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Franchise Fives: Toronto Raptors

07.09.2018 || 11:20 Uhr von:
Toronto Raptors
Die Toronto Raptors spielen seit 1995 in der NBA. Einige Stars kamen und gingen, doch wer blieb am meisten im Gedächtnis haften? Wir haben die besten Raptors-Spieler aller Zeiten in einem Kader vereint.

In einem lose fortlaufenden History-Format stellen wir auf basketball.de die herausragenden Starting Fives aller 30 NBA-Franchises zusammen und zur Diskussion.

Neben den Startern werden im Hinblick auf 69 Jahre NBA (inklusive ABA) zudem ihre Backups sowie insgesamt 30 Head Coaches benannt.

Die „Auserwählten“ müssen mindestens vier Jahre für das jeweilige Team erfolgreich gespielt/gearbeitet haben. Dabei stehen ihre Leistungen für die betreffende Mannschaft und nicht die Gesamtkarrieren im Fokus. Auch müssen die Profis auf der Position zum Einsatz kommen, auf der sie für das jeweilige Team aufgelaufen sind.

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Die Toronto Raptors nahmen 1995 als 28. Franchise den Spielbetrieb in der NBA auf. Gemeinsam mit den Vancouver Grizzlies waren sie die erste kanadische Franchise und sind seit dem Umzug der Grizzlies nach Memphis im Jahre 2001 das einzig verbliebene Team aus Kanada. Eine Finals-Teilnahme war den Raptors bislang noch nicht vergönnt, obwohl bereits einige Stars in Toronto unter Vertrag standen. Viele von ihnen zogen jedoch nach ein paar Jahren wieder weiter. Im Folgenden stellen wir die besten Raptors-Spieler der bisherigen NBA-Geschichte vor.

 

Point Guard: Kyle Lowry

Teamzugehörigkeit: 2012- | Kernstats: 17,8 PpG, 6,8 ApG, 4,9 RpG, 1,5 SpG

Der Trade von Kyle Lowry von den Houston Rockets zu den Raptors kann im Nachhinein als absolute Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Vor seiner Ankunft in Kanada galt Lowry als schwieriger Spieler, der sich mit Trainern anlegte und durch negative Körpersprache auffiel. Währenddessen waren die Raptors zum gleichen Zeitpunkt ein Team im Tabellenkeller ohne wirkliche Richtung. Gespräche mit Raptors-General Manager Masai Ujiri bewirkten ein Umdenken bei Lowry, der sich nach einer verletzungsgeplagten ersten Saison in Toronto deutlich steigerte.

Fortan legte Lowry jährlich ungefähr 20 Punkte, 7 Assists und 5 Rebounds pro Begegnung auf. Seine bislang beste Saison spielte er 2016/17, in der er auf durchschnittlich 22,4 Punkte, 7,0 Assists und 4,8 Rebounds kam. Auch mit den Raptors ging es parallel mit dem Aufstieg ihres Starting-Point-Guards bergauf. Die Kanadier steigerten sich von 23 Siegen in der Saison vor dem Lowry-Trade über 34 in 2012/13 auf 48 in 2013/14 inklusive Division-Sieg. Seither sicherten sie sich mit einer Ausnahme jede Saison den Division-Titel.

Lowry etablierte sich in der Zeit als einer der besten Aufbauspieler der Eastern Conference und bekam dafür seine verdiente Anerkennung. Er schaffte es bislang viermal ins All-Star-Team (2015-2018) und einmal ins All-NBA-Third-Team (2016). In diesem Jahr ging es für Toronto auch in den Playoffs am weitesten mit dem Erreichen der Conference Finals.

Insgesamt hat der 24. Pick des Drafts 2006 alle Erwartungen der Raptors-Verantwortlichen und -Fans an ihn deutlich übertroffen. Die Krönung der erfolgreichen Zeit steht allerdings nach wie vor aus. Vielleicht klappt ja mit Kawhi Leonard demnächst der erhoffte Einzug in die Finals.

Backup: Jose Calderon (2005-2013, 10,0 PpG, 7,2 ApG, 48,1% FG, 38,8% 3FG

 

Shooting Guard: DeMar DeRozan

Teamzugehörigkeit: 2009-2018 | Kernstats: 19,7 PpG, 4,1 RpG, 3,1 ApG, 1,0 SpG

Die Raptors zogen DeRozan im Draft 2009 an neunter Stelle. Der Flügelspieler entwickelte sich zum über viele Jahre besten Spieler der Raptors. Zudem war er aufgrund seiner Treue zu Toronto sehr beliebt bei den Fans. Kein Raptor hat mehr Punkte für den Klub erzielt als er. Wie sein Backcourt-Partner Lowry kann er vier All-Star-Teilnahmen vorweisen (2014, 2016-2018) und schaffte es zudem 2017 ins All-NBA-Third- und 2018 ins All-NBA-Second-Team.

Der Shooting Guard brauchte allerdings einige Jahre, um in der Liga wirklich wahrgenommen zu werden. Seinen Durchbruch schaffte er in der Saison 2013/14, in der er zu einem der Top-Scorer der NBA aufstieg. Er erzielte 22,7 Punkte, 4,3 Rebounds und 4,0 Assists pro Begegnung. Seitdem beendete er jede Saison mit mehr als 20 Punkten pro Spiel.

Nichtsdestotrotz hatte DeRozan auch Schwächen im Offensiv-Spiel. So wurde er stets dadurch eingeschränkt, dass er nie ein guter Distanzschütze war. Er nahm den Dreier selten und traf ihn nur unterdurchschnittlich. Stattdessen baute sein Spiel auf dem Wurf aus der Mitteldistanz und seinem stetigen Zug zum Korb auf. Kaum ein Spieler erarbeitete sich mehr Freiwürfe als DeRozan. Dennoch war sein Offensiv-Spiel insgesamt nicht sehr effizient, was ihm in den Playoffs häufig zum Verhängnis wurde, wo er regelmäßig enttäuschte.

In der vergangenen Saison war sein Dreipunktewurf stabiler und nahm ihn fast doppelt so oft wie in den meisten Spielzeiten davor. Generell spielte DeRozan eine starke Saison (23,0 PpG, 5,2 ApG, 3,9 RpG), auch wenn in der Postseason erneut kein Vorbeikommen an LeBron James und den Cleveland Cavaliers war. Trotz aller Fortschritte entschlossen sich die Raptors, ihren Franchise-Spieler nach Saisonende nach San Antonio zu traden.

Backup: Doug Christie (1996-2000, 14,2 PpG, 4,6 RpG, 3,8 ApG, 2,1 SpG)

 

Small Forward: Vince Carter

Teamzugehörigkeit: 1998-2004 | Kernstats: 23,4 PpG, 5,2 RpG, 3,9 ApG, 38,3% 3FG

Vince Carter ist ohne Zweifel der beste Raptor aller Zeiten. Es war vor allem sein Verdienst, dass die erst wenige Jahre zuvor gegründeten Raptors auch außerhalb Kanadas Beachtung fanden. Carter spielte spektakulär und war eine der Top-Attraktionen, nicht nur Torontos, sondern der ganzen Liga. Beim All-Star-Game 2000 lieferte er einige der besten Dunks, die beim Slam-Dunk-Contest je vorgeführt wurden.

Doch „Vinsanity“ war nicht nur spektakulär, sondern lieferte auch ab und machte sein Team besser. Nachdem er zum Rookie des Jahres gewählt worden war, wurde er in seinem zweiten NBA-Jahr 1999/2000 dann zum wirklichen Star. Er legte im Durchschnitt 25,7 Punkte, 5,8 Rebounds und 3,9 Assists auf und wurde erstmals ins All-Star-Team gewählt. Die Raptors verbesserten sich gleichzeitig um 22 Siege im Vergleich zur Vorsaison und erreicht mit 45 Siegen erstmals in ihrer Geschichte die Playoffs. Im Jahr darauf waren es noch einmal zwei Siege mehr inklusive des Überstehens der ersten Playoff-Runde. In dieser Saison erzielte er 27,6 Punkte pro Spiel in der regulären Saison und 27,3 in der Postseason.

Anschließend ging es für Raptors aber nicht mehr bergauf. Co-Star Tracy McGrady war weg und auch auf Carter musste das Team aufgrund von Verletzungen häufig verzichten. „Air Canada“ büßte dadurch ein wenig von seiner Athletik ein und spielte nicht mehr so effizient. Außerdem war er teilweise unmotiviert und frustriert mit der Situation in Toronto. Letztlich kam es zum Bruch mit dem Management und Carter verlangte einen Trade. Dieser Wunsch wurde im Dezember 2004 erfüllt. Viele Fans nahmen ihm dies auch Jahre später noch übel. Mittlerweile überwiegen bei den meisten allerdings wieder die Highlights und all das Positive, das Carter der Franchise gebracht hat.

Backup: Morris Peterson (2000-2007, 12,0 PpG, 3,8 RpG, 1,0 SpG, 37,1% 3FG)

 

Power Forward: Chris Bosh

Teamzugehörigkeit: 2003-2010 | Kernstats: 20,2 PpG, 9,4 RpG, 2,2 ApG, 49,2% FG

Chris Bosh wurde 2003 an vierter Stelle gedraftet und entwickelte sich schnell zum Gesicht der Franchise. Nach einer ordentlichen Rookie-Saison und dem kurze Zeit später erfolgten Trade von Vince Carter war Bosh schon in seinem zweiten Jahr der große Hoffnungsträger und bereits ab seinem dritten Jahr der beste Spieler der neuen Raptors.

In der Saison 2005/06 erzielte er 22,5 Punkte und 9,2 Rebounds pro Spiel und wurde erstmals All-Star (bis 2016 sollte er jährlich zu diesem erlesenen Kreis gehören). Bis zu seinem eigenen Abschied aus Kanada sollte er jede Saison mindestens 22 Punkte und 8 Rebounds pro Partie auflegen, häufig kam er aber sogar auf mehr als 10 Rebounds. Bosh zählte von diesem Zeitpunkt an zu den besten Power Forwards der NBA. Er war zwar nie ein überragender Shotblocker, konnte aber auch in der Verteidigung trotz seines vergleichsweise schmächtigen Körpers gegen Spieler auf seiner Position gegenhalten. Dies lag vor allem an seinem unbändigen Einsatz.

Mit Boshs Sprung auf All-Star-Niveau ging es auch für die Raptors schnell wieder aufwärts. In der Saison 2006/07 gewann Toronto mit 47 Siegen (in der Saison waren es 27) die Atlantic Division. In den Playoffs war jedoch in Runde eins Endstation, ebenso wie im Jahr darauf. Danach schafften es die Raptors nicht mehr in die Postseason, obwohl sich Bosh weiter verbesserte. In der Saison 2009/10 spielte er auf extrem hohen Level, legte durchschnittlich 24,0 Punkte und 10,8 Rebounds auf. Dazu agierte er sehr effizient (51,8% FG). Doch er bekam wenig Unterstützung und entschied sich in der folgenden Free Agency für einen Wechsel nach Miami.

Letztlich war Bosh zwar ein Top-Forward in der Liga, konnte Toronto aber nie als bester Spieler des Teams zum Erfolg führen. Aus diesem Grund schaffte er es zwar stets zum All-Star, wurde aber lediglich einmal in ein All-NBA-Team gewählt (2007, Second-Team). Immerhin wurde er in Miami zweimal Meister, allerdings auch mit reichlich Unterstützung. Bosh war nicht der typische Franchise Player, aber dennoch der mit Abstand beste Big Man in Torontos Klubhistorie.

Backup: Andrea Bargnani (2006-2013, 15,2 PpG, 4,8 RpG, 1,3 ApG, 36,1% 3FG)

 

Center: Antonio Davis

Teamzugehörigkeit: 1999-2003, 2006 | Kernstats: 12,9 PpG, 9,2 RpG, 1,7 ApG, 1,3 BpG

Antonio Davis erlebte die besten Jahre seiner Karriere in Toronto. Der Center, der 1990 an 45. Stelle gedraftet wurde, kam per Trade aus Indiana zu den Raptors und hatte sofort großen Einfluss auf das Team. Zuvor von der Bank gekommen, nahm er in Toronto die Position des Starters auf der Fünf ein und trug dazu bei, dass der Klub zwischen 2000 und 2002 dreimal hintereinander die Playoffs erreichte.

In der Saison 2001/02 schaffte es Davis sogar ins All-Star-Team. In dieser Spielzeit erzielte er ein Double-Double als Saisonschnitt (13,7 PpG, 10,1 RpG, 1,9 BpG) Im Jahr darauf waren es 14,5 Punkte und 9,6 Rebounds pro Begegnung. Doch wie mit dem Team ging es auch für den Big Man statistisch wieder bergab. Im Dezember 2003 entschieden sich die Raptors für einen Trade von Davis, der zu den Chicago Bulls wechselte.

Davis gab den Raptors neben Scoring auch Einsatz in der Defense, was ihn zu einem starken Rebounder und Shotblocker machte. Zudem ging er als Leader voran und diente den jungen Spielern als Mentor. Seine Erfahrung setzte er besonders in den Playoffs ein, wo er noch stärker spielte. So legte er in den 20 Playoff-Partien für die Raptors durchschnittlich 16,1 Punkte (49,4% FG), 10,6 Rebounds und 1,6 Blocks auf. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass Toronto bei den drei Postseason-Teilnahmen zweimal in der ersten und einmal in der zweiten Runde ausschied.

Nach seiner Karriere blieb Davis der NBA treu und setzte sich vor allem für die aktiven Spieler ein. Von 2005 bis 2006 war er Präsident der Spielergewerkschaft NBPA und ist dort nach wie vor als Direktor des „Off the Court“-Programms tätig. Zudem war er als TV-Experte im Einsatz.

Backup: Jonas Valanciunas (2012- , 11,7 PpG, 8,5 RpG, 1,0 BpG, 55,8% FG)

 

Head Coach: Dwane Casey

Casey war mit seinen sieben Jahren als Raptors-Head Coach nicht nur der am längsten im Amt befindliche, sondern auch der erfolgreichste Trainer in Torontos Franchise-Geschichte. Zwischen 2011 und 2018 gewann er 57,3 Prozent seiner Spiele und fuhr insgesamt 320 Regular Season-Siege ein. 2016 erreichte er mit den Raptors die Conference Finals.

Casey wurde mit den Dallas Mavericks 2011 als Assistant Coach Meister. Dabei war es unter anderem seine Strategie, die in den Finals gegen Miami zum Erfolg führte. In Toronto übernahm er das schlechteste Defensiv-Team und formte daraus – natürlich auch mit mehr Talent im Kader – zunächst eine durchschnittlich und mit der Zeit eine Top-10-Defense.

In der Offensiv zeigte sich Casey vor allem in der vergangenen Saison anpassungsfähig. Er modernisierte Torontos Angriff, indem er statt Isolationsbasketball mehr Ballbewegung predigte und zudem seinen Bankspielern mehr Verantwortung gab. Belohnt wurde Casey mit der Auszeichnung zum Trainer des Jahres. Dennoch wurde er nach der Saison entlassen, da die Raptors erneut chancenlos gegen Cleveland ausschieden. Doch es dauerte nicht lange, ehe der 61-Jährige bei den Detroit Pistons eine neue Anstellung fand.

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