Anmelden oder registrieren

Ulmer Aufholjagd wird nicht belohnt

11.11.2018 || 13:45 Uhr von:
Adam Waleskowski MHP RIESEN Ludwigsburg
Das Duell zwischen ratiopharm ulm und den MHP RIESEN Ludwigsburg versprach nicht nur wegen des Derby-Charakters, sondern auch wegen des bislang unbefriedigenden Saisonverlaufs beider Teams Brisanz. Es wurde eine denkwürdige Begegnung.

Unterschiedlicher hätten die Vorzeichen für das Schwaben-Derby zwischen ratiopharm ulm und den MHP RIESEN Ludwigsburg kaum sein können. Denn während die Ulmer sich wettbewerbsübergreifend nach zwei Siegen in Folge bereits auf dem Weg in Richtung ruhigere Gewässer befanden, befanden sich die Ludwigsburger nach wettbewerbsübergreifend zuletzt zehn Niederlagen in Folge mitten im Schlamassel. Nicht zuletzt aus diesen Gründen würde sich die Begegnung somit als richtungsweisende Partie für beide Teams darstellen können. Dementsprechend nervös gingen beide Mannschaften zu Beginn des Spiels zu Werke:

Immer wieder verrannten sich beide Teams in der Defensive des Gegenüber und agierten teils überhastet. Nachdem John Patrick, der in diesem Spiel auf Trevor Mbakwe und Aaron Best verzichtete, beim Stand von 5:10 sein Team das erste Mal zur Auszeit bat, lief es in der Offensive flüssiger und die RIESEN kamen vor allem durch Kelan Martin immer wieder zu Korberfolgen und führten zwischenzeitlich mit 18:10.

Dem Ludwigsburger 13:0-Lauf wusste auf Seiten der Ulmer vor allem Javonte Green etwas entgegenzusetzen. Dem Forward gelang es immer wieder, Löcher in die Ludwigsburger Defensive zu reißen, und brachte sein Team mit sieben Zählern in Folge zum Ende des ersten Viertels beim Spielstand von 21:24 wieder in Schlagdistanz.

Ulm ohne offensive Durchschlagskraft

Auch im zweiten Viertel sollte sich ein ähnliches Bild abzeichnen: Beiden Teams unterliefen haarsträubende Fehler, die immer wieder zu einfachen Punkten führten. Doch Ludwigsburg behielt im zweiten Viertel weiterhin die Oberhand und konnte den Vorsprung halten und ausbauen. Die Ulmer hingegen schlugen aus den zahlreichen Ballgewinnen kein Kapital und wurden weiterhin vor allem von Javonte Green, der allein 18 Punkte in der ersten Halbzeit verbuchte und immer wieder sehenswert in Szene gesetzt wurde, offensiv getragen.

Thorsten Leibenath übte auf der Pressekonferenz deutliche Kritik an seiner Truppe: „Einige haben den Ernst der Lage nicht verstanden.“ Denn obwohl die Ulmer insgesamt 19 Ballverluste forcierten, wirkten die RIESEN deutlich abgeklärter und gingen folglich mit einer 43:35-Führung in die Halbzeitpause.

Wechselbad der Gefühle

„Nachdem wir drei Minuten gut gespielt haben, spielten wir 27 Minuten einen absoluten Dreck“, beurteilte Leibenath die Leistung seiner Schützlinge. Denn, die zweite Halbzeit sollte beginnen, wie die erste endete: Ludwigsburg kam heiß aus der Kabine, traf souverän aus der Drei-Punkte-Distanz und hatte das Spiel unter Kontrolle. Ulm hingegen verließ sich zusehends auf Einzelaktionen, die allerdings abgesehen von Javonte Greens Korberfolgen wenig Zählbares hervorbrachten. So konnten die RIESEN beständig ihren  Vorsprung – auch dank eines sehenswerten Buzzerbeaters von Neuzugang Donatas Sabeckis – auf 52:74 ausbauen.

Ausschlaggebend hierfür war vor allem, dass sich die Scoringlast auf mehrere Schultern Seitens der Ludwigsburger verteilte. So konnten neben Owen Klassen, dem John Patrick eine „gute Leistung unter den Körben“ attestierte, immer wieder Lamont Jones, der sich immer besser im Ludwigsburger Gefüge zurechtfindet, und Malcolm Hill offensiv Nadelstiche setzen.

Turbolente Ulmer Aufholjagd

Was in den letzten zehn Minuten der Begegnung passierte, konnte zunächst keiner glauben: Ulm packte in der Verteidigung zu, provozierte etliche Ballverluste der RIESEN und holte Punkt für Punkt auf. Vor allem Per Günther, der nur von der Bank kam, spielte sich während des 18:0-Laufs ins Rampenlicht. Allein zehn der 18 Punkte gingen in dieser Phase auf sein Konto. Ismet Akpinar war es letztlich, der per Dreier das 79:81 bei noch knapp vier verbleibenden Minuten markierte und spätestens jetzt das Publikum wieder ins Boot holte. „Wir haben in diesen Minuten komplett die Konzentration verloren“, analysierte John Patrick nach dem Spiel.

Doch im Gegensatz zu den letzten Wochen, behielt sein Team die Nerven und kam in der Crunchtime immer wieder durch Hill und Jones zu Punkten und fuhr letztendlich den ersten Sieg seit einem Monat ein. „Für uns war das ein sehr wichtiger Befreiungsschlag nach dieser schwierigen Zeit“, so Patrick weiter. Thorsten Leibenath hingegen sprach von „Passivität und Nachlässgikeiten im Angriff.“ Vielmehr ging er mit seinen Spielern hart ins Gericht: „Wir spielten einen Dreck zusammen. Eine absolute Frechheit.“ Dabei bezog er vor allem Stellung auf die vielen hergegebenen Offensivrebounds und die Einstellung seiner Spieler, die in seinen Augen ausschlaggebend waren für den Erfolg der Ludwigsburger.

Ulmer Aufholjagd wird nicht belohnt
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.