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Vechta souverän im Halbfinale

13.04.2016 || 16:50 Uhr von: ,
88:62: Mit dem deutlichsten Sieg in einer einseitigen Serie machte RASTA Vechta am Dienstagabend vor 3140 Zuschauern im RASTA Dome den Sweep gegen Nürnberg perfekt.

RASTA Vechta kann auch im dritten Spiel der Serie rent4office Nürnberg souverän schlagen. Der Spielverlauf liest sich dabei wie ein Abziehbild der vorangegangenen zwei Spiele. Ein Viertel lang konnten die Nürnberger gut mithalten. Mit 25:24 konnten die Mittelfranken das Auftaktviertel am vergangenen Dienstagabend sogar für sich entscheiden. Doch wie schon in den anderen Spielen packten die RASTAner anschließend zwei Schippen drauf. Sowohl die Defense also auch die Offense kam in Schwung, so dass Vechta zur Halbzeit mit 52:38 in Front lag. Die Mannen von Coach Ralph Junge waren danach nicht mehr in der Lage, daran etwas zu ändern. Immer wenn Nürnberg drohte, doch noch mal einen Lauf hinzulegen, hatten die Schützlinge von Andreas Wagner eine Antwort parat. Verlief das dritte Viertel mit 20:20 noch ausgeglichen, machte RASTA den Sack mit einem 16:4 im Schlussabschnitt endgültig zu.

19 Würfe mehr für Vechta

Ein entscheidender Faktor für die Vechtaer Dominanz nach dem ersten Spielabschnitt war die Anzahl der Wurfversuche. Im Auftaktviertel warf Nürnberg aus dem Feld 19-mal auf den gegnerischen Korb, Vechta 17-mal bei einer nicht bedeutend unterschiedlichen Anzahl an Freiwürfen (drei Freiwürfe für Vechta, zwei für Nürnberg). Mit dem Ende des ersten Viertels holte Nürnberg sogar mehr Rebounds als Vechta (6 zu 10), zudem verloren die Mittelfranken nur einmal den Ball. Dieses Bild wendete sich mit dem Start des zweiten Spielabschnitts nahezu schlagartig: Vechta ergriff deutlich vehementer die Initiative und griff alleine im zweiten Viertel 4 Offensivrebounds ab. Noch markanter waren die 8 Ballverluste, die sich Nürnberg nach nur einem im Auftaktabschnitt erlaubte – deutlich zu viele gegen Vechtaer, die auch ein blitzschnelles Umschaltspiel von Defensive auf Offensive auszeichnet. Trotz des sich gen Vechta bewegenden Momentums hatte Nürnberg inmitten des Viertels noch eine Chance, den Anschluss zu wahren. Mit konsequenter Arbeit am offensiven Brett und vier Punkten in Serie verkürzte der grundsolide aufspielende Litauer Antanas Udras (12 Punkte, 8 Rebounds) auf 38:33 (15.). Nürnberg verteidigte den darauffolgenden Vechtaer Ballbesitz zwar gut, einmal mehr konnte die Mannschaft von Ralph Junge nicht den Rebound einsammeln. Carlos Medlock bestrafte diese Nachlässigkeit gnadenlos mit einem Dreier (41:33). Mit einem wahren „Rainbow-Shot“ – der Wurf hatte eine ungewöhnlich hohe Wurfkurve – mit dem Ende der 24-Sekunden-Wurfzeit ließ Jeremy Dunbar keine zwei Minuten später die Halle und das Momentum noch stärker in Richtung Vechta wandern (48:33).

Ralph Junge sprach nach dem Spiel von „einigen schwierigen Würfen“ von RASTA, die ihr Ziel doch fanden und einen wichtigen Ausschlag gaben. Den weitaus signifikanteren Grund machte er ebenfalls aus: „Vechta hat in diesem Spiel fast zwanzig Würfe mehr genommen als wir. In allen Partien sprach dieses Verhältnis deutlich für RASTA. Wäre die Anzahl der Würfe in den Spielen gleich gewesen, wären beide Teams etwa beim gleichen Score gewesen.“ In keiner Partie war das Übergewicht an Wurfversuchen so deutlich wie in Spiel drei. Nahm Nürnberg im ersten Viertel noch mehr Würfe als Vechta, standen bei den Norddeutschen zur Halbzeit schon wieder 10 Feldwurfversuche mehr als bei ihrem Gegner zu Buche (40 zu 30 Feldwurfversuche, 5 zu 10 Freiwurfversuche). Nach vierzig Minuten lag das Plus für Vechta gar bei 19 Versuchen aus dem Feld bei etwa identischer Anzahl an Freiwürfen.

Nürnberg über gesamte Runde chancenlos

Wie vorab vermutet, wurde Nürnberg damit nicht zum Stolperstein für Vechta. Nicht ein Spiel konnten die Mittelfranken klauen, stattdessen wurden alle drei zweistellig verloren. Dabei spielte rent4office phasenweise gar nicht schlecht. Schöne Ballstafetten zum freien Spieler, freie Dreier, freie Korbleger, Nürnberg wusste durchaus, wie das Spiel funktioniert. Nur konnte das Team von Ralph Junge hier keine Konstanz hineinbringen – auch weil sie ihren Rhythmus aufgrund diverser Ballverluste und abgegebener Rebounds immer wieder herschenkten. Sobald Vechta dann ein paar Punkte Abstand gewann, lief es folglich doch häufig auf unsouveräne Abschlusssituationen hinaus. Zwar war dies auch Vechtas unfassbar dichter Defense zu verdanken, aber alleine daran ist es nicht festzumachen, dass der Hauptrunden-Achte seinen Gameplan nicht konsequent verfolgen konnte.

Bei Vechta glänzten gleich mehrere Spieler über alle drei Spiele. Ob nun Kapitän Derrick Allen, der von keinem Nürnberger unter Kontrolle zu bringen war, Chase Griffin, welcher sich zweimal Topscorer nennen durfte, Christian Standhardinger, der schon fast routinemäßig sein Programm abspulte, oder auch Travis Warech und Devin Gibson, die RASTA mit ihren Hustle-Plays genau das geben, was es im Meisterschaftskampf braucht.

Nürnberg dagegen war anzumerken, dass dem Team auch aufgrund der Abwesenheit von Darius Theus, Mauricio Marin und Kevin Bright einiges an individueller Qualität fehlte. Nun kann diskutiert werden, ob die Serie vielleicht an Spannung gewonnen hätte. Andererseits verlor Nürnberg nicht zufällig die letzten sechs Partien der Hauptrunde. Ralph Junge setzte mit dem Verzicht auf Theus und Marin dementsprechend nochmal einen neuen Impuls. Diese Maßnahme bewertete der Trainer gerade im Hinblick auf die Teamstruktur und das -klima auch als geglückt: „Die Mannschaft hat in den Playoffs endlich wieder mit Spaß gespielt.“ In einem spielerisch aber doch recht limitierten Kader war es Sebastian Schröder, welcher wohl der beste Spieler auf Nürnberger Seite gewesen sein dürfte. Zumindest in den ersten beiden Partien war er bei hervorragenden Wurfquoten Topscorer.

Die Fakten zum Viertelfinale RASTA Vechta vs. rent4office Nürnberg

  • Rebounds: Ging das Duell am Brett im ersten Spiel noch klar an RASTA (40:26), lernte Nürnberg daraufhin aus seinen Fehlern. Zu Hause gestalteten die Mittelfranken die Verhältnisse ausgeglichen (33:33) und im dritten Spiel nahmen sie nur fünf Bretter weniger mit. Und dennoch waren die Rebounds im dritten Spiel wieder einer der ausschlaggebendsten Faktoren angesichts dessen, dass Nürnberg im ersten Viertel in dieser Kategorie noch ein Übergewicht zu verzeichnen hatte. Dieses gaben die Gäste sehr schnell wieder ab.
  • Scoring: Dass Vechtas Erfolg nicht nur auf den Schultern einzelner lastet, zeigt sich an der Punkteverteilung. In jedem Spiel punkteten mindestens fünf Akteure zweistellig. Im ersten Spiel sogar gleich sieben (!). Bei Nürnberg dagegen waren es im ersten und zweiten Spiel drei. Im letzten Spiel schaffte es nur Antanas Udras über die Zehn-Punkte-Grenze.
  • Turnover: Ganze 19 Turnover pro Spiel leistete sich die Mannschaft aus Nürnberg. Vechta lag dagegen minimal unter 10. Nicht immer nur ein Zeichen der guten Defense Vechtas, sondern auch ein Zeichen für schlechtes Ballhandling. Die Hälfte der Nürnberger Ballverluste hatte keine Steals zur Folge.
  • Harte Gangart: Gerade im dritten Spiel war die Art und Weise, wie sich die Mannschaften begegneten, aggressiver, was vor allem in Offensivfouls mündete. Kleinere Wortgefechte waren aber das einzige, was man im Ansatz als „unsportlich“ bezeichnen könnte, ansonsten gestalteten sich alle drei Spiele „hart, aber fair“.
  • Qualitätsunterschied: Zuguterletzt war Nürnberg auch schlichtweg nicht Vechtas individueller Klasse gewachsen. Im Zweifel konnten Carlos Medlock und Devin Gibson am Perimeter sowie Derrick Allen und Christian Standhardinger in Zonennähe immer wieder doch noch ihren Verteidiger schlagen, nachdem ein Angriff zuvor nicht gerade lehrbuchmäßig vonstattenging.
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