Hamburg gewinnt im Do-or-Die und steigt auf

Die Hamburg Towers haben es geschafft! Mit einem Auswärtssieg bei den NINERS Chemnitz im fünften Halbfinale sichert sich das Team von Mike Taylor den Aufstieg in die easyCredit BBL.

von Sebastian Lucas

Einen Tag nach den Nürnberg Falcons haben auch die Hamburg Towers den Aufstieg in die easyCredit BBL geschafft. Die Norddeutschen setzten sich im entscheidenden fünften Halbfinalspiel bei den NINERS Chemnitz mit 78:72 durch. Während die Hamburger über die gesamte Hauptrunde und auch in dieser Serie auswärts Probleme hatte, agierten sie im wichtigsten Spiel des Jahres souverän.

Wer steigt auf? Showdown in Chemnitz!

Nach dem die Hamburger auch ihr zweites Heimspiel gewinnen konnten, ging es nun in ein finales Spiel fünf in der Richard Hartmann-Hölle. Die NINERS-Fans machten von Beginn an klar, dass sie Herr im Haus sind: „Unsere Halle – Unser Sieg!“

Die Frage der Anfangsphase war, welches Team als erstes die Nervosität ablegen würde. Bei Hamburg fungierte Jannik Freese im Post als Ballverteiler, um dann die gefährlichen Hamburger Schützen in Stellung zu bringen. Die Niners versuchten das Spiel variabler zu gestalten. Dennoch war das erste Viertel von vielen Ungenauigkeiten geprägt, die sich auch in der Trefferqoute widerspiegelten.

Dies änderte sich, als die Gäste den etwas besseren Touch fanden und diesen auch bis zur Mitte des zweiten Viertels beibehielten. So war Chemnitz-Coach Rodrigo Pastore zu einer Auszeit gezwungen, um seine Jungs wachzurütteln. Geholfen hat diese aber nicht, die Niners agierten in einigen Situationen eher noch kopfloser. Nutznießer waren die Towers, die bis zur Halbzeit jedoch nur mit 37:27 führten.

Hamburg drei Viertel dominant

Auch die Pausenansprache von Pastore schien keine Wirkung zu zeigen, in der Offensive lief der Ball bei den Sachsen nicht wie gewohnt. Dagegen konnte der überragende Spieler auf Hamburger Seite, Carlton Guyton, weiter munter scoren. So wuchs der Towers-Vorsprung beim 29:45 schon auf 16 Punkte an. Und wenn nicht der ehemalige Braunschweiger punkten konnte, waren es die vielen Mismatches, die die Hanseaten in der Offensive nutzen konnten.

Nach einer weiteren Pastore-Auszeit fingen sich die Sachsen allerdings. Als Kavin Gilder-Tilbury einen Alley Oop krachend abschloss, spürten sowohl die Spieler als auch die Fans neues Leben. Bis auf fünf Punkte verkürzten der Gastgeber, doch die Gäste erholten sich wieder. So gingen sie mit einer erneuten zweistelligen Führung von 56:46 in den letzten Spielabschnitt.

Chemnitz kämpft sich in die Crunchtime

Aus Sicht der Niners kam es in den entscheidenden zehn Minuten der Saison auf ihre Go-to-Guys an. Ivan Elliott, Gilder-Tilbury und Malte Ziegenhagen fanden ihren Offensiv-Schwung nun schnell und so war Gäste-Coach Mike Taylor nach 90 Sekunden zu einer Auszeit gezwungen. Doch die Towers fanden, wie im ganzen Spielverlauf zuvor, eine Antwort und auch Guyton meldete sich rechtzeitig zur hitzigen Endphase mit zwei Punkten zurück. Aber auch Chemnitz-Kapitän und Scharfschütze Ziegenhagen wollte die seinen nicht geschlagen geben. Es entwickelte sich ein wahrer Schlagabtausch zwischen Guyton und Ziegenhagen.

Hamburgs Held von Spiel 2, Beau Beech, ließ die Hartmann-Hölle erstarren und baute die Führung 2:23 Minuten vor dem Ende wieder auf 10 Punkte aus. Doch innerhalb der folgenden anderthalb Minuten wurde es wieder richtig laut in Chemnitz. Die Niners kämpften sich angeführt von Elliott zurück und gingen mit 68:71 in die letzte Minute. Crunchtime? Nicht mit Matchwinner Guyton. Sein And-One im Gegenzug bedeutete zugleich auch das fünfte Foul für Niners-Topscorer Ziegenhagen. Zwar scorte der Hauptrundensieger erneut, doch Hamburg zeigte an der Linie keine Nerven und brachte den Aufstieg in trockene Tücher.

Carlton Guyton, der Mann für die wichtigen Spiele

Wie bereits beim Halbfinaleinzug gegen Rostock war erneut Carlton Guyton der Matchwinner für Hamburg. Der nachverpflichtete Guard zeigte seine Klasse in den entscheidenden Spielen und legte 28 Punkte bei 73 Prozent Trefferquote aus dem Feld auf. Dazu spielte der Routinier fünf Assists. Neben ihm zeigte Hamburg erneut die Ausgeglichenheit und den breiten Kader, bei dem kein Akteur mehr als 28:05 Minuten spielte.

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Für die Niners ist es das zweite verlorene Spiel fünf im ProA-Halbfinale innerhalb von zwei Jahren. Bereits 2017 verloren die Sachsen in eigener Halle das Finale um den Aufstieg, damals hatten die Erfurter Rockets einen 0-2-Rückstand noch gedreht. Auch die Chemnitzer Band Kraftklub brachte auf der Tribüne kein Glück. Mit jeweils 18 Punkten beendeten Malte Ziegenhagen und Kavin Gilder-Tilbury das letzte Saisonspiel als Topscorer.

Die Hamburg Towers steigen dagegen fünf Jahre nach ihrer Gründung in die easyCredit BBL auf. Das Projekt von Marvin Willoughby lockte über die gesamte Saison hin die meisten Fans in die eigene Halle. Nach zwei verpassten Playoff-Teilnahme krönte Mike Taylor den kleinen Neuanfang nun mit dem Einzug ins Finale. Dort treffen die Hanseaten bereits am Donnerstag auf die Nürnberg Falcons. Zum Rückspiel geht es am 4. Mai in den Hamburger Inselpark, wo der Meister gekürt wird.