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Schröder-Rot-Gold

30.06.2018 || 08:57 Uhr von:
Die deutsche Nationalmannschaft bleibt auch nach der Partie gegen Österreich in der WM-Quali ungeschlagen. Im Fokus stand Dennis Schröder mit seinem Heimspiel in Braunschweig.

Dennis Schröder steht auf Deutschland. Bekenntnisse zur deutschen Nationalmannschaft konnte man vom 24-jährigen NBA-Spieler in der jüngsten Vergangenheit häufiger vernehmen. Wann immer Schröder beim WM-Qualifikationsspiel in seiner Heimat Braunschweig auf dem Parkett stand und inne hielt, war dies ebenso zu erkennen: Dafür reichte ein Blick auf seine Schuhe, Schröder trug eigens für die Partie designte Sneaker in Schwarz-Rot-Gold.

Schröder, der Anführer seiner Generation, der seine Farben schultert und zur WM führen will. Auch gegen Österreich avancierte der Point Guard mit 25 Punkten zum Topscorer, beim 85:63-Erfolg war das DBB-Team aber gar nicht so sehr auf Schröders individuelle Klasse angewiesen – zu deutlich war der Klassenunterschied in der zweiten Halbzeit.

Dennoch: Schröder lief vor mit 6.731 Zuschauern ausverkauftem Haus früh heiß und erzielte in den ersten neun Minuten elf Punkte, um das DBB-Team zu einem 20:14-Start zu verhelfen. Schröder war die Freude, in seiner Heimat samt eigenem Zuschauerblock aus Freunden und Familienmitgliedern aufzulaufen, anzumerken.

Beim Warmup scheint er seinen Buddy Daniel Theis gleich zweimal scherzend vom Telekom-Sport-Interview auf das Parkett mitnehmen zu wollen. Im Spiel nimmt Schröder nach drei Minuten aus der Ecke Maß, trifft seitlich das Brett – aber dennoch den Dreier. Ein verschmitztes Lächeln kann er sich nicht verkneifen. Sechs Minuten später: Deutschland in der Early Offense, noch vor dem Extrapass von Karsten Tadda grinst Schröder – und lässt einen weiteren Dreier folgen. Das erste Viertel war die Dennis-Schröder-Show.

Ein Blick auf Schröders Sneaker: designt in Schwarz-Rot-Gold.

Doch Foul-Probleme nahmen Schröder ein wenig aus dem Spiel. Er hatte sogar Glück, dass er sich kurz vor der Halbzeit nach einem Drive nicht noch sein viertes Foul abholte. Nach der Pause schien Schröder seinen Rhythmus verloren zu haben. Seine Aktionen wirkten weniger entschlossen, eher „laisser-faire“, selten fand er den Weg zum Korb, doch immerhin den Weg an die Linie. Ein Eins-gegen-Eins-Duell gegen den NBA-Kollegen Jakob Pöltl endete in einem Block des Raptors-Centers. Schröder wirkte in der zweiten Hälfte mitunter glücklos.

Entschlossen trat hingegen Niels Giffey auf. Der Berliner Forward absolvierte mit ALBA BERLIN eine starke Finalserie gegen den FC Bayern München, diese Leistung übertrug Giffey auch auf die Partie gegen Österreich. Sieht man Giffey spielen, vermutet man eher, dessen Saison hat gerade erst begonnen – so auf dem Punkt wirkt sein Spiel, so selbstbewusst tritt er auf.

Dies zeigt sich bei einem Baseline-Drive Anfang des Schlussviertels, als Giffey mit Hangtime und Koordination trotz Foul abschließt. Oder mit seinen zwei Dreiern in Folge Ende des dritten Durchgangs, um sein Team wieder zweistellig in Führung zu bringen.

Mit Dreiern springt auch Kapitän Robin Benzing im zweiten Spielabschnitt ein, als Schröder wegen Foul-Problemen auf der Bank Platz nehmen muss. Danilo Barthel ist am Zonenrand ein wandelndes Mismatch, der kürzlich gekürte Meister und Finals-MVP wird aber fast zu selten gesucht. Maxi Kleber setzt derweil nach vierjähriger DBB-Abstinenz mit einem Monster-Block nach 16 Sekunden ein Ausrufezeichen, wirkt aber nicht so sehr in das System eingebunden.

Das ist an diesem Abend auch gar nicht nötig. An einem Abend, der letztlich ganz Dennis Schröder gehört. Eineinhalb Minuten vor Schluss nimmt ihn Bundestrainer Henrik Rödl für den obligatorischen Extraapplaus vom Feld. Doch seine Arbeit ist noch nicht getan: Kaum sind die Spieler Österreichs abgeklatscht, geht es an das Autogramme schreiben, direkt an den Courtside-Plätzen. Ein Traube hat sich um Schröder gebildet, die Halle steht weiter Kopf, Schröder nimmt sich viel Zeit für seine Fans. Letztlich ist ein Sieg über Österreich ein kleiner Schritt in Richtung Weltmeisterschaft 2019, für Schröder persönlich war es ein großer Schritt zurück in seine Heimat.

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