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Franchise Fives: Detroit Pistons

21.09.2018 || 14:33 Uhr von:
Isiah Thomas und Grant Hill. Doch welche weiteren Hall of Famer bilden das stärkste Kolben-Kollektiv der Franchise-Historie? Detroits „All-Time Lineup“ gibt darauf Antwort.

In einem lose fortlaufenden History-Format stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 69 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Die Detroit Pistons sind eines der Gründerteams der NBA. Als Fort Wayne Pistons absolvierten sie zwischen 1949 und 1957 eine erste Erfolgsära (acht Playoff- und zwei Finalteilnahmen). Anschließend siedelte die Franchise 1957 von Indiana nach Michigan um.

In Detroit spielten die Pistons bis 1978 im Stadtzentrum der Autometropole, als sie sportlich gesehen eine durchwachsene Zeit erlebten und zehnmal die Playoffs verpassten. Alsdann erfolgte ein erneuter Umzug. Diesmal vor die Tore von „Motown“, wo sie im „Pontiac Silverdome“ eine neue Heimspielstätte vorfanden und 1988 erstmals seit 1956 in die NBA-Finals vordrangen.

Passend zur Hochzeit der Franchise wurde im nahe gelegenen Auburn Hills 1988 eine der ersten modernen NBA-Arenen eröffnet: „The Palace“, die erste eigene Heimhalle der Pistons, in der sie drei Meisterschaften feierten (1989, 1990, 2004) und bis 2017 verblieben. Seither ist das Team wieder in Downtown Detroit präsent.

 

Point Guard: Isiah Thomas

Teamzugehörigkeit: 1981-1994 | Kernstats: 19,2 PpG, 9,3 ApG, 3,6 RpG, 1,9 SpG

Vor knapp dreißig Jahren brachte der hochdekorierte Anführer der „Bad Boys“ zwei Meistertitel nach Detroit (1989, 1990). Dreimal in Folge stand Isiah Thomas mit den Pistons seinerzeit in den NBA-Finals, aus denen er 1990 auch als MVP hervorging (27,6 PpG, 62,9% TS, 7,0 ApG und 5,2 RpG).

Während seiner 13-jährigen Profikarriere wurde Thomas zwölfmal hintereinander in die All-Star-Auswahl berufen. Fünfmal durfte sich der Chicagoan, der seine gesamte Laufbahn in „Motown“ verbrachte, All-NBA-Spieler nennen.

Als einer der herausragenden Playmaker der Ligageschichte führte der Hall of Famer die Pistons neunmal in Serie in die Playoffs (1984-1992). Dabei brillierte Thomas als uneigennütziger Passgeber, dribbelstarker Scorer und unbeugsamer Wettkämpfer, der stets beherzt und furchtlos voranging.

1984/85 war „Zeke“ der beste Vorlagengeber der NBA, als er pro Abend rekordsetzende 13,9 Assists auflegte. Eine Höchstmarke, die bislang allein John Stockton (1990, 1991) zu durchbrechen vermochte.

Nach wie vor ist und bleibt der 1,85 Meter große Point Guard der Top-Spieler der Pistons. Zumal Thomas in Sachen Punkte, Assists, Steals und Spielminuten als Franchise-Führender amtiert.

Backup: Dave Bing (1966-1975, 22,6 PpG, 6,4 ApG, 4,2 RpG, 1,4 SpG, 6x All-Star, 3x All-NBA)

 

Shooting Guard: Joe Dumars

Teamzugehörigkeit: 1985-1999 | Kernstats: 16,1 PpG, 4,5 ApG, 2,2 RpG, 38,2% 3FG

Über neun Spielzeiten der Backcourt-Partner von Thomas, fügte sich Joe Dumars perfekt in das Kolben-Kollektiv ein. Dabei trat der 1,90-Meter-Mann aus Louisiana an beiden Enden des Spielfeldes gewinnbringend hervor: Als verlässlicher Scorer und Schütze, als sekundärer Ballhandler und nicht zuletzt als elitärer Flügelverteidiger.

So stand der sechsmalige All-Star und dreifache All-NBA-Spieler zu seiner Hochzeit fünfmal in Folge in der All-Defensive-Auswahl (4x im First Team). Seine offensive Coming-out-Party feierte Dumars derweil 1989 in den NBA-Finals, als der mit 27,3 Punkten (57,6 FG%) und 6,0 Assists zum MVP avancierte und die Pistons die Lakers mit 4-0 nach Hause schickten.

1990 zeigte der Shooting Guard in der Finalserie gegen die Trail Blazers (4-1) als zweitbester Scorer und Vorbereiter wiederum seine Klasse: 20,6 Zähler und 5,6 Vorlagen.

Wie Thomas verbrachte der spätere Architekt der Meistermannschaft von 2004 seine komplette Profikarriere in der Autostadt. Zudem kann der Hall of Famer mit den meisten absolvierten Partien und verwandelten Dreiern der Franchise-Historie aufwarten.

Backup: Richard Hamilton (2002-2011, 18,4 PpG, 3,8 ApG, 3,4 RpG, 3x All-Star)

 

Small Forward: Grant Hill

Teamzugehörigkeit: 1994-2000 | Kernstats: 21,6 PpG, 7,9 RpG, 6,3 ApG, 2,2 S/BpG

Bevor Grant Hill Verletzungen zurückwarfen, war der 2,03 Meter große Alleskönner einer der besten Spieler der NBA. Ein Ausnahmeakteur, der sich nach seiner Auszeichnung als „Co-Rookie of the Year“ (1995 mit Jason Kidd) bereits in seinem dritten Profijahr hinter Michael Jordan und Karl Malone in der MVP-Konversation wiederfand:

21,3 Punkte (49,6% FG), 9,0 Rebounds, 7,3 Assists und 2,4 Stocks legte der explosive und athletische Point Forward 1996/97 für Detroit auf.

Angelernt von Vorzeigeprofi Dumars, führte der je fünffache All-Star und All-Teamer die Pistons immerhin viermal in die Playoffs, auch wenn in der ersten Runde für die limitierten Mannschaften wiederholt Endstation war.

Wie großartig Hill seinerzeit aufspielte? Nur die All-Timer Oscar Robertson, Larry Bird und LeBron James haben in ihren ersten sechs NBA-Spielzeiten mehr Punkte, Rebounds und Assists als der Piston erzielt.

Hinzu kam die auch werbebedingt immense Popularität des heutigen Hall of Famers: 1995 und 1996 erhielt er bei der All-Star-Wahl wiederholt die meisten Stimmen (etwa vor Shaq O’Neal und Jordan).

Trotz seiner Verletzungsmisere absolvierte Hill letztlich eine erstaunlich lange Karriere, die er nach Stationen in Orlando, Phoenix und Los Angeles erst im Alter von 40 Jahren beendete. Was dennoch zurückbleibt, ist der Was-wäre-wenn-Gedanke.

Backup: George Yardley (1953-1959, 19,1 PpG, 9,2 RpG, 1,7 ApG, 5x All-Star, 2x All-NBA)

 

Power Forward: Dennis Rodman

Teamzugehörigkeit: 1986-1993 | Kernstats: 8,8 PpG, 11,5 RpG, 29,8 MpG, 53,7% FG

Dennis Rodman darf fraglos als einer der besten Rebounder und Verteidiger der bisherigen NBA-Geschichte gelten. Wiederholt wurde „The Worm“ während seiner Detroiter Zeit zum „Verteidiger des Jahres“ (1990, 1991) ernannt und fünfmal in Folge ins All-Defensive First Team berufen.

Überdies putzte der zweifache All-Star (1990, 1992) die Bretter seinerzeit in einmaliger Manier: In aufeinanderfolgenden Saisons (1991/92, 1992/93) griff Rodman pro Partie mehr als 18 Rebounds, allein ein Drittel davon am offensiven Brett.

Auch vermochte der einsatzvolle und laufstarke Zwei-Meter-Mann alle fünf Positionen zu verteidigen, wobei er häufig den gefährlichsten Angreifer des Gegners übernahm und diesen einzudämmen verstand – egal ob Magic, Mike oder Shaq.

Dass Rodman dabei die Attitüde der meisterlichen „Bad Boys“ (1989, 1990) authentisch verkörperte und freiheitlich auslebte, sei der Form halber erwähnt …

2011 wurde der schillernde Top-Rebounder, der mit den „Unbeatabulls“ drei weitere NBA-Titel (1996-1998) einsammelte, in die Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Backup: Bailey Howell (1959-1964, 21,1 PpG, 11,8 RpG, 2,3 ApG, 4x All-Star, 1x All-NBA)

 

Center: Bob Lanier

Teamzugehörigkeit: 1970-1980 | Kernstats: 22,7 PPG, 11,8 RpG, 3,3 ApG, 3,2 S/BpG

Auch wenn ihm Gegensatz zu Backup Ben Wallace in Detroit kein nennenswerter Teamerfolg vergönnt war – was nicht an ihm lag –, erhält Hall of Famer Bob Lanier hier den Vorzug. Denn der siebenfache All-Star verkörperte an beiden Endes des Feldes individuelle Extraklasse. Zumal er über ein Jahrzehnt das Rückgrat und Herzstück der Pistons darstellte, und die Franchise seinerzeit nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken ließ.

In acht aufeinanderfolgenden Spielzeiten legte Lanier im Mittel mindestens 21 Zähler, elf Rebounds und drei Assists auf, wobei er starke Wurfquoten ablieferte (51,2% FG, 78,0% FT). So war der 2,11-Meter-Mann aus New York State ein versierter Scorer, der im Lowpost brillierte und einen guten Mitteldistanzwurf besaß.

Zudem hatte der All-Star Game MVP des Jahres 1974 seine Mitspieler stets im Blick und auch in der Verteidigung als absoluter „Plusspieler“ Einfluss auf das Geschehen.

Wer sich anstatt des Two-Players dennoch für „Big Ben“ entscheidet, der viermal zum „Verteidiger des Jahres“ gekürt wurde und 2004 mit den Pistons den Titel gewann, trifft gewiss ebenfalls eine „richtige“ Entscheidung.

Backup: Ben Wallace (2000-2006, 2009-2012, 6,6 PpG, 11,1 RpG, 3,7 S/BpG, 5x All-NBA, 4x All-Star)

 

Head Coach: Chuck Daly

In jedem seiner Amtsjahre (1984-1992) zogen die Pistons in die Playoffs ein. Dabei standen sie als Titelanwärter fünfmal in Folge im Ostfinale (1987-1991) sowie dreimal in Serie in den NBA-Finals. Dabei gewann Detroit unter Chuck Daly 1989 die erste Meisterschaft der Franchise-Geschichte, alldieweil ein Jahr später die Titelverteidigung glückte.

Als Übungsleiter der Pistons legte der Hall of Famer (1994) sowohl in der Regular Season als auch den Playoffs eine beachtliche Siegesquote von 63 Prozent auf. Zugleich ist der Coach des originalen „Dream Teams“ (1992) nicht nur der erfolgreichste, sondern zugleich der langjährigste Cheftrainer in der Franchise-Historie der Pistons.

Seine NBA-Karriere begann Daly 1978 bei den Philadelphia 76ers um Julius Erving, die er als Assistent von Erfolgstrainer Billy Cunningham bis 1982 mitbetreute. In den Neunzigerjahren führte er zudem die New Jersey Nets (1993, 1994) und die Orlando Magic (1999) als erfahrener Head Coach in die Playoffs.

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