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Franchise Fives: Atlanta Hawks

15.08.2018 || 14:42 Uhr von:
Atlanta Hawks
Wer sind die Überflieger in der Team-Historie der Atlanta Hawks? Der erste Beitrag der neuen NBA-Reihe über die „All-Time Lineups“ gibt Aufschluss.

In einem lose fortlaufenden History-Format stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 69 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Den Auftakt machen hier die Atlanta Hawks. Eines der Gründerteams der NBA, das anfangs als Tri-Cities Blackhawks (1949-1951) in der Liga antrat. Alsdann siedelte die Franchise 1951 nach Milwaukee um, zumal der Teamname auf Hawks verkürzt wurde. 1955 erfolgte ein erneuter Umzug nach St. Louis. Seit 1968 sind die Hawks in Atlanta, Georgia, beheimatet.

 

Point Guard: Mookie Blaylock

Teamzugehörigkeit: 1992-1999 | Kernstats: 14,9 PpG, 7,3 ApG, 4,6 RpG, 2,6 SpG

In den Neunzigerjahren war Atlantas Aufbau-Dynamo einer der Elite-Verteidiger der NBA. Während seiner siebenjährigen Hochzeit bei den Hawks wurde Mookie Blaylock sechs Mal in die All-Defensive-Auswahl der Liga berufen. (Nur zwei Guards, Michael Jordan und Gary Payton, wurde diese Ehre in der Dekade öfter zuteil.)

Dabei bestach der „Lockdown Defender“ durch seine druckvolle Verteidigungsarbeit am Ball und auf dem Flügel. Besonders trat der agile 1,83-Meter-Mann aus Texas, dank flinker Hände und exzellenter Antizipation, als einer der besten Balldiebe der bisherigen NBA-Geschichte hervor. Zwei Mal führte Blaylock die Liga daher bei den Steals an (1997, 1998).

Indes war der einmalige All-Star (1994) mehr als einsatzvoller und reboundstarker „Ball-Hawk“. Nämlich zugleich ein solider Scorer und smarter Playmaker, der Atlanta sieben Mal in Folge in Playoffs lotste.

So setzte Blaylock auch offensiv Impulse. Zuvorderst als ballsicherer, spielstarker Passgeber sowie als wurffreudiger, wenn auch unterdurchschnittlicher Distanzschütze. Schließlich ließ Blaylock zur Zeit der verkürzten Dreierlinie (1994-1997) pro Partie bereits 7,5 lange Bälle fliegen (die Hälfte seiner Wurfversuche), welche er zumindest passabel einnetzte (36,5 3P%).

Nicht zufällig ist der „3-and-D“-Einser in puncto versuchter und verwandelter Dreier der führende Habicht. Der beste Balldieb und Passgeber der Hawks-Historie ist Blaylock ohnehin.

Backup: Lenny Wilkens (1960-1968, 15,5 PpG, 5,5 ApG, 4,9 RpG, 5x All-Star)

 

Shooting Guard: Lou Hudson

Teamzugehörigkeit: 1966-1977 | Kernstats: 22,0 PpG, 4,9 RpG, 2,9 ApG, 1,7 SpG

„Sweet Lou“ Hudson war einer der verlässlichsten Scorer seiner Ära. Während sechs aufeinanderfolgender All-Star-Jahre (1969-1974) legte der einmalige All-NBA-Spieler (1970) im Schnitt 25,2 Zähler auf, wobei er 50 Prozent seiner Feldwürfe und 80 Prozent seiner Freiwürfe traf.

In Atlanta fungierte Hudson als erstes Gesicht und steter Topscorer der Hawks, der mit diesen sieben Mal in Serie an den Playoffs teilnahm. Nicht umsonst ist seine „23“ eine von nur fünf Trikotnummern, welche die Franchise aus dem Spielbetrieb und unter die Hallendecke gezogen hat.

Gemäß seinem Spitznamen präsentierte sich Hudson seinerzeit als anmutiger, geschmeidiger Basketballer, der vor allem als spielbestimmender Sprungwerfer brillierte. Denn der 1,96 Meter große Swingman war ein großartiger Distanzschütze. Einer, der nie still stand, sich abseits des Balles exzellent bewegte, gekonnt Blöcke umkurvte, zum Korb cuttete und ob seiner Abschlussstärke (mit schnellem, hohen Abwurf) überall auf dem Court Gefahr ausstrahlte.

Gleichzeitig war der Mann aus North Carolina nicht allein ein Edelscorer, sondern ein fähiger Allrounder. So reboundete Hudson ordentlich und vermochte seine Nebenmänner einzusetzen. Am defensiven Ende des Feldes trat er zudem als Balldieb in Erscheinung. Etwa markierte Hudson in Saison 1973/74, als Steals erstmals erfasst wurden, 2,5 Ballgewinne pro Partie.

Backup: Joe Johnson (2005-2012, 20,9 PpG, 5,2 ApG, 4,2 RpG, 6x All-Star)

 

Small Forward: Dominique Wilkins

Teamzugehörigkeit: 1982-1994 | Kernstats: 26,4 PpG, 6,9 RpG, 2,6 ApG, 2,1 S/BpG

Weithin bekannt für seine grandiosen Druckkorbleger war der zweifache Slam-Dunk-Champion (1985, 1990) viel mehr als ein Ausnahmeathlet. Zuvorderst nämlich einer der herausragenden Korbjäger der Achtziger und frühen Neunzigerjahre.

Über elfeinhalb Jahre, die Dominique Wilkins als Franchise Player in Atlanta verbrachte, markierte er in zehn konsekutiven Spielzeiten im Schnitt mehr als 25 Punkte. 1985/86 avancierte „The Human Highlight Film“ gar zum Topscorer der Liga (30,3 PpG).

Und auch wenn dem Abo-All-Star (9x) und siebenfachen All-Teamer der größere Playofferfolg im damals starken Osten verwehrt blieb, nahmen die Habichte während seiner Ära zumindest acht Mal an der Postseason teil.

Unangefochten hält der gemeinhin geläufigste Beiträger der Hawks-Historie zahlreiche Franchise-Rekorde: So kann Wilkins unter anderem mit den meisten absolvierten Partien, gespielten Minuten und erzielten Punkten aufwarten. Höchstleistungen, die seinen Hall-of-Fame-Status untermauern.

Backup: Cliff Hagan (1956-1966, 18,0 PpG, 6,9 RpG, 3,0 ApG, 5x All-Star)

 

Power Forward: Bob Pettit

Teamzugehörigkeit: 1954-1965 | Kernstats: 26,4 PpG, 16,2 RpG, 3,0 ApG

„The Bombardier from Baton Rouge“ (Louisiana) darf als erster Ausnahmespieler und zugleich als erfolgreichster Akteur der Hawks gelten. Schließlich führte Bob Pettit die Franchise in St. Louis vier Mal in die NBA-Finals und 1958 zu ihrem einzigen Titelgewinn.

Seine 1958er Hawks stellten im Übrigen die letzte ausschließlich weiße Meistermannschaft der Ligageschichte, bevor die Celtics um Bill Russell die Sechzigerjahre eindrucksvoll beherrschten. Auch waren Pettits Mannen das einzige Team, das die übermächtigen Russell-Celtics in einer Finalserie bezwang …

Dabei ragte der 2,06 Meter große Power Foward, der schon zum Auftakt seiner Hall-of-Fame-Karriere zum „Rookie des Jahres“ (1955) gekürt worden war, individuell heraus. Als Aushängeschild der Habichte avancierte Pettit jeweils zwei Mal zum MVP und Topscorer der Liga (1956, 1959). Überdies wurde der Hawks-„Lifer“ in jeder seiner elf Saisons in die All-Star- und in die All-NBA-Auswahl berufen (zehn First-Team-Nominierungen in Serie).

Pettits Karrierewerte verdeutlichen seine Extraklasse anschaulich: Er war der erste NBA-Profi, der 20.000 Zähler generierte; weiterhin ist er der heute 85-Jährige der einzige Spieler der Ligahistorie, der in jeder seiner Saisons im Mittel mindestens 20 Punkte und zwölf Rebounds aufgelegt hat.

Spielerisch zeigte sich einer der ersten NBA-„Stars“ als unermüdlicher, überaus lauf- und reboundstarker Arbeiter, der Postmoves und Sprungwurf im Repertoire hatte und auch mit dem Ball umzugehen wusste. Pettit war sonach ein kompletter Spieler.

Backup: Bill Bridges (1962-1971, 12,7 PpG, 12,7 RpG, 2,9 ApG, 3x All-Star)

 

Center: Al Horford

Teamzugehörigkeit: 2007-2016 | Kernstats: 14,3 PpG, 8,9 RpG, 2,7 ApG, 2,0 S/BpG

An dieser Stelle könnte Hall of Famer Dikembe Mutombo stehen, der während seiner viereinhalb Jahre in Atlanta (1996-2001) mehrfach All-Star und der „Verteidiger des Jahres“ war. Doch „Mt. Mutombos“ vergleichsweise flüchtige Präsenz sowie „nur“ drei Playoffteilnahmen sind hier nicht genug. Auch nicht für die Backup-Rolle, die ob längerer Zugehörigkeit, des größeren Teamerfolgs (fünf West-Finals) und ebenfalls starker Stats Zelmo Beaty zukommt.

Die Starterrolle erhält derweil Al Horford, der während seiner neun Jahre in Georgia vier Mal in die All-Star-Auswahl stand und ein Mal ins All-NBA-Team gewählt wurde. Hinzu kommt der Fakt, dass die Hawks mit Horford ausnahmslos an der Postseason partizipierten, zumal sie 2015 rekordsetzende 60 Saisonsiege erspielten und bis ins Ostfinale vordrangen.

Wie heuer für Boston, fungierte der dominikanische Big Man in Atlanta als unterschätzter Team-MVP und wertvoller „Glue Guy“, der gerne zurücktrat und das Rampenlicht bereitwillig mit Joe Johnson, Paul Millsap und Josh Smith teilte.

Horfords Zahlen fielen daher nicht atemberaubend aus. Vielmehr waren es seine offensive Vielseitigkeit und seine defensive Befähigung, die er als Rückgrat sehr solider Teams wiederholt einbrachte. Nicht zuletzt manifestiert sich seine Erfolg bringende Einflussnahme in den fünftmeisten Win Shares der Franchise-Historie.

Backup: Zelmo Beaty (1962-1969, 17,4 PpG, 11,2 RpG, 1,5 ApG, 2x All-Star)

 

Head Coach: Lenny Wilkens

Der langjährigste und erfahrenste Cheftrainer der NBA-Geschichte (32 Amtsjahre, 2.487 Saison- und 178 Playoffpartien) betreute die Hawks über sieben Spielzeiten bis zur Jahrtausendwende.

Dabei coachte Lenny Wilkens die Mannen um Mookie Blaylock zu drei 50-Siege-Saisons sowie sechs Playoffteilnahmen in Folge. 1994, als er Atlanta mit 57 Erfolgen auf Rang eins im Osten führte, erhielt der angesehene Übungsleiter die Auszeichnung als „Trainer des Jahres“. Zudem kann der 80-jährige Doppel-Hall-of-Famer (als Spieler und Trainer) mit den drittmeisten Siegen aller Hawks-Coaches und einer respektablen Siegesquote von 57 Prozent aufwarten.

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