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Die Machtspiele des vulgären Sycophanten

11.11.2018 || 13:03 Uhr von:
Euroleague-Mafia, Korruptionsvorwürfe und Drohgebärden. Die Machtspiele von Panathinaikos-Besitzer Dimitris Giannakopoulos werden immer grotesker.

Dimitris Giannakopoulos ist ein schwieriger Typ. Er hat ein großes Ego, eckt gerne an. Der 44-jährige Geschäftsmann aus Athen zählt zu den reichsten Männern Griechenlands, gründete mit der DPG Group einen riesigen Medienkonzern und ist gleichzeitig Executive Vice President & Deputy C.E.O. von VIANEX, dem größten Pharmaziekonzern Griechenlands.

Und: Giannakopoulos besitzt einen Basketballverein, Panathinaikos Athen. Wenn Panathinaikos auf seinen Erzrivalen Olympiacos Piräus trifft, sind Emotionen vorprogrammiert. Auf den Rängen, auf dem Spielfeld und bei den Offiziellen der beiden Schwergewichte des europäischen Basketballs.

Vergangenen Freitag war es wieder soweit: Die Grünen empfingen die Roten zum sechsten Spieltag der Turkish Airlines Euroleague. Es entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem die Gäste aus Piräus den besseren Start erwischten und sich bis zur Pause ein Polster von sieben Punkten erspielen konnten.

Eklat während der Halbzeitpause

Giannakopoulos war offenbar unzufrieden mit dem Geschehen auf dem Feld. Er entschloss sich in den Katakomben der alt-ehrwürdigen OAKA-Halle auf die Schiedsrichter zu warten. Was sich während der Halbzeit genau abspielte kann man nur erahnen, der anschließende Bericht des Hauptreferees zeichnet allerdings ein ziemlich genaues Bild.

„Wir wissen alles!“, soll Giannakopoulos die Schiedsrichter mehrmals angeraunt haben. „Wir wissen, dass der Pole und der Italiener jeweils 20.000 gewettet haben.“ Gemeint waren Jakub Zamojski und Carmelo Paternico, die gemeinsam mit dem Spanier Miguel Angel Perez das Derby leiteten. „Nur der Spanier ist sauber! Wir werden alles an Bertomeu und Stokes [Verantwortliche der Euroleague, d. Red.] weitergeben“, soll der Panathnaikos-Besitzer seine Tirade abgeschlossen haben.

Panathinaikos gewinnt, Olympiacos bezieht Stellung

Dass Athen die Partie am Ende doch noch mit 93:80 gewann, dürfte mehr mit einer Leistungssteigerung als mit der versuchten Beeinflussung der Schiedsrichter zu tun gehabt haben. Die drei Herren in orange lieferten eine einwandfreie Leistung an der Pfeife.

Giannakopoulos stellte im Nachgang auch richtig, dass er die Schiedsrichter keineswegs illegaler Wettgeschäfte bezichtigt habe. Es sei ein Missverständnis gewesen, denn die 20.000 seien nicht der Wetteinsatz, sondern ein Angebot von Seiten Olympiacos‘ an die Offiziellen der Partie gewesen.

Dass die Hafenstädter die Affäre so nicht einfach auf sich sich lassen würde, ist selbstredend. Der Club äußerte sich am Tag nach dem Spiel mit einer Pressemitteilung zu den Vorfällen. „Wir erklären, dass wir unverzüglich sämtliche rechtliche Schritte einleiten werden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und das Image von Olympiacos wiederherzustellen“, heißt es in dem Statement. „Darüber hinaus werden wir Herrn Bertomeu einen Brief schreiben und Klage beim Sportgericht der Euroleague einreichen, damit die Sanktionen gegen den rückfälligen Herrn Giannakopoulos wieder eingesetzt werden.“

Giannakopoulos ist kein unbeschriebenes Blatt

Die von Olympiacos angesprochenen Sanktionen beruhen auf einer Dauerfehde zwischen Giannakopoulos und der Euroleague. Mit deren Boss Jordi Bertomeu steht der Grieche quasi dauerhaft auf Kriegsfuß, was er auch nicht leugnet, wenn man sein Instagram-Profil etwas durchforstet.

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Την ώρα που από ολόκληρη την Ευρώπη λαμβάνουμε διαρκώς αμέτρητα μηνύματα συμπαράστασης και συλλυπητήρια για τον χαμό του Κώστα Γιαννακόπουλου, ενός εκ των θεμελίων λίθων του Παναθηναϊκού μας, την ώρα που η οικογένεια μας είναι βυθισμένη στο πένθος, εσύ αποδεικνύεις για μια ακόμη φορά πόσο μικρόψυχος είσαι. Το έπραξες βεβαίως κι άλλες φορές. Όταν υπερασπίστηκα τα παιδιά μου, έναντι κάποιων που έβριζαν και έριχναν κατάρες. Ή όταν μοίρασες τη φωτογραφία μου στα γήπεδα της Ευρωλίγκα, σαν να επρόκειτο για σεσημασμένο δολοφόνο. Και τώρα, τη στιγμή που η οικογένεια μου θρηνεί, εσύ απλά συνεχίζεις την προσπάθεια για την εξόντωση του Παναθηναϊκού και εμένα προσωπικά. Μέχρι εδώ. Το μόνο που έχω να σου πω πλέον είναι «ΑΝΤΕ ΓΑΜΗΣΟΥ». Μόνο αυτό. Τίποτα άλλο δεν σου αξίζει. Και ξεκαθαρίζω ότι αν καλοκαιρι τα υπόλοιπα μέλη της Ευρωλίγκας δεν αποφασίσουν ότι δεν μπορεί ένας άνθρωπος που δεν σέβεται θεσμούς όπως η οικογένεια, που δεν σέβεται ούτε καν το πένθος του άλλου, να κάθεται στο ίδιο τραπέζι με εμάς, πόσο μάλλον να διοικεί τη διοργάνωση, ο Παναθηναϊκός δεν πρέπει και δεν θα έχει θέση σε αυτή την παρωδία. Ο αθλητισμός στηρίζεται σε ανθρώπους. Και εσύ δεν θυμίζεις πια σε τίποτα άνθρωπο. Whilst we have been receiving condolences from the whole of the European Sport community for the loss of Kostas Giannakopoulos,a respected member of the Panathinaikos family,whilst our family is mourning,you once again proved what a small person you are . This is not the first time that you have done this .You started by sanctioning me when i tried to protect my children from those who threatened them and cursed at them. You carried on by not doing anything to those involved in the above incident. You went on by sending my photo to all european stadiums as if i am a convicted criminal. And now 24 hours since our family and club loss you continue your effort to exterminate Panathinakios B.C and me personally by sending your new ridiculous sanctions. You have crossed all accepted limits and the only thing left to say to you is “FUCK YOU “.It is the only thing that you deserve….Dear Euroleague co-owners are these the ethics of the person who we want to be representing the Sport we love ?

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In der Vergangenheit äußerte Giannakopoulos immer wieder, dass die Euroleague nicht auf dem Feld entschieden und mafiöse Strukturen den Wettbewerb durchziehen würden. Auferlegten Strafen, wie beispielsweise ein mehrmonatiges Hallenverbot, widersetzte sich der 44-jährige konsequent.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte Giannakopoulos sogar mit dem Ausstieg seines Vereins aus der Euroleague gedroht, nachdem er erneut mit einer Strafe seitens der Euroleague wegen seiner Äußerungen und dem Nichtbeachten der Sanktionen belegt wurde.

Wie die Affäre zwischen Giannakopoulos, Olympiacos und der Euroleague letztlich ausgeht, ist aktuell noch völlig offen. Ein Ausscheiden der Athener aus dem Wettbewerb könnte allerdings bald wieder ein Thema werden.

Piräus fordert in seinem Statement nämlich offen den gänzlichen Ausschluss Panathinaikos‘ und seines Besitzers, dem Zitat „vulgären Sycophanten“ Dimitris Giannakopoulos, aus der Euroleague.

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