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1-0: Warriors schaffen historisches Comeback

15.05.2017 || 09:19 Uhr von:
Stephen Curry
Die Golden State Warriors haben Spiel eins der Western Conference Finals gegen die San Antonio Spurs mit 113:111 gewonnen. Dabei holten die Warriors einen 25-Punkte-Rückstand auf.

Die Golden State Warriors haben dank eines der größten Playoff-Comebacks in der Geschichte der NBA das erste Spiel der Western Conference Finals gegen die San Antonio Spurs mit 113:111 gewonnen. Angeführt von Stephen Curry (40 Pkt, 7 Reb) holten die Gastgeber einen 25-Punkte-Rückstand auf. Mitentscheidend für die Aufholjagd der Dubs war allerdings auch eine höchst grenzwertige Aktion von Warriors-Center Zaza Pachulia, die zum verletzungsbedingten Ausscheiden von Spurs-Superstar Kawhi Leonard führte.

Doch der Reihe nach. Die ersten Minuten waren relativ ausgeglichen, doch in der Folge zeigte sich San Antonio deutlich treffsicherer. Allen voran LaMarcus Aldridge (11 Pkt in Q1) fand regelmäßig günstige Mismatches. Die Spurs führten bereits nach dem ersten Viertel mit 14 Punkten (16:30). Die Warriors hatten ebenso viele getroffene Feldwürfe wie Turnovers auf dem Konto (6). Die Texaner waren zwar ebenfalls schlampig im Umgang mit dem Spielgerät, trafen aber deutlich besser (61,9% FG gegenüber 28,6).

Wer nun mit einer Antwort der Gastgeber gerechnet hat, wurde eines Besseren belehrt. Im Gegenteil: Golden State leistete sich weiterhin katastrophale Ballverluste und sah auch in der Defensive schlecht aus. Nun war es Kawhi Leonard, den die Warriors nicht in den Griff bekamen. 13 Punkte erzielte der Forward im zweiten Viertel. San Antonio baute seinen Vorsprung Mitte des Spielabschnitts auf 46:21 aus Spurs-Sicht aus. Golden State schien sich wehrlos in sein Schicksal zu ergeben.

Anschließend war es Stephen Curry, der sich als einer der wenigen Warriors-Akteure gegen das Debakel wehrte und sein Team mit einigen guten Aktion wieder etwas näher heranbrachte. Er war es auch, der nach mehr als 20 Minuten den ersten Dreier seines Teams erzielte. Doch Leonard und Aldridge hatten stets eine Antwort parat. Beim Stand von 42:62 ging es in die Halbzeitpause.

Zu Beginn des dritten Viertels zeigten sich beide Teams treffsicher von Downtown. Kurz darauf wurde es dramatisch: Nach einem verwandelten Dreier trat Leonard im Zurückfallen zu sehr über die Seitenauslinie und verletzte sich beim Kontakt mit einem Teamkollegen auf der Bank am linken Fuß. Leonard ging kurz aus der Partie, kehrte aber kurze Zeit später zurück, ehe sich nur eine Minute später die wohl entscheidende Szene des Spiels ereignete: Bei einem Foul von Zaza Pachulia landete Leonard nach einem Sprungwurf unglücklich auf dessen linkem Fuß und knickte um – ausgerechnet mit seinem eigenen linken Bein, weswegen er schon im Spiel zuvor in Houston aussetzen musste.

Experten und Fans beschäftigten sich im Anschluss mit der Frage, wie viel Absicht hinter Pachulias Aktion steckte. Zwar schaute der georgische Center nur auf Leonards Gesicht und anschließend zum Korb, allerdings machte der Big Man einen unüblichen und unnatürlich aussehenden zweiten Ausfallschritt in Richtung der Stelle, wo Leonard schließlich mit seinem linken Fuß aufkommt. Er ließ dem Spurs-Star somit (zu) wenig Platz zum Landen. Leonard verwandelte die beiden fälligen Freiwürfe zum 55:78, musste anschließend allerdings ausgewechselt werden und kehrte nicht mehr aufs Spielfeld zurück.

In der Folge fehlte den Spurs der wichtigste Spielmacher, Scorer und Verteidiger. Direkt nach dem Vorfall startete Golden State, angeführt von Curry und Kevin Durant, einen 16:0-Lauf und war innerhalb von drei Minuten auf sieben Punkte herangekommen. Immerhin sorgte Manu Ginobili mit ein paar Punkten für ein Ende des Runs. Zudem setzte Spurs-Coach Gregg Popovich auf seine jungen Spieler wie Dejounte Murray, Kyle Anderson und Jonathan Simmons, die einen ordentlichen Job machten. Mit einem 81:90 ging es ins letzte Viertel.

Dort setzte Golden State seine Aufholjagd fort. Nach dem Ausfall von Leonard fanden die Spurs keinen geeigneten Verteidiger für Durant, der dies gnadenlos ausnutzte. Mit zwölf Punkten innerhalb kürzester Zeit brachte er sein Team vier Minuten vor Schluss erstmals seit der Anfangsphase des ersten Viertels in Führung (101:100). Doch San Antonio hielt dagegen und blieb dank Aldridge und Simmons in der Partie. Eine weitere Schlüsselszene ereignete sich zwei Minuten vor Spielende: Die Spurs führten mit 106:103. Danach gelang es ihnen aber zweimal nicht, nach Fehlwürfen der Warriors den Defensiv-Rebound zu sichern. Im dritten Versuch traf Curry dann einen Dreier zum Ausgleich. Im nächsten Angriff gelang Draymond Green ein And-One zur eigenen Drei-Punkte-Führung. Nach einem Lay-up von Curry zum 111:106 war die Partie dann so gut wie entschieden.

Am Ende steht eine historische Aufholjagd der Golden State Warriors und damit die 1-0-Führung in der Best-of-Seven-Serie. Nur sehr wenigen Teams ist es gelungen, einen Halbzeitrückstand von 20 Punkten oder mehr noch aufzuholen. Nun gilt es abzuwarten, ob und wann Kawhi Leonard (26 Pkt (7/13 FG), 8 Reb in 23 Min) zurückkehren kann. Zwar lieferte auch Forward-Partner LaMarcus Aldridge eine starke Partie (28 Pkt, 8 Reb), doch ohne den vermutlich besten Two-Way-Player der Liga wären auch die Spurs wohl chancenlos. Vor allem wird es als Verteidiger von Durant gebracht, der nach dessen Verletzung leichtes Spiel hatte (34 Pkt (11/21 FG)).

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