Endstation Europameister: Deutschland scheidet gegen Slowenien aus

Slowenien um Luka Doncic und Zoran Dragic ist eine Nummer zu groß: Deutschland muss sich im Olympia-Viertelfinale dem Europameister geschlagen geben.

Die deutsche Nationalmannschaft muss sich nach dem Viertelfinale der Olympischen Spiele aus Tokio verabschieden: Gegen den amtierenden Europameister Slowenien kassierte die DBB-Auswahl eine 70:94-Niederlage. Nach 15 Minuten führte die Truppe von Bundestrainer Henrik Rödl, doch über die gesamte Partie war Slowenien offensiv wie vor allem defensiv eine Nummer zu groß.

Die deutsche Mannschaft nahm frühe Abschlüsse, endlich klappte auch mal der Touchdown-Pass von Johannes Voigtmann nach erfolgreichem Freiwurf Sloweniens. Niels Giffey traf zudem seine ersten beiden Dreier in der Early Offense. So versuchte die DBB-Auswahl dem Druck auf Isaac Bonga im Set-Play zu umgehen. Im Halbfeldangriff ging Deutschland zu Beginn häufig über Johannes Thiemann im Post-up.

Defensiv switchte die Rödl-Truppe häufig das Pick-and-Roll von Sloweniens Star Luka Doncic – eher schien man ihn Eins-gegen-Eins-Aktionen forcieren als als Spielmacher zu agieren zu lassen. Doch das gesamte slowenische Team fand früh in einen Offensivfluss: 21 Punkte hatte Slowenien nach sechseinhalb Minuten erzielt, Doncic dabei nur zwei Zähler markiert. Stattdessen gingen bis dahin neun Punkte auf das Konto des ehemaligen Ulmers Zoran Dragic. Und auch defensiv war Slowenien mit viel Druck und guten Rotationen eine Nummer zu groß: In den letzten 6:40 Minuten des ersten Viertels erzielte Deutschland nur vier Punkte!

Einen Elf-Punkte-Rückstand musste Deutschland nach dem ersten Durchgang hinnehmen – und ging nun offensiv viel über Moritz Wagner. Der agierte mit einigen Ballverlusten nicht immer sehr glücklich, hauchte der DBB-Offense dennoch etwas Leben ein. Nach back-to-back-Dreiern von Maodo Lo war die DBB-Auswahl nach vier Minuten auf zwei Zähler herangekommen, wenig später brachte der Guard mit einem weiteren step-back-Dreier sein Team gar mit 32:31 in Führung! Mit der Starting Five auf das Parkett holte sich Slowenien aber direkt das Momentum zurück – und ging mit einer 44:37-Führung in die Kabine.

Nach der Pause kontrollierte Slowenien die Partie. Beim DBB-Team musste Maodo Lo kurze Zeit wieder wegen einer Wunde an der Stirne auf die Bank – womit es kein Offensivrhythmus im deutschen Spiel gab. Einen 12:5-Start legte der amtierende Europameister in den ersten vier Minuten auf das Parkett. Doncic forcierte weiter viel, Slowenien behauptete seine Führung und lag in einer teils hitzigen Partie zur Viertelpause mit 66:54 vorne.

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Über den restlichen Spielverlauf kontrollierte Slowenien das Geschehen – wie auch die Bretter. Nach einem Dreier von Andi Obst antwortete erst Doncic mit einem step-back, dann Klemen Prepelic mit einem Fastbreak-Dreier – und der Favorit lag fünf Minuten vor Schluss entscheidend mit 19 Zählern Differenz in Führung.

Gut drei Minuten vor Schluss durfte Doncic mit einem Beinahe-Triple-Double von 20 Punkten, acht Rebounds und elf Assists auf der Bank Platz nehmen. Doch es war das gesamte slowenische Team, das eine Nummer zu groß für Deutschland war. Nach der Pause fand sich bei der DBB-Auswahl kein Go-to-Guy, Maodo Lo war mit elf Punkten letztlich Deutschlands Topscorer. Bei Slowenien überragte am Ende vor allem Zoran Dragic (27 Pkt, 11/13 FG, 6 Reb, 4 Ast).