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PEAK Sport Prospect Watch: David Brembly

30.10.2014 || 13:04 Uhr von:
Court Review hat sich auf die Fahnen geschrieben über alle wichtigen Entwicklungen rund um das orangene Leder zu berichten. Leider kommt hier die Jugend, also der Nachwuchs und die Zukunft des deutschen Basketballs, noc...

Court Review hat sich auf die Fahnen geschrieben über alle wichtigen Entwicklungen rund um das orangene Leder zu berichten. Leider kommt hier die Jugend, also der Nachwuchs und die Zukunft des deutschen Basketballs, noch viel zu oft zu kurz. Das wollen wir ändern und haben daher eine neue Artikelreihe bei Court Review ins Leben gerufen. Im Rahmen der “PEAK Sport Prospect Watches” stellen wir Euch in regelmäßigen Abständen aussichtsreiche Talente der deutschen Basketballszene vor. Nach Daniel Mayr, Julian Albus, Dominic Lockhart und Jan Niklas Wimberg, folgt nun David Brembly. Der A2-Nationalspieler ist in Deutschland noch ein unbeschriebenes Blatt, wird sich aber hoffentlich bei medi bayreuth diese Saison einen Namen machen.


Biographie:

  • Name: David Brembly
  • Geburtsdatum: 10.02.1993
  • Geburtsort: Köln, Deutschland
  • Position: Guard / Forward
  • Größe: 1,97 m
  • Gewicht: 95 kg
  • bisherige Vereine: SV Pfefferwerk, Trefl Sopot, medi bayreuth

Erste Gehversuche im Ausland

partner_peak_logoManche deutsche Talente suchen sich ein unterklassiges Team in der Pro A oder Pro B, andere wiederum wechseln an ein US-College, um ihre Chancen auf eine Basketballprofikarriere zu verbessern. Dort hoffen sie auf massig Spielzeit und eine gute Entwicklung. David Brembly ging den etwas anderen Weg: ins Ausland. 2011 zog es den Swingman nach Sopot in Polen. Die Tatsache, dass er neben der deutschen auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt, spielte wohl eine bedeutende Rolle. Zunächst spielte Brembly für die zweite Mannschaft des damaligen Liganeulings. Nur ein Jahr später durfte Brembly aber auch bei den Profis in der ersten polnischen Basketballliga mitwirken. Jedoch kam er dort nie über den Status eines Reservespielers hinaus. Seit August 2014 spielt der Deutsch-Pole nun in der Wagnerstadt.

Unbeschriebenes Blatt

Seien wir mal ehrlich, ohne Recherche konnte wohl kaum jemand sagen, wen medi bayreuth da als mittlerweile festen Bestandteil des BBL Teams für die Position 3 verpflichtet hatte. Vielleicht ein paar wenige, die sich für die Nationalmannschaften interessieren, wussten, dass Brembly für den A2 Kader nominiert wurde und für Henrik Rödl international auf Korbjagd ging. Der Großteil aber wusste nicht so recht, was man von ihm erwarten kann und inwiefern er dem Bayreuther Team helfen könnte.

Kein klassischer 3-and-D Spieler

In den bisherigen BBL-Spielen zeigte Brembly eindrucksvoll, was für ein Spielertyp er ist. Defensiv immer präsent, stets bemüht, dem Gegenspieler auf den Füßen zu stehen und ihn aus seiner Komfortzone zu kriegen. Egal ob direkt am Ball oder beim Verfolgen durch Blöcke, Brembly ist kaum von seinem Kontrahenten zu trennen, seine überdurchschnittliche Athletik hilft ihm dabei. Durch seine Größe und Athletik ist es ihm möglich, mehrere Positionen zu verteidigen. Meist sind dies Shooting Guards und Small Forwards, allerdings wurde in der Vorbereitungsphase getestet, ob Brembly nicht auch Point Guards verteidigen könnte, aber bis jetzt scheint es so, als belasse man es bei diesem einmaligen Experiment.

Offensiv ist David ein Allrounder. Zunächst traute er sich in den ersten Partien nicht zu, zum Korb zu ziehen und beschränkte sich auf den Wurf von außen, wobei dieser bei einer Quote von 46,2% (6-13) zuverlässig zu Punkten führt. Ihn deshalb aber als eindimensionalen, durchschnittlichen 3-and-D Spieler abzustempeln, wäre voreilig und falsch. In den drei letzten Partien fand der 21-jährige Swingman seine Begeisterung für den Zug zum Korb wieder und schließt ihn ebenfalls hochprozentig (10-19, 52,6%) ab. Dabei muss es nicht immer ein krachender Dunking sein, den er ohne Zweifel kann, meist genügt ihm auch der einfache Korbleger. Zudem gesellt sich ein solider One dribble Pull up, ein gut geschultes Timing beim Rebound sowie ein ausgeprägtes Auge für den besser postierten Mitspieler in sein Arsenal. Übrigens verfügt Brembly ebenfalls über ein Clutch-Gen. Die letzten Minuten des Bayreuth-Bremerhaven Spiels sind der Beweis. Nicht zu unterschätzen ist seine Schnelligkeit. Bis jetzt sieht man von seinem eindrucksvollen Umschaltspiel nicht viel, das ist aber mehr dem langsamen Spiel der Bayreuther geschuldet. Mit seinen 21 Jahren ist David Brembly noch kein fertiger Spieler, jedoch sind alle Grundlagen für einen überdurchschnittlichen Two-way-Player da. Als junger, deutscher Liganeuling stehen ihm bei einer kontinuierlichen Entwicklung viele Türen offen.

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Kurzinterview mit David Brembly

Court Review: Was liebst du am meisten am Basketball?

David Brembly: (überlegt) Die Competition und dass man mit einem Team zusammen ist. Die Zusammenarbeit im Team, aber auch auf jeden Fall das tägliche Gegeneinander gehen, das jeden Tag an seine Grenzen gehen.

Court Review: Wo und wann hast du angefangen Basketball zu spielen?

David: (überlegt schwer) So richtig angefangen mit dem Basketball spielen habe ich mit meinem Vater. Bis ich 12 Jahre alt war, habe ich nur aus Spaß auf der Strasse ein bisschen gespielt. Mein erster richtiger Verein war der SV Pfefferwerk (in Berlin), wo wir in einer Halle in der Malmöer Straße trainiert haben.

Court Review: Warum ein kleiner Verein wie SV Pfefferwerk und nicht eine Talentschmiede eines größeren deutschen Vereins? In Berlin kommt einem als erstes das gute Jugendprogramm der TuS Lichterfelde in den Kopf.

David: Das war nebenan. Ich bin eines Tages von der Schule heimgekommen, bin an der Halle (mit Fenstern zur Straße) vorbeigegangen und habe gesehen, da spielt irgendjemand Basketball, das war damals so U12. Ich habe Coach Vladimir (Vnukov, Anm. d. Red.) gefragt, ob ich mitspielen darf und er antwortete, ja komm morgen vorbei. Es war einfach direkt um die Ecke, 2 Minuten von zu Hause weg. Gerade wenn man so jung ist und in einer Großstadt wie Berlin lebt, sind weite Wege wie nach Neukölln nicht das Beste. Damals, ich war ja nicht der Einzige da, hat auch Bill Borekambi mitgespielt und andere Spieler. Also wir waren gar nicht so schlecht.

Court Review: Vergleiche bitte die polnische Liga mit der Beko BBL. Was sind deine Eindrücke?

David: Ich würde sagen, die BBL ist viel stärker. Es fängt an mit der Athletik der ganzen Spieler, die sind alle viel athletischer als in Polen. Dazu ist die BBL viel besser organisiert, viele starke Teams. In Polen gibt es ein Team, das Euroleague spielt und eines, das Eurocup spielt. Die Tabelle dort sieht so aus, dass man zwei wirklich starke Teams hat, die wirklich alles niedermetzeln. Dann ist da so ein kleiner Freiraum und dann kommen erst die nächsten Mannschaften. Hier in dieser Liga hat man wie man sieht – Göttingen schlägt Bayern zu Hause – keine einfachen Spiele und wirklich jeder kann jeden schlagen. Das sagt einiges über die Liga aus. Dazu hat die BBL deutlich mehr Teams, die in der Euroleague und im Eurocup im Einsatz sind, da sind sie dem polnischen Basketball schon gut voraus, auch wenn das in Polen mal besser war.

Court Review: Hast du ein Vorbild, dem du nacheiferst?

David: Einer meiner Lieblingsspieler ist Kobe Bryant.

Court Review: Gibt es jemanden außerhalb des Basketballs, der dich unterstützt und motiviert?

David: Meine Familie, die mich meine ganze bisherige Karriere unterstützt und immer den Weg freigehalten hat. Natürlich auch mein Freundeskreis. Aber an erster Stelle meine Familie, die mich gepusht und den Rücken gestärkt haben.

Court Review: David, vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

David: Gerne.

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