BBL-Halbfinal-Vorschau: größer, kleiner, gleich?

Mit Größe gegen den kleinen Liga-MVP verteidigen? Nicht nur beim Duell zwischen Bonn und München, auch im zweiten Halbfinale zwischen Berlin und Ludwigsburg könnte die Frage nach Big- oder Smallball die Serie entscheiden.

„Wenn du den Ball schnellst passt, und wenn du einen guten Wurf aufgibst, weil sich der nächste Spieler in einer besseren Position befindet, dann ist das ein Pass mit Liebe. Und ein mit Liebe umhüllter Ball wird immer durchs Netz gehen.“

Mit der effizientesten Offensive der BBL-Hauptrunde 2021/22 ausgestattet, die mit einer formidablen Ballbewegung auf einer „0.5“-Offense fußt, könnte man annehmen, jene Worte beschreiben den Offensivbasketball der Telekom Baskets Bonn unter Tuomas Iisalo in dieser (regulären) Saison. Doch die metaphernreiche Sprache hat ihn wohl verraten: Jene Worte gab Andrea Trinchieri nach dem Heimerfolg des FC Bayern München über Bonn zu Protokoll, als die Bayern mit 19 verwandelten Dreiern (bei ungewöhnlich vielen Versuchen von 29 Stück) um einen versenkten Distanzwurf den Saisonrekord nur knapp verpassten.

Einem Hauptrundenspiel Mitte Januar, bei dem bei einem Team drei Rotationsspieler fehlten (Bonn trat ohne Javontae Hawkins, Saulius Kulvietis und Karsten Tadda an), kann man natürlich kaum Bedeutung beimessen. Doch einzelne Ansätze lassen sich vielleicht auch auf die kommende Halbfinalserie übertragen – übrigens dem ersten Playoff-Duell zwischen Bonn und München überhaupt.

Wie verteidigt Bayern gegen den Bonner Liga-MVP?

Denn die größte Frage wird sein, ob und wie die Bayern den Liga-MVP Parker Jackson-Cartwright stoppen werden können. Nachdem „PJC“ die letzten fünf Hauptrundenspiele verpasst hatte und nach dem Tod seines Vaters in die USA gereist war, ließ der Guard in der Serie gegen Hamburg keine Zweifel aufkommen, dass er offensiv ein Spiel immer noch nach Belieben dominieren kann. Mehr noch: Seine 36,0 Punkte im Schnitt sind der höchste Wert eines Spielers in einer Playoff-Serie seit der digitalen Datenerfassung in der BBL zur Saison 1998/99. Den bisherigen Rekord hatte Chuck Eidson mit 29,4 Zählern (2005 mit Gießen im Viertelfinale gegen Köln) gehalten.

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„PJC“ stemmte sich im Hinspiel gegen München mit 30 Punkten gegen die Niederlage, zeigte damals mit einer Quote von 12,5 Prozent aber Schwächen von außen – die er zumindest gegen Hamburg zu einer Stärke verwandelt hat (52,5% 3FG bei 13,3 Versuchen pro Spiel!). Die Hauptwaffe von Jackson-Cartwright und Bonn als Kollektiv sind High Pick-and-Rolls des Guards. Die Hamburger verteidigten das zunächst mit einer Drop-Variante des Big Man, bei dem der Verteidiger von „PCJ“ zudem unter dem Ball-Screen ging – um den Bonner Guard den Sprungwurf statt den Drive zu geben. Doch wenn er die Dreier trifft… Die Towers wechselten in der Defensive, der Verteidiger – wie Max DiLeo – kämpfte sich über die Blöcke, später switchten die Towers sogar. Doch gegen einen müden Maik Kotsar hatte „PJC“ keine Probleme.

Dass die Bayern im Verlauf eines Spiels bzw. der Serie den Bonner Go-to-Guy auf unterschiedliche Weise verteidigen werden, ist sehr gut möglich. Interessant ist auch, dass die Bayern in den beiden Hauptrundenspielen bis auf sehr wenige Ausnahmen (wie bei Ghost-Screens oder der Garbage-Time des Rückspiels) sehr konservativ verteidigten – wie die Towers zu Beginn in einer Drop-Variante und unter den Block zu gehen. Dabei sind es gerade die Bayern, die so viel switchen wie wenige andere Teams der Liga.

Denn die Münchener haben – entgegen der Towers – auch das Personal, durchaus zu switchen. Vor allem Leon Radosevic hat sich hierbei hervorgetan, auch Augustine Rubit macht dabei keine schlechte Figur. Das dürfte die Center-Rotation der Bayern sein, mit Deshaun Thomas eher auf der Vier. Bei Münchener Switches wäre es interessant zu beobachten, wie die Bonner darauf reagieren würden. Beispielsweise einen anderen Big Man (der von Thomas verteidigt wird) zum Ball-Screen kommen lassen? Würden die Bonner also vom präferierten Eins-Fünfer Pick-and-Roll abweichen?

Als Erstes wird sich bei den Bayern wohl Nick Weiler-Babb mit „PJC“ beschäftigen. Das tat der 1,96 Meter große Combo-Guard auch im Hinspiel, ehe er mit zwei Fouls früh auf der Bank Platz nehmen musste. Es folgten Corey Walden, Andreas Obst, Zan Mark Sisko und Ende des ersten Viertels Vladimir Lucic, ehe Ende des zweiten Durchgangs mit Jason George der sechste Verteidiger auf „PJC“ angesetzt wurde. Den Typ Wadenbeißer, wie Hamburgs DiLeo, der sich vermehrt über die Blöcke kämpft, haben die Bayern derweil nicht im Kader.

Münchens Defense ließ in der Viertelfinalserie gegen Chemnitz nur 0,56 Punkte pro Possession zu, wenn der Ballhandler im Pick-and-Roll den Abschluss suchte. Die Bonner Offensive glänzte dank „PJC“ bei solchen Aktionen gegen Hamburg mit 1,14 Punkten pro Possession. Das wird gegen die Bayern aber nicht zu halten sein. Ein möglicher Ansatz? Der vermehrte Einsatz von Ghost-Screens, was die Bonner gegen München bislang gar nicht so häufig versucht hatten. Dabei rotiert ein Spieler ballabseits zum Ballführer, deutet einen Ball-Screen aber nur an und rotiert weiter auf den ballfernen Flügel. Unter Iisalo ist das eigentlich eine Spezialität der Bonner Offensive, und dieser Ansatz könnte bei Guard-Guard-Aktionen eine Möglichkeit sein, um – nach Switches – bevorzugte Matchups zu forcieren oder zu offenen Würfen zu kommen.

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Switchten die Bayern in den bisherigen Duellen gegen Bonn die Pick-and-Roll-Aktionen von Jackson-Cartwright so gut wie gar nicht, taten sie das aber umso mehr, wenn andere Spieler als Ballhandler agierten: wie Skyler Bowlin oder auch Jeremy Morgan. Diesen Spielern trauen die Bayern es nicht zu, daraus jene „Paint Touches“ zu generieren, mit der der Liga-MVP die Bonner Offensive so sehr am Laufen halten kann.

Apropos „Paint Touches“: Mit ihrer großen Guard-Riege könnten die Münchener offensiv versuchen, gegen Jackson-Cartwright aufzuposten. Das forcierten sie in der Hauptrunde relativ selten. Und wenn, dann fungierte Zan Mark Sisko eher als Passgeber aus dem Low-Post. Auf diese Weise generierten die Bayern, bei ihrer langsamen Pace (mit durchschnittlich 70,3 Possessions die langsamste der Hauptrunde), ihre „Paint Touches“. Und daraus kamen sie im Hinspiel immer wieder zu offenen Würfen.

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So sehr Vorteile bei der Größe und Physis auf Seiten Münchens im Backcourt gegeben sind, so sehr könnten die Bayern generell mit größeren Formationen die Bonner überpowern wollen. Vladimir Lucic könnte demnach auf der Drei auflaufen, Deshaun Thomas auf der Vier – und dort das Duell mit Javontae Hawkins suchen und den eigentlichen Small Forward, der zuletzt häufiger auf der Vier aufläuft, in den Post zwingen. Beim Overtime-Erfolg gegen Chemnitz beendeten die Bayern das Spiel mit einer Lineup aus Weiler-Babb, Nihad Djedovic, Lucic, Rubit und Radosevic – bei der kein Spieler kleiner als 1,96 Meter ist!

Djedovics zweiter Frühling ist für die Münchener in mehrfacher Hinsicht wichtig: Er erweitert die deutsche Rotation, da Paul Zipser zuletzt nicht Bestandteil des Kaders war. Der Finals-MVP von 2019 kann eigentlich als sekundärer Ballhandler agieren, war bei seinem Comeback aber mehr als Schütze aufgefallen und ist eh ballabseits ein so starker Cutter. Und eigentlich hat Djedovic auch das Potential, zumindest für kurze Phasen gegnerische Ballhandler zu nerven.

Zurück zur Offensive: Dort waren vor allem Nick Weiler-Babb und Deshaun Thomas in den bisherigen Playoffs kaum zu stoppen. Gerade der Combo-Guard und der Power Forward führten die Bayern zu einer enorm effizienten Iso-Offensive: Immerhin 13,2 Prozent der Abschlüsse entfielen auf Eins-gegen-Eins-Aktionen, was gegen die Switch-Defense der Chemnitzer nicht so sehr verwundern mag, und die Bayern brillierten dabei mit 1,63 Punkten pro Possession. Wie will Bonn gegen diese individuelle Qualität defensiv dagegenhalten? Schließlich stellten die Bonner von den acht Playoff-Teams hinter Bamberg die zweitschwächste Verteidigung.

Dabei werden die Bayern auf ihren besten Offensivspieler auf den Außenpositionen verzichten müssen: Darrun Hillard stand den Bayern zuletzt ebenso lange nicht zur Verfügung wie Backcourt-Partner Corey Walden. Selbst wenn Zan Mark Sisko von seiner Rückenblessur nicht ausgebremst wird: Bonns Trainer Tuomas Iisalo wird mit acht ausländischen Akteuren noch mehr die Qual der Wahl haben als Münchens Coach Andrea Trinchieri – das kommt sonst kaum vor.

In der Serie gegen Hamburg rotierte Iisalo konstant: Jeremy Morgan, Tyson Ward und Oleksandr Lypovyy setzten jeweils einmal aus. Dabei stand Justin Gorhamn in diesen Playoffs noch gar nicht auf dem Parkett. Hatte der Big Man zuletzt gegen Saulius Kulvietis das Nachsehen, könnte er gegen die defensivrebound-starken Bayern (mit 71,1% Def-Reb-Rate das zweitbeste Team hinter Berlin in der Hauptrunde) auch noch zu einer Option avancieren. Überhaupt hat Iisalo gezeigt, dass er sowohl mit Big- (Morgan, und Hawkins/Ward als Flügelduo) als auch Smallball-Lineups operieren kann. Gerade im Duell mit München eine wichtige Option.

Tipp: Bonn gegen München 1-3

TeamNet-RatingOff-RatingDef-RatingOff-Reb%Def-Reb%TO%OPP TO%
Berlin17,4 (1.)116,0 (3.)97,5 (1.)36,8 (2.)72,6 (1.)17,0 (12.)18,0 (2.)
München11,7 (2.)116,0 (2.)104,3 (4.)32,2 (7.)71,1 (2.)15,3 (6.)16,2 (9.)
Bonn8,9 (3.)117,8 (1.)108,9 (8.)37,8 (1.)68,0 (10.)14,9 (4.)17,7 (4.)
Ludwigsburg6,2 (4.)110,4 (11.)104,2 (3.)33,4 (6.)67,7 (14.)12,4 (1.)19,9 (1.)

Eine Übersicht zu Erweiterten Statistiken der vier Halbfinalisten nach der Hauptrunde. Die Platzierung in den Klammern bezieht sich auf jene unter allen 18 Teams.

Berlin gegen Ludwigsburg: Bigball gegen Smallball?

Große gegen kleine Formationen? Das klingt auch nach dem zweiten Halbfinalduell zwischen ALBA BERLIN und den MHP RIESEN Ludwigsburg. Auf der einen Seite ein Team, das eine Big-Men-Garde um Luke Sikma, Ben Lammers, Johannes Thiemann, Oscar da Silva, Tim Schneider und Christ Koumadje (alle mindestens 2,02 Meter) aufzubieten hat. Auf der anderen Seite eine Mannschaft, die dort gerne ein Duo aus Yorman Polas Bartolo, Justin Simon und Tremmell Darden (alle unter 1,95 Meter) auf das Parkett schickt. Wie oft wird dort eigentlich Ethan Happ zu sehen sein?

Als dienstältester Coach der Bundesliga lässt John Patrick mit seinem Basketball den unverkennbarsten Stil auf das Hartholz zimmern: eine aggressive Defense, die ligaweit die meisten Ballverluste forciert, und eine „Bully-Ball“-Offense, die dank vieler Abschlüsse aus der Isolation (mit 15,9% Freq der höchste Anteil in den Playoffs, immerhin 0,93 PPP) oder von Ballhandlern (16,7% Freq, nur 0,64 PPP) zwar weniger passen mag, dafür aber auch am seltensten den Ball verliert. Gepaart mit der aggressiven Arbeit beim Offensiv-Rebound haben sich die Ludwigsburger zum „Meister der Wurfchancen“ gehustlet.

Die Berliner wissen diesen Stil aber durchaus zu kontern. Gegen Bamberg zeigten die Berliner offensiv, wie sie ein Team, das das Offensivbrett crasht, durch ein exzellentes Transition-Spiel überrumpeln können (mit 14,5% Freq auch höchster Anteil in den Playoffs). Zumal die Berliner das beste Defensiv-Rebound-Team der Hauptrunde waren. Dazu forcierten die Albatrosse hinter Ludwigsburg die zweitmeisten Ballverluste.

Im Berliner Offensiv-Basketball schlummert ein Schöngeist, auch risikoreiche Pässe sind in dieser Motion- und Flex-Offense willkommen. Wie oft kann Ludwigsburg daraus Ballverluste forcieren und sich der starken Berliner Halbfeldverteidigung entledigen? Denn von den acht Playoff-Teams stellten die Schwaben hinter Chemnitz die zweitschwächste Offensive der Hauptrunde. Der Dreier ist das Zünglein an der Waage (Jonah Radebaugh, Jordan Hulls und James Woodard sind hier gefragt), ansonsten kann es – gerade gegen Berlin – im Halbfeld für die Ludwigsburger Offensive ganz schön hässlich werden.

Die Berliner switchen so gut wie gar nicht im Pick-and-Roll, haben in der Verteidigung dennoch unangenehme Varianten am Start. Läuft Radebaugh heiß, sehen wir mal wieder eine „Box and One“? Gegen die für gewöhnlich distanzschwachen Ludwigsburger dürfte noch mehr eine Zone eine Option sein. Vielleicht warfen die Albatrosse in den Schlussminuten der Bamberg-Serie deshalb schon mal eine 2-3-Zone auf das Parkett, um sich darauf einzuspielen.

In seinem ersten Jahr als Head Coach hat Israel Gonzalez selbstverständlich die Philosophie seines Lehrmeisters Aíto in großen Zügen weitergeführt – doch in Nuancen das Spiel auch verändert. So suchen die Berliner häufiger direkte Abschlüsse aus dem Pick-and-Roll. Zwar mag es auch der schwachen Bamberger Verteidigung geschuldet sein, aber im Viertelfinale entfielen 17,0 Prozent der Offensivaktionen auf die Ballhandler. Zum Vergleich: In den Playoffs 2018, 2019 und beim Final-Turnier 2020 waren es nie mehr als 13 Prozent.

Zum einen haben die Berliner mit Oscar da Silva einen ungemein starken Blocksteller in dieser Saison im Kader, der spielintelligent abrollt und, obwohl er selten im Pick-and-Pop agiert, beim harten Abrollen dank guter Hände so oft zu effizienten Abschlüssen kommt. Zum anderen wissen die Berliner mit Maodo Lo, Jaleen Smith und Tamir Blatt das derzeit wohl stärkste Ballhandler-Trio der Liga in ihren Reihen.

Mit seinem step-back-Dreier ist Lo tödlich. Dass er so häufig den Ball-Screen gar nicht nutzt und eine solche Schnelligkeit nicht nur beim Drive, sondern auch in den Seitwärtsbewegungen aufweist, macht ihn so schwer zu verteidigen. Derweil macht er Luka Sikma den Award des spektakulärsten Spielers der BBL streitig.

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Jaleen Smith hat sich wie so häufig in der zweiten Saisonhälfte gesteigert und zuletzt immer wieder gezeigt, dass er Berlins bester „Two Way“-Spieler sein kann. Wenn er auch noch seine Spot-up-Würfe trifft, bringt er sich als Playoff-MVP ins Spiel. Von 38,7 Prozent hat sich Smith in den Playoffs auf 50,0 Prozent von Downtown gesteigert. Als bester Passgeber, der unter anderem mit seinem Fastbreak-Pässen aus dem eigenen Halbfeld so stark ist, vollendet Blatt ein Komplimentärtrio, das in der Liga seinesgleichen sucht. Gerade gegen die Ludwigsburger Defense, sollte sie über das ganze Feld pressen, wird das ein Schlüssel für den möglichen Halbfinaleinzug sein.

Mit Smith oder dem stark verbesserten Malte Delow auf der Zwei dürften die Berliner ihr Prinzip des Weakside-Cuts für ein Lob-Anspiel in die Zone auch gegen Ludwigsburg beibehalten. Klappt das Anspiel daraus nicht, fließt die Offense flüssig in eine „Screen the Screener“-Aktion über.

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Etwaige Größenvorteile dürften die Berliner auch durch Anspiele auf Luke Sikma forcieren. Immer wieder sieht man, wie die Berliner ein Spiel oder Viertel mit einem Post-up ihres Big Man beginnen.

Sollten die Albatrosse auch über den Spielverlauf häufiger den Weg an den Zonenrand suchen, haben die Ludwigsburger schon das passende Mittel parat: das Doppeln von oben, woraus sie gut rotieren. In der Viertelfinalserie gegen die Ulmer, die mit 10,7-prozentiger Frequenz am häufigsten im Viertelfinale nach Post-ups abschlossen, konnten die Ludwigsburger sich hierbei schon gut einspielen. Wobei die Berliner gegen Bamberg auch gezeigt haben, dass sie gegen ein solches Doppeln von oben dank schneller Ballbewegung zurechtkommen.

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Apropos Einspielen: Die Ludwigsburger Offensive konnte sich bereits gegen die „Next“-Defense versuchen, die Ulms Jaka Lakovic als in Spanien ausgebildeter Trainer ebenso spielen lässt wie sie die Berliner erst in die Liga gebracht haben. Dabei rotiert der ballferne Verteidiger am Flügel zur Mitte, um noch mehr Druck auf den gegnerischen Ballhandler beim Pick-and-Roll auszuüben.

Offensiv bestechen die Schwaben durch kein ausgeklügeltes Offensivsystem, aber gegen Ulm war immer wieder der Flare-Screen am Flügel zu beobachten. Überhaupt hat das Patrick-Team schon öfter bewiesen, dass Offensivaktionen von 45 Grad eine aggressive Verteidigung überraschen können.

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Interessant bei dieser Serie ist, dass auch hier nicht das EuroLeague-Team die Möglichkeit zur größeren Rotation besitzt: Denn Ludwigsburg hat acht ausländische Akteure im Kader, bei Berlin steht nach der Verletzungspause von Marcus Eriksson die Rotation bei den ausländischen Profis bereits fest (Kresimir Nikic dürfte nicht im Kader stehen). Dennoch haben die Berliner hinsichtlich der ausgeglichenen Minutenverteilung den tiefsten Kader der Liga: Über alle Liga- und Pokalspiele genommen, haben 14 Spieler (Eriksson eingeschlossen) zwischen 12:58 und 22:42 Minuten auf dem Parkett verbracht!

Während die Berliner einen der dominantesten Playoff-Sweeps bisheriger (digital erfasster) Zeiten feierten, mussten die Ludwigsburger in insgesamt drei Verlängerungen. Dazu hatten die Schwaben Anfang Mai auch noch das Champions League Final Four zu absolvieren. Trotz EuroLeague-Saison dürften also die Berliner mit frischeren Beinen in das Halbfinalduell gehen.

Tipp: Berlin gegen Ludwigsburg 3-0


Alle Erweiterten Statistiken: Manuel Baraniak

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