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Gießen ringt Oldenburg nieder

04.11.2018 || 01:59 Uhr von:
Ingo Freyer und Bjarne Kraushaar, GIESSEN 46ers
Der Impuls von Bjarne Kraushaar, ein treffsicherer Max Landis und ein starkes Schlussviertel führen die GIESSEN 46ers zum fünften Saisonsieg. Durch das 97:88 gegen die EWE Baskets Oldenburg springen die Gießener vorübergehend auf Tabellenplatz 3.

Mitte des dritten Viertels kam der Moment von Till Isemann. Der 22-jährige Center der Oldenburger, Leistungsträger in der ProB und diese Saison bisher nur mit einem BBL-Kurzeinsatz, nutzte seine Minuten. Auf einen Tipp-In folgte ein Block gegen Gießens Max Landis. Das Eigengewächs empfahl sich vor allem in dieser Phase für Backup-Minuten hinter Rasid Mahalbasic. Doch spielentscheidend war die Einwechslung eines anderen Spielers, der genau wie Iseemann vor allem im Farmteam in der ProB im Einsatz ist. Wahrscheinlich war er aber bisher vor allem in der ProB aktiv. Denn Bjarne Kraushaar verlängerte unter der Woche seinen Vertrag bei den 46ers vorzeitig bis in den Sommer 2021 und setzte gleich wichtige Akzente bei seinem ersten BBL-Spiel der Saison.

Nur eine Feelgood-Story mit Happy-End

Auf zwei Anspiele, die indirekt zu Korberfolgen führten, folgte ein And-1, obwohl er dabei unsportlich gefoult wurde. Nach dem erfolgreichen Bonusfreiwurf folgte wenig später ein zweiter artistischer Korbleger aus dem Pick-and-Roll zum 66:60. Bei Kraushaars Einwechslung 2:13 Minuten vorher stand noch der Spielstand 54:58 auf der Anzeigetafel. Auch wenn das zu Saisonbeginn am Knöchel verletzte Gießener Eigengewächs in der Folge noch einen Oldenburger 7:0-Lauf auf dem Parkett erlebte und defensiv dabei etwas Lehrgeld zahlte: Seine Einwechslung und die erfolgreichen Aktionen in einer kritischen Phase brachten Schwung in die 46ers-Offense und das Team auf die Siegerstraße.

Denn aus dem 69:69 vor dem Schlussviertel machten die Mittelhessen angeführt vom überragend treffenden Max Landis schnell eine 79:69-Führung. Der Guard, der beim Auswärtssieg in Ulm am letzten Samstag noch punktlos geblieben war, traf fünf seiner sechs Dreier und steuerte 32 Punkte zum fünften Saisonsieg bei. Der Topscorer versenkte anderthalb Minuten vor dem Ende dann auch den Dagger, nachdem Oldenburg den 10:0-Lauf nie kompensieren konnte. Richtig Probleme bekam der Vater von Zwillingen erst, als er nach dem Spiel die HUMBA anstimmen sollte.

Landis heiß, 46ers abgeklärter

Dass das Spiel so knapp in die letzte Viertelstunde ging, war fast überraschend. Bis dahin hatte Oldenburg die Partie eigentlich dominiert. Die Niedersachsen setzten Rasid Mahalbasic (20 Punkte, 10 Rebounds) immer wieder gut ein, der nur selten Gegenwehr von John Bryant zu spüren bekam. Aber auch der Gießener Bigman zeigte mit 18 Zählern und 9 Rebounds seine Klasse, selbst wenn nur fünf seiner 15 Feldwürfe im Netz zappelten.

Einen Lauf gewährte Gießen den Gästen in jedem der drei ersten Viertel. Diese Hypothek glichen die 46ers dann durch viel Energie wieder aus. Vor allem mit Starting-Point Guard Siyani Chambers wirkte der Angriff oft zu statisch. Sein Gegenüber Will Cummings legte zwar 17 Punkte auf und zeigte mehrfach seine Schnelligkeit. Doch ein kritischer Crunchtime-Ballverlust sorgte dafür, dass er in den letzten Minuten nicht mehr auf dem Feld stand.

Spieler wie Rickey Paulding, Karsten Tadda oder Nathan Boothe traten bei den bis dato ungeschlagenen Oldenburgern nicht in Erscheinung. Auch die zeitweise gute Partie von Till Isemann wurde etwas getrübt, durch die Anweisung vor allem seine Fouls zu nutzen. Dieser leistete der Youngster auch Folge und nach 7:57 Minuten kehrte er ausgefoult auf die Bank zurück.

Eher unsichtbar war bei Gießen auch Larry Gordon, der keine Zähler markierte und „nur“ sechs Rebounds von den Brettern pflückte. Dagegen war bei Gießen wieder auf die beiden deutschen Bigs Benjamin Lischka (14 Punkte, 8 Rebounds) und Mahir Agva (7 Punkte, 6 Rebounds) Verlass. Mit 15 Punkten war Oldenburgs bester Deutscher, Philipp Schwethelm, zwar etwas erfolgreicher, leistete sich aber auch mehrere vermeidbare Fehler. Allgemein traf Oldenburg zeitweise schlechte Entscheidungen, die gegen die Crunchtime-Experten aus Gießen am Ende den Unterschied ausmachten.

Gießen überholt Oldenburg vor nächsten Hürden

Zumindest über Nacht können die 46ers nun vom dritten Platz in der BBL grüßen. Die Oldenburger rutschten mit einem Sieg und einem Spiel weniger auf den fünften Platz ab, von dem sie auch am restlichen Spieltag nicht verdrängt werden können. In der kommenden Woche reist das Team von Mladen Drijencic dann zum FC Bayern, ehe sich nacheinander die beiden Aufsteiger in der EWE Arena die Ehre geben. Das Auswärtsspiel in München wartet auch noch im November auf Gießen. Alle vier Spiele bestreitet das Team von Ingo Freyer diesen Monat gegen letztjährige Playoff-Teilnehmer. Nach dem nächsten Spiel in Bamberg wartet am 17.11. das nächste Hessenderby. Nach den zwei Siegen des Vorjahres werden die 46ers dieses auch in dieser Spielzeit tabellarisch als Favorit bestreiten.

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