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Maxi Kleber: „Ich fühle mich jetzt wohl mit meinem neuen Wurf“

19.11.2018 || 17:27 Uhr von:
Maxi Kleber und Dennis Schröder können auf einen guten ersten Saisonmonat zurückschauen. Wie es für die sieben deutschen NBA-Spieler in den ersten Wochen lief, erfahrt ihr in unserer Zwischenbilanz.

Dennis Schröder, Dirk Nowitzki, Daniel Theis, Maxi Kleber, Isaiah Hartenstein, Moritz Wagner und Isaac Bonga. Sieben deutsche Spieler sind in der Saison 2018/19 in der NBA aktiv. Monatlich blickt basketball.de auf deren Leistung.

Maxi Kleber

Die Dallas Mavericks starteten leicht unter den Erwartungen in die NBA-Saison 2018/19. Dies lässt sich jedoch nicht über Maxi Kleber sagen. Nach einer soliden Rookie-Saison arbeitete der Würzburger über den Sommer an seinen Schwächen, wie dem Dreipunktewurf. So konnte er in den ersten acht Spielen im Oktober 38,5 Prozent seiner Dreipunktewürfe versenken. Zum Vergleich: Über die ganze letzte Saison fielen nur 31,3 Prozent seiner Dreier. „Die ersten Spiele liefen sehr gut für mich“, erklärte Kleber kürzlich im Gespräch mit Medienvertretern.

Doch in den bisherigen sieben Spielen im November fiel seine Quote dann sogar unter die des Vorjahres und liegt momentan bei 26,3 Prozent. Eine Erklärung hat der Power Forward auch parat: „Ich brauchte viel Zeit, um es [mit dem neuen Wurf] herauszufinden. Wenn du deinen Wurf änderst, möchtest du so viele Wiederholungen wie möglich haben. In den vergangenen Wochen haben wir allerdings nicht oft trainiert. Wenn wir in der Halle und nicht auf Reise sind, versuche ich, so viele Würfe wie möglich zu nehmen, denn das ist wichtig für mich. Ich fühle mich jetzt wohl mit meinem neuen Wurf, aber ich brauche immer noch so viele Wiederholungen wie möglich.“ Die Verbesserungen an seiner Wurftechnik lassen sich jedoch mit bloßem Auge feststellen. Kleber wirft nun höher und mit deutlich mehr Bogen.

Doch auch abseits des noch wackeligen Dreiers ist Kleber sehr wertvoll für die Mavericks. Gerade als Verteidiger spielt er eine große Rolle. Seine Fähigkeiten als Shotblocker konnte Kleber schon teilweise letztes Jahr unter Beweis stellen. Doch hat er sich auch in dieser Hinsicht nochmal verbessert.

Momentan kommt er auf 1,5 Blocks pro Spiel. Gerade als Help-Defender, aber auch im Eins-gegen-eins ist Kleber mehr als solide. Besonders beeindruckend: Der 26-Jährige fällt so gut wie nie auf einen Fake des Gegners herein, sondern wartet auf die perfekte Gelegenheit, um die Richtung des gegnerischen Wurfs zu verändern. Des Weiteren hat er sich die Fähigkeit angeeignet, beim Versuch zu blocken vertikal nach oben zu springen, um Fouls zu verhindern. „Ich weiß, dass ich verlässlich bin in der Defense“, sagt Kleber. „Das ist der Grund dafür, dass ich spiele. Ich habe [im Sommer] an meinem Offensivspiel gearbeitet, damit ich mehr Einsatzzeit bekomme.“

Insgesamt ist Klebers Vielseitigkeit in der Defense einer der Gründe, warum ihn Coach Rick Carlisle bislang knapp 20 Minuten pro Spiel aufs Feld schickt. Dazu sagt Kleber: „Ich weiß was für ein Typ Spieler ich bin. Ich komme immer über die Energie, und wenn ich viel Energie habe, spiele ich auch gut.“

Und die Präsenz des Power Forwards in der Defensive zeigt Wirkung. Die Mavs belegt laut NBA Stats aktuell immerhin Platz elf beim Defensiv-Rating (106,8 zugelassenen Punkte pro 100 Ballbesitze). In der Offensive läuft es noch etwas besser bei den Texanern (Offensiv-Rating: 108,3), was auch an der soliden Leistung der Bankspieler wie Kleber liegt. In den Minuten, die der Nationalspieler auf dem Feld steht, kommt er auf 6,3 Punkte pro Partie. Dabei ist gerade das Zusammenspiel mit Veteran J.J. Barea und Dwight Powell sehr effektiv. In dieser Kombination erzielt Dallas 7,4 Punkte pro 100 Possessions mehr als der Gegner.

Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki konnte in der laufenden Spielzeit noch kein Spiel bestreiten. Die langwierige Knöchelverletzung, wegen der er operiert werden musste, zog sich länger hin als erwartet. Mittlerweile hofft der 40-Jährige, in ein paar Wochen wieder einsatzbereit zu sein. Dann wird Nowitzki wahrscheinlich das erste Mal seit sehr langer Zeit von der Bank kommen. Inwieweit das die Spielanteile von Landsmann und Teamkollege Kleber einschränken wird, bleibt abzuwarten.

Daniel Theis

Nach einer erfolgreichen Rookie-Saison 2017/18 bei den Boston Celtics startete Daniel Theis etwas holprig in diese Spielzeit. Man merkte, dass dem 26-Jährigen aufgrund der Meniskusverletzung, die er sich spät in der Vorsaison zugezogen hatte, die Spielpraxis fehlte. Umso bitterer, dass sich Theis gerade in seinem besten Spiel diese Saison erneut verletzte. Beim Sieg seiner Celtics gegen die Detroit Pistons Ende Oktober legte er starke 17 Punkte und 7 Rebounds in nur 19 Minuten Spielzeit auf und schien wieder an die gute Form der Vorsaison anschließen zu können.

Danach musste Theis erstmal für sechs Spiele aufgrund eines leichten Risses der Sehnenplatte in der rechten Fußsohle von der Seitenlinie aus zusehen. Da die Verletzung doch nicht so schlimm war wie anfangs befürchtet, konnte der Nationalspieler schon nach etwa zwei Wochen überraschenderweise wieder aufs Feld zurückkehren und kam gegen die Portland Trail Blaizers und Chicago Bulls zu Kurzeinsätzen. In der jüngsten Partie gegen die Utah Jazz stand er zwölf Minuten auf dem Parkett. Dabei erzielte er sieben Punkte und zwei Rebounds.

Nach seiner vollständigen Heilung kann erwartet werden, dass Theis weiterhin ein fester Bestandteil der Celtics-Rotation sein wird. Coach Brad Stevens schätzt den 26-jährigen Big Man für die Energie, die er aufs Spielfeld bringt und für seine Variabilität in der Defense.

Moritz Wagner

Mit einer Verletzung hatte auch Moritz Wagner zum Saisonstart zu kämpfen. Der Rookie der Los Angeles Lakers musste auch nach Wiedergenesung von der Knieverletzung, die er sich während der Summer League im Juli zuzog, eine Zeit lang auf sein NBA-Debüt warten. Die Verletzung sorgte auch dafür, dass Wagner große Teile des Training Camps verpasste und kein Preseason-Spiel bestreiten konnte. Das wäre jedoch besonders wichtig für den Erstjahresprofi gewesen, um sich an die NBA-Geschwindigkeit und -Physis gewöhnen zu können.

Mittlerweile ist Wagner wieder einsatzbereit und befindet sich auch im Kader der Lakers. Am vergangenen Samstag erhielt der gebürtige Berliner bei der Niederlage der Los Angeles Lakers in Orlando seine ersten beiden NBA-Minuten. Zuvor kam der 21-Jährige im G-League-Team der Lakers, den South Bay Lakers, in einem Spiel zum Einsatz. Im ersten Saisonspiel des Farmteams gegen die Stockton Kings kam er in 29 Minuten auf 17 Punkte und 7 Rebounds.

Ob er im weiteren Saisonverlauf mit regelmäßigen Minuten rechnen kann, ist auch in Anbetracht der kürzlichen Verpflichtung der Lakers von Tyson Chandler noch unklar.

Isaac Bonga

Bei den South Bay Lakers kam auch der andere deutsche Draft-Pick der Lakers zum Einsatz. Isaac Bonga erzielte im ersten Saisonspiel gegen die Stockton Kings starke 27 Punkte, 9 Rebounds und 3 Assists. Die Lakers verloren das Spiel trotzdem knapp mit 106:108. Einige Tage später kam es zur erneuten Begegnung der beiden Farmteams – und erneut verloren die Lakers, diesmal deutlich mit 87:120. Auch Bonga konnte nicht überzeugen und kam nur auf 9 Punkte, 6 Rebounds und 2 Assists. Aufgrund von Foulproblemen bestritt der 19-Jährige 28 Minuten, bevor er mit seinem sechsten Foul vom Platz musste.

Noch zwei weitere Male legte Bonga mehr als 20 Punkte auf: am vergangenen Donnerstag gegen die Salt Lake City Stars (22 Pkt, 5 Stl, 4 Reb, 4 Ast) und in der Nacht auf Montag, wo er – erneut gegen Salt Lake City – 25 Punkte auflegte und 5 seiner 9 Dreipunktewürfe traf. Nach 7 Partien steht Bonga bei durchschnittlich 17,0 Punkten (50,0% FG; 48,5% 3FG), 5,4 Rebounds, 2,6 Assists und 3,0 Turnovers in 28,9 Minuten pro Partie. Vor allem seine bis jetzt hervorragende Dreierquote ragt positiv heraus. In diesem Bereich scheint der 19-Jährige in der vergangenen Offseason gewaltige Fortschritte gemacht zu haben (Dreierquote 17/18 bei den FRAPORT SKYLINERS: 34,4%).

Der ehemalige Frankfurter wird weiterhin in der G-League Erfahrung sammeln dürfen und nur im Ausnahmefall in den Kader des NBA-Teams berufen werden. Dennoch bleibt er ein vielversprechendes Talent mit hervorragenden physischen Voraussetzungen.

Isaiah Hartenstein

Mit der G-League kennt sich auch Isaiah Hartenstein aus. Der Spieler der Houston Rockets verbrachte die komplette letzte Saison bei dem Farmteam der Texaner, den Rio Grande Valley Vipers. Mittlerweile ist der Big Man im Kader der Rockets angekommen und bekommt dort auch regelmäßig Einsatzzeiten. Auch aufgrund der Verletzung von Nene schickt Coach Mike D’Antoni den 20-Jährigen regelmäßig aufs Parkett. In bisher 14 Einsätzen kam Hartenstein auf eine durchschnittliche Spielzeit von neun Minuten.

Dabei handelte es sich nicht nur um Minuten in der Garbage-Time, sondern auch oft um Einsatzzeit, wenn Starter Clint Capela eine Verschnaufpause brauchte. Während seiner Zeit auf dem Parkett kam er bisher auf 2,5 Punkte und 1,9 Rebounds pro Spiel. Trotz vieler Fehler deutet der Nationalspieler an, was die Rockets in ihm sahen, als sie ihn im Draft 2017 an 43. Stelle auswählten. Seine Länge und Athletik passen perfekt ins moderne Spiel der NBA und ins Konzept von Houston. Im Pick-and-Roll mit Chris Paul oder James Harden konnte Hartenstein schon das ein oder andere Mal spektakulär per Dunking abschließen.

Auch in der Defensive zeigte er die richtigen Instinkte, um als Shotblocker die Defensive abzusichern (0,5 BpG). Das größte Problem für Hartenstein liegt weiterhin in seiner Foulanfälligkeit. Er verteidigt noch zu oft mit seinen Händen anstatt sich auf seine Länge und Athletik zu verlassen. Gerade im Switch gegen Guards macht er noch keine gute Figur.

Es wird interessant zu sehen sein, wie sich Hartenstein im weiteren Saisonverlauf entwickelt und ob er weiterhin Spielzeit bekommen wird, sobald Nene von seiner Verletzung zurückkehrt.

Dennis Schröder

Dennis Schröder startete mit seinem neuen Team, den Oklahoma City Thunder, schlecht in die Saison. Das Team verlor die ersten vier Partien. Seitdem konnten die Thunder allerdings zehn von elf Spielen gewinnen.

Auch Schröder tat sich in seiner neuen Rolle als Sixth Man anfangs schwer. Über die ersten fünf Spiele kam er auf für seine Verhältnisse unterdurchschnittliche 14,4 Punkte pro Spiel bei einer Wurfquote von gerade einmal 38,2 Prozent. Seitdem haben sich jedoch nicht nur die Ergebnisse des Teams, sondern auch die Statistiken des Point Guards verbessert. In den bisherigen neun Spielen im November legte er durchschnittlich 18,9 Punkte auf. Seine Wurfquote liegt bei soliden 46,4 Prozent aus dem Feld. Auch Schröders On/Off-Court-Werte verbesserten sich im November deutlich: Mit dem Nationalspieler erzielten die Thunder 20,5 Punkte mehr pro 100 Ballbesitze als der Gegner, ohne ihn erzielt OKC 7,0 Zähler pro 100 Angriffe weniger als der Gegner. Vor allem die Offense des Teams bricht ohne ihren sechsten Mann ein (Offensiv-Rating von 118,3 gegenüber 95,5).

Gerade die Spiele, in denen Schröder für den verletzten Russel Westbrook starten durfte, waren seine statistisch besten Spiele der noch jungen Saison. Beim Saisonauftakt gegen die Golden State Warriors legte er 21 Punkte, 6 Assists und 8 Rebounds auf, während er gegen die Cleveland Cavaliers 28 Punkte und 7 Rebounds erzielte.

Gemeinsam mit Westbrook auf dem Feld läuft es dagegen noch nicht rund bei den Thunder. Die balldominante Spielweise des 2017er MVPs kann Schröder bisher mit seinem Skillset nicht komplementieren. Dafür ist er ein zu inkonstanter Distanzschütze mit einer bisherigen Quote von bislang 34,0 Prozent. Wenn die beiden Point Guards zusammen auf dem Feld stehen, machen die Thunder pro 100 Possessions 7,5 Punkte weniger als ihr Gegner. Schröder wird damit umgehen müssen, dass er nicht der balldominante Spieler ist, wenn er mit Westbrook zusammen auf dem Feld steht. In den letzten Jahren bei den Atlanta Hawks und im DBB-Team war es immer er, der die Fäden in den Händen hielt.

Was hingegen schon gut funktioniert, ist das Zusammenspiel mit den restlichen Bankspielern der Thunder Alex Abrines, Hamidou Diallo, Nerlens Noel und Patrick Patterson (Net-Rating: +1,3 in 30 Minuten). Diese Aufstellung ist deutlich ausgewogener und lässt es zu, dass Schröder seine Stärken im Pick-and-Roll mit Center Noel ausspielen kann. Noch besser spielt Schröder mit den anderen OKC-Startern, also Paul George, Jerian Grant und Steven Adams, zusammenspielt (Net-Rating: +6,3 in 214 Minuten).

Maxi Kleber: „Ich fühle mich jetzt wohl mit meinem neuen Wurf“
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