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Wucherer: „Obiesie kann Dinge, die andere bei uns nicht können“

30.12.2018 || 21:56 Uhr von:
Die EWE Baskets Oldenburg haben s.Oliver Würzburg die achte Saisonniederlage beigefügt. Im Anschluss äußerte sich Denis Wucherer zu Mike Morrison, Gabriel Olaseni und Joshua Obiesie.

Die EWE Baskets Oldenburg haben am Sonntagnachmittag ihren zehnten Sieg im zwölften BBL-Spiel eingefahren. In einer lange spannenden und hart umkämpften Partie setzten sich die Norddeutschen mit 88:78 bei s.Oliver Würzburg durch und festigten damit ihre Top-4-Platzierung. Die Unterfranken kassierten bereits die achte Saisonniederlage.

„Cleverness ist nicht unsere Stärke“

„Heute hat sich wieder bestätigt, dass man in jedem Spiel 100 Prozent geben muss“, sagte Oldenburgs Head Coach Mladen Drijencic nach dem Spiel. „Es ist sehr unangenehm, hier zu spielen. Beide Mannschaften haben in den letzten vier Minuten die Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen. Wir haben die Partie durch die individuelle Qualität und Herz für uns entschieden.“ Mit der individuellen Qualität waren Will Cummings (22 Pkt) und Rasid Mahalbasic (19 Pkt, 11 Reb) gemeint, die einmal mehr auf Seiten der Gäste vorangingen.

Auch Würzburgs Cheftrainer Denis Wucherer sah bis kurz vor Schluss eine „ausgeglichene Partie“. Doch vier Ballverluste in den letzten eineinhalb Minuten machten alle Chancen auf einen Erfolg zunichte. Der 45-Jährige haderte zudem mit der schlechten Trefferquote von der Dreipunktelinie (5/23 3P, 21,7%), wobei die Oldenburger genauso schwach aus der Distanz warfen (5/24 3P, 20,8%). „Es war ein gutes Basketballspiel von zwei Mannschaften, die sich vor allem in der Verteidigung nichts geschenkt haben“, fasste Wucherer zusammen.

Die ordentliche Leistung konnten die Unterfranken allerdings nicht in Zählbares umwandeln. Diese stecken damit weiterhin im unteren Tabellendrittel fest. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. „Wir haben insgesamt nur zwei Steals in 40 Minuten geholt. Mit Mahalbasic hat der langsamste Spieler auf dem Parkett in den letzten drei Minuten gefühlt mehr geholt als wir. Das hat mit Cleverness, Antizipation und Handlungsschnelligkeit zu tun. Und das sind – da muss man ganz ehrlich sein – nicht unsere Stärken“, verriet Wucherer nach der Partie den anwesenden Medienvertretern. Über die gesamte Saison liegt Würzburg mit 5,7 Ballgewinnen pro Begegnung auf dem fünftletzten Platz in dieser Kategorie. Zudem fehle es an einfachen Punkten am Brett und „einer gewissen Härte“.

Entscheidung über Morrison-Verbleib steht bevor

Auch die Struktur des Kaders ist derzeit alles andere als optimal. Aktuell stehen vier Center im Kader, die nur bedingt nebeneinander auflaufen können. In der Partie gegen Oldenburg wurden alle vier eingesetzt, während mit Perry Ellis der einzige etatmäßige Power Forward als siebter Ausländer außenvor blieb. „Das ist ein Resultat aus Eindrücken im letzten Spiel“, begründet Wucherer die Entscheidung – und fügt vielsagend hinzu: „Es geht darum, wer vielleicht mal eine ‚Denkpause‘ braucht. Im Training und im Team generell herrscht Wettbewerb – zumindest jetzt und mindestens noch die nächsten zwei Wochen.“

Denn danach endet der Vertrag von Mike Morrison. Der Center hatte Ende November einen Sechs-Wochen-Kontrakt unterschrieben. Der ehemalige Frankfurter stand am Sonntag in der Starting Five und erzielte in zwölf Minuten elf Punkte (4/4 FG). Er zog zudem sechs Fouls und lieferte einen spektakulären Block.

Dennoch war sein Coach nicht mit allem zufrieden: „Im Eins-gegen-eins gegen Mahalbasic war das von Mike Morrison nicht optimal. Da hatten wir andere Absprachen. Mahalbasic ist gegen ihn dreimal an der Baseline zum Korbleger gegangen. Das war eigentlich die Priorität, die es zu verhindern galt. Da kann man glaube ich Mike auch nur begrenzt einsetzen aufgrund seiner physischen Konstitution. [Gabriel Olaseni] wirkt da für mich körperlich deutlich fitter.“ Bei genanntem Olaseni sieht Wucherer einen Aufwärtstrend: „Er ist auf dem Weg zu alter Stärke. Es ist wichtig, ihn weiter zu unterstützen, denn wir wissen eben nicht, wie es mit Mike weitergeht.“

In Anbetracht dieser Aussagen erscheint ein Verbleib von Morrison über den Kurzzeitvertrag hinaus mehr als fraglich. Zwar ergänzen sich die beiden Center laut Wucherer gut, doch unter Berücksichtigung der Kadersituation (sieben Ausländer, unterbesetzte Forward-Positionen) wäre eine Weiterbeschäftigung von beiden ein Luxus, den sich die Würzburger wohl nicht leisten werden.

„Joshua kann auf dem Niveau bedingungslos spielen“

Ein weiteres Thema war Joshua Obiesie. Der ebenfalls erst Ende November nach Würzburg gekommene Guard hat sich trotz seines noch sehr jungen Alters von 18 Jahren bereits als Bereicherung für den Profikader herausgestellt. „Wir sind auf den deutschen Positionen recht breit besetzt, aber es fehlen so ein bisschen die Spitzen nach oben. Wir sind daher froh, dass wir Joshua einbinden können, weil er auf dem Niveau bedingungslos spielen kann und sein Ding macht“, lobt Wucherer das Nachwuchstalent. „Er ist mit der einzige, der an die Linie kommt. Das ist auch sinnbildlich für uns.“

Gegen Oldenburg kam Obiesie in 17,5 Minuten Spielzeit auf 9 Punkte (1/4 FG, 7/7 FT) sowie 3 Assists und überzeugte durch seine furchtlosen Drives. Der 18-Jährige soll weiterhin im FIBA Europe Cup und vermehrt auch in der BBL zum Einsatz kommen. „Joshua kann halt Dinge, die andere bei uns nicht können“, sagt Wucherer. „Er ist ein großer Guard, ist Linkshänder, hat eine gute Übersicht und spielt manche Pässe, die andere nicht können. Er wird auch noch Fehler machen, aber den Jungen müssen wir aufbauen.“

Vielleicht wird Obisie auch in den kommenden Wochen helfen, wenn es für die Würzburger in der Liga um viel geht. Die Unterfranken müssen nun dreimal hintereinander auswärts ran: erst beim Überraschungsteam RASTA Vechta und dann bei den Abstiegskandidaten aus Weißenfels und Crailsheim. „Die nächsten vier bis sechs Wochen werden wichtig für uns. Entweder schaffen wir den Schritt nach oben oder der Blick geht erstmal nur nach unten“, schaut Wucherer voraus.

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