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Darüssafaka Istanbul – ein kometenhafter Aufstieg

19.03.2018 || 17:37 Uhr von:
Nach dem hart umkämpften Sieg gegen Kazan steht der FC Bayern Basketball erstmals in der Geschichte in einem europäischen Halbfinale. Gegen Darüssafaka Istanbul um Startrainer David Blatt starten die Münchner ohne „Heimrecht“ in die „Best-of-three“-Serie.

Eines haben die beiden Kontrahenten im Eurocup Halbfinale gemein: Sowohl der FC Bayern Basketball als auch Darüssafaka kommen aus harten Viertelfinalserien. Während sich die Bayern gegen Kazan in drei Spielen durchkämpften, konnte Darüssafaka Istanbul um Startrainer David Blatt den montenegrinischen Vertreter Buducnost Podgorica in zwei Spielen ausschalten. Das Weiterkommen ging jedoch alles andere als leicht von der Hand. Das Hinspiel gegen Buducnost verlief äußert zäh und punktearm. Dank individueller Aktionen ihres Topscorers, Scottie Wilbekin (16 Punkte/4 Dreier), am Ende der Partie gewannen die Türken letztlich 57:54.

In Spiel zwei (78:71) wiederum musste „Dacka“ (gesprochen: „Datschka“) ohne zwei ihrer besten Spieler, Howard Sant-Roos (wegen des Todes seines Vaters in der Heimat) und Small Forward James Bell (Fußbruch, 8,8 Punkte, 3,6 Rebounds pro Spiel), auskommen. James Bell wird wohl bis zum Saisonende ausfallen, was sein Team enorm schwächt.

Da die Wechselfrist im EuroCup bereits abgelaufen ist, müssen die Türken vermehrt auf ihre einheimischen Spieler setzen. Der Druck, der auf dem Klub aus der größten Stadt der Türkei lastet, ist hoch. Voraussichtlich können sich die Türken nur über den Sieg des EuroCups für die EuroLeague qualifizieren. Eine Qualifikation über die türkische Liga ist nicht möglich.

An der einzigen Waisenschule der Türkei entstanden

Um den Stellenwert einer EuroLeague-Teilnahme für den Klub einzuordnen, lohnt es sich, einen Blick auf die Historie von Darüssafaka Istanbul zu werfen. Der Name „Darüssafaka“ (zu deutsch: „Heimat des Mitgefühls“) geht auf den Namen einer Waisenschule in Istanbul zurück. Laut dem ehemaligen Nationalspieler und ALBA-Sportdirektor Mithat Demirel, der seit 2016 die Geschicke von Dacka leitet, ist Darüssafaka sogar die einzige Waisenschule in der Türkei (Hörempfehlung: Mithat Demirel im Telekom-Podcast, 2017).

Das Trainingsgelände von Darüssafaka Istanbul befindet sich auf dem Campus der Schule, an der der Klub 1914 mit einem Fokus auf den Breitensport entstand. 1951 wurde schließlich die Basketballabteilung gegründet. Der Verein spielte vor dem Abstieg in die zweite türkische Liga 2010 schon jahrelang in der ersten Spielklasse. Zwischen 2001 bis 2009 erreichte Darüssafaka fünfmal die Playoffs.

Würzburgs Spielmacher Cliff Hammonds und die türkischen Nationalspieler Sinan Güler und Mehli Mahmutoglu spielten beispielsweise seinerzeit für Darüssafaka. Nach dem besagten Abstieg entwickelte sich der Klub aber zu einem durchschnittlichen Zweitligaklub. Bis 2013. Dann erfolgte der große Schnitt.

Rasanter Aufstieg aus der zweiten Liga

Zur Saison 2013/2014 erhielt Darüssafaka eine enorm starke Finanzspritze ihres Hauptsponsors, der Dogus-Holding. Mit der Verpflichtung der Ex-NBA/EuroLeague-Spieler Lynn Greer, Lawrence Roberts und Quincy Douby wurde der Aufstieg in die erste Liga forciert und letztlich deutlich geschafft. Zur Spielzeit 2014/2015 rüstete Dogus nochmal finanziell auf. Der Klub erreichte mit EuroLeague-Stars wie Renaldas Seibutis und Erwin Dudley im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg gleich den dritten Platz nach der Hauptrunde.

Über eine Wildcard konnte Darüssafaka im nächsten Spieljahr, 2015/2016, an der EuroLeague teilnehmen. Die erste EuroLeague-Saison für den Senkrechtaufsteiger führte gleich zu einem ordentlichen Erfolg: Darüssafaka erreichte (mit Bayern-Spieler Reggie Redding) gleich das Top 16 der höchsten europäischen Spielklasse. Da sich der Verein allerdings in der einheimischen Liga als Fünftplatzierter nicht für die darauffolgende EuroLeague-Saison qualifizieren konnte, brauchte es zur Spielzeit 2016/2017 eine weitere Wildcard.

Für das neue Format der EuroLeague stellte sich der Verein nochmal runderneuert auf. Als Sportdirektor kam der bei ALBA BERLIN äußerst erfolgreiche Mithat Demirel und mit David Blatt (u.a. Europameister mit Russland, EuroLeague-Sieger mit Maccabi Tel Aviv, NBA-Vizemeister mit Cleveland) wurde einer der prestigeträchtigsten Trainer überhaupt an Land gezogen. Blatt soll bei Darüssafaka laut US-Nachrichtendienst ESPN zwischen 1,7 und 2,0 Millionen US-Dollar pro Saison erhalten. Sein Vertrag läuft nach der laufenden Spielzeit aus.

EuroLeague-Playoffs gegen Real Madrid

Mit David Blatt, einem Gesamtetat von 20 (laut „Talkbasket“) bis 25 (laut „BIG“) Millionen und einem mit vielen aufstrebenden Stars (Will Clyburn, Brad Wanamaker, Scottie Wilbekin, Ante Zizic) bestückten Kader sollte ein Team geformt werden, das laut Mithat Demirel (im Telekom-Podcast, 2017) in den kommenden Jahren so aufgebaut werden sollte, dass der Klub „in den nächsten fünf Jahren“ im Final Four der EuroLeague spielen kann. Zumindest die EuroLeague-Saison verlief auch weitgehend zufriedenstellend: Darüssafaka erreichte Platz acht nach der Hauptrunde und schlug sich in der Viertelfinalserie gegen Real Madrid wacker (1:3).

Die neue sportliche Heimat des Vereins, die Volkswagen-Arena (mit einer Kapazität für 5000 Zuschauer), wurde zu EuroLeague-Spielen regelmäßig von über 4000 Zuschauern besucht. In der Liga schaffte es Dacka immerhin ins Halbfinale, auch wenn der ganz große Sprung seit dem Hauptrundenplatz drei (und Viertelfinalaus) 2015 bislang ausgeblieben ist. Darüber hinaus hat sich Darüssafakas Nachwuchsabteilung zu eine der stärkeren in Europa entwickelt. Potenzial für Nachhaltigkeit des Klubs, der seinen Etat von geschätzten zwei Millionen 2013 auf 20 bis 25 Millionen 2017 aufstockte, wurde also ebenfalls geschaffen.

Dennoch bestehen Zweifel an der Zukunftsträchtigkeit des Vereins: Durch die gemäß dem neuen EuroLeague-Format fehlende Möglichkeit, sich über die türkische Liga für die EuroLeague zu qualifizieren, bleibt Darüssafaka vermutlich nur der EuroCup-Sieg als Option, um wieder in der höchsten europäischen Spielklasse an den Start zu gehen. Eine erneute WildCard blieb ihm vergangenen Jahr aus. Das neue EuroLeague-Format mit zehn festen Lizenzen und ohne Qualifikationsmöglichkeit über die türkische Liga macht es dem Klub ungleich schwerer, seine ambitionierten Ziele zu erreichen..

Spielerfluktuation und sinkende Zuschauerzahlen

Die Nicht-Teilnahme an der EuroLeague hatte für den Verein einschneidende Folgen: Entgegen Demirels Plan, den Kader kontinuierlich aufzubauen, verließen im vergangenen Sommer bis auf Shooting Guard Scottie Wilbekin (jetzt Point Guard des Team) nicht nur sämtliche Leistungsträger, sondern buchstäblich alle Spieler den Klub. Auch die Zuschauerzahlen sanken in dieser Saison rasant. Während in der Vorsaison noch deutlich über 4000 Zuschauer im Schnitt Darüssafakas EuroLeague-Spiele besuchten, lag der Schnitt für die fünf EuroCup-Vorrundenspiele bei mickrigen 1548 Zuschauern. Immerhin: Zu den vergangenen drei EuroCup-Partien kamen schon wieder durchschnittlich 3673 Besucher.

Darüber hinaus ist Hauptsponsor Dogus seit der laufenden Saison in einem astronomischen Ausmaß bei Stadtkonkurrent und EuroLeague-Sieger Fenerbahce Istanbul tätig. Laut Aussagen von Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim gegenüber dem Portal „Eurohoops“ soll die Dogus-Holding in den kommenden drei Jahren jeweils die Hälfte von Fenerbahces Gesamtbudget (~30 Mio. Euro) sponsern. Auch wenn es für folgende Spekulationen keine Belege gibt: Es kann zumindest angezweifelt werden, dass die Dogus-Holding auch noch Darüssafaka weiterhin im aktuellen Ausmaß sponsert, sollte der Klub nicht kurz- bis mittelfristig relativ konstant in der EuroLeague auflaufen.

Auch angesichts dessen, dass fünf Istanbuler Klubs in der ersten türkischen Liga – drei davon in der EuroLeague oder im EuroCup – agieren, hat es Darüssafaka bei ausbleibendem Erfolg schwer, stabil über 3000 Zuschauer in die Halle zu locken. Der Druck vor der kommenden Halbfinalserie gegen die Bayern ist dementsprechend enorm.

Die aktuelle Saison: Eines der jüngsten Teams im Wettbewerb

Die bisherige Saison verläuft für Darüssafaka sehr positiv. Erst beendeten die Türken die EuroCup-Vorrunde mit acht Siegen und zwei Niederlagen. In der Runde der letzten 16 Mannschaften blieb das Team um den drittbesten Punktesammler des EuroCups, Scottie Wilbekin (16,9 Punkte pro Partie), gar ohne Niederlage.

Dabei gehört Dackas Mannschaft zu den jüngsten im laufenden Wettbewerb (Altersdurchschnitt: 24,8 Jahre). Nur Scottie Wilbekin verfügt über Erfahrung als Leistungsträger in der EuroLeague. Nur ein paar Spieler, wie J.J. Johnson, James Bell und Micheal Eric, haben vereinzelt Erfahrungen im EuroCup sammeln können. In der türkischen Liga rangiert Dacka aktuell auf Platz fünf.

Der Fokus liegt angesichts der Wichtigkeit der EuroLeague-Qualifikation auf dem EuroCup.

Der Spielstil: Top-Defense, Freiheiten bei mäßigem Tempo offensiv

Der wichtigste Baustein für den Erfolg von Darüssafaka in der laufenden Saison ist die Defensive. Die Türken kassieren im EuroCup die zweitwenigsten Punkte (70,3 pro Spiel) und greifen die zweitmeisten Rebounds (37,6) ab. Zudem gewähren sie ihren Gegnern die zweitschwächste Dreierquote (30,8 Prozent). Darüssafaka verfügt über sehr starke Individualverteidiger, die die gegnerischen Guards über das ganze Feld unter Druck setzen können.

Eine klare Rollenhierarchie und -akzeptanz ist festzustellen. Gerade die türkischen Spieler auf den Positionen Eins und Zwei agieren mit sehr viel Selbstvertrauen und Galligkeit. Im Pick-and-Roll kann Darüssafaka aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Spielertypen auf den Positionen Vier und Fünf sehr flexibel agieren.

In der Offensive gewährt Headcoach David Blatt seinen Spielern einige Freiheiten. Eine Stärke der Mannschaft besteht darin, eine sehr gute Balance zwischen Fastbreak- und Halbfeld-Spiel zu finden. Shooting Guard Howard Sant-Roos ist stark darin, den Ball über das ganze Feld zu dribbeln und athletisch abzuschließen. Viele Fastbreaks laufen daher über ihn. Wenn Dacka jedoch keine Möglichkeit sieht, Eins-gegen-Null-Korbleger oder Dunks aus dem Fastbreak zu generieren, wird in der Regel ins Halbfeld gewechselt.

Darüssafaka fährt grundsätzlich ein eher geringes Spieltempo, erzielt die vierzehntmeisten Punkte im Wettbewerb (79,3). Der Mannschaft fehlt es neben Topscorer und Dreierspezialist Scottie Wilbekin (16,9 Punkte 4,9 Assists, 1,5 Turnovers) und dem athletischen und am Ball versierten Howard Sant-Roos (8,8 Punkte, 4,1 Assists, 1,6 Turnovers) an kreativen Eckpfeilern.

Das Pick-and-Roll zwischen einem der beiden und Überathlet J.J. Johnson (14,5 Punkte) gehört zu den größten Waffen in Dackas Spiel. Ein Manko bei den Türken ist der Dreipunktwurf. Mit einer Quote von 32,7 Prozent liegen sie in dieser Kategorie gerade mal auf Platz 19 (von 24 Teams) im EuroCup.

Bells Ausfall tut weh

Äußerst schmerzhaft ist für Darüssafaka der Ausfall von Small Forward James Bell (8,8 Punkte, 3,6 Rebounds). Der 25 Jahre junge Small Forward war mit seiner Physis und Agilität für David Blatts Team ein wertvoller Faktor in der Defense. Darüber hinaus war er neben Scottie Wilbekin die einzige Konstante jenseits von außen (37,5 Prozent bei 2,1 Treffern pro Spiel in der Liga). Allerdings konnte er diese Stärke im EuroCup nicht so häufig unter Beweis stellen (29,3 Prozent).

Infolge seines Ausfalls ist Darüssafaka gezwungen, mit nicht unbedingt kleinen, aber schmächtigeren auf der Position Drei zu agieren und im Angriff darauf zu setzen, dass Spieler wie Muhammed Baygül (3,6 Punkte), Ulubay (3,9) oder auch Stanton Kidd (5,3) mehr in Erscheinung treten.

Die Spieler: Viel hängt an Wilbekin, Sant-Roos und Johnson


Point Guards

PG — Scottie Wilbekin (~31 Minuten, 16,9 Punkte, 4,9 Assists, 1,7 Ballgewinne): Der Star und die Konstante des Teams. Wilbekin spielt seit drei Jahren für Darüssafaka. Schon in der vergangenen EuroLeague-Saison wusste er zu überzeugen (11,6 Punkte). Zu dieser Spielzeit hat er den Wechsel vom Shooting Guard zum Point Guard geschafft. Er ist der Boss auf dem Feld, verfügt über einen exzellenten Wurf, über einen starken Crossover zu seiner rechten Hand und einen guten Floater. In der Vergangenheit legte er oft eine zweifelhafte Wurfauswahl an den Tag. In dieser Saison hat er in diesem Punkt Fortschritte gemacht. Außerdem ist er potenziell ein Top-Verteidiger, auch wenn er dazu neigt, sich ab und an auszuruhen. Er ist der Dritter in puncto Ballgewinnen im Wettbewerb.

PG/SG — Will Cummings (~19 Minuten, 9,3 Punkte, 2,3 Assists, 2,2 Ballverluste): Der Topscorer der griechischen Liga der Vorsaison ist zwischen zwei Positionen gefangen. Schon bei Aris Saloniki wurde Cummings während der Saison als erster Spielmacher enthauptet. Er ist ein Spieler, der mit seiner Schnelligkeit und einem ordentlichen Step-Back-Wurf für sich kreieren kann. Allerdings fehlt es ihm an Übersicht und an einem konstanten Dreipunktwurf.

Shooting Guards

SG/SF — Howard Sant-Roos (~28,5 Minuten, 8,8 Punkte, 4,1 Assists, 2,2 Ballgewinne): Ein Senkrechtstarter der besonderen Art. Von 2011 bis 2013 war der Kubaner aus Italien nach Braunschweig ausgeliehen. Dort spielte der heute 26 Jahre junge Flügel-Allrounder fast nur für die ProB-Mannschaft. Dennis-Schröder-Förderer Liviu Calin bezeichnete ihn jedoch schon damals als eines der größten Talente Europas. Als er zu seinem italienischen Klub zurückkehrte, spielte dieser in der dritten Liga.

2013 führte er Casalpusterlengo in die zweite Liga. Auch dort überragte er. Nach zwei ebenfalls starken Jahren in Nymburk (Tschechien) schaffte er in dieser Saison den nächsten Schritt. Nur ein Spieler, der kein Point Guard ist, legt im EuroCup mehr Assists auf als Sant-Roos. Zudem ist er ein enorm starker Verteidiger. Schwächen hat er im Wurf. Dennoch kann ihm zumindest ähnliches Potenzial wie seinem Vorgänger Will Clyburn attestiert werden, der nun Leistungsträger bei CSKA Moskau ist.

SG/PG — Kartal Özmizrak (~11 Minuten, 3,9 Punkte, 1,1 Rebounds): Der Türke ist ein giftiger Verteidiger, der sich in der Offensive gut ohne Ball bewegt und auch nach Offensivrebounds Ausschau hält. Offensiv ist er vor allem ein Werfer, wenngleich kein besonders gefährlicher.

SG(/SF) — Dogus Özdemiroglu (~6,5 Minuten, 1,6 Punkte, 0,9 Ballgewinne): Zu Beginn der Saison gehörte der junge Türke als Verteidigungsspezialist noch zur Rotation. Jedoch hatte er häufig Schwierigkeiten mit der Schnelligkeit von kleineren Guards. Vorne strahlt er keine Wurfgefahr aus.

Small Forwards

SF — Muhammed Baygül (~11 Minuten, 3,6 Punkte, 52,4 % 3er): „Der Junge ist ein Beispiel für alle Spieler, die nicht viel spielen“, sagte David Blatt über ihn nach dem Spiel in Berlin. Dort erzielte er 18 Punkte. Der 25-Jährige ist vor allem ein Werfer, der eklatante Schwächen in der Defensive hat. In der Hinrunde kam Baygül noch fast gar nicht zum Einsatz. Inzwischen ist er ein wichtiger Eckpfeiler.

SG/SF — Okben Ulubay (~12,5 Minuten, 3,9 Punkte, 1,8 Rebounds): Der Linkshänder ist ein sehr agiler Verteidiger, der über einen soliden, nicht starken Wurf und ein gutes Spielverständnis verfügt.

Power Forwards

PF/C — J.J. Johnson (~31,5 Minuten, 14,5 Punkte, 6,2 Rebounds, 1,6 Blocks): Die Hammerverpflichtung bei Dacka. In Italien erzielte der Kurzzeit-NBA-Spieler der Boston Celtics 19 Punkte pro Spiel und eine Dreierquote von 42 Prozent. Seine Wurftechnik ist nicht schön, ab und zu verwandelt er jedoch einen Dreier. Vor allem ist der Überathlet als Pick-and-Roll-Spieler effizient.

Außerdem kann er, wenngleich unkonventionell, zum Korb ziehen. Er ist der zweitbeste Shotblocker des EuroCups.

PF/SF — Stanton Kidd (~16 Minuten, 5,3 Punkte, 3,6 Rebounds, 34,3 % 3er): Aus Tübingen gekommen, spielte der „Stretch-Vierer“ erstmal wenig. Als Verteidiger, der das Pick-and-Roll switchen kann, ist er mittlerweile ein wertvoller Bestandteil der Rotation. In der Liga verwandelt Kidd, der seit der Verletzung von Bell auch auf der Drei spielen muss, über 50 Prozent seiner Dreier. Allerdings wirft er nicht so häufig. Ab und zu ist er anfällig für ambitionierte Einzelaktionen.

Center

C — Micheal Eric (~18,5 Minuten, 7,8 Punkte, 5,7 Rebounds, 0,4 Blocks): Der 2,15-Meter-Koloss ist ein starker Rebounder, vor allem am offensiven Brett. Er verfügt über Kraft, um wuchtig am Brett abzuschließen. Ihm mangelt es manchmal an Schnelligkeit und Feingefühl, um Bälle zu verarbeiten.

C/PF — Furkan Aldemir (~15 Minuten, 4,1 Punkte, 4,9 Rebounds): Das ehemalige NBA-Prospect stagniert seit Jahren. Bei Darüssafaka überzeugt er als Rebounder. In der Offensive spielt er keine große Rolle. Er fungiert vor allem als Blocksteller und seltener Mitteldistanzwerfer.

C — Emircan Kosut (~6,5 Minuten, 1,0 Punkte, 27,3 % 2er): Mit 2,16 Meter, einer soliden Athletik und einem einigermaßen passablen Wurf bringt der 22-Jährige interessante Anlagen mit. Allerdings fehlt es ihm an Feinmotorik und Koordinationsvermögen.

Einmal mehr: Kaderbreite spricht für die Bayern

Nicht zuletzt aufgrund des Ausfalls von James Bell geht Bayern als leichter Favorit in die Serie. Obwohl ein potentielles drittes Spiel in Istanbul stattfinden würe,  sprechen vor allem das Plus an Erfahrung und die Kaderbreite für die Bayern.

In der Serie gegen UNICS Kazan hat sich gezeigt, welch positiven Einfluss die Abgezocktheit des Quartetts aus Stefan Jovic, Jared Cunningham, Reggie Redding und Vladimir Lucic haben kann. Jovic ist nie als Werfer bekannt gewesen, war aber in entscheidenden Momenten der Kazan-Serie immer für einen Mitteldistanzwurf oder Dreier (2/6 in Spiel 3) gut. Auch Lucic (12 Punkte, 5 Assists in Spiel drei gegen Kazan) hat sich in den vergangenen Jahren nicht gerade den Ruf als überragender Scorer erarbeitet.

Gegen Kazan nahm er jedoch wieder einmal das Zepter in die Hand und kreierte sogar im Eins-gegen-Eins. Auf Redding (23 Punkte, 7 Rebounds, 4 Assists in Spiel 3) – in der ganzen Saison – und Cunningham (21 Punkte) – seit dem Top Four – ist ohnehin in wichtigen Spielen Verlass.

Ohne James Bell wird es Darüssafaka schwerhaben, gegen Bayerns Defensive eine stabile Offensivleistung zustande zu bringen. Die Türken können sich nicht darauf verlassen, dass ihnen gegen die Bayern ein groß auftrumpfender Scottie Wilbekin sowie gelegentliche Fastbreaks, Drives und Pässe von Howard Sant-Roos im Pick-and-Roll genügen.

Rollenspieler wie Muhammed Baygül, Stanton Kidd und Okben Ulubay müssen womöglich mehr Würfe nehmen als üblich. Für die Türken spricht allerdings die starke Defensive, mit denen sie die Bayern-Guards unter Probleme stellen können, sowie eben die grandiose Form von EuroCup-MVP-Kandidat Scottie Wilbekin, der in der Serie vielleicht über die größte individuelle Klasse verfügt und knappe Spiele entscheiden kann.

Die Spieltermine (Alle Spiele live bei Telekom Sport)

Di., 20. März, 18:45 Uhr: Darüssafaka Istanbul – FC Bayern München
Fr., 23. März, 20:00 Uhr: FC Bayern München – Darüssafaka Istanbul
(Mi., 28. März, 18:45 Uhr: Darüssafaka Istanbul)

Darüssafaka Istanbul – ein kometenhafter Aufstieg
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