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NBA Awards: Die Redaktions-Tipps

16.10.2018 || 09:14 Uhr von: , , , ,
Der Saisonstart in der NBA steht unmittelbar bevor. Doch welche Akteure werden die Spielzeit 2018/19 prägen? Fünf basketball.de-Redakteure haben ihre Tipps für die individuellen Auszeichnungen abgegeben.

Most Valuable Player (MVP): „Jeder Kandidat hat gewisse Schwächen“

Christian: Anthony Davis. Der momentan beste Big Man der NBA schaltete in der Vorsaison in den Superstar-Modus und dominierte an beiden Enden des Feldes in großartiger Manier. Dabei wurde der zweitbeste Scorer (28,1 PpG, 61,2% TS), fünfbeste Rebounder (11,1 RpG) und führende Shotblocker der Liga (2,6 BpG) ins All-NBA First Team und All-Defensive First Team berufen. Zudem erhielt die MVP-verdächtige „Monobraue“ bei der Wahl zum wertvollsten Spieler die drittmeisten Stimmen.

Auch hat Davis in seinem Karrierejahr bewiesen, dass er gesund bleiben (wiederholt 75 Partien) und eine Playoffmannschaft anführen kann. So absolvierten die New Orleans Pelicans 2017/18 die zweiterfolgreichste Saison der jungen Franchise-Geschichte (48 Siege und Semifinal-Einzug).

Bringt der erst 25-Jährige die großen Wasservögel erneut zum Abheben – was durchaus realistisch erscheint –, wäre die Auszeichnung als MVP naheliegend. (Übrigens: Die Pellies werden wohl keine wesentlich schlechtere Bilanz als die Teams von LeBron James und Giannis Antetokounmpo aufweisen, die zwei weitere Top-Kandidaten sind.)

Justus: Ich widerspreche meinem Vorredner. Die Pelicans sind kein Top-Team. Der letzte MVP, der kein Top Team anführte (Russell Westbrook), legte das erste Mal seit Oscar Robertson ein Triple-Double im Schnitt auf. Die US-amerikanische Presse war allein wegen der Sensationsgeilheit fast dazu gezwungen, ihm daraufhin den MVP-Award zu verleihen. Ich glaube nicht, dass die Pelicans besser abschneiden als in der letzten Saison, weswegen ich ihn nicht als Favoriten sehe.

Mein Tipp: LeBron James. „The Chosen One“ hat die letzten Jahre keinen MVP-Award gewonnen, obwohl die NBA-Öffentlichkeit davon überzeugt ist, er sei der beste Spieler des Planeten. Bei den Lakers kann James an die Jahre bei den Cavs vor der „Decision“ anknüpfen. Wie romantisch wäre es, wenn LeBron die Lakers als Messias ins heilige Land der Playoffs führen würde? Exorbitant mehr Siege als in der letzten Saison sind den Lakers sicher – den Bärenanteil daran wird der „King“ haben, der gewiss noch zwei gute Jahre im Tank hat.

Simon: Ich sehe das wie Justus. Davis gehört unbestritten zu den fünf besten Spielern der Liga. Seine Statistiken in der Vorsaison nach dem Ausfall von DeMarcus Cousins und der Vollzeit-Beorderung auf die Fünf waren absolut MVP-würdig (30,2 PpG, 11,9 RpG, 3,2 BpG, 2,0 SpG). Allerdings glaube ich ebenfalls nicht, dass die Pelicans 50 Spiele oder mehr gewinnen und sich Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde sichern – Voraussetzungen für mich dafür, dass Davis die Auszeichnung bekommt. Den Lakers traue ich das jedoch ebenfalls nicht zu. Zudem hoffe ich für LeBron, dass er die Last in der Offensive nicht alleine schultern muss wie zuletzt in Cleveland.

Aus diesem Grund ist Kevin Durant mein Favorit auf den Award. Mit weniger Verletzungssorgen und mehr Tiefe im Kader (vor allem, wenn Cousins im Laufe der Saison dazukommen sollte) werden die Golden State Warriors auch in der Regular Season wieder das beste Team der NBA sein und einige Spiele mehr gewinnen als in 2017/18. Und KD wird als bester Akteur herausstechen.

Sven: Wie eng das MVP-Rennen werden wird, zeigt sich ja schon bei unseren Tipps. Denn ich habe einen anderen Favoriten. Aber zuerst mal zu euren Tipps. Bei Anthony Davis und LeBron James sehe ich die Situation genau wie Simon. In meiner Prognose erreicht keines der beiden Teams 50 Siege und landet auch nicht unter den ersten vier Plätzen in der Conference. „The Brow“ traue ich als Center theoretisch zwar Fabelstats zu. Ich bin jedoch skeptisch, ob er eine komplette NBA-Saison auf der Fünf bestehen kann. Davis hat selbst oft genug geäußert, dass er wegen der körperlichen Strapazen in der regulären Saison lieber auf der Vier aufläuft.

Widersprechen würde ich Simon jedoch, was den MVP Kevin Durant angeht. Ja, er ist vermutlich der beste Spieler der Golden State Warriors und damit des besten Teams der Liga. Dennoch ist Stephen Curry der wichtigste Spieler des Meisters. Das ganze System baut auf seinen Fähigkeiten auf. Daher sehe ich KD nicht einmal als MVP seines eigenen Teams.

Heimvorteil, 50 Siege, Fabelstats: Das alles prognostiziere ich 2018/19 für Giannis Antetokounmpo. Trotz fragwürdiger Trainer steigerte sich der 23-Jährige Jahr für Jahr und ist mittlerweile ein Anwärter auf eine Top-5-Platzierung im Spielerranking. Unter Mike Budenholzer sollten sowohl die Nummer 34 als auch sein ganzes Team nochmal einen gewaltigen Sprung machen. Denn das auf Spacing basierende Spielsystem des ehemaligen Hawks-Coaches ist wie geschaffen für den „Greek Freak“. Der Forward wird häufig mit vier Schützen auf dem Court stehen und dadurch immense Freiräume genießen. Deshalb stehen die Chancen gut, dass nach 2007 die begehrteste individuelle Auszeichnung erneut an einen Spieler der alten Welt verliehen wird.

Dominik: Ich schließe mich Christian an und nehme ebenfalls Anthony Davis. Den Punkt bezüglich „kein Spitzenteam, kein MVP“ kann ich nachvollziehen, aber dann würde es diese Saison schwer werden. Die Lakers, Bucks und Pelicans werden keine absoluten Spitzenteams sein. Boston ist zu ausgeglichen, Embiid offensiv noch nicht so weit, Leonard war lange verletzt, in Oakland nehmen sie sich gegenseitig die Stimmen weg und bei Harden denke ich, dass es bei ihm diese Regular Season etwas weniger wird als die letzten beiden.

Somit hat jeder Kandidat gewisse Schwächen und von diesem Punkt ausgehend, sehe ich Davis vorne. War er in den letzten Jahren schon überragend, hat er in der vergangenen Saison nochmals einen Schritt nach vorne gemacht. Die Verletzung von Cousins war für ihn und die Franchise wohl Glück im Unglück. Davis wurde kurz vor dem All-Star-Break der Vollzeitstarter auf der Fünf, was dem Team einen unheimlichen Schub verlieh und die Abhängigkeit der Pelicans von ihm nochmals mehr unterstrich, wie das Net-Rating zeigt (mit Davis: +9,2, ohne ihn: -7,1).

Kann er offensiv sein Niveau und seine Effizienz halten (Offensiv-Rating von 119), wird seine bessere Defense schlussendlich den Ausschlag gegenüber Antetokounmpo geben, denn beide Teams sind wahrscheinlich in gleichem Maße abhängig von ihren Superstars.

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