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Franchise Fives: Brooklyn Nets

27.08.2018 || 11:43 Uhr von:
Jason Kidd dirigierte, Vince Carter flog. Doch welche weiteren Top-Spieler hält die wechselvolle Team-Historie der Nets parat? Die „All-Time Starting Five“ der Franchise im Überblick.

In einem lose fortlaufenden History-Format stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 69 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Die Brooklyn Nets gingen 1967 zunächst als New Jersey Americans in der ABA an den Start. Bereits zur Folgesaison siedelten sie nach Long Island über, wo sie über neun Spielzeiten (1968-1977) als New York Nets antraten. Hier erlebte die Franchise ihre erfolgreichsten Jahre: sieben Playoffteilnahmen in Folge, drei Finalauftritte sowie zwei ABA-Meisterschaften (1974, 1976), die Liga-MVP Julius Erving* durch ein dreijähriges Gastspiel maßgeblich ermöglicht hatte.

1976 erfolgte nach der Auflösung der ABA und dem Abgang von „Dr. J“ sodann der Wechsel in die NBA – ein Jahr später der Umzug zurück nach New Jersey, wo die Nets bis zum Neustart in Brooklyn (2012) verblieben.

*Wie Dražen Petrović (1991-1993) muss Erving (1973-1976) aufgrund seiner flüchtigen Teamzugehörigkeit im Folgenden leider unberücksichtigt bleiben.

 

Point Guard: Jason Kidd

Teamzugehörigkeit: 2001-2008 | Kernstats: 14,6 PpG, 9,1 ApG, 7,2 RpG, 1,9 SpG

Angeführt vom heutigen Hall-of-Famer, spielten die Nets in den Nullerjahren ihren bis dato erfolgreichsten NBA-Basketball. Sechs Playoff- und zwei Finalteilnahmen in Folge (2002, 2003) standen am Ende von Kidds Ägide zu Buche. Zur Einordnung: Zuvor hatte die Franchise in sieben Saisons überhaupt nur ein Mal die Postseason erreicht.

Kidd selbst spielte in New Jersey den individuell wohl besten Ball seiner Karriere und sich kurzzeitig gar in die MVP-Konversation (2002). Fünf Mal war der Alleskönner in sechseinhalb Saisons All-Star, drei Mal stand er im All-NBA-Team sowie in jedem Jahr in der All-Defensive-Auswahl. Zudem avancierte Kidd zwei Mal zum besten Passgeber der Liga (2003, 2004).

Eine Dekade, nachdem er 2008 zu den Mavs transferiert wurde, ist der Ausnahme-Aufbau weiterhin der Net, der die meisten Dreier, Ballgewinne und Vorlagen markiert hat.

Backup: Kenny Anderson (1991-1996, 15,3 PpG, 7,8 ApG, 3,4 RpG, 1,6 SpG, 1x All-Star)

 

Shooting Guard: Vince Carter

Teamzugehörigkeit: 2004-2009 | Kernstats: 23,6 PpG, 5,8 RpG, 4,7 ApG, 37,0% 3FG

Nach seinem Abgang aus Toronto lieferte der Highflyer an der Seite von Kidd drei individuell herausragende Spielzeiten ab (2005-2007), in denen die Nets die Playoffs erreichten und Carter letztmals zum All-Star gewählt wurde.

Doch blieb den zunehmend verletzungsgeplagten und in der Breite zu schwach besetzten Nets ein tieferer Playoff-Lauf verwehrt. Wiederholt war in den Conference Semifinals Endstation. Und auch der Neuaufbau um Carter und die Hoffnungsträger Devin Harris (der im Trade für Kidd nach New Jersey kam) und Brook Lopez misslang.

Trotz nicht erfüllter, zu hoher Erwartungen verbleiben die Highlights, die der heute 41-jährige NBA-Senior den Fans seinerzeit zuteilwerden ließ:

Backup: John Williamson (1973-1977, 1978-1980, 17,8 PpG, 2,8 ApG, 2,5 RpG, 2x ABA-Champ)

 

Small Forward: Richard Jefferson

Teamzugehörigkeit: 2001-2008 | Kernstats: 17,4 PpG, 5,4 RpG, 3,0 ApG

Während seiner sieben Jahre in Jersey war Jefferson nie der Schlüsselspieler oder der „Star“ der Nets. Auch weil er sich in Playoffmannschaften neben Kidd und Carter in einer nachgeordneten Rolle wiederfand.

Gleichwohl agierte der einst athletische Wing (585 Dunks in 489 Saisonspielen) als passgenauer Komplementärspieler, der als zeitweiser 20-Punkte-Scorer und passabler Allrounder verlässlich ablieferte und zum Teamerfolg beachtlich beitrug.

Sechs Mal in Serie nahm der viertbeste Punktesammler der Franchise-Historie mit den Nets an der Postseason teil. 2002 und 2003 stand „R.J.“ mit dem Team um „J-Kidd“ in den NBA-Finals – dort allerdings dann auf verlorenem Posten.

Backup: Keith Van Horn (1997-2002, 18,2 PpG, 7,6 RpG, 1,8 ApG)

 

Power Forward: Buck Williams

Teamzugehörigkeit: 1981-1989 | Kernstats: 16,4 PpG, 11,9 RpG, 1,1 BpG, 55,0% FG

Nachdem der Übergang von der ABA in die NBA für die Nets fünf weitgehend enttäuschende Saisons bereitgehalten hatte, brachte der dritte Pick des 1981er Drafts etwas Erfolg nach New Jersey.

So legte der 2,03-Meter-Mann aus North Carolina mit 15,5 Zählern, 12,3 Rebounds und 2,0 Stocks eindrucksvolle Werte auf. Die Auszeichnung als Rookie des Jahres und die erste von drei All-Star-Nominierungen waren folgerichtig.

Auch zogen die Nets mit Williams, der 1983 gar ins All-NBA Second Team berufen wurde, immerhin fünf Mal in Folge in die Playoffs ein (1982-1986).

Nach wie vor hält der physische Arbeiter und defensivstarke Toprebounder zahlreiche Franchise-Rekorde: Er hat die meisten Partien und Minuten gespielt, die meisten Abpraller gegriffen, die meisten Freiwürfe getroffen sowie die meisten Zweipunktewürfe versenkt.

Backup: Derrick Coleman (1990-1995, 19,9 PpG, 10,6 RpG, 3,1 ApG, 1,6 BpG, 1x All-Star)

 

Center: Brook Lopez

Teamzugehörigkeit: 2008-2017 | Kernstats: 18,6 PpG, 7,1 RpG, 1,7 BpG, 56,6% TS

Der 30-jährige Big Man verbrachte einen Großteil seiner bisherigen NBA-Karriere bei den Nets. Eine eher wenig erfolgreiche Zeit, in der die Franchise lediglich zwei Mal eine positive Bilanz aufwies und nur dreimal in die Playoffs einzog.

Lopez selbst, dessen Name damals immer wieder in Tradegerüchten auftauchte, verpasste zwei Spielzeiten (2011/12, 2013/14) aufgrund schwerwiegender Fußverletzungen nahezu komplett. Dennoch spielte der Kalifornier wiederholt individuell stark auf, sich in die erweiterte All-Star-Konversation und 2013 in die Auswahl.

2017 verließ der 2,13-Meter-Mann die Nets als Karriere-Führender in Sachen Punkte und Blocks sowie als Zweitplatzierter hinsichtlich der absolvierten Partien.

Backup: Billy Paultz (1970-1975, 15,6 PpG, 11,2 RpG, 2,0 ApG, 2,1 BpG, 2x All-Star, 2x ABA-Champ)

 

Head Coach: Kevin Loughery

Der langjährigste und erfolgreichste Cheftrainer der Team-Historie coachte die Nets über acht Spielzeiten (1973-1981). Dabei führte der gebürtige New Yorker die Franchise zu insgesamt vier Playoffteilnahmen und binnen drei Jahren zu zwei ABA-Meisterschaften (1974, 1976).

Im Übrigen als junger Übungsleiter, der zuvor in der NBA eine respektable Profikarriere als Combo-Guard hingelegt hatte (1962-1973: 15,3 PpG, 3,7 ApG) und sodann als Mitdreißiger übergangslos in Vollzeit an die Seitenlinie gewechselt war.

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