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From Zero to Hero – Die Geschichte des Jimmy Butler

31.08.2013 || 03:58 Uhr von:
Vom Obdachlosen zum Millionär. Jimmy Butler hat in seinem jungen Leben schon viel durchgemacht. Er hatte einige Zeit keine Familie, nun ist er Teil von zwei Familien. Jimmy Butler wurde am 14. September 1989 in einem...

Vom Obdachlosen zum Millionär. Jimmy Butler hat in seinem jungen Leben schon viel durchgemacht. Er hatte einige Zeit keine Familie, nun ist er Teil von zwei Familien.

Jimmy Butler wurde am 14. September 1989 in einem kleinen Örtchen nahe Houston geboren. Doch kaum war Butler auf der Welt, kam der erste Rückschlag – bereits kurz nach der Geburt verließ sein Vater die Familie. Seine Kindheit musste Jimmy also ohne Vater überstehen, umso schlimmer ist es, dass einige Jahre später auch seine Mutter kein Interesse mehr an ihm zeigte. Sie setzte ihn vor die Tür – Butler war obdachlos und musste sich alleine durchs Leben kämpfen. Dabei gab ihm der Sport den Halt, den er benötigte. Zunächst American Football, doch schon bald entdeckte Butler seine wirkliche Liebe für den orangenen Ball. Butler flüchtete in die Halle, trainierte wie ein Verrückter, eigentlich nur um auf andere Gedanken zu kommen. Doch genau dort lernte er eine Person kennen, die sein Leben verändern sollte: Jordan Leslie.

Leslie lebte selbst in einer Patchwork Family, insgesamt sieben Kinder waren sie – und dazu auch noch Jimmy Butler. Und aufgrund des Zusammenhalts der Geschwister durfte Butler bleiben, ein neues Gefühl für ihn, zuvor durfte er nie mehr als 3 Nächte irgendwo bleiben. Leslie wurde zu Butlers bestem Freund. Und auch die Eltern von Leslie sahen Butler nach einiger Zeit als volles Mitglied der Familie. Es war die erste wirkliche Familie für ihn, die erste wahre Familie.

Zudem zahlte sich Butlers harte Arbeit aus. In seinem letzten Highschooljahr legte er 19,9 Punkte und 8,7 Rebounds auf. Doch die große Aufmerksamkeit zieht er nicht auf sich, er schreibt sich in einem Junior – College ein. Im ersten Spiel erzielt Butler 34 Punkte. Nach seinem ersten Jahr hätte er auf die University of Kentucky gehen können, er hätte vielleicht dort den direkten Sprung in die NBA schaffen können, doch er entschied sich anders. Er entschied sich für Marquette, da er dort die besten Chancen auf einen guten akademischen Abschluss sah. Jimmy Butler war auf dem Boden geblieben, er wusste ganz genau was er hatte.

Bei Marquette saß er zunächst nur auf der Bank, spätere NBA Spieler Wes Matthews und Lazar Hayward waren in der Nahrungskette klar vor ihm. Doch Butler kämpfte. Er kämpfte um Minuten auf dem Court, er kämpfte um seinen Traum in der NBA zu spielen. Coach Buzz Williams wusste um sein Potential, wollte ihn aber nicht zu schnell verheizen, er kannte die Geschichte von seinem Schützling. Butler konnte nicht aufgeben, dieses Wort kannte er nicht. In seiner letzten Saison am College kam Butler am Ende auf 15,7 Punkte, 6,1 Rebounds, 2,3 Steals und 1,4 Steals bei guten Quoten aus dem Feld und von der Linie. Am Ende ging sein Traum in Erfüllung. Mit dem 30. Pick des 2011er Drafts wählten die Bulls Jimmy Butler. Er weinte an diesem Tag. Von der Straße in die NBA. Er hatte es geschafft.

Doch auch der Weg in der NBA ist steinig, besonders als Rookie. Nur 8,5 Minuten sah er im Schnitt in seiner ersten Saison, magere 2,6 Punkte erzielte er. In der Saison 2012-2013 profitierte Butler besonders von Derrick Rose, Rip Hamilton und Luol Deng – er hat Glück im Unglück. Denn durch die Verletzungen der Starspieler der Bulls wurden bei Butler aus 8,5 Minuten immerhin mehr als 8,5 Punkte, er spielt alle 82 Spiele und somit 40 mehr als im Vorjahr. In der zweiten Hälfte des Jahres steht er regelmäßig in der ersten Fünf der Bulls. Butler wuchs in einem 10.000 Seelen Ort auf, nun spielte er jede Nacht vor dem größten Publikum der NBA, vor über 20.000 Fans in Chicago. Jimmy Butler machte sich gegen Superstars wie Kobe Bryant einen Namen, kaum jemand verteidigt härter als er, zudem wirft er solide 38% von „Downtown“. Seine harte Spielweise zeigt sein bisheriges Leben.  Er beißt sich durch.

Doch seine Reise 2013 war noch nicht zu Ende. In der ersten Runde spielen die Bulls gegen die Brooklyn Nets. Es ist eine harte Serie über 7 Spiele. Butler muss sich ständig mit Deron Williams oder Joe Johnson messen, Spieler die locker das Fünffache verdienen wie er. Doch die zweite Familie im Leben von Jimmy Butler hält zusammen, trotz unzähliger Verletzungen von Stammspielern. Gemeinsam ringen die Bulls die Nets nieder, Butler spielt im Schnitt satte 38 Minuten. Und auch die nächste Runde der Playoffs beginnen die Bulls mit einem Paukenschlag. 93:86 Sieg bei den Miami Heat, trotz der Ausfälle von Rose, Deng und Co. Jimmy Butler glänzt mit 21 Punkten, 14 Rebounds, drei Assists, neun von zehn Freiwürfen und wichtigen Punkten am Ende des Spiels. Zwar endete die  Reise der angeschlagenen Bulls gegen Miami, allerdings konnte Jimmy „Bucket“ mit durchschnittlich 15,6 Punkten, 6,4 Rebounds, 2,2 Assists und 1,6 Steals auf sich aufmerksam machen. 95% Freiwürfe und  42% 3er – Quote zeigen bereits, dass er auf großer Bühne spielen kann, zumal ein gewisser LeBron James sein Gegenspieler war.

Butler scheint den Bulls die Frage nach Starter auf der Shooting Guard Position beantwortet zu haben, dabei hätte am Anfang der Saison keiner gedacht, dass der zukünftige Starter bereits im eigenen Team ist. Aber eigentlich hätte man es erwarten können, denn Jimmy Butler hat bis jetzt fast alles erreicht, was er sich vorgenommen hat. Mit viel harter Arbeit. Vom Obdachlosen zum Millionär mit zwei Familien.

From Zero to Hero – Die Geschichte des Jimmy Butler
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tkobe124
tkobe124 1. September 2013 um 10:35 Uhr

Ein wirklich harter Arbeiter! Aufgrund seiner Vorgeschichte aber auch nicht verwunderlich.. In seiner ersten Saison fand ich es schon schade, dass er nur so wenig Spielzeit bekam, umso erfreulicher war es natürlich, dass er letztes Jahr seinen Durchbruch schaffte. Er entwickelte sich zu einem meiner Lieblingsspieler und dass ohne einer dieser Superstars zu sein. Bin echt gespannt ihn an der Seite von DRose spielen zu sehen. Er braucht definitiv einen stabilen Distanzschuss, um das Spielfeld breit zu machen und Rose die Räume zu geben die er benötigt. Defensiv ist er ohnehin schon einer der besten Verteidiger.

courtbeastie
courtbeastie 1. September 2013 um 16:48 Uhr

Toller Artikel. Klingt fast wie das Drehbuch zu einem Hollywood – Streifen & erinnert mich stark an den Film „The blind side“…

Es ist schön, dass das Leben auch in der Realität solche Geschichten schreibt!

    nicthequick
    nicthequick 2. September 2013 um 1:15 Uhr

    Michael Oher hatte wirklich eine ähnliche Lebensgeschichte. Und der ist ja bekanntlich letzte Saison NFL Champion geworden. Vielleicht schafft JB das ja mit den Bulls auch noch.

tkobe124
tkobe124 3. September 2013 um 22:43 Uhr

Weil ich gerade einen Artikel über Tony Snell den First Round Pick der Bulls gelesen habe, stellt sich mir die Frage, ob es ihm ähnlich ergehen wird wie Butler in seiner ersten Saison? Oder hat er die Chance auf mehr Spielanteile? Wohl eher nicht, da Deng ja auf seiner Position gesetzt ist..
Snells hart arbeitende Einstellung passts jedenfalls auch schon mal sehr gut zu den Bulls 😉

    nicthequick
    nicthequick 7. September 2013 um 22:19 Uhr

    Thibs ist kein wirklicher Freund von Rookies, zudem stehen mit Deng, Butler und Dunleavy gleich mehrere potentielle Spieler auf der 3 vor ihm, egal wie er in der Summer League oder Preseason spielt/gespielt hat. Luol Dengerous ist eh gesetzt und hatte in den letzten beiden Jahre wohl auch mit die meisten Minuten im Schnitt der gesamten Liga (~40). Vllt kann er ein paar Minuten abfangen, aber wirklich Hoffnung sollte man sich nicht machen. Ansonsten klingt Snell nach einem passenden Spieler für Organisation und Team.

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