Die andere Seite eines Basketballstars: Was Michael Jordan abseits des Courts so trieb

Überragende Leistungen auf dem Platz, ein hervorragender Spielstil, und eine Ausstrahlung, die viele in die Arena holte: Michael Jordan versteht es zu glänzen. In seiner Karriere kann er auf einiges zurückblicken: Mit den Chicago Bulls hat er sechs Meistertitel geholt, hinzu kommen einige persönliche Rekorde und Auszeichnungen, die seine Gage am Ende seiner Karriere in die Höhe schnellen ließen.

Um das zu erreichen, ging es in der einen oder anderen Trainingseinheit schon mal hart zur Sache. So flogen nach verbalen Auseinandersetzungen mit Mitspielern schon mal die Fäuste. Das hat zum Beispiel Kollege Steve Kerr zu spüren bekommen.

Ob Sportwetten, Casino oder sonst wo: Jordan zockte für sein Leben gern. In dem einen oder anderen Casino wurde er gesehen, und die Blackjack-Regeln schüttelt er sicher aus dem Ärmel. Auch in Sachen Gambling machte er nicht auf klein, sondern ist bekannt dafür, recht hohe Summen in die Hand zu nehmen.

Dabei war seine Karriere auch nicht immer einfach. Denn vor dem großen Durchbruch mussten die Bulls durch harte Zeiten. Jordan und seine Kollegen kamen jahrelang nicht an den Detroit Pistons vorbei. Die sogenannten „Bad Boys“ dominierten die Liga. Sie entwickelten sogar die „Jordan-Regeln“ – eine eigene Defensiv-Strategie, die speziell auf Jordan ausgerichtet war –, eine Taktik, mit der sie sich deutlich in eine Grauzone begaben. Jordan hingegen ließ sich davon nicht klein machen – ganz im Gegenteil.

Es spornte seinen Ehrgeiz erst so richtig an. In den Playoff-Semifinals im Jahr 1991 legten die Bulls dann so richtig los und bezwangen Detroit mit 4-0. So weit, so gut – wären die Spieler der Pistons danach nicht ohne Handschlag in ihre Garderoben verschwunden. Nicht nur Michael Jordan ärgerte sich über eine derartige Unsportlichkeit. Deshalb hielten ihn auch viele für verdächtig, als Isiah Thomas im Jahr 1992 nicht für die olympische Auswahl der Vereinigten Staaten nominiert wurde. Denn Thomas war damals einer der weltbesten Basketballer. Er selber kann es bis heute noch nicht wirklich glauben und fragt sich, wie die Auswahl zustande kam.

Spätestens seit „The Last Dance“ auf Netflix sind Jordan und die Geschichten um seine Person und die Ära, die ihn prägte, wieder angesagt. Die Doku zeigt viel Filmmaterial und Interviews der Chicago Bulls und rückt uns wieder näher an die Zeit des Air Jordan. Erst kürzlich wurden die ersten, für ihn gefertigten Sportschuhe in New York für über eine halbe Million Dollar versteigert. Das Jumpman-Zeichen – das Jordan mit gespreizten Beinen in der Luft zeigt, den Ball in der Hand – ist noch heute ein markantes Emblem. Sein Vermögen wird auf etwa zwei Milliarden Euro geschätzt. Damit ist Jordan weltweit der reichste Sportler.

Seine Karriere hat ein Zeichen gesetzt, das noch lange andauern wird. Im Sommer 1998 beendete Michael Jordan zum zweiten Mal nach drei Titeln in Folge seine Karriere. Er selber sah sich in der letzten Saison auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Die 1997/98er Saison sei die beste überhaupt für ihn gewesen. Wäre die Mannschaft nicht auseinander gebrochen, hätte Jordan weitergemacht und den siebten Titel geholt. So sagte er es in einem der Interviews in „The Last Dance“.