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Löwen unterliegen Bamberg zum Auftakt

05.10.2015 || 09:48 Uhr von:
Über drei Viertel gelang es den Löwen um Point Guard Derek Needham, den Meister aus Bamberg in Schach zu halten.

Mit einem katastrophalen zweiten Viertel haben sich die Basketball Löwen Braunschweig am Sonntagabend um ihre Siegchance gegen Meister Bamberg gebracht. Nach einem guten ersten Spielabschnitt verloren die Löwenstädter jeden Zugriff auf das Spiel, in der zweiten Halbzeit war der Rückstand dann zu groß. Trotz der deutlichen 63:79-Niederlage bleiben auch gute Eindrücke.

Das Spiel im Schnelldurchlauf

Der Braunschweiger Bundesliga-Auftakt begann ausgeglichen. Die Löwen waren in den ersten zehn Spielminuten auf Augenhöhe mit dem Meister aus Bamberg und lagen lang in Front, bis die Franken das Tempo spürbar anzogen. Auf Braunschweiger Seite überzeugten zu Beginn vor allem Center Kenny Frease und der schon in der Vorbereitung starke Point Guard Derek Needham, der am Ende mit 19 Zählern Topscorer der Partie wurde. Mit Beginn des zweiten Viertels agierten beide Teams wie ausgewechselt. Während sich die Bamberger in einen Rausch und unter dem gegnerischen Korb mit dem Gastgeber Katz und Maus spielten, kamen die Löwen kaum noch zu Abschlüssen. Der zweite Spielabschnitt ging mit 26:6 dementsprechend deutlich an die Bamberger, die sich nach den ersten zehn Minuten lediglich drei Punkte Vorsprung erspielt hatten.

Wie die Gastgeber nach der Bamberger Demonstration im zweiten Viertel aus der Kabine kamen, dürfte den Braunschweiger Fans allerdings Mut gemacht haben. Vorne übernahm Derek Needham immer mehr Verantwortung, die Big Men Tyrone Nash und Kenny Frease tankten sich immer öfter erfolgreich zum Korb durch. So gelang es den Löwen, das dritte Viertel deutlich mit 23:11 für sich zu entscheiden und sich Schritt für Schritt an die Bamberger heranzuarbeiten. Das einzige Problem: Immer dann, wenn die Löwen in Schlagdistanz waren, fand Bambergs Coach Andrea Trinchieri die richtige Antwort. Immer wieder übernahmen gegen Ende Bradley Wanamaker (17 Punkte, 6/8 FG) und Janis Strelnieks (17 Punkte, 6/7 FG) die Verantwortung in der Offensive. Und wenn die Bamberger selbst nicht erfolgreich waren, halfen mehrfach auch Fehler in der Löwen-Offense, den Vorsprung nie zu klein werden zu lassen.

Bei den Löwen …

… brillierte vor allem Point Guard Derek Needham, der mit 19 Punkten besser traf als alle anderen Akteure. Der 1,80 Meter große US-Amerikaner traf fünf seiner sechs Dreierversuche, verteilte vier Assists und zeigte auch in der Defensive eine starke Leistung. Auch Mannschaftskapitän Nico Simon glänzte in erster Linie in der Verteidigung – offensiv blieb er mit nur zwei Punkten (1/6 FG) blass, verteilte aber wie Needham vier Assists.

Keaton Grant schaffte es nicht, seine Offensivqualitäten unter Beweis zu stellen: Der Forward sammelte am Ende zwar 13 Punkte und stand mit rund 30 Minuten Spielzeit am längsten auf dem Parkett, traf aber weniger als 40 Prozent seiner Würfe aus dem Feld. Auf der Power-Foward-Position startete im ersten Saisonspiel Neuzugang Tyrone Nash. Der athletische US-Amerikaner blieb in der ersten Hälfte unauffällig, übernahm gegen Ende aber viel Verantwortung und zog immer wieder mit viel Kraft zum Korb. Der Lohn: Ganze neun Mal durfte Nash an die Freiwurflinie treten, sechsmal traf er. Auch all seine Würfe aus der Nah- und Mitteldistanz traf Nash (3/3 2er).

Kenny Frease (Basketball Löwen Braunschweig) vs Brose Baskets Bamberg, 1. Spieltag, BBL 2015/2016

Center Kenny Frease hatte in der Defensive die Bamberger Yassin Idbihi (6 Punkte) und Gabriel Olaseni (4 Punkte) über weite Strecken im Griff. Offensiv zeigte er mit zehn Punkten in rund 20 Minuten eine ansprechende Leistung, als einziger Center im Team ist bei ihm allerdings noch Luft nach oben.

Von der Bank konnte College-Star Josh Gasser erneut nur wenige Impulse bringen. Der Rookie kam in 20 Minuten Spielzeit lediglich auf drei Punkte, zwei Defensiv-Rebounds und einen Assist. Als Point Guard Derek Needham auf der Bank saß, fiel Gasser im Ballvortrag hinter Nico Simon deutlich ab und wirkte in der Offensive über weite Strecken zu lethargisch. Power Forward Amin Stevens, der am letzten Wochenende bei Testspielen in Holland noch Topscorer der Löwen war, konnte sich wie schon zur Saisoneröffnung gegen den MBC nicht auf Bundesliga-Niveau beweisen. Defensiv kam er immer wieder zu spät gegen die athletischen Bamberger Forwards, er selbst warf in 19 Minuten Einsatzzeit nur dreimal auf den gegnerischen Korb.

Youngster Sid-Marlon Theis erlebte unterdessen einen rabenschwarzen Tag und wirkte wie schon in der letzten Saison noch nicht, als wäre er bereit für längere BBL-Einsätze. Auch die Flügelspieler Lucas Gertz und Cornelius Adler konnten sich nicht in Szene setzen.

Zahlen, bitte!

Aufbauspieler und Co-Kapitän Derek Needham dürfte den Braunschweiger Fans in diesem Jahr eine Menge Spaß machen. Der quirlige und athletische Point Guard erinnert mit seiner Spielweise an seinen Vorgänger Dru Joyce, der im letzten Jahr eine starke Saison im blau-gelben Trikot zeigte. Gegen Bamberg traf Needham aus allen Lagen und versenkte fünf seiner sechs Dreierversuche – das sind sensationelle 83,3 Prozent!

Nicolai Simon (Basketball Löwen Braunschweig) vs Nikolaos Zisis (Brose Baskets Bamberg), 1. Spieltag, BBL 2015/2016

MVP

Nach der Bekanntgabe des neuen Mannschaftskapitäns sagte Nico Simon, er wolle noch mehr Verantwortung übernehmen und ein Gesicht des Braunschweiger Basketballs werden. Ganz klar ist: Wenn Simon so viel Einsatz zeigt wie gegen Bamberg, sollte das nicht mehr lange dauern. Der 28-Jährige rutschte mehr als einmal mit Schwung in die LED-Banden am Spielfeldrand, verteidigte die Bamberger Positionen Eins bis Dreu mit viel Ausdauer und war in der Verteidigung einer der stärksten Braunschweiger. Weil Simon offensiv aber nur einen seiner sechs Würfe traf, muss er sich den Titel teilen. Denn ohne Derek Needhams 19 Zähler (7/9 FG, 77,8%) wäre die Niederlage zum Saisonauftakt wohl deutlicher ausgefallen.

Was bleibt?

Gegen den Meister aus Bamberg zeigten die Löwen viel Licht und viel Schatten. Die Leistung im ersten Viertel und in der zweiten Halbzeit war stark und dürfte, wenn die Löwen sie in Zukunft öfter zeigen, dazu führen, dass der Abstiegskampf kein Thema in Braunschweig wird. Genauso auffällig wie die Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war allerdings der kollektive Blackout in den zweiten zehn Minuten, den Coach Raoul Korner genauso wenig stoppen konnte wie seine Spieler. Lediglich Derek Needham und Keaton Grant trafen im zweiten Abschnitt jeweils per Dreier nach einer Solo-Aktion, darüber hinaus klappten selbst die simpelsten Spielzüge nicht. Vor allem Josh Gasser und Tyrone Nash wirkten in dieser Phase wie Fremdkörper im Spiel der Löwen. Solche Negativläufe bestraft in der BBL nicht nur Bamberg, sondern auch fast jedes andere Team.

Wie geht es weiter bei den Löwen?

Viel Zeit bleibt Korner nicht, um den Saisonauftakt zu analysieren: Schon am Mittwoch steht die erste Auswärtspartie bei medi bayreuth an, am Sonntag folgt das nächste Heimspiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg.

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