ist nach außen hin aber ruhiger – all das, was er nach außen nicht macht, bekommen wir intern ab“, beschreibt Wucherer Freier.

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