Franchise Fives: Utah Jazz

Keine andere Franchise ist so sehr mit einem Duo verknüpft wie die Utah Jazz. Natürlich stehen „Stockalone“ – John Stockton und Karl Malone – in der All-Time Lineup der Jazz. Und sonst? Unter anderem ein HORSE-Künstler und ein späterer Schülerlotse

In einer lose fortlaufenden History-Serie stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 70 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Salt Lake City gehört seit jeher zu den kleinsten Märkten auf der NBA-Landkarte; dementsprechend schwer tun sich die Utah Jazz auch, veritable Free Agents anzulocken. Und doch zeigt die Franchise-Historie, welch renommierte Spieler bereits für die Jazz aufgelaufen sind: Vier der fünf folgenden Akteure sowie der Head Coach stehen in der Basketball Hall of Fame.

Ihren Anfang hat die Jazz-Historie in New Orleans genommen, 1974 startete in der US-Hauptstadt des Jazz die 18. NBA-Franchise ihren Spielbetrieb. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten zog das Team aber schon fünf Jahre später um: nach Salt Lake City, wo sie seither beheimatet ist. Mit Pete Maravich hatten die Jazz von Beginn an einen spektakulären Spieler in ihren Reihen, in die Playoffs schaffte es das Team mit „Pistol Pete“ aber nie.

In der Saison 1983/84 qualifizierten sich die Jazz erstmals für die Endrunde. Als im darauffolgenden NBA-Draft John Stockton und ein Jahr später Karl Malone den Club verstärkten, sollte dies die erfolgreichste Ära der Franchise-Geschichte einläuten – mit Jerry Sloan auf dem Trainerstuhl. Von 1983 bis 2003 erreichten die Jazz stets die Playoffs, darunter zweimal die NBA-Finals, wo sie sich aber den Chicago Bulls um Michael Jordan geschlagen geben mussten.

Es folgten zwei kurze Wiederaufbau-Phasen, aus denen weitere solide Duos hervorgingen. Doch nach der „Stockalone“-Ära sollte Utah nur noch einmal die Conference Finals erreichen (2006/07 mit der Combo Deron Williams / Carlos Boozer). Aktuell erhoffen sich die Jazz, mit Donovan Mitchell einen neuen Franchise-Spieler gefunden zu haben.


Point Guard: John Stockton

Teamzugehörigkeit: 1984-2003 | Kernstats: 13,1 PpG, 2,7 RpG, 10,5 ApG, 2,2 SpG, 51,5% FG, 38,4% 3FG

Wie Donovan Mitchell wurde auch John Stockton außerhalb der Top-Ten des NBA-Drafts gezogen. 1984 an 16. Stelle ausgewählt, war der Gonzaga-Absolvent für viele Jazz-Anhänger anfangs ein unbeschriebenes Blatt – doch spätestens in seiner vierten Saison kam eine Karriere für die Geschichtsbücher ins Rollen. 1987/88 als Vollzeit-Starter implementiert, sollte Stockton die NBA neun Spielzeiten in Folge bei den Assists pro Spiel anführen sowie zehn Saisons hintereinander zweistellige Assist-Werte aufweisen. 15.806 Korbvorlagen hat „Stock“ über seine 19-jährige NBA-Laufbahn verteilt – ein Rekord, der zementiert zu sein scheint.

Diese Assist-Werte verdeutlichen: Stockton war ein Mannschaftsspieler, der das Kollektiv über sich stellte, und seine Teamkollegen besser machte. Während weiter westlich Magic Johnson den Los Angeles Lakers einige Jahre davor „Showtime“ injiziert hatte, meisterte Stockton das Pick-and-Roll mit Karl Malone – mit Effektivität, ohne Extravaganz, methodisch und unaufgeregt wie Stocktons Frisur.

Stocktons hoher Basketball-IQ machten den Olympiasieger von 1992 außerdem zu einem vorzüglichen Balldieb, mit 3.265 Steals steht er in der Ligahistorie ebenfalls an erster Stelle. Der Hall-of-Famer agierte verlässlich und verdammt langlebig: In 19 Spielzeiten hat der Aufbau-Beamte nur 22 Begegnungen verpasst! Klammert man die Spielzeit 1997/98 aus, waren es nur vier verpasste Spiele in 18 Saisons … Selbst als 40-Jähriger markierte Stockton noch 23 Double-Doubles.

Konstant präsentierte sich der zehnfache All-Star auch beim Wurf: In keiner einzigen Saison traf er schlechter als 47 Prozent aus dem Feld, über seine Karriere verwandelte der Guard 51,5 Prozent seiner Feldwürfe – wohlgemerkt als 1,85-Meter-Mann mit unterdurchschnittlicher Athletik. Zeigte sich Stockton zu Beginn seiner Laufbahn noch nicht treffsicher von außen, eignete sich der Jazz-Dirigent im Karriereverlauf einen starken Distanzwurf an (sieben Saisons mit +40% 3FG).

In Form eines Dreier, Steals und Assists zeigte Stockton im vierten Finalspiel 1997 gegen die Chicago Bulls auch, wie „clutch“ er sein kann. Und per Gamewinner-Dreier hatte er die Jazz aus den West-Finals gegen die Houston Rockets geführt. Für einen Meistertitel reichte es trotz zweier Finalteilnahmen nie; als Makel kann man auch die neun Erstrunden-Niederlagen ansehen. Dennoch: In jeder seiner 19 Saisons stand Stockton in den Playoffs. Der stärkste Konkurrent auf seiner Position war Gary Payton. „The Glove“ adelte Stockton nach deren Karriereenden einmal mit der Aussage, Stockton sei sogar tougher zu verteidigen gewesen als Michael Jordan.

Backup: Deron Williams (2005-2011: 17,3 PpG, 3,2 RpG, 9,1 ApG, 46,6% FG, 35,8% 3FG, je 2x All-Star, All-NBA)


Shooting Guard: Pete Maravich

Teamzugehörigkeit: 1974-1980 | Kernstats: 25,2 PpG, 4,3 RpG, 5,6 ApG, 1,4 SpG, 43,4% FG

“Pistol Pete“. Es dürfte nicht sehr viele bessere Spitznamen geben als den von Pete Maravich. Alliterationen bleiben im Gedächtnis haften, die Bezeichnung „Pistol“ passt zudem auf Maravichs Spiel samt aus dem Handgelenk geschüttelter Pässe wie der Revolvergürtel um die Hüfte. Dabei liegt der Ursprung von „Pistol Pete“ in Maravichs High-School-Zeit, als er Würfe seitlich losfeuerte – eben wie ein Revolverheld. Wie trickreich Maravich agierte? Viele werden sich eher an seine HORSE-Auftritte erinnern, als an eigentliche Spiele auf dem Hartholz.

Maravich war in gewisser Weise seiner Zeit voraus; denn sein Passspiel wäre wie geschaffen für Highlight-Clips des Social-Media-Zeitalters. Die Basketball Hall of Fame hat ihn als „das vielleicht größte, kreative Offensivtalent der Geschichte“ bezeichnet. Zudem lässt sich schwer begreifen, was für ein starker Distanzwerfer der Guard gewesen ist: Denn in neun seiner zehn NBA-Jahre gab es noch keine Dreierlinie. In seinem letzten NBA-Jahr netzte Maravich immerhin zwölf seiner 21 Dreier ein (in 52 Spielen).

Zehn NBA-Jahre zeugen davon, wie sehr Maravich am Ende seiner Laufbahn von Verletzungen gebeutelt war; in den letzten drei Jahren absolvierte er nie mehr als 50 Partien. Das „Was wäre, wenn“-Etikett würde gut an Maravichs Trikot haften, doch lieber zu den Fakten: Die zeichnen Maravich als einen der besten Offensivspieler (seiner Zeit), welcher in seinen vier College-Jahren bei Lousiana State stets mindestens 43,6 Zähler erzielt hat. In der Saison 1976/77 legte Maravich einen NBA-Ligabestwert von 31,1 Punkten pro Spiel auf (aus jener Spielzeit stammt sein Career-High von 68 Zählern), insgesamt kam er als Jazzer auf 25,2 Zähler im Schnitt.

Doch kollektive Erfolge feierte Maravich bei den Jazz nicht, schließlich wurde er von den Atlanta Hawks nach New Orleans für deren NBA-Premierensaison getradet. Nach drei Playoff-Teilnahmen mit den Hawks war Maravich eine Endrundenteilnahme mit den Jazz stets verwehrt geblieben.

Der fünfmalige All-Star absolvierte seine letzte Spielzeit bei den Boston Celtics, spielte dort jedoch keine große Rolle mehr – womit er nicht zur Saison 1980/81 nach Boston zurückkehrte, als die Celtics ausgerechnet dann die Meisterschaft feierten. Vielleicht wird Maravich gerade deswegen kaum genannt, wenn es um die besten Spieler der Ligahistorie geht. Wie sehr er dem Spiel verbunden war, schneidet vielleicht Maravichs Tod an: Denn im Alter von 40 Jahren starb Maravich, als er beim Pickup-Basketball zusammengebrochen war …

Backup: Jeff Hornaceck (1994-2000: 14,4 PpG, 2,8 RpG, 4,0 ApG, 1,3 SpG, 49,4% FG, 42,8% 3FG, 89,7% FT)


Small Forward: Adrian Dantley

Teamzugehörigkeit: 1979-1986 | Kernstats: 29,6 PpG, 6,2 RpG, 3,7 ApG, 1,1 SpG, 56,2% FG

Kleine statistische Geschichtsstunde gefällig? Wie viele Spieler in der NBA-Historie haben in mindestens vier Saisons in Folge 30 Punkte pro Partie aufgelegt? Wilt Chamberlain und Michael Jordan sind „No-Brainer“, auch Oscar Robertsons Name dürfte schnell fallen. Der vierte im Bunde? Adrian Dantley. Von 1980/81 bis 1983/84 verzeichnete Dantley stets zwischen 30,3 und 30,7 Zählern, auch wenn hinter der Saison 1982/83 mit verletzungsbedingt nur 22 Einsätzen ein Sternchen steht. In zwei jener Spielzeiten führte der Small Forward die Liga bei der Punkteausbeute an. Dantley mag daher einer der meistunterschätzten Scorer der NBA-Geschichte sein.

Beeindruckend ist, wie Dantley dies ohne starken Sprungwurf geschafft hat. Über seine Laufbahn nahm der Flügelspieler lediglich 41 Dreier, welche er nur mit 17-prozentiger Quote verwandelte. Dantley liebte vielmehr das Spiel im Post – als gerade mal 1,96 Meter großer Akteur. Doch am Zonenrand vereinte er Kraft, Intelligenz sowie ein Wurfarsenal samt Turnaround-Jumper und rechtem Hakenwurf; den Hookshot nahm Dantley auch gerne aus dem Lauf. Der sechste Draft-Pick von 1976 besaß einen explosiven ersten Schritt, in der Zone zog er viele Fouls: Als Jazz-Akteur nahm Dantley pro Spiel 10,1 Freiwürfe! Seine Effizienz lässt sich statistisch wie folgt belegen: Mit einer True-Shooting-Quote von 61,7 Prozent weist er den siebtbesten Wert der NBA-Geschichte auf (mit Cedric Maxwell und Stephen Curry stehen vor ihm nur zwei andere kleine Spieler).

So stark Dantley auch beim Scoring auftrat, so schwach verteidigte der Flügelspieler; zudem sahen einige in ihm offensiv ein schwarzes Loch. Bezeichnend sind die Worte Frank Laydens, Dantleys Coach bei den Jazz, der nach dessen Trade zu den Detroit Pistons 1986 gesagt hat: „Er arbeitet nicht hart in der Verteidigung, er ist launisch und eigensinnig – er kann dein Team zerstören.“

Vielleicht wird der sechsmalige All-Star deswegen selten genannt, wenn es um die besten Offensivspieler der Liga geht; und vielleicht blieb deswegen auch der ganze große Wurf aus. Nach seinem Trade zu den Pistons, wo er den Spitznamen „The Teacher“ erhielt, erreichte Detroit die NBA-Finals – musste sich aber nach sieben Spielen den Los Angeles Lakers geschlagen geben. Im Lauf der nächsten Saison tradeten die Pistons Dantley … und feierten wenig später den Titel.

Apropos „The Teacher“: Sympathisch kommt Dantley mittlerweile durchaus daher – als 57-Jähriger begann er, als Schülerlotse zu arbeiten.

Backup: Andrei Kirilenko (2001-2011: 12,4 PpG, 5,6 RpG, 2,8 ApG, 1,4 SpG, 2,0 BpG, 47,0% FG, 1x All-Star)


Power Forward: Karl Malone

Teamzugehörigkeit: 1985-2003 | Kernstats: 25,4 PpG, 10,2 RpG, 3,5 ApG, 1,4 SpG, 0,8 BpG, 51,7% FG

Ohne John Stockton kein Karl Malone, ohne Karl Malone kein John Stockton. Der Point Guard und der Power Forward sind eigentlich nicht getrennt voneinander zu fassen, kein Duo hat so stark und so lang eine Franchise geprägt wie „Stockalone“. Zu fragen, wer wichtiger für die Jazz wäre, wird beiden Hall-of-Famern nicht gerecht – dennoch sticht Malone heraus (Stockton fand in Utah optimale Voraussetzungen vor; hätte Malone bei einem anderen Team eher eine solche Hall-of-Fame-Karriere hingelegt als Stockton anderswo? Wahrscheinlich): ein stärkerer Scorer und ein besserer Verteidiger war der Modellathlet aus Louisiana allemal.

In elf Spielzeiten in Folge stellte der „Mailman“ seinen Gegnern mindestens 25 Punkte pro Partie zu, noch als 34-Jähriger verzeichnete Malone 27 Zähler im Schnitt. In zwölf Saisons hat Malone die 2.000-Punkte-Marke geknackt – ein NBA-Rekord vor Michael Jordan (11) und LeBron James (10), was auch ein Indiz für Malones Langlebigkeit ist. In seinen 18 Jahren an den Salzseen verpasste Malone nur zehn Partien. Wenige Spieler verstanden ihren Körper so sehr als Kapital eines Profisportlers wie der zweimalige Olympiasieger.

Dass sich Malone ausgerechnet in seinem letzten NBA-Jahr, als Teil der Los Angeles Lakers, schwerwiegend verletzte, ist eine Ironie des Schicksals. Hatte der 14-fache All-Star doch versucht, mit einem Wechsel nach Kalifornien den titellosen Makel beiseite zu wischen.

Woran Malone auch seinen Anteil hatte: Denn in großen Momenten spielte der Big Man nicht immer groß auf. Eine Blaupause dafür zeichnete das erste Finalspiel 1997 gegen Chicago, vor dessen Tip-Off Malone den MVP-Award erhalten hatte. Beim Stand von 82:82 und neun Sekunden zu spielen ging Malone an die Freiwurflinie. Nach Scottie Pippens Trash-Talk („just remember, the mailman doesn’t deliver on sundays, Karl“) setzte der Postbote beide Versuche daneben – auf der Gegenseite traf Jordan den Gamewinner. Fast noch tragischer das letzte Finalspiel 1998, als die Jazz mit 86:85 führten, Malone in den Schlusssekunden den Ball im Post erhielt, Jordan ihm das Spielgerät aus den Händen schlug und im Gegenzug per Gamewinner den Meistertitel besorgte.

Doch Malone hat zu konstant agiert, als dass man diese Schwächen zu sehr herausstellen sollte: Der Power Forward wurde elfmal ins All-NBA First Team berufen, legte über seine gesamte Karriere 25 Punkte und 10 Rebounds auf und verteidigte sich noch mit Mitte 30 dreimal ins All-NBA Defensive First Team. Offensiv zeigte er den Shooting-Touch aus der Mitteldistanz, hatte den Körper für den Kampf am Zonenrand sowie die Ausdauer und Explosivität für das Fastbreak-Spiel. Malone ist nur einer von 13 Spielern der Ligageschichte, die mehr als eine MVP-Trophäe eingeheimst haben (1997, 1999).

Backup: Carlos Boozer (2004-2010: 19,3 PpG, 10,5 RpG, 2,9 ApG, 54,4% FG, 2x All-Star, 1x All-NBA)


Center: Mark Eaton

Teamzugehörigkeit: 1982-1993 | Kernstats: 6,0 PpG, 7,9 RpG, 1,0 ApG, 3,5 BpG

Ein Seven-Footer als Defensivanker? In der Gegenwart steht dafür Rudy Gobert. Der „Stifle Tower“ ist einer von zwei Spielern der Franchise-Geschichte Utahs, der zum besten Verteidiger des Jahres gewählt worden ist. Der andere? Mark Eaton.

Der 2,24-Meter-Hüne heimste die Auszeichnung zweimal ein (1985, 1989) und wurde zudem dreimal in das All-Defense First Team gewählt. Statistisch lässt sich dies wie folgt untermauern: Eaton hat über seine elfjährige Karriere, die er nur an den Salzseen verbracht hat, 3,5 Blocks pro Spiel markiert! Dieser Karrierewert ist bis heute ebenso unerreicht wie sein Saisonwert von 5,6 Blocks in der Spielzeit 1984/85. 15 Mal wurde in den NBA-Annalen eine Saison mit mindestens vier Blocks pro Spiel verzeichnet – Eaton zeichnet für vier davon verantwortlich.

Als Ringbeschützer half Eaton in den 1980er Jahren den Jazz, sich im Westen als Playoff-Daueranwärter zu etablieren. Mit „Big Mark“ als Vollzeitstarter stellten die Jazzer zwischen 1984 und 1989 in vier der fünf Spielzeiten die effizienteste Verteidigung der Liga.

Der Center war ein guter Rebounder, vor allem nach Fehlwürfen des Gegners, wobei er nicht überragt hat. Offensiv stellte Eaton keinen großen Faktor dar, was auch seine für einen Center geringe Feldwurfquote verdeutlicht (45,8% FG). Den Hakenwurf mit seiner starken linken Hand brachte Eaton dennoch immer wieder an. Fast selbstredend hat der einmalige All-Star (1989) Triple-Doubles inklusive Blocks markiert.

Backup: Mehmet Okur (2004-2010: 15,3 PpG, 7,6 RpG, 1,9 ApG, 38,1% 3FG, 80,4% FT, 1x All-Star)


Head Coach: Jerry Sloan

Die Nummer 1223 wird von den Utah Jazz nicht mehr vergeben. Was sich wie ein Fehldruck auf einem Jersey liest, zollt einem der erfolgreichsten Head Coaches der Ligageschichte Respekt: 1.223 Siege (inkl. Playoffs) hat Jerry Sloan als Head Coach der Utah Jazz gefeiert. Mit insgesamt 1.221 Hauptrundenerfolgen (94 mit den Chicago Bulls) rangiert Sloan hinter Don Nelson (1.335), Lenny Wilkens (1.332) und Gregg Popovich auf dem vierten Platz der ewigen Trainerrangliste. Der heute 76-Jährige hat die Jazz von 1988 bis 2011 in 23 aufeinanderfolgenden Spielzeiten trainiert, kein Coach in der NBA-Historie hat länger die Geschicke einer NBA-Franchise geleitet.

Von Beginn an hatte Sloan mit „Stockalone“ eines der dominantesten Duos der Ligageschichte in seinen Reihen und damit ein wettbewerbsfähiges Team zur Verfügung. Denn als Sloan im Lauf der Saison 1988/89 für Frank Layden übernommen hatte, waren Stockton und Malone bereits drei respektive zwei Jahre in der Liga aktiv. Mit dem Point Guard und Power Forward installierte Sloan das Pick-and-Roll als primäre Offensivwaffe. Doch weniger die Offensive als vielmehr der Einsatz und die Toughness waren Dinge, die Sloan predigte. „Größe macht keinen Unterschied – das Herz ist das, was einen Unterschied macht“, sagte Sloan einmal. So unscheinbar ein Stockton mit seinen kurzen Hosen und der Vertreterfrisur daherkam, er und Malone wussten durchaus „dreckig“ zu spielen; und das mit Erfolg.

1997 und 1998 erreichte das Trio Sloan, Stockton und Malone die NBA-Finals, doch die Jordan-Bulls präsentierten sich zu dominant. In nur einer der 23 Spielzeiten an den Salzseen wies Sloan eine negative Bilanz auf, 19 Mal führte er die Franchise in die Playoffs.

Im Lauf der Saison 2010/11 nahm Sloan schließlich seinen Hut. Auch wenn Gerüchte aufkamen, Deron Williams haben seinen Teil dazu beigetragen, und auch wenn Karl Malone sich später äußerte, Sloan habe sich von der damaligen Führungsriege nicht unterstützt gefühlt, so suchte der Coach damals die Gründe bei sich selbst: „Ich habe mich selbst zum Abgang gezwungen […]. Bei mir ist einfach nicht mehr viel Energie vorhanden.“

Wie ein Gentleman. Dahingehend mag es nicht verwundern, dass Gregg Popovich in Sloan einen „Mentor aus der Ferne“ sieht. Als „Coach Pop“ mit Sloan gleichgezogen war, was Siege bei einer Franchise betrifft, zollte er seinem Kollegen Respekt: „[Jerry Sloan] spielt in einer anderen Liga als ich. Die [Jazz] waren damals, und sind noch immer, eine Organisation von Klasse. Wir haben [bei den Spurs] Ähnliches versucht, was die Führung einer Organisation betrifft.“ Und damit lebt Sloans Philosophie auch heute noch in der NBA weiter.

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