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Franchise Fives: Dallas Mavericks

14.09.2018 || 08:22 Uhr von:
Dallas Mavericks
Wie sieht die All-Time-Lineup der Dallas Mavericks aus? In unserer "Franchise Fives"-Reihe haben wir die überragenden Mavs-Akteure seit 1980 zusammengestellt.

In einem lose fortlaufenden History-Format stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 69 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Die Dallas Mavericks traten der NBA im Jahre 1980 als 23. Franchise bei. Dallas gehört zu den erfolgreicheren Teams der vergangenen 20 Jahre. Den größten Erfolg der Klubgeschichte feierten die Mavs 2011, wo sie die Meisterschaft gewannen. Nahezu folgerichtig, dass die Leistungsträger des Meisterteams auch im All-Mavericks-Teams prominent vertreten sind.

 

Point Guard: Jason Kidd

Teamzugehörigkeit: 1994-1996, 2008-2012 | Kernstats: 10,5 PpG, 8,4 ApG, 5,5 RpG, 1,9 SpG

Jason Kidd wurde von den Dallas Mavericks im 1994er Draft an zweiter Stelle ausgewählt. Der Floor General stellte von Beginn an seine Vielseitigkeit unter Beweis. So führte er in seiner Rookie-Saison die Liga bei Triple-Doubles an. Kidd war auch ein Grund, weshalb die Mavs 1994/95 ihre Bilanz um 23 Siege verbesserten. In seiner zweiten Saison wurde er bereits als Starter ins All-Star-Game gewählt. Dennoch wurde er in seiner dritten Saison nach Phoenix abgegeben.

Im Februar 2008 kehrte Kidd per Trade nach Dallas zurück. Zuvor war der Spielmacher sieben Jahre lang in New Jersey aktiv gewesen und hatte mit den Nets zweimal die NBA-Finals erreicht. Die Texaner hatten zu diesem Zeitpunkt immer noch an der Niederlage in den Finals 2006 nach 2-0-Führung und dem blamablen Aus in der ersten Playoff-Runde im Jahr darauf trotz der besten Bilanz der Liga zu knabbern. Der Point Guard sollte mit seiner Erfahrung dem als zu weich verschrienen Team neue Impulse geben.

Die Enttäuschungen in der Postseason hielten allerdings auch mit Kidd an. Erst 2011 krönten sich die Mavs zum NBA-Champion, wobei der Floor General eine tragende Rolle spielte. Seine Qualitäten als genialer Passgeber, verlässlicher Distanzschütze, (für seine Position) starker Rebounder und Verteidiger sowie Führungsspieler waren elementar für den größten Erfolg der Klubgeschichte. In den Playoffs 2011 erzielte er durchschnittlich 9,3 Punkte, 7,3 Assists, 4,5 Rebounds und 1,9 Steals. In der Finalserie gegen Miami traf er 42,9 Prozent seiner Dreipunktwürfe. Nebenbei krönte er mit dem Titel seine eigene Karriere. Mit 38 Jahren wurde er zum ältesten Starter auf der Eins eines Meisterschaftsteams in der Geschichte der Liga.

Aufgrund des Titelgewinns erhält Kidd an dieser Stelle den Vorzug gegenüber Steve Nash. Auch der Kanadier ist vielen Mavs-Fans noch in bester Erinnerung. Schließlich bildeten er und Dirk Nowitzki in dessen früher NBA-Karriere auf und abseits des Courts ein kongeniales Duo. Sowohl Kidd als auch Nash wurden 2018 in die Hall of Fame aufgenommen. Doch mit Nash kam Dallas nie über die Conference-Finals hinaus. Seine besten Jahre hatte der zweimalige MVP zudem bei den Phoenix Suns.

Backup: Steve Nash (1998-2004, 14,6 PpG, 7,2 ApG, 41,6% 3FG)

 

Shooting Guard: Rolando Blackman

Teamzugehörigkeit: 1981-1992 | Kernstats: 19,2 PpG, 3,6 RpG, 3,2 ApG, 49,7% FG

Rolando Blackman spielte insgesamt elf Jahre für die Mavs und ist mit 16.643 Punkten nach wie vor der zweitbeste Scorer der Franchise-Historie. Er prägte gemeinsam mit Mark Aguirre (siehe unten) die erfolgreiche Mavericks-Ära in den 1980er Jahren. Er trug dazu bei, dass Dallas fünfmal in Serie die Playoffs erreichte. Der Höhepunkt war die Saison 1987/88, in denen die Texaner erst im siebten Spiel der Conference Finals an den Los Angeles Lakers scheiterten.

Blackman wurde im Draft 1981 an neunter Stelle von den Mavericks ausgewählt. Er schrieb als erster in Panama geborener NBA-Spieler Geschichte. Er kam gemeinsam mit Aguirre in die Liga und sorgte dafür, dass die Mavs sich kontinuierlich verbesserten. Nach nur 15 Siegen in der Premieren-Saison waren es 81/82 bereits 28. Nach 38 Erfolgen in der darauf folgenden Spielzeit erreichte Dallas 83/84 mit einer Bilanz von 43-39 erstmals die Postseason. Ein Titelgewinn sollte Blackman in seiner Karriere aber verwehrt bleiben.

Der Absolvent der Kansas State University war eine der beiden ersten Angriffsoptionen und die Seele des Teams. Er war bekannt für seinen eleganten Sprungwurf. In neun von elf Jahren legte Blackman 18 Punkte oder mehr pro Partie auf. Er schafft es viermal ins All-Star-Team (1985-87, 1990). Sein Trikot mit der Nummer 22 hängt mittlerweile unter dem Hallendach der Mavericks. Nach seiner Zeit in Dallas zog es Blackman zu den New York Knicks. Nach zwei Jahren dort beendete er seine NBA-Laufbahn und wechselte nach Europa.

Im Anschluss an seine Karriere als Spieler kehrte er zu den Mavericks zurück und übernahm verschiedene Positionen in der Organisation. So war er im Bereich Spielerentwicklung, als TV-Experte, Defensiv-Koordinator und Assistenz-Trainer tätig. Anfang der 2000er Jahre war er sogar als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft unter Bundestrainer Henrik Dettmann tätig. Auch neben seiner Basketballtätigkeit bringt sich Blackman positiv ein. So diente er als UN-Botschafter, setzt sich für benachteiligte Jugendliche in Dallas ein und unterstützt die NBA bei ihrer Initiative „Basketball Without Borders“.

Backup: Jason Terry (2004-2012, 16,1 PpG, 4,1 ApG, 46,2% FG, 38,8% 3FG)

 

Small Forward: Mark Aguirre

Teamzugehörigkeit: 1981-1989 | Kernstats: 24,6 PpG, 5,7 RpG, 3,8 ApG, 49,2% FG

Mark Aguirre wurde von den Dallas Mavericks im Draft 1981 an erster Stelle ausgewählt und erfüllte von Beginn an die hohen Erwartungen. Bereits in seiner zweiten Saison war der Small Forward Top-Scorer des Teams. Zwischen 1982/93 und 1987/88 legte er sechsmal in Folge mindestens 22 Punkte pro Spiel als Saisonschnitt auf. In der Spielzeit 83/84 spielte er im Alter von 24 Jahren seine statistisch beste Saison (29,5 PpG, 5,9 RpG, 4,5 ApG, 52,4% FG). Er war zweitbeste Scorer der Liga und verdiente sich mit seinen starken Leistungen eine von insgesamt drei Nominierungen für das All-Star-Game.

Aguirre war ein begnadeter Spieler im Low-Post. Sein damaliger Coach John MacLeod später über ihn: „Er hatte den weichsten Wurf, den ich je gesehen habe. Das ist der Grund, weshalb er ihn selbst über größere Gegenspieler hinwegwarf.“ Der 1,98 Meter-Mann wurde häufig von Power Forwards verteidigt, denn kleinere Forwards konnten ihn erst recht nicht stoppen. „Mark war ein ausgezeichneter Offensiv-Spieler“, ergänzt MacLeod. „Im Angriff war er ein kompletter Spieler. Er konnte gut passen, er war eine Macht in Korbnähe, obwohl er gegen größerer Spieler antrat, und er war dazu in der Liga, von außen zum Korb zu ziehen.“ Aguirre war jederzeit imstande zu dominieren. In Spiel vier der ersten Playoff-Runde 87/88 schenkte er den Houston Rockets 27 Punkte in einem Viertel ein.

Des Weiteren war Aguirre für seine Größe sehr stark am offensiven Brett. In seinen acht Jahren bei den Mavericks fing er durchschnittlich 2,2 Offensiv-Rebounds pro Begegnung. Den Wurf aus der Mitteldistanz traf der Small Forward sehr sicher. Und auch den Wurf aus der Distanz hatte der drittbeste Scorer der Mavs-Geschichte (13.930 Punkte) im Repertoire. In seiner Rookie-Saison traf er 35,2 Prozent von der Dreipunktelinie – der damals siebtbeste Wert der Liga. Auch wenn der Distanzwurf in der damaligen NBA nicht von so großer Bedeutung war wie heute, zeigte Aguirre gegen Ende seiner Karriere, dass er durchaus dazu imstande war, sich einen sicheren Dreier zuzulegen. In seiner letzten NBA-Saison 93/94 traf der zweimalige NBA-Champion (1989 und 1990 mit den Detroit Pistons) im Trikot der Los Angeles Clippers 39,8 Prozent seiner 2,4 Versuche pro Partie. Insgesamt kann sein Spiel mit dem von Carmelo Anthony in der modernen NBA verglichen werden.

Backup: Michael Finley (1996-2005, 19,8 PpG, 5,2 RpG, 3,8 ApG, 37,6% 3FG)

 

Power Forward: Dirk Nowitzki

Teamzugehörigkeit: 1998- | Kernstats: 21,2 PpG, 7,7 RpG, 2,5 ApG, 38,3% 3FG

Meister und Finals-MVP 2011, MVP 2007, Sechster in der All-Time-Scoring-Liste, 13-facher All-Star, 12-facher All-NBA-Teamler: Dies sind nur wenige von vielen Errungenschaften in der großartigen Karriere von Dirk Nowitzki. Der Würzburger ist nicht nur der beste Spieler der Franchise-Geschichte und einer der besten, die jemals das Spiel gespielt haben, sondern auch einer der beliebtesten und loyalsten Akteure in der Geschichte der NBA. Obwohl es lange so aussah, als ob Nowitzki sich nie den lang ersehnten Traum von der NBA-Meisterschaft würde erfüllen können, blieb er den Mavs stets treu.

Demnächst wird der mittlerweile 40-Jährige in seine 21. Saison für ein und dasselbe Team starten, was einen Rekord in der langen NBA-Historie darstellt. Nowitzki war die prägende Figur der erfolgreichsten Mavs-Ära überhaupt. Zwischen 2001 und 2016 erreichte Dallas in 15 von 16 Saisons die Playoffs. Der große Blonde ging mit seiner Franchise durch viele Höhen und auch so manches Tief. Neben seinen vielen individuellen Erfolgen revolutionierte er mit seinem Skill-Set die Liga und beeinflusste das Denken über das Spiel an sich wie kaum ein anderer Basketballer. Als wurfstarker Seven-Footer veränderte er die Vorstellung und die Anforderungen an den Big Man in der NBA für immer und sorgte ebenfalls dafür, dass internationale Spieler generell in einem einem anderen Licht gesehen werden. Zeiten, in denen Europäer prinzipiell als zu weich abgestempelt werden, gehören auch dank ihm der Vergangenheit an. Zudem trainierte er sich mit dem „Flamingo Fadeaway“ seinen eigenen Signature-Move an, der kaum zu verteidigen ist und der mittlerweile von vielen Spielern nachgeahmt wird.

Doch auch mit seinem Charakter hat sich Nowitzki bereits jetzt zur Legende gemacht. Seine Bodenständigkeit trotz großer Erfolge und seine vorbildliche Arbeitseinstellung sorgen dafür, dass der Deutsche selbst von den Allergrößten nicht nur respektiert, sondern geadelt wird. Nowitzki ist ein Aushängeschild der Stadt Dallas und bringt sich mit vielen Aktionen abseits wie des Basketballs wie zum Beispiel Wohltätigkeitsveranstaltungen in die Community ein.

Und noch ist die aktive Karriere der Mavs-Legende nicht vorbei. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass 2018/19 Nowitzkis letzte Saison werden wird. Bis zum Abschied werden die Fans in Dallas jedes Spiel und jeden Korb des 40-Jährigen genießen.

Backup: Sam Perkins (1984-1990, 14,4 PpG, 8,0 RpG, 1,o SpG, 0,9 BpG)

 

Center: James Donaldson

Teamzugehörigkeit: 1985-1992 | 8,8 PpG, 9,5 RpG, 1,3 BpG, 55,1% FG

Ein überragender Fünfer geht den Mavericks in ihrer mittlerweile 38-jährigen Franchise-Historie weiterhin ab. Dies war auch ein Faktor, der Dallas in der gesamten Nowitzki-Ära bestimmte. Es lässt sich nur spekulieren, was die Mavs hätten erreichen können, wenn sie es geschafft hätten, ihrem Superstar aus Deutschland in dessen „Prime“ einen athletischen, defensivstarken und im Angriff gleichzeitig zumindest einigermaßen brauchbaren Center an die Seite zu stellen. Einzig in der Saison 2010/11 ist es ihnen gelungen, mit Tyson Chandler einen solchen zu verpflichten. Das Ergebnis war die Meisterschaft. Chandler spielte aber nur zwei Jahre in Dallas und ist damit nicht qualifiziert, in diese Liste aufgenommen zu werden.

Auch Roy Tarpley hätte ein solcher sein können. Der Big Man war einer der athletischsten Spieler, den die Mavs je hatten. In seiner kurzen Zeit bei den Mavs wurde er allerdings von Verletzungen zurückgeworfen. Zudem wurde er wegen Drogenmissbrauchs lange gesperrt und beraubte sich und dem Team eine erfolgreichere Zukunft.

Somit fällt die Wahl auf James Donaldson, der während seiner sieben Jahre in Dallas solide Leistungen zeigte und Teil des Teams war, das 1988 die Conference Finals erreichte. In diesem Jahr war er ebenfalls All-Star. Als Rebounder und Shot-Blocker trug er maßgeblich zum Erfolg des Teams bei. Als das Erfolgsteam Anfang der 90er auseinander fiel, wurde auch Donaldson getradet. Er spielte noch bis 1999 für die Knicks, Jazz und in Europa, ehe er mit 31 Jahren seine Spielerkarriere beendete.

Backup: Erick Dampier (2004-2010, 6,5 PpG, 7,6 RpG, 1,3 BpG, 59,1% FG)

 

Head Coach: Rick Carlisle

Zwar haben Avery Johnson und Don Nelson eine bessere Bilanz als Rick Carlisle, dennoch ist der aktuelle Head Coach auch der beste der Franchise-Historie. Er coachte die Mavericks nicht nur zu ihrem einzigen Titel, sondern auch zu den meisten Siegen (804 Siege bei 437 Niederlagen) und ist bereits seit zehn Jahren Coach der Mavs, was Rekord ist. Er ist seit 2008 in Dallas und damit derzeit gemeinsam mit Erik Spoelstra der zweitdienstälteste Trainer in der NBA nach Gregg Popovich. Zudem gehört der 58-Jährige zu den wenigen Persönlichkeiten, die sowohl als Spieler als auch als Coach NBA-Champion wurden.

Carlisle galt lange als Trainer, der Veteranen-Teams zum Erfolg führt, aber ungern auf Rookies setzt, da diese zu viele Fehler machen. Derzeit beweist er bei den im Umbruch befindlichen Mavericks das Gegenteil. Auch in puncto Coaching-Stil zeigte Carlile die Fähigkeit, sich anzupassen. Mit seiner Vorstellung, Spielzüge selber anzusagen und die Offensive zu kontrollieren, geriet er bereits mit einigen Point Guards aneinander; mal mit gutem Ausgang (wie bei Jason Kidd), mal mit schlechtem (siehe Rajon Rondo). Dennoch ließ er sich von Kidd überreden, ein freieres und fließenderes Offensiv-System zu installieren und den Spielern mehr Freiheiten sowie mehr Möglichkeiten zur Improvisation zu geben. Dadurch wurde der Mavs-Angriff weniger ausrechenbar, was ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Titel 2011 war.

Trotz mancher Unstimmigkeiten mit seinen Spielmachern und manch jungem Spieler ist für Carlisle ein gutes Verhältnis zu seinem Team sehr wichtig. Carlisle genießt in der ganzen Mavs-Organisation und NBA größtes Ansehen.

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