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Brose Bamberg dreht EuroLeague und EuroCup den Rücken

18.06.2018 || 14:03 Uhr von:
Brose Bamberg entscheidet sich gegen EuroLeague und Eurocup und wird in den kommenden fünf Jahren in der Basketball Champions League an den Start gehen. Nach den Fehlern der abgelaufenen Saison will sich der Verein mit dieser Entscheidung neu ausrichten.

Überraschende Neuigkeiten aus Bamberg. Nach einer mehr als durchwachsenen Saison mit Spieler- sowie Trainerentlassung und dem Aus im Halbfinale gegen den FC Bayern München, entscheidet sich Brose Bamberg für die Teilnahme an der FIBA Basketball Champions League. „Wir sind uns sicher, dass die Champions League in den nächsten Jahren im europäischen Wettbewerb weiter an Bedeutung gewinnen wird“, so Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer. In den kommenden fünf Jahren werden die Bamberger in der Champions League starten und senden damit ein klares Signal gegen EuroLeague und Eurocup. Auch der Etat wird im Vergleich zur abgelaufenen Saison drastisch reduziert werden. Aufgrund der zahlreichen personellen Fehlentscheidungen des vergangenen Jahres wird Brose Bamberg in der kommenden Saison mit ca. sechs bis zehn Millionen Euro weniger arbeiten müssen.

Neue Ausrichtung für die Saison 2018/2019

Der nach dem Gewinn der Meisterschaft im Sommer 2017 ausgerufene Plan, sich in den kommenden Jahren in den Top zehn Europas etablieren zu wollen, wird mit der Entscheidung für die Champions League nach nur einer Saison bereits wieder ad acta gelegt. Nach den Diskussionen um eine neue Halle für 10.000 oder mehr Zuschauer, sowie dem Ziel der EuroLeague-Playoffs, steht Brose Bamberg nun vor einem kompletten Neuanfang. Sicherlich hat sich die FIBA Champions League sportlich weiterentwickelt, dennoch hinkt sie in dieser Hinsicht der EuroLeague aber auch dem EuroCup klar hinterher. Es wirkt fast ein wenig, als wäre dem sonst so angriffslustigen Aufsichtsratsvorsitzendem Michael Stoschek die Lust am Zweikampf mit Uli Hoeneß und dem FC Bayern München vergangen. Wirtschaftlich gesehen ist die Teilnahme an der Champions League durchaus nachvollziehbar, sportlich bedeutet sie jedoch einen drastischen Rückschritt. Sicherlich sind die Methoden der EuroLeague, gerade was ihre wirtschaftlichen Interessen angeht, mehr als diskutabel, jedoch spielen die besten Teams Europas in den beiden Wettbewerben dieser Organisation.

Für die FIBA ist der Name Brose Bamberg natürlich ein Gewinn. „Der beste deutsche Verein der letzten 15 Jahre und einer der Top-Vereine in Europa hat sich langfristig für die Basketball Champions League verpflichtet. Dies ist eine Bestätigung dafür, dass sich die BCL schnell zu einem Elite-Wettbewerb entwickelt. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und auf die einzigartige Atmosphäre in ‚Freak City’!“, so Patrick Comninos, Vorstandsvorsitzender der BCL.

Mit der Teilnahme an der Champions League sendet Brose Bamberg auch ein Signal in Richtung Nationalmannschaft und wird einer Abstellungspflicht der Nationalspieler nachkommen.

Jung, hungrig und ein wenig Erfahrung

In Sachen Trainer und Kaderplanung konnte Brose Bamberg bisher nur die Verpflichtung von Maurice Stuckey verkünden. Die Entscheidung, welcher Trainer die Mannschaft in der kommenden Saison betreuen wird, soll bis Ende der Woche fallen. Das Gerücht „John Patrick“ ist in diesem Zusammenhang jedoch kein Thema. Brose Bamberg wird in Zukunft auf einen Mix aus jungen, hungrigen Spielern gepaart mit einigen erfahrenen Veteranen setzen. Vor allem Nikos Zisis soll dabei auf sowie neben dem Parkett eine wichtige Rolle einnehmen und könnte als wichtiger Mentor für Point Guard-Talent William McDowell-White fungieren, der sowohl im Farmteam der Baunach Young Pikes als auch bei Brose Bamberg eingesetzt werden soll. Auch Leon Kratzer und Arnoldas Kulboka, die in der abgelaufenen Saison an andere Clubs ausgeliehen waren, sind für den neuen Kader eingeplant. Bei Kulboka könnte sich diese Situation angesichts des bevorstehenden NBA-Drafts jedoch noch einmal verändern.

Bei Daniel Hackett, Maodo Lo und Leon Radosevic stehen die Zeichen auf Abschied. Alle drei besitzen eine Ausstiegsklausel für die EuroLeague. Hackett hatte seinen Wunsch, in der EuroLeague zu spielen, bereits öffentlich geäußert. Auch hinter Luka Mitrovic und Elias Harris stehen verletzungsbedingt weiterhin große Fragezeichen. Mitrovic fällt nach einer Operation erneut vier bis sechs Monate aus. Elias Harris kämpft weiterhin für sein Comeback.

Bis auf zwei bzw. drei Ausländerpositionen sei die Kaderplanung für die kommende Saison weitestgehend abgeschlossen, so Rolf Beyer. Dies dürfte bedeuten, dass Nikos Zisis, Augustine Rubit, Arnoldas Kulboka und William Mc Dowell-White bereits fest eingeplant sind. Auf den deutschen Positionen scheinen bislang Maurice Stuckey, Patrick Heckmann, Louis Olinde und Leon Kratzer fix zu sein. In etwa zwei Wochen will Brose Bamberg die Kaderplanung weitestgehend abgeschlossen haben.

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