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U20 gewinnt bei der EM Bronze

22.07.2018 || 19:44 Uhr von:
Die deutsche U20 hat den größten Erfolg auf Nachwuchsebene seit 35 Jahren gefeiert: Durch einen 80:71-Sieg gegen Frankreich gewann das DBB-Team Bronze.

21 Stunden nach der knappen Halbfinalniederlage gegen Kroatien hatte die deutsche U20-Nationalmannschaft wieder etwas zu feiern: Durch einen 80:71-Erfolg im Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich hing sich die DBB-Auswahl die Bronzemedaille um – und machte einen historischen Erfolg perfekt.

„35 Jahre hat [keine deutsche Basketball-Nachwuchsnationalmannschaft] das geschafft, was wir geschafft haben. Das ist auf jeden Fall ein Accomplishment. Wir feiern das und genießen den Moment“, wusste Kostja Mushidi kurz nach der Partie die Enttäuschung nach dem verpassten Finaleinzug in etwas Positives umzumünzen. 1983 hatte eine deutsche Kadettenauswahl zuletzt eine Medaille für den DBB-Nachwuchs gewonnen.

„Heute morgen hatten wir schon ein anderes Mindset. Das ist das Gute bei einer EM: Man verliert ein Spiel, ist enttäuscht, aber am nächsten Tag geht es weiter. Man hat eine neue Chance sich zu beweisen. Das haben die Jungs gut gemacht“, führte Mushidi aus.

Auch Bundestrainer Alan Ibrahimagic zollte seinen Jungs Respekt: „Der vierte Platz ist einer der undankbarsten bei einem Turnier. Diese Generation kannte das schon von der U18-EM. Sie haben alles drangesetzt, dass das nicht wieder passiert.“ Ibrahimagic wird dabei vor allem auf die zweite Halbzeit anspielen.

„Es ging darum, den Schalter in der Defense umzulegen“

Mitte des dritten Viertels war die Bronzemedaille noch alles andere als zum greifen nah: Frankreich führte mit 59:51, weil die deutsche Auswahl ihren Gegner – vor allem dessen Schützen – defensiv nicht in den Griff bekam. Doch dann hielt die deutsche Mannschaft die Franzosen acht Minuten lang ohne Punkte und schnappte sich dank eines 13:0-Laufs das Momentum.

„Wir waren über das gesamte Turnier sehr stabil und gut in der Verteidigung. Das war uns in der ersten Halbzeit gar nicht gelungen. Wir waren sehr müde und immer einen Schritt zu spät“, analysierte Ibrahimagic. „Das haben wir in der Halbzeit angesprochen: In der Offense lief es ganz gut. Es ging vielmehr darum, den Schalter in der Defense umzulegen und die Aggressivität, die uns ausgezeichnet hat, zu zeigen. Als wir das geschafft haben, hatten wir ein paar Chancen zum Rennen und in den Rhythmus zu kommen.“

Auf den Lauf angesprochen, ergänzte Mushidi: „Wir sind mit sehr viel Leidenschaft, Emotionen und Energie herangegangen. Wir haben uns zusammengerissen. Wir haben defensiv die Franzosen gestoppt und offensiv unsere Dinger getroffen.“ Mushidi, der mit sechs Ballverlusten ein wenig Probleme hatte, krönte mit einem seiner drei Dreier den 13:0-Lauf; Ferdinand Zylka war mit zwei Layups zur Stelle; und Louis Olinde, Bennet Hundt sowie Richard Freudenberg spielten einen exzellenten Fastbreak aus.

Damit behaupteten die U20-Jungs bis in die Crunchtime eine knappe Führung. 41 Sekunden vor Schluss traf Hundt einen Layup zum 76:71. In der Verteidigung gestatteten die DBB-Jungs in der Folge keine Zähler mehr, offensiv behielten sie ihre Nerven an der Freiwurflinie – womit es in der Chemnitzer Messehalle aus deutscher Sicht zu einem versöhnlichen Ende kam.

Die beiden Big Men Filip Stanic und Lars Lagerpusch waren die Erfolgsgaranten. Lagerpusch legte 13 seiner 15 Zähler (4/5 FG, 7/7 FT) in der ersten Halbzeit auf; Stanic krönte eine hervorragende Turnierleistung mit 22 Punkten (8/12 FG) sowie sieben Rebounds und wurde zusammen mit Mushidi in das All-Tournament-Team gewählt. „Er hat einen guten Motor und ist ein Monster in der Zone“, beschreibt Mushidi seinen Teamkollegen.

Stanic hat bei der Heim-EM mit 13,6 Zählern (64,3% FG), 7,1 Rebounds, 1,6 Steals und 0,7 Blocks pro Partie Werbung in eigener Sache betrieben, ist der Center doch noch immer vertragsfrei. Man darf gespannt sein, wohin es Stanic verschlägt, haben viele Bundesligisten ihre deutschen Kaderplätze auf den großen Positionen doch schon besetzt.

„Unsere Wege werden sich sicherlich noch kreuzen“

In eine nun offene Zukunft blickt der gesamte U20-Kader hinsichtlich der Nationalmannschaft: Denn auf Nachwuchsebene werden die Jungs fortan nicht mehr zusammen auflaufen. Ein Kader, der in der vergangenen Jahren zusammengewachsen ist; ein Großteil davon gewann vor zwei Jahren das Albert-Schweitzer-Turnier – ebenfalls ein historischer Erfolg.

„Sie waren sich natürlich bewusst, dass es bei diesem Turnier die letzten Chance ist, in dieser Konstellation zusammenzuspielen. Sie hatten große Ziele und haben das als Motivation genommen“, schätzte Ibrahimagic seine Spieler ein.

Auf das letzte gemeinsame Turnier als Nachwuchs angesprochen, meinte Mushidi: „Das ist echt schade. Die Jungs sind mir sehr ans Herz gewachsen. Da kann ich glaube ich für jeden sprechen. Aber die Karriere eines Basketballers geht weiter. Unsere Wege werden sich sicherlich noch kreuzen. Das sind alles sehr gute Jungs, die alle Bundesliganiveau haben – wenn nicht mehr.“ Vom AST-Sieg 2016 bis zur Bronzemedaille bei der EM 2018 – auf diese 98/99er Generation kann Basketballdeutschland stolz sein.

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