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Paukenschlag in Rostock

08.05.2018 || 12:55 Uhr von:
Man kann es mutig nennen oder professionell oder auch hartherzig oder gar größenwahnsinnig. In jedem Fall ist die Entscheidung, Aufstiegstrainer Ralf Rehberger keinen Vertrag zu geben eins: ungewöhnlich. Ein Kommentar.

Die ROSTOCK SEAWOLVES haben gerade ihre erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gespielt, da schlug am Montag die Nachricht ein wie eine Bombe: Der in Rostock beliebte Aufstiegscoach Ralf Rehberger erhält keinen neuen Vertrag.

In den sozialen Medien gab es kaum Pro-Stimmen für diese Entscheidung. Auch der Text der dazugehörigen Pressemitteilung stieß auf weites Unverständnis.

„… Es hat sich für uns jedoch die Möglichkeit ergeben, dass wir meinen absoluten Wunschkandidaten für die Position des Cheftrainers der ProA-Mannschaft 2018/2019 verpflichten konnten“, wurde der sportliche Leiter Jens Hakanowitz zitiert.

Ralf Rehberger war bei seiner Verpflichtung im Dezember 2016 der Wunschtrainer, wurde er doch aus einem bestehenden Vertrag bei den Herzögen Wolfenbüttel herausgeholt.

Nach dem Aufstieg setzen die Seawolves nun aber auf einen neuen Coach und neue Impulse. An den Worten wird sich nicht nur der neue Trainer, sondern auch Sportchef Jens Hakanowitz messen lassen müssen. Hier wurde schon vor der neuen Saison mächtig Druck aufgebaut. Der Klassenerhalt als Ziel lässt sich unter solchen Vorzeichen schwer als primäres Ziel verkaufen; dies kann man Ralf Rehberger getrost ebenso zutrauen.

Der neue Trainer und mit ihm der sportliche Leiter stehen nun also gleich im Fokus der Fans und Sponsoren. Ein schweres Erbe! Aber natürlich eine mutige Entscheidung. Wenn sie funktioniert, kann sich Hakanowitz zu Recht auf die Schulter klopfen.

Der Verein möchte 2022 in der BBL spielen, da ist es natürlich legitim – nein: sogar verpflichtend – sportlich gute Entscheidungen zu treffen und weniger emotional zu reagieren. Unter dieser Prämisse muss man wohl auch die Trainerfrage sehen.

Die meisten Fehler werden im Erfolg gemacht, weil dort zu viel Emotionalität vorherrscht. Doch Professionalität heißt nicht automatisch, kaltherzig zu reagieren.

Ralf Rehberger ist sicher gut genug, um die 2. Basketball-Bundesliga ProA zu können. Den Beweis darf er nun in Rostock nicht antreten. Für ihn bleibt zu hoffen, dass er schnell einen neuen Job findet, bei dem er sich wieder beweisen kann.

Der neue Coach, wie immer er auch heißt, kann für diese außergewöhnliche Situation nichts. Ihm sollte die orangefarbene Fangemeinde eine Chance geben. Klar ist aber, er muss vom ersten Tag an gute Ergebnisse liefern!

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