Nach erneuter Polizeigewalt: Bucks boykottieren Spiel gegen Orlando

Nach dem jüngsten Fall von Polizeigewalt gegen einen Afro-Amerikaner und den Schüssen auf Jacob Blake setzen die Milwaukee Bucks ein Zeichen und boykottieren ihr Playoff-Spiel gegen die Orlando Magic.

Die Sekunden ticken herunter, eigentlich sollten die Spieler der Milwaukee Bucks und Orlando Magic für die fünfte Playoff-Partie auf dem Parkett stehen und sich für den Tip-Off bereitmachen – doch keiner der Akteure ist auf dem Hartholz zu sehen.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Nach dem jüngsten Fall von Polizeigewalt gegen einen Afro-Amerikaner und den Schüssen auf Jacob Blake im US-Bundesstaat Wisconsin haben sich die Milwaukee Bucks entschieden, nicht für die Partie anzutreten. Die Spieler der Orlando Magic hatten sich zunächst noch aufgewärmt, verließen aber noch vor dem geplanten Tip-Off das Parkett.

Bei den Milwaukee Bucks besteht auch ein persönlicher Hintergrund: Sterling Brown wurde im Januar 2018 selbst Opfer von Polizeigewalt. Auf The Players‘ Tribune hat Brown darüber geschrieben.

Auch die anderen beiden für Donnerstag geplanten Partien werden auf Grund eines Boykotts nicht stattfinden: Die Houston Rockets und Oklahoma City Thunder sowie Los Angeles Lakers und Portland Trail Blazers haben sich ebenfalls entschieden, nicht aufzulaufen. Dies bestätigte die NBA kurz darauf.

Für das Erste sind diese Begegnungen verschoben worden. Die Spieler werden sich noch am Abend über das weitere Vorgehen besprechen.

Nach dem jüngsten Fall von Polizeigewalt war zuerst aus der Bubble in Orlando zu vernehmen, dass Spieler der Toronto Raptors einen solchen Boykott in Erwägung ziehen würden; der amtierende Champion soll planmäßig am Freitag zum Start in die zweite Playoff-Runde gegen die Boston Celtics antreten.

Beim Re-Start in Orlando hatten die Akteure die Möglichkeit erhalten, Botschaften für soziale Gerechtigkeit auf ihre Trikots drucken zu lassen. Zuletzt hatten sich einige Spieler dennoch frustriert gezeigt, dass in den USA keine Besserung in Sicht sei, Afro-Amerikaner weiter Opfer von Polizeigewalt seien und sich Rassismus weiterhin in der Gesellschaft zeige. Immer wieder hatten Akteure in Medienrunden die Chance ergriffen, um sich hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit und gegen Rassismus zu äußern.

Wann, in welcher Form und ob letztlich überhaupt die NBA-Saison in Orlando weitergehen wird, ist derzeit offen.