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Basketball in Australien: NBA Light

22.11.2018 || 13:22 Uhr von:
NBL und NBA unterscheidet ja nur ein Buchstabe ... Wie die australische Liga versucht, den großen Bruder zu kopieren. Clemens Schüle hat sich das Zuschauererlebnis der NBL mal genauer angeschaut.

Liebe basketball.de-Leser,

an was denkt ihr, wenn ich folgende Schlagwörter nenne? Nationalhymne, Musik während des Spiels, Gewinnspiele, Flex Cam und halbherzige Defense.

Nein, ich rede nicht von der NBA, sondern von der NBL. Die australische Basketballliga punktet nicht durch überdurchschnittliche Defense und ausgefallene offensive Spielzüge. Deswegen haben sich die Australier etwas einfallen lassen und über den großen Teich zur NBA geschaut.

Da man auf die Schnelle nichts am Spielniveau machen kann, beeinflusst man wenigstens das Zuschauererlebnis – und das mit Erfolg!

Show, Show und noch mehr Show

„Are you ready?“ Vereinzelt rufen ein paar Leute „yes“. Lass doch mal Scooter spielen, also nochmal „are you ready?“ Und siehe da: Es sind schon mehr, die „yes“ rufen.

Bleiben wir bei der Musikwahl – die ist besonders auffällig. Sobald das Heimteam die Offensive startet, dröhnt aus den Boxen entweder Oldschool Hip-Hop, um den typischen Basketball-Flow herzustellen, oder House, um das Team zu pushen. Wenn das Auswärtsteam die Offensive plant, wird die Musik leiser gedreht oder es wird ruhigere Musik, z.B. Taylor Swift oder die Backstreet Boys, gespielt.

Während in Deutschland bei Unterbrechungen teilweise eher einschläfernde Musik gespielt wird, hat man zumindest in Melbourne Probleme, sein eigenes Wort vor lauter Bass zu verstehen. Getreu dem Motto von Scooter: „Maria, believe me, I like it loud“.

Um die Zuschauer dann richtig in Fahrt zu bekommen, hüpfen die Cheerleader noch fröhlich durch die Halle und kommen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

Gewinne, Gewinne, Gewinne

„Mehr als 600 Preise!“ Das war die Werbung für das Spiel des amtierenden Meisters Melbourne United gegen die Illawarra Hawks. Wer spielt die virtuellen Bongos auf dem Würfel am besten, wer klatscht am lautesten, wer hüpft am höchsten, wer hat den größten Bizeps, oder wer hat das beste Outfit. Diesmal scheint fast jeder mit einem Preis nach Hause zu gehen.

Das Spiel soll den Zuschauern Spaß bereiten. Man will die Erwachsenen und die vielen Kinder unterhalten. Und es funktioniert. Die Stimmung auf den Rängen ist hervorragend, und alle scheinen den kleinen Familienausflug zu genießen. Tom van de Vusse (GM Digital, Media and Communications von Melbourne United) bestätigt, dass Familien hier im Lande eine große Zielgruppe sind, da die Vollblutfans an einer Hand abgezählt werden können. Melbourne hat das Potenzial dieser Zielgruppe verstanden, setzt seine Marketingaktivitäten in Perfektion um und spielt aus diesem Grund häufig vor ausverkaufter Kulisse.

Trotz der ganzen Show wurde auch noch ganz guter Basketball gespielt. Zur Freude der Fans, die, wenn der Dreier fällt, gemeinsam mit der „Air Canon“ jubeln, gewann Melbourne United die Partie mit 99:93. Ich hatte extrem viel Spaß, da ich diese Art von Basketball noch nie live erlebt habe und werde das Spiel definitiv in Erinnerung behalten. Ob das bei den Zuschauern auch so ist, ist aber fraglich.

Das war’s fürs erste von mir. Bald trifft der amtierende Champion auf die Sydney Kings, worauf ich mich sehr freue! Die Rivalität der beiden Teams ist enorm groß, ich bin gespannt.

Bis dahin alles Gute und bleibt sportlich,
Euer Clemens

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