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„Bamberg hat sich für Rückschritt und gegen Fortschritt entschieden“

10.07.2018 || 17:23 Uhr von:
Leon Radosevic machte von einer Ausstiegsklausel Gebrauch, um Brose Bamberg zu verlassen und zum FC Bayern zu wechseln. Jetzt spricht der Center Klartext.

Leon Radosevic nimmt auf einem weißen, eher unscheinbaren Stuhl am Rande des Parketts im leeren Audi Dome Platz, bevor er sich den ersten Pressefragen als Spieler des FC Bayern Basketball stellt. Der deutsche Meister verpflichtete den Deutsch-Kroaten kürzlich vom großen Rivalen aus Bamberg und stattete ihn mit einem Drei-Jahres-Vertrag aus.

„Persönlich möchte ich mich auf höchstem Niveau messen, daher war es keine Frage, das Angebot des FC Bayern anzunehmen. Bayern hat große Pläne für die Zukunft und wird in den nächsten Jahren in der Euroleague, dem besten europäischen Wettbewerb, antreten“, erklärt Radosevic die Gründe für seinen Wechsel an die Isar.

Möglich machte den Deal erst eine Ausstiegsklausel im Vertrag des Centers, der ursprünglich auch noch für die kommende Saison gültig war. Dass der FC Bayern in der Euroleague spielt, war rein formal für den Ausstieg aus seinem Vertrag mit Bamberg allerdings irrelevant, wie der 28-Jährige erläutert.

„Sowohl der Verein als auch ich hatten Optionen, um aus dem Vertrag auszusteigen. Letztlich habe ich die Klausel genutzt, wobei ich keine Einschränkungen bei der Wahl meines neuen Teams hatte. Natürlich habe ich darauf geachtet, mich ich mit den besten Europas messen zu können.“

„Die Entscheidung für die Champions League kann ich nicht nachvollziehen“

Sich mit den besten des Kontinents zu messen, war bei seinem alten Arbeitgeber Brose Bamberg – zumindest vorerst – nicht mehr möglich. Die Oberfranken entschieden sich nämlich kürzlich dafür, der Euroleague und dem Eurocup den Rücken zu kehren und sich der FIBA Basketball Champions League anzuschließen.

„Als ich von diesen Plänen erstmals hörte, konnte ich es gar nicht glauben, aber es war ein Zeichen für mich, dass ich Bamberg verlassen würde“, so Radosevic. „Die Entscheidung des Klubs für die Champions League kann ich nicht nachvollziehen und war letztlich auch ein Grund für meinen Abschied.“

Radosevic: „Stoschek war etwas angepisst!“

Neben den sportlichen Gründen scheint es aber auch atmosphärisch in Bamberg nicht mehr so gepasst zu haben. „Das Team in Bamberg fällt aktuell leider auseinander. Der Besitzer [Michael Stoschek, d. Red.] war nach der vergangenen Saison etwas ‚angepisst‘ und hat harte Worte gegenüber der Mannschaft gefunden. In solch einer Umgebung, die sich sportlich jetzt für Rückschritt statt Fortschritt entschieden hat, wollte ich nicht bleiben.“

In München möchte Radosevic, der während seiner Zeit bei Brose Bamberg zwei deutsche Meisterschaften feiern durfte, seine Titelsammlung erweitern: „Ich hoffe, dass wir unsere Euroleague-Qualifikation mit dem Gewinn der Meisterschaft rechtfertigen.“ Spätestens dann wird der Audi Dome auch wieder prall gefüllt sein.

„Bamberg hat sich für Rückschritt und gegen Fortschritt entschieden“
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