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Ludwigsburg beim Final Four

03.05.2018 || 08:13 Uhr von:
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stehen die MHP RIESEN Ludwigsburg in einem europäischen Halbfinale. An diesem Wochenende steigt das Champions League Final Four in Athen.

Überblick

Neben dem sportlichen Erfolg geht es um richtig viel Geld beim FIBA Basketball Champions League Final Four: Für den vierten Platz gibt es 140.000 Euro, der Sieger im Spiel um den dritten Platz erhält 200.000 Euro. Dem Zweitplatzierten winken immerhin 400.000 Euro, und der Gewinner der Champions League erhält eine Prämie von 1.000.000 Euro. Zudem erhalten die beiden Finalisten für die nächste Saison einen Startplatz im Eurocup.

Erstes Halbfinale: MHP RIESEN Ludwigsburg vs AS Monaco, Freitag 4. Mai, 17:30 Uhr
Zweites Halbfinale: AEK Athen vs UCAM Murcia, Freitag 4. Mai, 20:30 Uhr
Spiel um Platz 3: Sonntag 6. Mai, 16:30 Uhr
Finale: Sonntag 6. Mai, 19:30 Uhr

Teamvergleich und letzte Updates

Vor einem detaillierten Blick auf die einzelnen Clubs ein Überblick der Statistiken:

 LudwigsburgMonacoAthenMurcia
Bilanz (heimische Liga)26-824-719-516-15
Bilanz (BCL)14-416-210-1-710-8
Punkte/Spiel81,784,782,878,1
Rebounds/Spiel37,335,936,036,4
Assists/Spiel16,121,315,914,8
Steals/Spiel9,310,77,86,4
Blocks/Spiel2,42,22,92,2
Wurfquote44,751,246,242,5
Offensiv-Rating*114,2**116,2111,9109,8
Defensiv-Rating*95,7**95,0108,2108,2

* aus den Saison-Boxscores berechnet
** beinhaltet die drei Qualifikationsrunden

Bei einem bloßen Blick auf die Zahlen wirken Ludwigsburg und Monaco stärker als Athen und Murcia. Dies liegt jedoch vor allem am eher schlechten Start, den die beiden letztgenannten Mannschaften in die Saison erwischten. Insbesondere die Formkurve von Murcia zeigte in den BCL Playoffs steil nach oben. In der heimischen ACB waren die Ergebnisse zuletzt eher durchwachsen. Von den letzten vier Spielen gewann UCAM nur eines.

A.E.K. Athen setzte sich im Viertelfinale gegen Straßburg durch und genießt nun den Heimvorteil für das Final-Four-Wochenende. Ob die Unterstützung von bis zu 18.000 frenetischen Fans ungeahnte Kräfte freisetzt oder eher zu einer mentalen Blockade führt, wird sich zeigen. Die Generalprobe gegen Tabellennachbar Promitheas ging am vergangenen Wochenende mit einem Punkt verloren.

Der AS Monaco gewann in der heimischen Liga die letzten sechs Spiele. Zudem stieß der Kapitän der Monegassen, Amara Sy, nach Verletzung wieder zum Team. Als einziges Team mit Champions-League-Final-Four-Erfahrung, wenn auch mit verändertem Kader, ist das Team von der Côte d’Azur wohl der Favorit auf den Titel.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg fuhren nach der Niederlage im Derby gegen Ulm am „Triple“-Spieltag drei Siege ein. Diese würde Headcoach John Patrick wohl gerne gegen einen fitten Center eintauschen. Nach einer unglücklichen Landung am Dienstagabend im Spiel gegen Tübingen hielt sich Justin Sears sofort das Knie. Diagnose: Kreuz- und Innenbandriss. Da auch Johannes Thiemann nach Sehnenabriss im Oberschenkel seit Februar kein Spiel mehr bestritten hat, klafft ein großes Loch auf der Center-Position der RIESEN.

MHP RIESEN Ludwigsburg

Nachdem die RIESEN in der Vorsaison nur wenige Sekunden vom Einzug ins Basketball Champions League Final Four entfernt waren, sollte der Weg dieses Jahr noch länger sein. Durch den achten Platz in der Abschlusstabelle der easyCredit BBL mussten die Barockstädter alle drei Qualifikationsrunden durchlaufen. Während andere Teams noch in der Vorbereitung waren, ging es für die Ludwigsburger ums internationale Geschäft. Sechs Siege (und mit einer Korbdifferenz von +137) später ging es in die Gruppenphase. Die Ludwigsburger schlossen die Vorrunde der Champions League auf dem zweiten Platz der Gruppe B mit zwölf Siegen und zwei Niederlagen ab. Beide Niederlagen erlitten die RIESEN gegen den amtierenden CL-Sieger Iberostar Teneriffa.

Danach begannen die „deutsch-internationalen“ Playoffs. Nach überzeugendem Hinspiel (+25) setzten sich die Barockstädter gegen Oldenburg trotz einer Zwölf-Punkte-Niederlage im Rückspiel durch. Im Viertelfinale musste man sich im Hinspiel medi bayreuth mit fünf Punkten geschlagen geben. Eine Woche später zeigte das Team von John Patrick allerdings Charakter und zog mit einem Zwölf-Punkte-Sieg ins Final Four ein.

AS Monaco

Den AS Monaco kann man guten Gewissens als Überteam der regulären Saison der Basketball Champions League bezeichnen. Das „Roca Team“ um die ehemaligen ALBA-Akteure Elmedin Kikanovic, Gerald Robinson und Ali Traoré gewann 13 von den 14 Vorrundenspielen. Erst am letzten Spieltag gab es in Izmir gegen Pinar Karsiyaka (mit D.J. Kennedy) eine Niederlage. Im Achtelfinale setzte sich Monaco gegen Zielona Gora mit einer Differenz von +32 (allerdings nur +2 in Polen) und gegen den letztjährigen Final-Four-Teilnehmer Banvit Bandirma mit +7 (+8 im Hinspiel in der Türkei) durch.

Der Kader der Monegassen ist sehr tief und ausgeglichen. Neben den genannten Ex-Albatrossen finden sich auch Hochkaräter wie Damjan Rudez, der wiedergenese Amara Sy, Sergiy Gladyr und Manuel Lacombe im Kader wieder. Highflyer Chris Evans war regelmäßig in den Top-Ten der Champions League zu finden. Die Guards Aaron Craft und D.J. Cooper führen das Team in der Defensive (Craft) beziehungsweise in der Offensive (Cooper) an.

UCAM Murcia

Murcia erreichte die Playoffs der Champions League nur durch den gewonnenen direkten Vergleich gegen Dinamo Sassari. Mit einer ausgeglichenen Bilanz von 7-7 hatte das spanische Team die wenigsten Siege aller Final-Four-Teilnehmer nach der Vorrunde. Umso beeindruckender die Ergebnisse aus Achtel- und Viertelfinale: Im landesinternen Duell konnte sich UCAM in der Addition mit vier Punkten gegen Iberostar Teneriffa durchsetzen (nach -5 im Heimspiel). Darauf folgten zwei Siege im Viertelfinale gegen den türkischen Vertreter Pinar Karsiyaka.

Großen (im wahrsten Sinne des Wortes) Anteil daran hatte Augusto Lima. Der brasilianische Center spielt seit Ende Februar für Murcia und führt das Team seitdem in Effizienzpunkten und Rebounds an. Neben Lima spielen vor allem Brad Oleson (Ex-Barcelona), Clevin Hannah, Kevin Tumba und Ovie Soko wichtige Rollen für die Mannschaft aus der spanischen Universitätsstadt.

AEK Athen

Überlebenskünstler: Dies könnte der Titel für die Champions-League-Saison des Clubs aus der griechischen Hauptstadt sein. Das Ticket für die Playoffs – ein Distanzwurf von Dusan Sakota neun Sekunden vor Ende des letzten Vorrundenspiels gegen Bayreuth.

Die Athener verstärkten anschließend ihren Kader in Hinblick auf die Playoffs signifikant: Kevin Punter (Topscorer der Champions League zu diesem Zeitpunkt) und Vince Hunter wurden nachverpflichtet. Doch nach einer Zehn-Punkte-Heimniederlage gegen CEZ Nymburk und zwischenzeitlichem Acht-Punkte -ückstand im Rückspiel sah alles nach dem Ausscheiden von AEK aus. Doch das Team von Dragan Sakota schaffte das scheinbar Unmögliche. 36 Punkte (Champions-League-Saisonbestwert) von Manny Harris hielten AEK im Spiel, ehe sich die Verpflichtung von Punter endgültig auszahlte und er mit einem verwandelten Distanzwurf 2,8 Sekunden vor Ende eine Elf-Punkte-Führung und in Addition den Ein-Punkt-Sieg sicherte.

Gegen Straßburg wurden die Nerven der Anhänger dann verhältnismäßig geschont. Nach einem Sieg mit neun Punkten Differenz im Hinspiel reichte AEK ein Unentschieden in Straßburg, um das Final Four zu erreichen. Kurze Zeit später erhielten die Athener auch den Zuschlag für die Ausrichtung des Finalturniers in der heimischen Olympiahalle.

Ausblick

Aufgrund der angespannten Personalsituation gehen die MHP RIESEN Ludwigsburg als Außenseiter in ihr Halbfinale. Nachverpflichtung Jeremy Senglin ist nicht spielberechtigt; ob Jacob Wiley wieder zum Einsatz kommen wird, ist unklar. Viel wird also an der Tagesform von Dwayne Evans und Adam Waleskowski hängen, die allerdings ihr Potenzial als Mismatch auf der Center-Position schon mehrfach unter Beweis gestellt haben.

Tipp: Ludwigsburg hält lange mit, am Ende fehlt jedoch die Kraft. Monaco +8.

Das zweite Spiel ist ebenfalls hochinteressant. So hat UCAM Murcia mit der zuletzt starken Defensive (nur 70 PpG in den Playoffs) den Schlüssel, AEK zu stoppen. Sollten jedoch Manny Harris oder Kevin Punter vor heimischer Kulisse heißlaufen, wird das Publikum die Griechen ins Finale tragen.

Tipp: Angefeuert von den Fans schafft AEK den Finaleinzug. Athen +3.

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timm3y
timm3y 3. Mai 2018 um 16:46 Uhr

Eurocup Startplatz?

Patrick Metze
Patrick Metze 3. Mai 2018 um 23:02 Uhr
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