Romario: „Ich bin keine Legende“

Im ersten Teil des Interviews spricht Romario über seine Basketballanfänge, wie er zu Instagram kam und was ihm die Kommentare von Scottie Pippen und P. Diddy bedeuteten. Im zweiten Teil geht es nun um Hip Hop, Interaktion mit den Followern, Zukunftspläne und seinen größten Wunsch.

basketball.de: Alle deine Videos sind mit Hip Hop Beats unterlegt. Was bedeutet für dich Hip Hop und Basketball?

Romario: Eine ganze Menge. Hip Hop ist Basketball, das vergessen auch sehr viele. Ich bin mit Tupac und Notorious BIG aufgewachsen. Mein Onkel hatte auch einen großen Einfluss auf mich. Als kleiner Junge saß ich bei ihm im Auto und er hat diese Beats aufgelegt. Seitdem liebe ich es.

Wenn ich im Sommer auf dem Platz war, lief die Musik aus den Boxen von Freunden und wir haben gedribbelt und gezockt. Eine bessere Atmosphäre gibt es nicht.

Du bist in der deutschen Hip Hop Szene auch ziemlich verwurzelt. Du teilst häufig Sachen von Massiv, Manuellsen und Sinan G. Wie kam das zustande?

Es ging alles durch Instagram. Wir haben uns noch nicht persönlich kennengelernt, schreiben aber ab und zu miteinander. Das sind super Jungs und mittlerweile Brüder für mich geworden. Ich unterstütze sie auch sehr gerne und sie supporten mich. Vielen Dank auch hier nochmal! Warum sollte man sich auch nicht unterstützen, wenn man sich gegenseitig feiert. Es ist auch in Zukunft ein bisschen was geplant, aber mal schauen was so passiert.

Es kamen schon ein paar professionelle Videos. Was sind deine nächsten Projekte?

Ich kann jetzt nicht alles verraten, das steht auch noch nicht zu 100% fest. Aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass mit Manuellsen etwas kommen wird. Wir müssen noch planen, wann und wie, aber da kommt was.

Außerdem kommen natürlich noch weitere Basketball-Videos, wer hätte es gedacht. Wer meine Videos feiert, wird auch die kommenden Projekte gut finden.

Was man häufig bei deinen Q&As auf Instagram sieht, ist die Aussage „Der dribbelt doch nur. Das kann ich doch auch.“ Der Neid ist teilweise deutlich zu spüren…

Ja, es ist schade, dass manchmal Neid von Basketball-Kollegen kommt. Die denken dann, sie wären die Größten im Internet, können aber im Real Life nichts.

„Ich würde mir niemals anmaßen und mich als Legende bezeichnen“

Nimmst du dir diesen Disrespekt zu Herzen? Manche „Social Media Stars“ reagieren da ja sehr gereizt drauf.

Nein, gar nicht. Ich weiß, was ich kann und was ich früher noch besser konnte. Mit 17, 18 Jahren war ich für meine Verhältnisse sehr gut, sofern man das so beurteilen kann. Damals gab’s noch kein YouTube und niemand hat alles gefilmt und online gestellt. Mittlerweile bin ich einfach älter und nicht mehr so schnell wie früher.

Persönlich finde ich, dass die Leute Spaß am Basketball haben sollten und das ganze verbissene Konkurrenzdenken lassen sollten und sich gegenseitig Props geben. Ich bekomme auch echt nette Nachrichten, aber auch etwas übertriebene wie „Du bist total die Legende.“ Ich würde mir niemals anmaßen und von mir selber sagen, dass ich eine Legende bin. Ich habe nichts gerissen. Ich habe weder einen NBA-Titel gewonnen noch die größten Streetballer der Welt geschlagen. Ich habe ein, zwei gute Jungs geschlagen, aber das macht mich nicht gleich zur Legende. Es geht mir nur um den Spaß.

Viele Leute auf Social Media denken aber, sobald sie ein paar Klicks und Views haben, dass sie die Größten und eine Legende sind. Das finde ich traurig.

Die Einstellung hört sich sehr vernünftig an. 

Ja, ich gönne jedem Menschen von Herzen seinen Erfolg. Egal ob Hip Hopper, Basketballer oder was auch immer. Die sollen ihre Platinalben bekommen und Titel sammeln. Das ist doch super!

Aber wenn ich manchmal meine Nachrichten anschaue, heißt es: „Du kannst dies nicht, du kannst das nicht“. Die gönnen mir nichts, verstehen meine Sache nicht, machen sich Fake Accounts, gehen auf meine Seite und sind nur am Rumhaten. Wo sind denn die positiven Vibes hin? (lacht)

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Die vielen Hater fragen dich ja häufig, ob du ein 1vs1 gegen sie machst. Würdest du so eine Herausforderung annehmen? 

Witzige Geschichte! Ich hab tatsächliche schon mehrere Herausforderungen angenommen. Entweder sind die gar nicht aufgetaucht und wenn sie doch da waren und verloren haben, haben die mich angebettelt, dass ich das nicht veröffentliche, um sie nicht bloßzustellen.

Das hört sich wirklich lustig an! 

Ich könnte dir noch Sachen erzählen! Manche trainieren fast täglich und wollen dann ihr Battle gegen jemanden, der Vollzeit arbeitet, um die Familie zu ernähren und einmal die Woche bisschen im Hinterhof dribbelt. Haha, das ist schon wirklich lustig.

Wenn jetzt ein Bundesliga Spieler herkommt und mich wegklatscht, das würde ich aber verkraften. Auch wenn man das nicht denkt, aber ich verliere gerne gegen Bessere. Wenn es jemand wirklich drauf hat und mich nass macht, dann hat er auch verdient zu gewinnen.

„Am Ende bekomm ich noch Probleme mit der Frau daheim – wer will das schon gerne.“

Sehr ehrliche Antwort! Der eine Fan will ein 1vs1. Der andere will dich einfach nur treffen. Du siehst dich zwar nicht als Influencer, aber würdest du auch deine Fans einfach so treffen?

Wenn alles in einer entspannten Atmosphäre abläuft, sehr gerne! Ich war letztens für einen Videodreh in Offenbach und da waren super viele kleine Jungs. Das hätte ich ja nie gedacht. Die waren so herzlich zu mir, wollten Fotos mit mir. Das war wirklich schön.

Das Problem mit einem großen Fantreffen ist, dass ich auch relativ viele weibliche Fans habe. Ich bin aber verheiratet und man kennt das ja aus den Medien. Dann macht man mit einer ein Foto und dann kommen irgendwelche Hater und verbreiten Gerüchte. Am Ende bekomm ich dann noch Probleme mit der Frau daheim und welcher Mann will das schon gerne. (lacht)

Du hast im Vorfeld auch eine Instastory gepostet, was deine Fans wissen wollen. Manche wurde schon beantwortet. Eine Frage war noch, ob du mal modeln möchtest.

Haha, was für eine Modelkarriere. Ich bitte dich, nein nein, das ist nichts für mich. Laufsteg oder Fotomodel? Nein, danke. Ich fühle mich selbstverständlich sehr geschmeichelt, wenn das Leute sagen, aber nee, das ist kein Thema.

„Mein größter Traum ist schon längst zu Ende“

Zum Abschluss: Was ist dein größter Traum?

Mein größter Traum ist schon längst vorbei. Als kleiner Junge wollte ich natürlich in die NBA bzw. einfach professionell Basketball spielen. Ich hatte auch ein paar Chancen, nach Köln und nach Trier zu gehen zum Spielen. Ich hatte auch ein paar Förderer, aber ich war noch ein kleiner Junge, der sich nicht immer an Regeln halten wollte. Zudem war mein Opa sehr streng und als die Diskussion aufkam, dass ich nach Köln gehen sollte, meinte er „Was für Köln? Mach Schule und geh arbeiten.“ (lacht.) Das waren schon verrückte Zeiten. Somit hat sich das mit der Basketballkarriere auch schnell erledigt. Wenn man nichts macht, kommt eben auch nichts.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn das mit Instagram noch größer wird und noch mehr Leute meine Sachen feiern. Mein Ziel ist es, so viele Basketballer und Hip Hopper wie möglich zu erreichen, damit die auch diese Leidenschaft und die Liebe zu dem Sport sehen. Ich möchte sie animieren, raus zu gehen, Videos zu drehen und Tricks nachzumachen, die gar nicht mal so krass besonders sind. Aber trotzdem, dass die locker und nicht verkrampft Basketball zocken. Streetball ist einfach genial. Ich liebe es. Ich hab damals Hot Sauce extrem gefeiert und er hat mir letztens geschrieben. Das war so ein unfassbares Gefühl. Wenn ich das ein paar Leuten auch geben kann, bin ich glücklich.

Wir wünschen dir für eine Ziele selbstverständlich weiterhin viel Erfolg! Vielen Dank für deine Zeit, Romario.

Ja, sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung, das hat mich sehr gefreut.