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Emotionen pur – Freak City feiert Casey, Goldi und Fleming

21.05.2014 || 21:38 Uhr von:
Goldsberry_Jacobsen
Als am gestrigen Dienstag ab 17:30 Uhr die obligatorische Saisonabschlussfeier der Brose Baskets für die Fans stattfand, war vieles anders als sonst. In den letzten vier Jahren konnte immer die deutsche Meisterschaft ge...

Als am gestrigen Dienstag ab 17:30 Uhr die obligatorische Saisonabschlussfeier der Brose Baskets für die Fans stattfand, war vieles anders als sonst. In den letzten vier Jahren konnte immer die deutsche Meisterschaft gefeiert werden, dieses Mal musste eine Saison mit dem frühen Ausscheiden im Playoff-Viertelfinale gegen die Artland Dragons, dem Halbfinalaus im Pokal gegen ALBA Berlin sowie dem enttäuschenden Abschneiden in Euroleague und Eurocup hingenommen werden. Nichtsdestotrotz pilgerten genauso viele Fans wie in den vergangenen Jahren in die Brose Arena um sich von der Mannschaft zu verabschieden. Und dies hatte auch seine Gründe: Chris Fleming und sein Trainerteam stehen nach einer erfolglosen Saison trotz 7 gewonnener Titel in den letzten 6 Jahren zur Debatte. Außerdem verabschieden sich die langjährigen Erfolgsgaranten Casey Jacobsen und John Goldsberry in den Ruhestand. Unklar ist auch weiterhin der Verbleib von Eigengewächs Karsten Tadda sowie von Anton Gavel, der die Seele des Bamberger Teams für mich ist. Für viele Fans war das also vielleicht die letzte Chance ihre Idole zu sehen und ihnen einen gebührenden Abschied zu geben. Und das gelang – und wie.

Fans pro Fleming

Doch der Reihe nach. Zuerst ließen sich viele Fans Freigetränke und kostenlose Bratwürste schmecken. In der Halle hingen schon Spruchbänder („Umbruch nur mit Chris + Team“) der Initiative „Pro Fleming“, auch „Pro Fleming“ Klatschpappen konnte man sich besorgen. Als dann das Team gegen 18 Uhr die Bühne betrat, gab es erst zaghaften Applaus, als dann Arne Woltmann, Stefan Weißenböck und schlussendlich Chris Fleming folgten, tobte ein Orkan durch die Arena. Tosender Applaus für das Trainertrio, insbesondere für unseren Erfolgscoach Chris Fleming, sowie Hochhalten von Chris Fleming Plakaten. Das Signal war stark und klar: Die überwältigende Mehrheit der anwesenden Fans wollte, dass Chris Fleming als Head Coach bei uns bleibt. In Freak City. In Bamberg. Schon jetzt herrschte eine Gänsehautstimmung in der Arena und Chris Fleming war auf Grund der ehrlichen Zuneigung der Fans sichtlich gerührt. Man spürte regelrecht, dass die Fans um ihren Coach kämpften. Das war aber erst der Anfang einer emotionalen Veranstaltung.

Abschied zweier Bamberger Legenden

Zunächst sprachen Wolfgang Heyder und Chris Fleming kurze Worte, weswegen es in dieser Saison nicht so gelaufen ist, wie man sich das vorgestellt hat. Anschließend kamen Karsten Tadda und Anton Gavel kurz zu Wort, die beide möglicherweise den Verein verlassen. Dann wurde John „Goldi“ Goldsberry, unser „General“ auf der Bühne nach vorne zitiert, der seit 2008 durchgehend für Bamberg spielte und 4 Meistertitel sowie 3 Pokalsiege gewann. Chris Fleming schwang ein Loblied über seinen langjährigen Floor General.
Anschließend wurde Casey Jacobsen, unser Captain, unter lautstarkem Applaus und „Casey“-Rufen nach vorne gerufen. Casey, der 5 Meisterschaften und 3 Pokalsiege mit Bamberg gewann, fühlte sich erst mal verpflichtet eine Dankesrede zu schwingen, die immer wieder von Applaus und Sprechchören für den Captain unterbrochen wurde:

„Zuerst möchte ich mich entschuldigen, dass wir dieses Jahr keine weitere Meisterschaft nach Bamberg geholt haben. Ich war nicht darauf vorbereitet heute zu sprechen, aber ein paar Worte möchte ich loswerden. Ich möchte mich bei euch, bei Freak City, so herzlich bedanken. Danke für den tollen Empfang für mich und meine Familie 2007. Dann kam ich in den letzten fünf Jahren zurück und es war mein Zuhause. Und ich könnte mir keine bessere Stadt vorstellen, die ich repräsentieren darf. Und ich könnte mir keine besseren Fans vorstellen, für die ich spielen durfte. Und ich könnte mir keinen besseren Verein und besseres Coaching Staff vorstellen. Und ich könnte mir keine besseren Teamkameraden in den letzten Jahren vorstellen. Diese Jahre in Bamberg waren eine der besten meines Lebens. Und ich möchte ein paar Leuten einen besonderen Dank aussprechen: Herrn Stoschek (Schweigen der Fans), Wolfgang Heyder (großer Applaus), Coach Fleming, der beste Coach unter dem ich je gespielt habe (riesengroßer Applaus), Rick Stafford und zuletzt möchte ich mich bei meiner Familie bedanken. Herzlichen Dank. Ich liebe Bamberg. Immer. Immer.“

Im Anschluss stellte Chris Fleming Caseys großen Kampfgeist heraus, und betonte, dass Casey immer das richtige Gefühl für die Mannschaft hatte.

Goldis und Caseys Trikotnummern werden nie mehr vergeben

Schon bis hierher war es eine sehr emotionale Veranstaltung, bei dem die Fans einen würdigen Rahmen für den Abschied der beiden Bamberger Legenden schufen. Der Höhepunkt des Abends sollte jedoch noch folgen, vorher wurden aber noch zwei Videos mit jeweils den besten Szenen von Goldi und Casey auf dem Würfel gezeigt, die nochmal sämtliche Haare zu Berge stehen ließen. Ich werde nie vergessen, als Goldi im 5. Spiel der Finalserie 2011 gegen ALBA Berlin bei 2 Punkten Rückstand kurz vor Ende einen Dreier eiskalt zur Führung verwandelte. Bei Casey wird mir immer wieder sein Dreier gegen Ulm im Pokalhalbfinale in Erinnerung bleiben, als er im ganzen Spiel die Lichter ausgeschossen hat und Sekunden vor Schluss die Verlängerung sicherstellte, in dem Bamberg dann letztendlich den Sieg erzwingen konnte um am Ende Pokalsieger zu werden. Danke Goldi! Danke Casey! Danke für ALLES! Ihr werdet für immer einen Platz in meinem Bamberger Fanherzen haben!

Nach den Videoeinspielungen wurde es dann ganz hart. Emotional hart. Tränen sind bei Casey und Fans geflossen, so viel kann ich verraten. Die Brose Baskets hatten eine große Überraschung parat. Auf Wolfgang Heyders Anregungen werden die Trikotnummern #5 (Goldi) und #23 (Jacobsen) nie mehr vergeben! Sensationelle Geste! Die Trikots der Beiden wurden dann feierlich in die Höhe gezogen und unter der Hallendecke aufgehängt! Ein mehr als nur würdiger Abschluss für zwei tolle Basketballer und Menschen! Casey schloss mehr oder weniger die Veranstaltung mit den Worten: „Haltet bitte einen Platz für Anton unter der Hallendecke frei.“ Recht hat er. Knapp zwei Stunden schrieb dann das gesamte Team noch Autogramme und stand für Fotos und kurze Gespräche zur Verfügung. Besonders Casey, Goldi und Chris Fleming waren hier gefragt, die jeden Wunsch geduldig und mit Freude erfüllten.

Die Veranstaltung hat mir mehr gegeben als jede Meisterschaftsfeier. Es war ein tolles Gemeinschaftsgefühl – die Fans haben gezeigt: Wir stehen zu euch, obwohl die Saison nicht gut verlief. Oft wurde gesagt, Freak City sei tot. Gestern hat Freak City noch einmal gelebt. Aber so richtig. Casey und Goldi gehen, ich hoffe, Chris Fleming und sein Trainerteam dürfen bleiben! #ProChrisFleming!

Emotionen pur – Freak City feiert Casey, Goldi und Fleming
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21. Mai 2014 um 23:31 Uhr

Ich danke Dir sehr für diesen wunderbaren Bericht. Du hast für uns alle aus dem Herzen geschrieben, die wir dabei waren.

courtbeastie
courtbeastie 21. Mai 2014 um 23:47 Uhr

Ich konnte leider bei dieser Veranstaltung nicht dabei sein, aber Du hast die Atmosphäre wunderbar eingefangen und ich kann ungefähr nachvollziehen, welch emotionaler Moment das für alle Beteiligten war.

Danke für den mehr als schönen Beitrag!
#Freakcity!

Danke auch an dieser Stelle an Casey und Goldi, zwei Musterathleten, die Bamberg mehr als vermissen wird.
Danke für jeden Moment mit Euch beiden!!! Danke Floorgeneral und danke Captain!

22. Mai 2014 um 9:51 Uhr

Ich war auch nicht dabei und danke für den tollen Bericht. Ich werde unseren Goldi, für mich der größte Kämpfer überhaupt, und Captain Casey vermissen, und das reicht eigentlich nicht als Ausdruck. Wie schön wäre es, wenn diese beiden Musterprofis ohne jegliche Allüren, dem Verein als Coaches erhalten blieben. Leider zur zeit noch Wunschdenken. Danke Casey, danke Goldi.

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