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„Dennis Schröder hat uns nochmal gepusht“

19.07.2018 || 09:02 Uhr von:
Die deutsche U20-Nationalmannschaft feiert gegen Island den EM-Viertelfinaleinzug – vor den Augen von Dennis Schröder. Auf einen guten Start folgt Unkonzentriertheit.

Am Mittwochabend trafen in der Chemnitzer Messehalle die Gegenwart und Zukunft der Deutschen Basketball-Nationalmannschaft aufeinander. Während die U20-Auswahl auf dem Feld Island mit 77:63 bezwang und ins EM-Viertelfinale einzog, verfolgte auf den Courtside-Plätzen Dennis Schröder das Geschehen.

Als Schröder vor sechs Jahren selbst für die U20-Auswahl auflief, bestätigte die deutsche Mannschaft mit dem fünften Platz der EM ihr damals bestes Turnierergebnis. Die aktuelle Generation greift nun nach einer Medaille. Nach dem Spiel trafen sich Gegenwart und Zukunft für Handshakes, ein gemeinsames Photo samt der Raise Up Academy von Malte Ziegenhagen und auf ein kurzes Pläuschchen.

„Ich habe ihm nur gesagt, dass ich mich freue, dass er hier ist und uns unterstützt“, erzählt Kostja Mushidi zum Small-Talk. „Und ich hoffe, ich sehe ihn in der Zukunft“, schneidet Mushidi auch eine gemeinsame Zukunft in der A-Nationalmannschaft an (oder vielleicht auch in der NBA).

Die U20-Jungs hatten über Instagram erfahren, dass Schröder ihr Spiel gegen Island vor Ort verfolgen würde. „Es ist auf jeden Fall cool, ihn dabei zu haben. Es hat uns nochmal gepusht“, blickt Mushidi auf den Start. Und wie es das tat: Mit 29:5 entschied die Truppe von Bundestrainer Alan Ibrahimagic das erste Viertel für sich, nach elf Minuten betrug der Abstand 27 Punkte.

„Vor allem mit Blick darauf, wie die Isländer in den Spielen bisher herausgekommen sind, haben wir uns vorgenommen, von Anfang an den Sack zuzumachen“, erklärt Richard Freudenberg den Fokus. So hatte Island trotz 60:107-Blowout-Niederlage gegen Serbien im ersten Durchgang mit zeitweise zehn Zählern Differenz geführt. „Wir wollten eigentlich die Energie das ganze Spiel über aufrechterhalten. Aber das ist schwierig, wenn man nach dem ersten Viertel so hoch führt“, führt Freudenberg aus.

Sowohl der zweite als auch der vierte Durchgang ging an die Nordeuropäer. Bei den Deutschen schlich sich eine Unkonzentriertheit ein, die sich in 21 Ballverlusten ausdrückt. Offensiv verlor die Auswahl ihren Rhythmus, defensiv präsentierte sich die Mannschaft in Closeout-Situationen nicht clever genug. Allen voran bei einer Pressverteidigung zeigte sich die DBB-Auswahl wackelig.

„Wenn wir hektisch werden, wird es gegen jede Presse schwierig“

„Wenn wir cool und mit Ruhe spielen und uns Zeit lassen, dann haben wir keine Probleme damit. Aber wenn wir wie heute oder gegen Israel hektisch werden, dann wird es gegen jede Presse schwierig“, weiß auch Freudenberg um eine Schwachstelle.

Eine weitere Schwachstelle ist aktuell der Wurf von außen. Nur 25 Prozent ihrer Dreier (7/28 3FG) versenkten die Deutschen gegen Island; im Turnierverlauf stehen sie bei kaum besseren 27,3 Prozent. Allen voran den vermeintlichen Go-to-Guys Mushidi und Freudenberg fehlt der Touch von außen. Beide zeigten sich aber selbstbewusst genug, dass dieser Wurf im Turnierverlauf fallen wird – bei Mushidi tat er dies im dritten Spielabschnitt.

Mit 1/10 Dreiern war der Flügelspieler in die Partie gegangen, im dritten Viertel lief er aber heiß und netzte drei Dreier innerhalb von zweieinhalb Minuten ein. Mushidi dazu: „Ich habe keine Angst und weiß, wenn ich die ersten zehn verwerfe, kann ich den nächsten reinmachen. Ich weiß, ich kann werfen und ich kann treffen. Am Selbstvertrauen mangelt es mir nicht – ich glaube, das habe ich heute auch gezeigt.“

Vielleicht ist dies Mushidis Swagger, vielleicht der umzulegene Schalter – den findet Mushidi jedenfalls im gesamten Team vor: „Ich glaube, wir haben als Team so einen Schalter. Jetzt ist die KO-Runde: Wir wissen, worum es geht.“

Raum für Potential hat die deutsche Mannschaft dennoch. Und das wird sie nun im Viertelfinale gegen die Türkei auch abrufen müssen. Nach der Gruppenphase stufte Mushidi das Team bei 60 Prozent ein, nach der Partie gegen Island bei „75 Prozent. Wir waren mit 30 vorne und haben noch etwas hergegeben. Wir haben noch viel zu tun.“ Wieviel das sein wird und ob dem DBB-Team das gelingen wird, das wird man am heutigen Donnerstag ab 20:15 Uhr verfolgen können.

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