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BBL Playoffs: Bayern holt sich Sieg 1 im Halbfinale!

25.05.2014 || 23:32 Uhr von: ,
Zum Auftakt der Halbfinalserie der Beko BBL Playoffs empfingen die Basketballer des FC Bayern München die EWE Baskets aus Oldenburg. Der FC Bayern Basketball dominierte das gesamte Spiel und holte sich durch einen 85:67...

Zum Auftakt der Halbfinalserie der Beko BBL Playoffs empfingen die Basketballer des FC Bayern München die EWE Baskets aus Oldenburg. Der FC Bayern Basketball dominierte das gesamte Spiel und holte sich durch einen 85:67 (46:35) -Erfolg die 1:0 Führung in der best-of five Serie.
ROBS89 (FC Bayern Basketball) und teamplayol (EWE Baskets Oldenburg) mit dem Doppelblog zum Spiel.

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Im ersten Viertel stand auf beiden Seiten die Defense im Vordergrund und keines der beiden Teams konnte sich absetzen (18:16). Im zweiten Viertel erwischten die Münchner einen besseren Start und konnten dank eines 11:0 – Laufes auf 29:19 davonziehen. Diesen Run konterten die Oldenburger ihrerseits durch einen 8:0 – Lauf, wodurch das Spiel Mitte des zweiten Viertels immer noch völlig ausgeglichen war. Bis zur Halbzeit erarbeiteten sich die Bayern aber wieder ein 11 Punkte – Polster (46:35), welches sie sich im Verlauf der zweiten Halbzeit nicht mehr nehmen ließen. In den zweiten 20 Minuten baute der FC Bayern Basketball seinen Vorsprung sogar auf bis zu 21 Punkte aus und brachte den ersten Sieg der Serie somit ungefährdet über die Ziellinie.

Die Schlüssel zum Sieg der Bayern

Malcolm Delaney als scorender Shooting Guard
Svetislav Pesic hatte sich zum Halbfinale einen besonderen taktischen Kniff ausgedacht. Neben Malcolm Delaney stand Heiko Schaffartzik in der Starting Five und kümmerte sich überwiegend um den Spielaufbau. Delaney bekleidete zumeist die Position des Shooting Guards und konnte somit seine Stärken im Scoring sehr gut ins Spiel einbringen. Der MVP zeigte nach den guten Auftritten gegen Ludwigsburg auch in Spiel 1 des Halbfinals eine sehr ansprechende Leistung. 22 Punkte bei 7/9 Würfen aus dem Feld und zudem 4 Rebounds und 3 Assists ergeben einen Tagesbestwert sowohl in der Effektivitätswertung (27) als auch in der +/- – Statistik (+19). Nachdem auch Heiko Schaffartzik im Spielaufbau einen Sahnetag erwischte (17 Punkte, 4/5 Dreier, 6 Rebounds und 4 Assists), ging dieser taktische Schachzug von Coach Pesic voll auf und war einer der entscheidenden Faktoren zum Sieg des FC Bayern Basketball.

Rebounds
Schon fast traditionell waren die Rebounds wieder einer der Schlüssel zum Erfolg des FC Bayern Basketball. Insgesamt ging das Reboundduell mit 42:29 an die Münchner. Vor allem John Bryant zeigte im Rebounding eine sehr starke Partie. Obwohl der offensive Output des Centers nicht optimal war (11 Punkte bei 3/13 aus dem Feld), sicherte er seinem Team starke 12 Rebounds, 5 davon offensiv. Für diese Leistung gab es von Svetislav Pesic auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ein Sonderlob und eine aussichtsreiche Zukunftsprognose:

„John Bryant hat sich stark verbessert; er war in den letzten Spielen in der Defense ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns. Sie werden schauen, welchen John Bryant Sie nächste Saison zu sehen bekommen werden. Danach werden wir ihn leider verlieren, weil er in der NBA spielen wird.“

Defense
Wichtigster Faktor zum Sieg der Bayern war jedoch sicherlich die starke Leistung in der Defense. Das Herzstück des Oldenburger Spiels, Rickey Paulding, wurde von Bryce Taylor komplett aus dem Spiel genommen. Paulding bekam nur einen Wurf aus dem Feld und hatte am Spielende nur 1 Punkt in seiner Statistik stehen. Auch Heiko Schaffartzik zeigte eine gute Defensivleistung gegen Julius Jenkins. Der Point Guard der Bayern limitierte Jenkins nur auf seinen Distanzwurf und ließ keinen einzigen Wurf Jenkins´ innerhalb der Dreipunktlinie zu. Dies musste auch Baskets – Coach Sebastian Machowski neidlos anerkennen:

„Julius Jenkins hat sich heute von Heiko Schaffartzik den Schneid abkaufen lassen.“

Neben diesen beiden individuellen Leistungen überzeugte aber auch das Team als Kollektiv und ließ letztlich nur 67 Oldenburger Punkte zu.

Gründe für die Niederlage der EWE Baskets Oldenburg

Die Baskets gingen als Außenseiter in die Partie und konnten ohne Druck relativ frei aufspielen, weil Bayern die Mannschaft war, die ihr Heimrecht verteidigen musste. Aus meiner Sicht scheint der fehlende Druck jedoch einer der Hauptgründe für die deutliche Niederlage zu sein. Die EWE Baskets konnten nicht die Intensität aus der umkämpften Viertelfinalserie gegen die Baskets Bonn in die Partie übertragen. Möglicherweise spielten dabei auch schon fehlende Energiereserven eine Rolle. Die Serie gegen Bonn hatte dem Team einiges abverlangt.

Bei den Oldenburgern fehlte mir darüber hinaus der klare Gameplan. Er mag vorhanden gewesen sein, doch erkennen konnte man ihn –mangels Umsetzung- nicht. Bayern durfte das Tempo diktieren und ihr Spiel fast nach Belieben zelebrieren. Einzig die Transitiondefense der Oldenburger wusste noch ansatzweise zu überzeugen. Doch gerade im Halbfeldangriff fehlte dann der Druck der Baskets auf den gegnerischen Aufbauspieler. Dazu wurde Bayern der ein oder andere offene Dreier gestattet. Erst spät in der Partie reagierte Coach Machowski mit einigen Veränderungen in der Defense (Zone, Ganzfeldpresse). Auch in diesem Bereich hätte ich mir schon zu einem früheren Zeitpunkt Impulse gewünscht.

Größtes Problem war aber sicherlich das Reboundverhalten. Wie in der Serienvorschau schon angeklungen war, ist es für Oldenburg von großer Bedeutung die Bayern so gut wie möglich vom offensiven Rebound abzuhalten und den eigenen Korb zu schützen. Dies gelang heute leider nicht. Bryant, Thompson und Co. angelten sich einen Offensivrebound nach dem nächsten und zwangen die Oldenburger Defense ein ums andere Mal Extraschichten einzulegen. Gerade in der Anfangsphase des Spiels, wo die Partie noch relativ ausgeglichen war, konnte Bayern mehrmals erst nach der zweiten oder dritten Wurfchance punkten und so ins Spiel finden.

Des Weiteren wurde im Spielverlauf immer mehr der Dreier forciert. Einzig Neumann konnte mit einigen mutigen Offensivaktionen am Brett überzeugen. Im fünften Spiel gegen Bonn hatten die Baskets noch gezeigt, wie stark sie auch unter den Brettern und im Pick and Roll agieren können. Im gestrigen Spiel agierten die Baskets jedoch häufig zu ängstlich. Der Bayern-Frontcourt ist sicherlich stärker einzuschätzen als jener der Bonner, doch gerade der junge Neumann zeigte doch, dass er auch zu überwinden ist.

Problematisch war zudem, dass einige Leistungsträger (bspw. Rickey Paulding) einen rabenschwarzen Tag erwischten und der Ball viel zu oft unnötig verloren ging.

Was muss aus Oldenburger Sicht besser werden?

Es ist ein ernüchterndes Ergbenis- keine Frage. Eine Niederlage mit 20 Punkten Differenz war sicherlich auch nicht eingeplant. ABER: Es ist noch nicht wirklich viel passiert in dieser Serie. Bayern verteidigt den Heimvorteil, es steht 1:0 für den Favoriten. Letztendlich ist auch die Höhe der Niederlage egal. Psychologisch ist es evtl. sogar besser deutlich zu verlieren, als ein Spiel nur knapp abzugeben (wie es bspw. die Dragons in Berlin getan haben). Nun liegt der Ball auf der Oldenburger Seite. Es gilt das Heimspiel zu gewinnen und die Serie auszugleichen.

Vorteilhaft wäre es, wenn die Baskets ihr eigenes Spiel wieder variabler gestalten könnten. Der Schlüssel zu einem erfolgreicheren Offensivspiel wird wie so oft eine stärkere und bissigere Defense sein. Durch Ballgewinne können die Baskets ihre gefürchteten Fastbreaks laufen und das Spieltempo erhöhen. Dies gibt Selbstvertrauen, um auch wieder die offenen Würfe im Halbfeldangriff hochprozentiger zu verwerten. Des Weiteren gilt es, die Turnover zu minimieren. Im gestrigen Spiel wurde der Ballbesitz viel zu oft durch leichtfertige Aktionen und riskante Pässe abgegeben.

Mut macht, dass die Baskets in der Vergangenheit schnell aus Fehlern gelernt haben. Machowski und sein Trainerteam werden das Spiel analysieren und die richtigen Konsequenzen ziehen. Die Spieler dürften durch die Niederlage angestachelt sein. Zudem spürt das Team jetzt wieder mehr Druck, das Heimspiel gewinnen zu müssen. Diese Situationen hat die Mannschaft in der vergangenen, aber auch schon in der aktuellen Saison häufig gut meistern können. In der Hauprunde gelang zu Hause ein deutlicher Heimerfolg über die Bayern, die dies vlt. auch im Hinterkopf haben werden.

Deshalb gilt es jetzt umso mehr: Die Mannschaft benötigt die Unterstützung des Oldenburger Publikums! Wir wollen noch mindestens ein weiteres Heimspiel! Lasst uns dafür gemeinsam kämpfen! Kommt alle in gelb und feuert unsere Mannschaft an! Getreu dem vom Fanclub Thunderstorm Oldenburg ausgerufenen Motto: Unsere Halle, Unsere Stadt, Unser Ziel!

Man of the match: Heiko Schaffartzik

Die Entscheidung zum „Man of the match“ fällt nach diesem Spiel sehr schwer. Bryce Taylor zeigte wie in den „Schlüsseln zum Sieg“ schon beschrieben eine bärenstarke Leistung in der Defense und war auch in der Offensive mit 14 Punkten eine wichtige Stütze. Dennoch fällt die Wahl auf Heiko Schaffartzik: der Point Guard stand insgesamt 36 Minuten auf dem Feld, lenkte das Spiel und zeigte sich vor allem aus der Distanz enorm Treffsicher (4/6 Dreier!).
Zudem lieferte der „Man of the match“ noch das Highlight des Spiels…

Highlight des Spiels

Die letzten Sekunden in Halbzeit 1 laufen. Oldenburg hat vermeintlich den letzten Angriff, doch Dru Joyce kann nur per Airball abschließen. Es verbleiben noch 1,5 Sekunden auf der Uhr und der FC Bayern hat Einwurf unter dem eigenen Korb. Heiko Schaffartzik fordert den Ball, nimmt ein Dribbling und lässt noch in der eigenen Hälfte den Buzzerbeater fliegen: Swish! Der Halbzeitstand von 46:35 war perfekt.

Stimmen zum Spiel

Svetislav Pesic (FC Bayern Basketball)

„Ich brauche mir das Spiel heute nicht auf Video ansehen. Ich habe alles gesehen. Ich weiß, was wir gut gemacht haben und ich weiß auch, was wir noch verbessern müssen. Am Mittwoch erwartet uns auswärts ein ganz anderes Spiel. Ich kann nicht garantieren, dass wir unsere Leistung in der Defense so wiederholen können, aber ich bin sehr zuversichtlich.“

Sebastian Machowski (EWE Baskets Oldenburg)

„Glückwunsch an Svetislav uns sein Team. Zum Spiel möchte ich gar nicht viel sagen; wir haben nicht geschafft das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Bayern hat heute bewiesen, warum sie zurecht auf Platz 1 nach der Hauptrunde gestanden sind. Wir müssen am Mittwoch definitiv anders auftreten, um diese starken Bayern schlagen zu können. Wenn wir nicht unsere Topleistung abrufen, können wir dieses Team nicht schlagen.“

Wie geht es in der Serie nun weiter?

Spiel 2 der Serie findet nun am Mittwoch in Oldenburg statt. Die Donnervögel werden alles daran setzen vor heimischer Kulisse den ersten Sieg einzufahren und somit die Serie auszugleichen. Der FC Bayern hofft, eine ähnlich starke Leistung wie im ersten Spiel abrufen zu können, um sich eventuell bereits einen Matchball zum Einzug ins Finale sichern zu können. Spiel 2 wird wieder von Sport1 live übertragen. Tip-off ist um 19 Uhr.

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