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Löwen holen gegen MBC den vierten Heimsieg in Serie

07.12.2015 || 16:30 Uhr von:
Gegen den Angstgegner Mitteldeutscher BC holen die Basketball Löwen Braunschweig ihren vierten Heimsieg in Serie und festigen damit den achten Tabellenplatz.

Das Spiel im Schnelldurchlauf

Die Löwen fanden nach einem schleppenden Start nur langsam in die Partie. Es dauerte einige Minuten, ehe sich vor allem Point Guard Derek Needham ein Herz fasste und die zu lasche Verteidigung der Weißenfelser Gäste gleich mehrfach in Folge ausnutzte. Der US-Amerikaner markierte im ersten Viertel insgesamt elf Zähler. Auch der seit Wochen starke Tyrone Nash zeigte mit sechs Punkten und vier Rebounds in den ersten zehn Spielminuten eine gute Leistung.

20151207_290x350_Braunschweig_Tyrone_NashIm zweiten Viertel konnten sich die Löwen schnell absetzen – zwischenzeitlich waren sie den Gästen, gegen die die Braunschweiger seit der Saison 2010/2011 nicht mehr hatten gewinnen können, gar mit 16 Punkten enteilt. Die MBC-Offensive fand minutenlang kaum ein Mittel gegen die bissige Verteidigung der Löwen, die ihrerseits vor allem durch Derek Needham und Tyrone Nash erfolgreich waren. Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnten die Gäste wieder aufschließen, mit dem Spielstand von 50:38 ging es in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte verloren die Braunschweiger dann immer mehr den Faden. Während in der Offensive die Big Men Tyrone Nash und Kenny Frease solide punkteten, verlor der Braunschweiger Point Guard Derek Needham immer mehr den Zugriff auf das Spiel seiner Mannschaft und leistete sich unnötige Ballverluste. Und weil der MBC die Verunsicherung der Gastgeber auszunutzen wusste, schmolz der Vorsprung der Löwen – zu Beginn des letzten Viertels betrug er nur noch fünf Punkte.

Bei den Braunschweiger Fans wurden Erinnerungen an die Partie gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg wach, die die Löwen in eigener Halle über die komplette erste Hälfte nach Belieben dominiert hatten, das Spiel nach Verlängerung aber noch aus der Hand gaben. Die Gäste aus Weißenfels konnten sich bis auf zwei Punkte an die Braunschweiger herankämpfen und drohten mit jeder Minute mehr, das Momentum endgültig auf ihre Seite zu ziehen. Dass das am Ende nicht passierte, hatte genau einen Grund: Keaton Grant. Der Topscorer der BBL erzielte insgesamt 13 Zähler im Schlussviertel und sorgte in brenzlichen Situationen immer wieder dafür, dass die Löwen die Oberhand behielten.

Die Löwen in der Einzelkritik

Guards

Point Guard Derek Needham konnte nur in der ersten Hälfte überzeugen. Der 25-Jährige erzielte 16 seiner 18 Zähler in den ersten beiden Vierteln und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Löwen sich einen zweistelligen Vorsprung herausspielen konnten. In der zweiten Halbzeit mit teilweise haarsträubenden Ballverlusten, insgesamt aber mit starken Zahlen (18 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists, aber auch 4 Turnover).

Mannschaftskapitän Nicolai Simon konnte, auch aufgrund der frühen Foulbelastung, offensiv kaum Impulse setzen und blieb auch in Sachen Statistik unauffällig, überzeugte aber wie üblich durch intensive Verteidigung. Martin Bogdanov durfte wie schon in den letzten Partien einiges an BBL-Luft schnuppern, blieb aber mehrfach an der stärker werdenden MBC-Defense hängen. Am Ende ohne Punkte, aber immerhin mit zwei Rebounds und einem Assist in zehn Minuten Spielzeit.

In Abwesenheit von Josh Gasser bekam vor allem Lucas Gertz deutlich mehr Spielanteile als sonst. Der 25 Jahre alte Flügelspieler blieb in der Offense allerdings auch in über 20 Minuten Spielzeit ungefährlich (0/4 FG), sammelte aber immerhin vier Rebounds (3 offensiv) und drei Assists. Dass Gasser nach seiner Entzündung im Bauchmuskelbereich Anfang der Woche ins Training zurückkehren sollte, dürfte der Löwen-Offense bei den kommenden Aufgaben gut tun.

Forwards

Die Lebensversicherung der Braunschweiger hieß gegen den MBC einmal mehr Keaton Grant. 13 seiner insgesamt 25 Zähler erzielte der Small Forward im Schlussviertel und sorgte damit für den Heimsieg. Es hatte Symbolcharakter, als Grant nach dem letzten Defensivrebound vier Sekunden vor Spielende noch allein auf den MBC-Korb zu sprintete und per Dunking zum Endstand von 90:83 verwandelte. Mit jetzt 18,3 Punkten pro Spiel ist Grant weiterhin Topscorer der BBL.

Der gebürtige Braunschweiger Cornelius Adler blieb wie Lucas Gertz ohne Punkte und kam lediglich auf rund drei Minuten Spielzeit. Youngster Sid-Marlon Theis konnte seine guten Ansätze der vergangenen Wochen bestätigen und zeigte trotz seiner lediglich zwei Punkte eine solide und engagierte Leistung.

Starting-Power Forward Tyrone Nash war über die gesamte Spielzeit der vielleicht konstanteste Braunschweiger. Der 27-Jährige war mit einer Traumquote von 75 Prozent aus dem Feld und 26 Punkten Topscorer der Löwen, fing acht Rebounds, verlor keinen Ball und versenkte immerhin acht seiner zehn Freiwurfversuche. Nach offensiv deutlich schwächeren Leistungen (in den drei Partien zuvor weniger als 5 Punkte im Schnitt) erwischte Nash gegen den MBC einen ganz starken Tag.

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Center

Wühlbüffel Kenny Frease blieb in der ersten Spielhälfte eher unauffällig, bekam aber auch relativ wenig Anspiele, weil Nash und Needham offensiv überragten. Als sich in der zweiten Halbzeit mehr Optionen auftaten, kam dann auch Frease am Ende auf solide 14 Zähler, fünf Rebounds (4 offensiv) und zwei Assists. In der Defense sah Frease gegen seinen Gegenüber Chris Otule selten gut aus.

Backup Amin Stevens zeigte wie schon in den Spielen zuvor eine sehr mäßige Partie. Nach dem starken Auftritt in Bremerhaven (18 Zähler) erzielte Stevens im Schnitt nicht einmal fünf Punkte pro Spiel. Gegen den MBC stand Frease darum über 30 Minuten auf dem Parkett – auf Dauer dürfte das zur Belastungsprobe für den 130-Kilo-Koloss werden.

Zahlen, bitte!

Über das gesamte Spiel sammelten die Löwen 40 Rebounds – das sind 16 mehr als der MBC. Auch wenn gerade in der zweiten Halbzeit nicht alles bei den Gastgebern glatt lief: Der Einsatz unterm gegnerischen Korb fing eine Menge auf.

MVP

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Der wertvollste Braunschweiger hieß auch gegen den MBC Keaton Grant. Der vor wenigen Tagen 29 Jahre alt gewordene Forward nahm das Schicksal seiner Mannschaft am Ende in die Hände und rettete damit den verdienten Heimsieg. Insgesamt kam Grant auf 25 Punkte (64% 2FG), vier Rebounds und drei Assists. 13 Punkte markierte er im letzten Viertel, obwohl er schon knapp sieben Minuten vor Spielende sein viertes Foul gepfiffen bekam.

So geht’s bei den Löwen weiter

Nach dem vierten Heimsieg in Folge können die Braunschweiger ihre Serie schon am kommenden Wochenende ausbauen. Zu Gast sind dann die WALTER Tigers Tübingen. Wichtig für die Mannschaft von Raoul Korner dürfte vor allem sein, dass Rookie Josh Gasser bis dahin zurück ist – die Deutschen Lucas Gertz und Cornelius Adler können vor allem den offensiven Output von Gasser nicht auffangen. Gelingt auch gegen Tübingen ein Heimsieg, dürfen sich die Braunschweiger weiter eher nach oben als nach unten orientieren.

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