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Franchise Fives: New Orleans Pelicans

24.10.2018 || 09:22 Uhr von:
Erst seit 2002 befindet sich die Stadt New Orleans dauerhaft auf der NBA-Landkarte. Dennoch sind bereits einige bekannte Spieler für die Franchise aufgelaufen. In der neuen Folge der „Franchise Fives“ erfahrt ihr, wer es in den All-Time-Kader geschafft hat.

In einem lose fortlaufenden History-Format stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 70 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Im Jahre 2002 zog die 1988 gegründete Franchise der Charlotte Hornets nach New Orleans um. 2014 wurde die Historie des Klubs an die neu gegründete Organisation in Charlotte zurückgegeben, weshalb die Geschichte der New Orleans Hornets/Pelicans nunmehr nicht 1988, sondern erst 2002 beginnt. Somit beheimatet New Orleans die jüngste NBA-Franchise.

Aufgrund der verheerenden Schäden durch Hurrikan Katrina musste das Team 2005 vorübergehend nach Oklahoma City umziehen. Dort spielte es zwei Jahre lang unter dem Namen „New Orleans/Oklahoma City Hornets“, ehe es 2007 nach Louisiana zurückkehrte. Nach dem Ende der Saison 2012/13 wurde das Team in New Orleans Pelicans umbenannt.

 

Point Guard: Chris Paul

Teamzugehörigkeit: 2005-2011 | Kernstats: 18,7 PpG, 9,9 ApG, 4,6 RpG, 2,4 SpG

Die New Orleans Hornets zogen Chris Paul im Draft 2005 an vierter Stelle und fanden in ihm den Aufbauspieler für die Zukunft. Der Point Guard wusste von Beginn zu überzeugen und wurde nach seiner Debütsaison als bester Rookie ausgezeichnet.

Bereits in seiner dritten Saison stieg CP3 zum Star auf. Er führte die Liga mehrere Male bei den Assists und Steals an und heimste eine Vielzahl individueller Auszeichnungen ein. Mit durchschnittlich 21,1 Punkten, 11,6 Assists und 2,7 Steals pro Partie verdiente er sich 2008 einen Platz im All-Star-, All-NBA-First- und All-Defensive-Second-Team. In der darauffolgenden Saison wiederholte er seine starken Leistungen (22,8 PpG, 11,0 ApG, 2,8 SpG). Dieses Mal reichte es zwar „nur“ für das All-NBA-Second-, dafür aber für das All-Defensive-First-Team.

Mit seinen herausragenden Qualitäten als Floor General, Verteidiger und Anführer hob Paul die Hornets auf ein neues Level. Die Saison 2007/08 wurde dank ihm zur besten der Franchise-Geschichte. Das Team gewann die Southwest Division (Bilanz: 56-26) und verbesserte sich um 17 Siege im Vergleich zur Vorsaison. In den Playoffs scheiterte New Orleans in der zweiten Runde nach sieben Spielen am amtierenden Champion aus San Antonio.

In der Folge machten die Hornets allerdings wieder Rückschritte anstatt sich zu verbessern. 2009 war bereits in der ersten Playoff-Runde Schluss. Im Jahr darauf verpasste New Orleans sogar die Postseason, auch weil CP3 37 Spiele aussetzen musste. Mit einem gesunden Paul wollten die Hornets 2010/11 wieder angreifen. Doch es war dem Management nicht gelungen, ein schlagfertiges Team um ihren Superstar aufzubauen. Und so reichte es erneut nur für die erste Playoff-Runde. Und das, obwohl Paul eine überragende Serie gegen die Los Angeles Lakers spielte (22,0 PpG, 11,5 ApG, 54,5% FG, 47,4% 3FG). Aus Angst vor dessen Abgang in der kommenden Free Agency wurde Paul im Dezember 2011 zu den Los Angeles Clippers getradet.

Backup:

 

Shooting Guard: Jrue Holiday

Teamzugehörigkeit: 2013- | Kernstats: 16,5 PpG, 6,7 ApG, 3,8 RpG, 1,5 SpG

Jrue Holiday ist zwar in erster Linie Point Guard und hat in New Orleans auch überwiegend auf dieser Position gespielt, wurde aber mangels Alternativen als Starter auf der Zwei nominiert. In der vergangenen Saison hat sich gezeigt, dass der Aufbauspieler auch als Shooting Guard effizient agieren kann.

2013 kam der 17. Pick des Drafts 2009 als großer Hoffnungsträger per Trade aus Philadelphia nach New Orleans. Holiday hatte eine starke Saison hinter sich, in der er 17,7 Punkte und 8,0 Assists aufgelegt sowie es zum ersten (und bislang einzigen) Mal ins All-Star-Team geschafft hatte. Viele Verletzungen machten ihn in der Folge jedoch zum Sorgenkind. Holiday verpasste in seinen ersten beiden Jahren in New Orleans 90 von 164 möglichen Spielen und war auch in der Folge nicht frei von kleineren Blessuren.

Erst in der abgelaufenen Saison (2017/18) zeigte Holiday, was er bei voller Gesundheit zu leisten imstande ist. Auch dank seiner 19,0 Punkte und 6,0 Assists pro Partie kehrten die Pelicans nach zwei verkorksten Jahren in die Playoffs zurück und erreichten sogar die zweite Runde. In der ersten Serie dominierte er gemeinsam mit Teamkollege Rajon Rondo das offensiv-gewaltige Backcourt-Duo der Portland Trail Blazers, Damian Lillard und C.J. McCollum. Holiday wurde zudem ins All-Defensive-First-Team gewählt, was seine Fähigkeiten als Verteidiger unterstreicht.

Backup: Eric Gordon (2011-2016, 15,3 PpG, 3,3 ApG, 2,4 RpG, 39,0% 3FG)

 

Small Forward: Peja Stojakovic

Teamzugehörigkeit: 2006-2010 | Kernstats: 14,3 PpG, 4,0 RpG, 41,8% FG, 40,4% 3FG

Seine Blütezeit in der NBA verbrachte Peja Stojakovic in Sacramento. Dennoch schafft es der Serbe – erneut mangels Alternativen – in die All-Time-Starting Five des Klubs. In seiner ersten Saison legte er einen vielversprechenden Start hin. Im achten Saisonspiel erzielte er 42 Punkte und die ersten 20 Punkte des Teams. Nach ein paar weiteren Partien verletzte er sich jedoch und bestritt insgesamt nur 13 Partien der Saison 2006/07. Im Jahr darauf kehrte er zurück und verhalf den Hornets zu 56 Siegen und dem Division-Titel. In zwölf Playoff-Partien erzielte er viermal 19 Punkte oder mehr.

In der Folge wurde Stojakovic erneut das eine oder andere Mal durch Verletzungen zu Pausen gezwungen. Auch seine Produktion und Effizienz ging nun ein wenig herunter. Dennoch blieb er ein brauchbarer Rollenspieler und verlässlicher Schütze. Im November 2010 tradeten die Hornets den Flügelspieler nach Toronto.

Stojakovic war der vielleicht beste Dreierspezialist, den New Orleans je hatte. Mehr als die Hälfte seiner Würfe nahm der Serbe von Downtown. In seiner einzigen komplett verletzungsfreien Saison in New Orleans (2007/08) erzielte er die zweitmeisten Dreipunktewürfe in der NBA (230) und hatte die viertbeste Wurfquote aus der Distanz (44,1% 3FG).

Backup: Tyreke Evans (2013-2017, 14,8 PpG, 5,6 ApG, 4,8 RpG, 1,2 SpG)

 

Power Forward: David West

Teamzugehörigeit: 2003-2011 | Kernstats: 16,4 PpG, 7,3 RpG, 2,0 ApG, 49,0% FG

Nach einer holprigen Anfangszeit etablierte sich David West als einer der konstanteren Offensivspieler in der NBA. Ab der Saison 2005/06 bis 2010/11, seiner letzten Saison in New Orleans, legte der 18. Pick der 2003er Draft immer 17 bis 21 Punkte bei etwa 50-prozentiger Wurfquote sowie sieben bis neun Rebounds pro Partie auf. 2008 und 2009 gelang ihm der Sprung ins All-Star-Team.

Der Big Man bildete mit Superstar Chris Paul ein gut harmonierendes Duo, wobei West zweifellos von seinem überragenden Mitspieler profitierte. Die beiden zelebrierten nicht nur das Pick-and-Roll, sondern auch das Pick-and-Pop. West traf aus der Mitteldistanz sehr sicher und häufig. Auch mit dem Rücken zum Korb fühlte er sich wohl, wobei er seinen kräftigen Körper gekonnt einzusetzen vermochte. Des Weiteren war der Power Forward ein guter Passer.

Auch in der Verteidigung und als Führungsspieler steigerte sich West zunehmend, wenngleich er in der Defense und beim Rebounding nie zur Spitzenklasse gehörte. Dass er sich auch in wichtigen Spielen gegen die besten Akteure auf seiner Position messen konnte, bekam unter anderem Dirk Nowitzki in den Playoffs 2008 zu spüren. Die Hornets schalteten Dallas in der ersten Runde aus, während West über die gesamte Postseason durchschnittlich 21,2 Punkte, 8,5 Rebounds und 1,9 Blocks auflegte.

Backup: Ryan Anderson (2012-2016, 16,1 PpG, 5,9 RpG, 42,1% FG, 37,1% 3FG)

 

Center: Anthony Davis

Teamzugehörigkeit: 2012- | Kernstats: 23,5 PpG, 10,3 RpG, 2,4 BpG, 51,8% FG

Nach dem Abgang von Chris Paul brauchten die New Orleans Hornets einen neuen Hoffnungsträger. Diesen fanden sie ihn Anthony Davis. Der erste Pick des 2012er Drafts zeigte von Beginn an seine Qualitäten und verdiente sich den „Rookie of the Year“-Award. Bereits kurze Zeit später etablierte sich die „Monobraue“ als ein Superstar der Liga. In den Jahren 2015, 2017 und 2018 wurde er jeweils ins All-NBA-First-Team und eines der beiden All-Defensive-Teams gewählt. Den Ruf als einer der besten Verteidiger der Liga verdiente sich AD durch seine Qualitäten als Shotblocker. In seinen sechs NBA-Jahren erzielte er bereits dreimal die meisten Blocks pro Spiel (Saison 2014, 2015 und 2018).

Zudem ist der fünfmalige All-Star im Angriff und dort insbesondere als abrollender Mann nach dem Pick-and-Roll eine Naturgewalt. In den vergangenen beiden Spielzeiten legte er durchschnittlich 28,0 bzw. 28,1 Punkte pro Partie auf. Davis dominiert besonders in Korbnähe, versucht aber dennoch, sein Spiel zu erweitern. So nahm er seit 2015/16 mindestens 1,8 Dreipunktewürfe pro Partie. In der abgelaufenen Spielzeit traf er diese mit 34-prozentiger Wahrscheinlichkeit – persönlicher Bestwert. In der laufenden Saison wird vom 25-Jährigen erwartet, dass er ein gehöriges Wort bei der MVP-Vergabe mitreden wird.

Wichtiger als diese individuelle Auszeichnung dürfte Davis allerdings der Teamerfolg sein. In der Postseason 2018 erreichte New Orleans immerhin die Conference Semifinals. Um eine Franchise-Legende zu werden, wird AD sein Team allerdings noch ein bisschen weiter tragen müssen.

Obwohl Davis in seiner bisherigen NBA-Karriere häufiger auf der Vier spielte, wird er in dieser Liste als Center geführt. Schließlich verbringt er seit dem Abgang von DeMarcus Cousins seine Spielzeit größtenteils auf der Fünf.

Backup: P.J. Brown (2002-2006, 10,3 PpG, 8,5 RpG, 1,8 ApG, 47,7% FG)

 

Head Coach: Byron Scott

Byron Scott trainierte die New Orleans Hornets zwischen 2004 und 2009 und gewann 48,4 Prozent seiner Spiele. Mit 419 Siegen hält er nach wie vor den Franchise-Rekord. In der Saison 2007/08 führte er das Team zu einer Bilanz von 56-26 und erhielt die Auszeichnung zum „Coach of the Year“. Genau wie Chris Paul hängt allerdings auch ihm der Makel an, mit den Hornets nie über die zweite Playoff-Runde hinausgekommen zu sein. Im November 2009 wurde er nach einem schwachen Saisonstart entlassen.

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