Anmelden oder registrieren

Isaac Bonga: „Ich bin froh, dass Moe da ist“

18.12.2018 || 10:27 Uhr von:
Nun sind es wirklich sieben Deutsche: Nach Moritz Wagner hat auch Isaac Bonga bei den Los Angeles Lakers seine ersten NBA-Minuten erhalten. Dirk Nowitzki ist ebenfalls wieder zurück auf dem Parkett, während Daniel Theis in Boston auftrumpft.

Dennis Schröder, Dirk Nowitzki, Daniel Theis, Maxi Kleber, Isaiah Hartenstein, Moritz Wagner und Isaac Bonga: Sieben deutsche Spieler sind in der Saison 2018/19 in der NBA aktiv. Monatlich blickt basketball.de auf deren Leistung.

Dennis Schröder

Der Point Guard befindet sich mit den Oklahoma City Thunder in der Spitzengruppe der Western Conference. Nur die Denver Nuggets und die Golden State Warriors weisen aktuell eine bessere Bilanz als OKC auf. Und auch persönlich läuft es für den 25-Jährigen derzeit sehr ordentlich. Hervorzuheben ist sein Auftritt im Auswärtsspiel bei den Golden State Warriors, wo er das Team mit 32 Punkten, 4 Assists und 4 Rebounds zum 123:95-Sieg führte.

Schröder spielte einen starken November und kam in durchschnittlich 30,2 Minuten auf 18,2 Punkte bei einer Feldwurfquote von 44,6 Prozent. Zudem legte er 4,6 Assists und 4,4 Rebounds pro Partie auf, allerdings auch 3,0 Turnovers. Im Dezember fielen die Stats bislang etwas ab (28,3 MpG; 15,9 PpG; 44,1% FG; 3,5 RpG; 3,6 ApG). Alles in allem hat der Nationalspieler seine Rolle als Backup-Point Guard und Anführer der zweiten Fünf schnell gefunden. Der Point Guard wäre aktuell ein aussichtsreicher Kandidat, wenn es um die Vergabe des „Sixth Man of the Year“-Awards geht.

Besonders gut spielt OKC in dieser Saison, wenn Schröder mit den vier Startern Terrance Ferguson, Paul George, Jerami Grant und Steven Adams aufläuft. Diese Aufstellung kommt zwar nur in jeder zweiten Partie zum Einsatz, doch dann ist dieses Quintett mit einem Net-Rating von +24,2 Punkten pro 100 Ballbesitze sehr erfolgreich. Seit Mitte November spielt Schröder allerdings auch viel mit Russell Westbrook statt Ferguson zusammen, was sich positiv auf die Offensive der Thunder auswirkt. Es ist festzustellen, dass die beiden Spielmacher große Fortschritte gemacht haben, was das Zusammenspiel betrifft. Während OKC mit Schröder und Westbrook gemeinsam auf dem Parkett im ersten Saisonmonat noch ein negatives Net-Rating hatten, erzielt das Team mit dem Duo seitdem 16,1 Punkte pro 100 Ballbesitze mehr als die gegnerische Mannschaft.

Verantwortlich dafür ist unter anderem Schröders Verbesserung bei den Dreipunktewürfen aus dem Catch-and-Shoot. Diese verwandelt er in dieser Spielzeit zu 36 Prozent. Damit hat er sich um 7,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Auch in der Defense macht der 25-Jährige einen besseren Job als während seiner Zeit in Atlanta. Mit weniger Verantwortung im Angriff wirkt Schröder nun engagierter in der Verteidigungsarbeit, was auch die Zahlen belegen. Im November sammelte er 1,4 Steals pro Spiel (Karrieredurchschnitt 0,8 SpG). Seine zugelassene Feldwurfquote liegt bei 44,2 Prozent und ist damit um 1,1 Prozentpunkte besser als die durchschnittliche Wurfquote seiner Gegenspieler. In der Saison 2017/18 gehörte Schröder mit einer zugelassenen Quote von 48,6 Prozent zu den schwächsten Startern auf der Eins, während er diese Saison in dieser Statistik zu den besseren Guards gehört. Auch Coach Billy Donovan lobte zuletzt Schröders Einsatz in der Defense.

Daniel Theis

Für Schröders Kumpel Daniel Theis lief es ebenfalls gut in den vergangenen 30 Tagen. Nachdem der Nationalspieler Anfang November wegen eines leichten Risses der Plantarfaszie in seiner rechten Fußsohle sechs Spiele verpasst hatte, profitierte er zuletzt selbst von einigen Verletzungen von Mitspielern und sprang für diese in die Bresche. In Abwesenheit von Al Horford und Aron Baynes startete Theis sogar am 8. Dezember im Heimspiel gegen die Chicago Bulls sowie zwei Tage später gegen die New Orleans Pelicans. Ersteres Spiel wurde auch noch zu einem denkwürdigen: Die Celtics fuhren den höchsten Sieg in der Ära von Brad Stevens ein (133:77), und Theis‘ Plus-minus-Wert von +50 war der höchste der langen Franchise-Geschichte. Theis kam dabei auf persönliche NBA-Karrierebestleistungen von 32 Minuten, 22 Punkten, 5 Assists und 4 Blocks. Mit zusätzlich zehn Rebounds schaffte er auch ein Double-double.

Doch dies war nicht der einzige starke Auftritt von Theis in letzter Zeit. Am vergangenen Freitag legte er gegen die Atlanta Hawks 18 Punkte und 7 Rebounds in 21 Minuten auf. Auch in den weiteren Partien war der 26-Jährige während seiner Einsatzzeit sehr produktiv. Neben seinen bekannten Fähigkeiten als Rebounder, Inside-Scorer und Energizer waren zuletzt allen voran seine Fortschritte als Distanzschütze auffällig. In den letzten Wochen kommt Theis auf eine Dreierquote von 44,4 Prozent bei 1,5 Versuchen pro Partie. „Ich hatte viel Zeit über den Sommer, um an meinem Wurf zu arbeiten“, sagte der Nationalspieler neulich zu Bostoner Medien. „Es war mein Ziel, konstanter zu werfen. Hoffentlich kann ich das über die gesamte Saison halten.“

Theis musste eine Zeit lang auf seine Chance warten und nutzt diese nun wie schon in der Vorsaison gut. „Er spielt großartig, wenn er gesund ist“, sagte sein Coach über ihn nach dem Spiel gegen Chicago. „Es ist schön, dass er wieder zu seinem Rhythmus zurückgefunden hat, den er gegen Detroit hatte, als er sich verletzt hat.“ In dieser Begegnung hatte Theis 17 Punkte und 8 Rebounds erzielt.

Nebenbei haben auch die anfangs schwächelnden Celtics wieder in die Spur gefunden. Nach der Rückkehr des Deutschen gewann Boston zwischenzeitlich acht Spiele in Folge und liegt mit einer Bilanz von 18-11 auf dem fünften Platz der Eastern Conference.

Maxi Kleber

Auch Maxi Kleber schwebt mit seinem Team trotz der zwei jüngsten Niederlagen auf einer Erfolgswelle. Nach schwachem Saisonstart sind die Dallas Mavericks zurück im Playoff-Rennen. Seit Mitte November gewannen die Mavs 12 ihrer 17 Spiele. Einen Anteil daran hat auch Kleber, der Teil der wohl besten Bank der Liga ist. Die Lineup mit Kleber, J.J. Barea, Devin Harris, Dorian Finney-Smith und Dwight Powell ist sogar eine der besten der ganzen NBA. In 59 Minuten erspielte diese Aufstellung ein Net-Rating von +21,8. Kleber hat sogar das beste Net-Rating aller Mavs-Rotationsspieler (on court: +14,6; off court: -5,1).

Zufall ist dieser Fakt nicht, auch wenn natürlich auch vier Mitspieler mit Kleber auf dem Parkett stehen. Der 26-Jährige macht das Feld breit, kann das Pick-and-Pop spielen und auch zum Korb ziehen. In der Defense kann er dank seiner Mischung aus Beweglichkeit und Länge mehrere Positionen verteidigen und dank seines ausgezeichneten Timings auch Würfe blocken. Nach dem 111:102-Sieg über Portland adelte ihn Coach Rick Carlisle: „Er macht auf beiden Enden des Feldes den Unterschied aus.“

Verbesserungsbedarf besteht allerdings nach wie vor bei dem Distanzwurf. Nach hoffnungsvollen 38,5 Prozent im Oktober fiel Klebers Quote auf 30,0 im November und eiskalte 15,0 im laufenden Monat. Trotz seiner sehr guten Saison ist das Potenzial beim Power Forward also noch längst nicht ausgeschöpft.

Isaiah Hartenstein

Bis Anfang Dezember war Hartenstein dauerhafter Bestandteil des Rockets-Kaders. Im November kam der Big Man in jeder Partie zum Einsatz, manchmal nur für ein paar, manchmal für bis zu 15 Minuten. Eine Kostprobe seines Könnens zeigte der 20-Jährige Mitte November gegen die Golden State Warriors, wo er sechs Punkte (darunter ein Dreier) und fünf Rebounds sammelte. Zwei Wochen später erzielte er in Dallas fünf Zähler sowie drei Boards. Zudem gelingt ihm ab und zu der eine oder andere Block oder Steal. Allerdings ist Hartenstein nach wie vor sehr foulanfällig. Gegen die Detroit Pistons kassierte er in lediglich elf Minuten Spielzeit fünf Fouls, in der Partie bei den Dallas Mavericks bei gleicher Einsatzzeit deren vier.

Nach der Rückkehr von Backup-Center Nene Hilario wurde Hartenstein in das G-League-Team der Rockets beordert, für das er nun seit knapp zwei Wochen spielt. Bei den Rio Grande Valley Vipers dominiert er bislang und kommt in drei Spielen auf durchschnittlich 24,3 Punkte (67,3% FG), 17,3 Rebounds, 5,3 Assists und 3,7 Blocks. Negativ zu bemerken sind auch hier die 4,7 Fouls pro Partie sowie 5,3 Ballverluste.

Moritz Wagner

Am längsten auf dem Parkett stehen durfte Wagner am vergangenen Sonntag im Auswärtsspiel bei den Washington Wizards. In 17 Minuten kam der Big Man auf zwölf Punkte (5/7 FG) und drei Rebounds. Auch Anfang des Monats gegen die Phoenix Suns scorte er zweistellig (10 Pkt, 3/8 FG, 3 Reb). In zweiterer Partie gelangen ihm nach ein paar Kurzeinsätzen ohne Punkte auch die ersten NBA-Zähler. Der 21-Jährige gibt zu, dass es nicht einfach ist, nur wenig Spielzeit zu bekommen. Doch von Resignation keine Spur: Wagner gibt im Training Vollgas und feuert bei den Spielen die Teamkollegen enthusiastisch an.

Deswegen erntete der Big Man zuletzt auch Lob von LeBron James: „Er spricht während des gesamten Spiels, versucht Wege zu finden, dem Team zu helfen oder einfach nur defensiv zu kommunizieren.“

Obwohl Wagner insgesamt noch nicht so viel aufs Parkett durfte, erhält der Rookie auch jede Menge Anerkennung von seinem Trainer für seine Leistungen im Training. „Er kommuniziert viel und spielt hart. Er ist sehr kompetitiv, was uns sehr gefällt. Er stellt gute Blöcke, kann passen, werfen und mag Trash-Talk“, gab Luke Walton nach dem Phoenix-Spiel zu Protokoll. „Das sind einige Dinge, die wir bei den Trainingseinheiten predigen.“

In den vergangenen Partien erhielt Wagner nach und nach mehr Einsatzzeit. Sein Coach verriet, dass der Rookie mit seinen Fähigkeiten gut ins Team passe, wenn LeBron auf dem Feld steht. Es ist also durchaus möglich, dass nach einer längeren Geduldsprobe nun die Zeit für mehr Minuten gekommen ist.

Isaac Bonga

Isaac Bonga betrat am 7. Dezember erstmals das NBA-Parkett und erzielte einen Tag später per Freiwurf seinen ersten Punkt, dem er in drei weiteren Einsätzen fünf weitere Zähler folgen ließ. Am vergangenen Samstag erzielte er gegen die Charlotte Hornets in sechs Minuten zwei Punkte, zwei Steals, einen Rebound und einen Assist. Bonga wurde aufgrund des Ausfalls von Flügelspieler Brandon Ingram vom G-League-Team, den South Bay Lakers, in den NBA-Kader berufen. „Wir sind zuversichtlich, dass er rausgehen und uns in der Defense und als Ballhandler helfen kann, wenn wir ihn brauchen“, sagte Lakers-Coach Walton über den 19-Jährigen.

Zuvor überzeugte Bonga in der G-League. In seinen acht Einsätzen seit Mitte November kam er auf durchschnittlich 13,9 Punkte (42,4% FG; 41,2% 3FG), 6,5 Rebounds, 2,6 Assists, 1,9 Steals und 4,3 Turnovers. „Die Erfahrung aktuell in der G-League fühlt sich ziemlich gut an“, sagte das Talent selbst über seine vergangenen Wochen. „In den ersten paar Spielen musste ich mich vielleicht etwas an alles gewöhnen: das Spieltempo, die Leute hier. Aber seitdem ich mich daran angepasst habe, läuft es gut für mich.“

Bongas Teamkollege und Landsmann Wagner erzählte neulich, dass sich der Guard seit der Preseason kontinuierlich verbessert und an Selbstvertrauen gewonnen habe. Wenn die beiden zusammen sind, ist die Sprache nach wie vor Deutsch. Bonga erklärte, dass es hilfreich sei, Wagner um sich herum zu haben. „Das wirklich Gute an Moe ist, dass er jemand ist, der ehrlich ist und dich ermutigt und motiviert. Besonders in dieser Liga. Ich bin sehr froh, dass Moe da ist.“

Wie lange die beiden denselben Locker Room teilen werden, bleibt abzuwarten. Es ist zu erwarten, dass Bonga demnächst wieder in der G-League spielen wird. Bis dahin kann er aber noch die Zeit beim Team der Los Angeles Lakers genießen.

Dirk Nowitzki

Erfreuliche Nachrichten auch rund um Dirk Nowitzki. Die Mavs-Ikone ist endlich in seine 21. Saison gestartet und kam am vergangenen Donnerstag erstmals zum Einsatz. Und es dauerte nicht lange bis zu seinem ersten Korberfolg. Einen Sieg konnte der Power Forward seit seiner Rückkehr aufs Spielfeld noch nicht feiern. Sowohl gegen die Phoenix Suns als auch gegen die Sacramento Kings verlor Dallas.

In den ersten zwei Partien kam Nowitzki nur sechs bzw. acht Minuten zum Einsatz. Es wird interessant sein zu sehen, wie Coach Carlisle den 40-Jährigen in die so gut funktionierende zweite Fünf integrieren wird. Bislang erhielt Nowitzki vor allem die Minuten, die zuvor Landsmann Kleber spielte. Gemeinsam standen die beiden gebürtigen Würzburger noch nicht auf dem Parkett. Ob sich die ändern wird, bleibt abzuwarten.

Statistiken der letzten 30 Tage

SpielerSpieleMpGPpGFG%RpGApG
Dennis Schröder1428,716,242,13,83,9
Daniel Theis1216,68,657,74,11,1
Maxi Kleber1116,56,036,73,00,9
Isaiah Hartenstein86,81,450,01,10,4
Moritz Wagner76,43,941,71,40,7
Isaac Bonga53,41,228,60,80,6
Dirk Nowitzki27,32,533,32,50,0
Isaac Bonga: „Ich bin froh, dass Moe da ist“
5 (100%) 1 vote
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.