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Bayerns Momentum-Swing

08.06.2018 || 17:33 Uhr von:
Bayern München
Wird Berlins uneigennütziges System ihnen in den Finals zum Verhängnis? Welche Änderungen nahmen die Bayern im zweiten Spiel vor? Und was macht Barthel und Djedovic so stark?

1. INTENSITÄT

Es ist kein gutes Zeichen, wenn deine Allzweckwaffe nach 108 Sekunden mit zwei Fouls auf der Bank Platz nehmen muss. Mit Fouls nicht am, sondern abseits des Balls. Deine Allzweckwaffe, die du in die Startformation befördert hast, um den 30-Punkte-Scorer des Gegners aus dem ersten Spiel in Schach zu halten. Und doch dürfte Bayern-Coach Dejan Radonjic mit Vladimir Lucics Defense zufrieden gewesen sein, gab sie doch auch den kollektiven Ton vor:

Denn die Bayern agierten im zweiten Finalspiel von Beginn an mit einer Intensität in der Verteidigung, mit der sie die Berliner Offensivmaschine ins Stottern brachten: Nur neun Punkte legten die Albatrosse im ersten Viertel auf. Zudem agierten die Gäste konzentriert und mit starker Transition-Defense – ein Muss gegen die schnellen Albatrosse. In der ersten Halbzeit schlossen die Berliner nur einmal aus dem Schnellangriff ab.

Die Playoffs sind mitunter eigenartig verlaufen – schien manch ein Team doch in einem Spiel eine hochkonzentrierte, intensive und physische Leistung zu zeigen, nur um in der darauffolgenden Begegnung alle jene Attribute vermissen zu lassen. Aus neutraler Sicht hat diese Ungewissheit auch etwas Schönes. Sicher scheint eines: Wenn ein Team mit einer solchen Intensität in ein Spiel startet wie die Bayern in Berlin, stellt sich der Erfolg fast zwangsläufig ein. Bleibt die Frage nach der Konstanz.

2. BAYERNS DEFENSE GEGEN BERLINS BEWEGUNG

Neben der insgesamt intensiveren Verteidigung und dem besseren Umschalten nach hinten fand man bei den Bayern eine taktische Veränderung vor: Sie switchten mehr. In der Finals-Vorschau wurde spekuliert, ob die Bayern derart verteidigen würden, um so Eins-gegen-Eins-Aktions Berlins zu forcieren. Doch dies war nicht mal ausschlaggebend. Denn vor allem ballabseits tauschten die Bayern oftmals ihre Gegenspieler.

Berlins Offensive ist geprägt von Bewegung und vom Nutzen ballferner Blöcke. Ein Beispiel aus der Auftaktbegegnung: Marius Grigonis nutzt auf der rechten Seite des Feldes zwei Blöcke von Luke Sikma – erst einen Pin-Down, um den Ball am Flügel zu erhalten; danach einen Back-Screen, um Richtung Korb zu cutten. Parallel zur zweiten Aktion (ein Berliner Offensivprinzip) startet auf der anderen Seite des Feldes Spencer Butterfield: Er curlt zum Korb und ist offen für den Layup. Zwar vergibt der Guard diesen, doch auf solche Abschlüsse fußt das Berliner Offensivsystem.

In keiner dieser Aktionen switchen die Bayern. Während Grigonis’ Cut auf die Seite, von der Butterfield gestartet war, hätte beispielsweise Jared Cunningham übernehmen können – wobei dies eher eine Help-Defense-Verteidigung ob des Abschlusses gewesen wäre als ein reines Switchen ballabseits.

Im zweiten Endspielduell switchten die Bayern schon im ersten Berliner Angriff, als Stefan Jovic (zunächst auf Peyton Siva) und Vladimir Lucic (auf Marius Grigonis) sich auf der Weakside die Gegenspieler übergaben.

Früh kommunizierten die Bayern jene Aktionen. Ein Beispiel wenig später: Butterfield cuttet zur Spielfeldmitte, Siva rotiert in die andere Richtung. Jovic (blau markiert) deutet per Handzeichen an, dass geswitcht werden soll. In diesem Fall ist der Point Guard selbst ein wenig spät dran und muss Butterfield hinterherlaufen, welcher erneut per patentiertem Curl zum Korb gehen kann. Dort vergibt Butterfield aber seinen Korbleger.

Zu Beginn des zweiten Viertels switchen die Bayern zweimal innerhalb eines Berliner Angriffs. Wieder cutten Siva und Butterfield entgegengesetzt; Nihad Djedovic (blau markiert) deutet den Switch ebenfalls per Handzeichen an.

Jovic nimmt also Butterfield auf, der durch den Switch und nach dem möglichen Hand-Off von Sikma keine Wurfgefahr ausstrahlen soll. Jovic verteidigt dies gut und eng am Mann. An der Weakside will Dennis Clifford eigentlich einen Pin-Down für Joshiko Saibou stellen, doch so recht können die Berliner diese Aktion nicht forcieren. Nichtsdestotrotz bewegen sich die Berliner gut, wobei Clifford als Off-Ball-Screener eine Gefahr ist. So deutet Jovic gegenüber Reggie Redding den erneuten Switch an.

Letztlich schlossen die Berliner in der zweiten Partie nur fünfmal aus Off-Screen-Aktionen ab. Das entspricht einem Anteil von sechs Prozent an ihren gesamten Offensivaktionen. In den ersten beiden Playoff-Runden lag dieser Wert bei ganzen 12,2 Prozent! Durch ihre veränderte Verteidigungsstrategie nahmen die Bayern also den Berlinern eine effiziente Abschlussart.

Mitunter switchten die Bayern auch im Pick-and-Roll. Dort schließen die Albatrosse eigentlich verhältnismäßig selten direkt ab, tun das in der Serie gegen Bayern aber viel öfter – aber nicht sehr effizient: Nur 0,67 Punkte pro Possession generieren die Berliner daraus, in 36,1 Prozent der Fälle verlieren sie den Ball. Dabei präsentiert sich Devin Booker als starker Verteidiger. Im ersten Viertel wechselt Booker zweimal auf den Ballhandler Marius Grigonis, zweimal forciert der Big Man einen Ballverlust.

3. ISOLATION

In den aktuellen NBA-Playoffs erlebt man Switches viel häufiger. So häufig, dass man ob der daraus resultierenden Isolationen die Basketballevolution auf dem falschen Weg erachtet. In der BBL hingegen ließe sich die These aufstellen, dass zu selten nach Switches das Eins-gegen-Eins forciert wird.

Isolationen sind derweil kaum Bestandteil des Berliner Systems, welches so uneigennützig und mit viel Bewegung daherkommt. Doch könnte dies den Berlinern nun in den Finals zum Verhängnis werden? Gegen ein Team, das zumindest im zweiten Spiel mit Mannschaftsverteidigung die Stärken des Berliner Systems mitunter aushebelte? Je größer die Bühne, je länger eine Serie, desto eher werden auch mal Helden gebraucht, die ihren Gegner einfach im Eins-gegen-Eins schlagen. Doch haben die Berliner einen solchen Spieler?

Mit seiner Schnelligkeit und seinen Scoring-Möglichkeiten scheint am ehesten Peyton Siva dafür prädestiniert. Doch offensiv hat der Point Guard zuletzt enttäuscht. Es scheint, als käme Siva zudem eher zum Abschluss, wenn er ballabseits eingesetzt wird als wenn er als Ballhandler selbst kreiert.

In folgender Sequenz hat Siva nach einem Switch Devin Booker gegen sich. Der Berliner Aufbauspieler gibt daraufhin den Ball rechts von sich an Sikma ab. So etwas sieht man im Basketball nicht selten: Oftmals geht dann der Ball zurück zum kleinen Spieler, der mit schnellem Antritt dann die Isolation sucht und am größeren Gegenspieler vorbeizieht. Doch Sikma passt auf Butterfield – welcher dann doch Siva anspielt. Aber statt den Drive gegen Booker zu wählen, nimmt Siva den weiten Dreier mit zwölf Sekunden auf der Wurfuhr. Als Big Man kann Booker einen solchen Sprungwurf natürlich erschweren.

Schon im ersten Viertel des zweiten Spiels sowie in der Verlängerung der ersten Partie (gut, da traf Sikma den Dagger-Dreier) gab Siva nach dem Switch von Booker auf Sikma ab. Hat Siva nicht das Vertrauen, Booker in solchen Aktionen zu schlagen? Am häufigsten im Berliner Kader schließen bislang Siva sowie Sikma aus Isolationen ab, tun dies aber nicht effizient (siehe Tweet oben). Vielleicht wäre hierbei Marius Grigonis die bessere Option.

4. TRANSITION

Neben den Isolationen wurde in der Finals-Vorschau auch die Transition thematisiert und die Frage aufgeworfen, ob die Bayern wirklich mit den Berlinern mitrennen sollten. Im zweiten Duell agierten die Bayern kontrollierter im Schnellangriff. Eins-gegen-Null-Korbleger oder weite Pässe nach vorne für den Spieler, der frühzeitig losgesprintet war, sah man in den Transition-Aktionen Münchens.

Im ersten Spiel hatten sich die Bayern hierbei noch zu viele Ballverluste geleistet. Gleich im ersten Angriff pusht Nihad Djedovic selbst den Ball – findet aber alles andere als eine Überzahl im Schnellangriff vor. Vier Berliner Verteidiger sind frühzeitig zurück. Djedovic wird von Grigonis aufgenommen und verliert den Ball.

Rund eine Minute später ein ähnliches Bild: Cunningham pusht den Ball, die Berliner Defense ist schnell zurück, die Bayern habe keine Überzahl – doch Cunningham zieht ins Getümmel und begeht den Ballverlust. Hier wäre der Trailer Djedovic an der Dreierlinie eine Option gewesen, wenn schon der schnelle Abschluss forciert werden soll.

In vier ihrer acht Abschlüsse verloren die Bayern im Auftaktspiel in der Transition den Ball. In der zweiten Begegnung begingen sie in sechs Abschlüssen keinen einzigen Ballverlust und trafen jeden ihrer sechs Würfe!

5. BAYERNS WURFPROBLEM

Effizienz lassen die Bayern beim Wurf hingegen weiter vermissen. Der Dreier bleibt eine Achillesferse in der bayerischen Offensive. Dass jetzt auch noch Braydon Hobbs ausfällt, verheißt nichts Gutes. Vielleicht kann Rückkehrer Vladimir Lucic hier Abhilfe schaffen – wobei man das nach seiner Schulterverletzung nicht erwarten sollte.

Normalerweise sind Dreier aus dem Catch-and-Shoot hochprozentige Abschlüsse. Der Werfer steht schon auf seiner Position, kann sich vorbereiten – vom Catch bis zum Release – und muss sich vorher nicht um Blöcke schlängeln. Und doch treffen die Bayern in der Finalserie bisher nur 13 ihrer 41 Spot-up-Dreier (31,7% 3FG). Ein Grund, warum sie sich im Auftaktspiel in der Verlängerung geschlagen geben mussten (0/5 3FG in der OT).

6. BAYERNS CUTS

Die Berliner wissen natürlich um die Schwachstelle der Bayern und richten danach auch ihre Defensive aus – wie mit einer Zonenverteidigung. Vor allem im zweiten Viertel des zweiten Duells nahmen die Albatrosse mit einer 1-3-1-Zone den Bayern den Rhythmus. Nur zwei ihrer acht Spot-up-Dreier verwandelten die Münchener im zweiten Durchgang.

Doch die Bayern fanden ein Mittel gegen diese Zone: durch Cuts aus der Ecke. Folgende Screenshots zeigen stets das gleiche Prinzip. Stefan Jovic leitet die Offensive, dribbelt über die Dreierlinie, bringt die Berliner Defensive zum Rotieren und hat mit seiner Größe keine Probleme, den Pass durch die Zone zu spielen. Zweimal Barthel und einmal Redding sind nach ihren Baseline-Cuts erfolgreich.

Die Bayern könnten um diese Verteidigungsart gewusst haben: Denn schon im ersten Angriff der Berliner Zonenverteidigung kommen sie per Barthels Reverse-Alley-Oop-Layup zum Abschluss.

Geht es um Baseline-Cuts, stellt Nihad Djedovic Bayerns größte Waffe dar. Schon über den gesamten Playoff-Verlauf hat der Flügelspieler seine Instinkte gezeigt, wann er wohin zu cutten hat, um die gegnerische Defense zu überraschen. Djedovic kann dies natürlich nicht alleine bewerkstelligen, zuvor muss die Offensive die gegnerische Verteidigung beschäftigen und zum Rotieren zwingen.

In folgendem Video dreier Cuts Djedovics in den Playoffs ist zu Beginn auch eine Aktion aus dem zweiten Spiel gegen Berlin zu sehen. Dort lösen die Bayern die Herausforderung der harten Berliner Verteidigung gut: Gerne agieren die Albatrosse im gegnerischen Pick-and-Roll mit einem Hedgen, der verteidigende Big Man (im Video Bogdan Radosavljevic) tritt hart zum Ballführer heraus, kurzzeitig wird gedoppelt. Doch Reggie Redding findet Maik Zirbes, der per Short-Roll auf Höhe der Freiwurflinie rotiert – und dann per Bodenpass Djedovic bedient. Der erkennt den möglichen Ausstieg und cuttet frühzeitig los.

7. BERLINS (ÜBER-) AGGRESSIVE DEFENSE

Wie die Bayern gegen diese teils überaggressive Berliner Verteidigung agieren, ist ein Schlüssel dieser Finals. In der Auftaktpartie fand der Münchener Ballführer aus dieser aggressiven Verteidigung zwar den Passausstieg, doch oftmals generierten die Münchener daraus keinen Vorteil, kein Überzahlspiel, weil die Berliner gut rotierten.

Folgendes Video enthält zunächst zwei Aktionen aus dem ersten Spiel, in dem dies offensichtlich wird. Erst weiß Alex King nicht, wohin mit dem Ball, und begeht einen Ballverlust. Dann zieht Booker vom High-Post zum Korb und nimmt einen schwierigen Abschluss.

Bessere Entscheidungen trafen die Münchener im jüngsten Spiel. Ein Beispiel Mitte des dritten Viertels: Booker rollt schnell ab und präsentiert sich mit dem schnellen Zuspiel auf Lucic gedankenschnell. Saibou verteidigt in dieser Aktion auch ein wenig zu aggressiv. Er hätte kurz den Abroller Booker aufnehmen und ein Anspiel verhindern können, anstatt auf den Pass auf Gavel am Flügel zu spekulieren. Denn ein freier Gavel an der Dreierlinie stellt keine Gefahr dar.

8. BIG BAYERN: BARTHEL/BOOKER

Im Zusammenhang mit Danilo Barthel wird oftmals vom „besten deutschen Spieler der BBL“ gesprochen. Der Hinweis zu seinem Pass kann man getrost streichen. Damit soll Barthel nicht als der beste Spieler der Liga bezeichnet werden, aber ohne Zweifel muss man ihn unter den besten Big Men der Liga einordnen. Im Duell mit dem Hauptrunden-MVP Luke Sikma mag Barthel bislang sogar der etwas bessere Akteur sein.

Barthel hat sich zu einem Big Man mit vielen Skills entwickelt: Er startet auf der Vier, besitzt aber die körperlichen Voraussetzungen, um auch als Center aufzulaufen. Nichtsdestotrotz hat er auch die Schnelligkeit, um im Catch-and-Drive zu attackieren. Seinen Dreier traf Barthel in der Hauptrunde mit einer beeindruckenden Quote von 43,5 Prozent. Die Playoffs zeigen aber, dass es an der Konstanz mangelt. Dennoch ist ein erhöhtes Volumen ein gutes Zeichen: Denn nur so respektiert die Verteidigung auch den Wurf; gerade in einer Big-Men-Paarung mit Devin Booker ein wichtiger Aspekt.

In der Finals-Vorschau wurde spekuliert, dass sowohl Barthel als auch Booker vermehrt das Eins-gegen-Eins suchen könnten. Das geschieht weniger, aber durchaus dann, wenn Barthel gegen den körperlich unterlegenen Niels Giffey ein Mismatch vorfindet. Ende des zweiten Viertels der zweiten Partie bringt sich Barthel in der Early Offense gut in Position, nimmt zu Giffey Kontakt auf, der damit von vorne verteidigt. Nach einem Lob-Anspiel punktet Barthel am Brett. Wenig später geht er im Post zu Werke und ist per And-One erfolgreich.

Barthel und Booker haben eine gute Dynamik entwickelt. Beide sind keine wirklichen Stretch-Big-Men, dafür ergänzen sie sich insofern gut, als dass Barthel im Post-up, Booker vor allem als schneller Abroller überzeugt. 1,29 Punkte pro Possession erzielt Booker auf diese Weise in den Finals. Zudem beweist er seine Passfertigkeiten und schnelle Entscheidungsfindung (siehe der Pass auf Lucic oben).

9. BERLINER BANK

Vor Beginn der Finals wurde von dieser Seite noch ein Spitzname für die Berliner Bank („Moa Deep“) gefordert, doch bisher präsentieren sich die Berliner Reservisten eher als Schwachstelle. Bei der Auftaktpartie verspielte die Berliner Bank die Führungen. Gerne lässt Coach Aíto seine komplette zweite Fünf ran, schon im Lauf der ersten Partie verharrte er darauf aber nicht mehr so ganz. Auch in der ersten Halbzeit des zweiten Spiels mischte Aíto mehr Starter und Reservisten. Vor allem offensiv haben die Berliner mit ihren Bankspielern nämlich Probleme, einen Rhythmus zu etablieren. Es wird interessant zu beobachten sein, wie die Berliner bei ihren Rotationen agieren und inwieweit sie diese weiter verändern.

10. ANTON GAVEL vs STEFAN PENO

12,7 MpG, 1,6 PpG, 36,8% FG, 0/1 3FG, 1,8 ApG, 0,6 TpG
16,3 MpG, 5,1 PpG, 37,2% FG, 23,5% 3FG, 3,7 ApG, 1,4 TpG

Playoff-Statistiken zweier Spieler, die untergeordnete Rollen und ein ausgeglichenes Duell sowie eine harmlose Offensive implizieren. Und doch muss man Anton Gavel gegenüber Stefan Peno den Zuspruch geben, dessen Zahlen als erstes aufgeführt sind.

Dabei hat Gavel in den Finals bisher keinen einzigen Wurf genommen. Doch Gavel füllt die ihm angedachte Rolle besser aus als Peno. Er verteidigt mit Peyton Siva den Berliner Spielmacher und übt Druck auf, womit den Berlinern Einstiege genommen werden. In der Offensive tut Gavel nichts, was er nicht kann – also auch keinen Dreier nehmen. Sicherlich bleibt die Frage, wie lange man einen Spieler auf das Feld schicken kann, der so wenig auf den eigenen Abschluss achtet. Je nachdem, wie lange die Serie noch andauert und mit Blick auf Hobbs‘ Ausfall, ein wichtiger Punkt. Doch Ballhandling und Scoring im Backcourt können die Münchener auch anders auffangen (Shooting eher weniger).

Peno mag offensiv der vielleicht gefährlichere Spieler sein, auch mit seiner Größe, doch bisher ist er hier kein positiver Faktor. Gerade nach der bisher enttäuschenden Leistung von Peyton Siva kommt vom Backup-Einser zu wenig. Denn oftmals hemmt Peno den Berliner Offensivfluss. Beim Druck der Bayern wird deutlich, dass es Peno sowohl am Ballhandling als auch an der Entscheidungsfindung mangelt; sein Pick-and-Roll-Verhalten ist ausbaufähig.

Die Berliner Offensive lebt vom schnellen Passspiel, vor allem nach den vielen Cuts und Bewegungen nach ballfernen Blöcken. Ein Negativbeispiel aus dem zweiten Spiel: Marius Grigonis kommt nach zwei ballfernen Blöcken hoch und in Berlin-typischer Position, um den Wurf zu nehmen oder zu attackieren. Doch Peno verpasst das Anspiel und nimmt so den Rhythmus.

Bei zehn Sekunden auf der Wurfuhr hat Peno den Ball immer noch dribbelnd in den Händen und keinen Pass gespielt.

Nur 69 Punkte. Eine Quote von 38,7 Prozent. Lediglich 18 Assists bei 17 Ballverlusten. Kaum hat man in dieser Saison Berlins Offensive so ohne Rhythmus erlebt. Mit dem Trainerwechsel von Sasa Djordjevic zu Dejan Radonjic hatte sich bei den Bayern derweil die Waage viel mehr in Richtung Offensive ausgeschlagen. Es bleibt die Frage, ob die Bayern wirklich so konstant stark verteidigen können und ob sie ein Mittel gegen die Berliner Offensivmaschine gefunden haben. Das Momentum liegt auf alle Fälle wieder auf ihrer Seite.



Material zur Verfügung gestellt von Telekom Sport: Alle Spiele der easyCredit BBL, der deutschen Teilnehmer des Eurocup und der Euroleague exklusiv. Alle Infos hier.

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