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Titans schaffen Befreiungsschlag im Duell um die Elbflorenz

23.12.2016 || 01:07 Uhr von:
Nach einer Hinrunde zum Vergessen landen die Dresden Titans im Duell gegen die Hamburg Towers einen enorm wichtigen Heimsieg und schöpfen ein Fünkchen Hoffnung!

Als wäre es in der laufenden ProA-Saison nicht schon schwer genug gewesen für die abstiegsbedrohten Dresden Titans, ging dem Team in der Endphase des Jahres 2016 auch noch ein Neuzugang und letztlich auch der neue Head Coach verloren. Aber der Reihe nach: Mit einer Bilanz von 1-15 und unzähligen Niederlagen in Serie, finden sich die Dresdner Basketballer bereits vor der Weihnachtspause der Saison 2016/17 mitten im Abstiegskampf wieder. Um der sportlichen Talfahrt entgegenzuwirken, verpflichtete man zuletzt nach dem Briten Tafari Toney auch noch den US-Amerikaner Joseph Bertrand. Letzterer brach sich allerdings in seiner allerersten Trainingseinheit den Zeh und fiel bis auf weiteres aus.

Zu guter Letzt wurde der neue Head Coach, Liam Flynn, der seit der Entlassung von Steven Clauss Ende November die Zügel übernommen hatte, aufgrund eines Formfehlers in seiner Arbeitserlaubnis durch die Ausländerbehörde für zwei Spiele gesperrt. Tolle Ausgangssituation für ein Aufeinandertreffen mit den Hamburg Towers also, gegen die man erst drei Wochen zuvor eine herbe 86:54-Klatsche hinnehmen musste…

Titans können Defense?

Wieder mit von der Partie war dafür Dresdens Center Jervon Pressley, der auch den ersten Korb für die Hausherren an diesem Abend markierte. Insgesamt präsentierte sich die Titans Offensive sehr agil in den ersten Minuten des Spiels und sorgte durch einfache Punkte für eine schnelle 6:2-Führung.


Ausschlaggebend für diesen guten Start war die überraschend starke Defense – die größte Baustelle der Sachsen. Die Towers erzielten in der Folge nur magere vier Pünktchen in den ersten fünf Minuten des Spiels. Vor allem im Halbfeld agierten die Dresdner mit sehr hoher Intensität und erlaubten den Gegnern nichts als schwere Würfe von draußen. Abstiegskampf angenommen? Scheint so.

Towers wachen auf

Mit Beginn des zweiten Viertels waren dann auch die Hamburger in Dresden angekommen und begannen endlich ihre Körbe zu treffen. Angeführt von Anthony Canty, der die ersten 15 Minuten ohne Pause durchspielte, verkürzten die Gäste auf drei Punkte Rückstand und holten sich durch Offensivrebounds viele zweite Chancen. Die Titans ließen sich von diesem Run zunächst nur wenig beeindrucken und leisteten weiterhin gute Arbeit an beiden Enden des Feldes. So entwickelte sich bis zur Halbzeit ein offener Schlagabtausch, wie man ihn sich in so einem Spiel nur wünschen kann. Für ein echtes Highlight sorgte dabei Dresdens US-Duo, Randal Holt und Jervon Pressley, mit einem mustergültigen Alley-Oop-Play.

Titans Coach Liam Flynn

Blieb heute aufgrund einer Sperre durch die Ausländerbehörde nur die Zuschauerrolle – Dresdens Head Coach Liam Flynn.

Dass die Hausherren nur wenige, dafür aber freie Distanzwürfe nahmen und die Gäste mit einer Dreierquote von 13% in die Pause gingen, sollte sich fortsetzen. Helge Baues – bis hierhin Dresdens Topscorer mit 12 Punkten – eröffnete das dritte Viertel in der Margon Arena mit seinem zweiten Dreier an diesem Abend. Auch in der zweiten Halbzeit regierten die Towers zwar die offensiven Bretter, machten aber insgesamt zu wenig aus ihrem Plus an Ballbesitz (9:1 Offensivrebounds). So konnten die 1.500 Dresdner Fans nach drei Minuten im dritten Spielabschnitt zum ersten Mal eine zweistellige Führung bejubeln (38:28).

Wenn die Sicherung durchbrennt

Im weiteren Verlauf flachte das Spiel beider Teams etwas ab, sodass sich die Einzelakteure hervortuen mussten. Auf Seiten der Titans gelang dies in Persona von Holt und Price sehr gut. Beide Guards wechselten sich mit starken Einzelaktionen ab und erzielten mehrere Zähler aus der Mitteldistanz. Für die Towers sprangen Camphor und Canty in die Bresche, blieben aber weiterhin erfolglos von vom Perimeter (4 von 29 Dreiern).

Den Genickbruch verpassten sich die Norddeutschen schließlich höchstpersönlich, als sich Justin Raffington zu einem dummen unsportlichen Foul hinreißen lässt und Coach Hamed Attarbashi im selben Moment ein technisches Foul kassiert. Aus den fünf fälligen Freiwürfe plus Ballbesitz gingen die Titans mit einer komfortablen 55:43-Führung hervor, die bereits vor dem Schlussviertel eine kleine Vorentscheidung darstellte.


In den letzten zehn Spielminuten agierten die Dresdner souverän und ließen zu keinem Zeitpunkt von ihrer hohen Intensität und starken Defense ab. Immer wieder erarbeitete man sich Steals, Blocks und ließ dem Gegenspieler keine Luft zum atmen. Als Hamburgs Bigs, Ferguson und Raffington, dann auch noch mit Foul-Trouble zu kämpfen hatten, waren die Towers ihres letzten Mittels beraubt, um ein Comeback zu schaffen.

„Wir werden einen Weg finden“

Am Ende feierten die Titans einen hochverdienten 75:61-Sieg, der sich wie Balsam auf die vielen negativen Erlebnisse der letzten Wochen legte. Holt, Price, Baues und Pressley punkteten zweistellig für die Sachsen und in der Defense spielte das gesamte Team von Coach Flynn erstmalig in dieser Saison ProA-würdig. Man kann sagen, dass der Knoten platzte. Zwar erst nach siebzehn Spieltagen, aber er platzte!

„Wir werden einen Weg finden, dass ihr wieder Spaß am Basketball habt. Wir werden einen Weg finden, dass ihr wieder stolz auf uns sein könnt. Und wir werden einen Weg finden, dieses Abenteuer ProA auch im nächsten Jahr mit euch am Leben zu halten!“ (Emotionale Worte von Titans-Kapitän Walter Simon)

Der Sieg wog nach dem Spiel umso beudetender, als die Dresdner feststellen mussten, dass auch der direkte Konkurrent im Abstiegkampf, die ETB Wohnbau Baskets Essen, ihr Auswärtsspiel in Köln gewonnen hatten. Ob aus den verbleibenden dreizehn Spielen die bitter nötigen Punkte gegen den Abstieg gesammelt werden können, bleibt zweifelhaft. Ein wichtigen Schritt nach vorne haben die Titans auf jeden Fall bereits hinter sich gebracht!

Drei Fragen an Randal Holt

basketball.de: Glückwunsch zum Sieg Randal! Kann man sagen, dass ihr heute zum ersten Mal in dieser Saison anständige Defense gespielt habt?

Randal Holt: Ja, ich denke schon, dass man das sagen kann. Wir kamen heute mit der richtigen Einstellung ins Spiel. Wir wollten wirklich über die gesamten 40 Minuten gute Defense spielen und um jede einzelne Posession kämpfen. Bisher haben wir das immer nur ein paar Minuten pro Viertel geschafft und sind dann zusammengebrochen. Das war heute sehr gut.

Dresden Titans Randal HoltEuer neuer Coach hat in den letzten Wochen im Training sehr viel Wert auf Defensivarbeit gelegt. Wie schwer ist es euch heute gefallen, dass er nicht an der Seitenlinie stehen konnte?

Auf jeden Fall war es schwer. Wir mussten uns als Team an den neuen Coach gewöhnen, seine Systeme lernen und trotzdem heute ohne ihn klar kommen. Wir haben das mit unseren starken Führungsspielern wett gemacht, die heute einfach noch präsenter waren. Auch wenn der Coach nicht an der Seitenlinie stand, haben wir versucht seine Stimme und Echo auf dem Feld zu sein.

Ihr steht weiterhin am Tabellenende und habt im Januar drei Auswärtsspiele in Serie vor der Brust. Wie denkst du, könnt ihr auf diesen Sieg heute aufbauen?

Ich denke wir haben heute einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir wollen im neuen Jahr als ein neues Team auftreten, diese Identität wahren und jedes Spiel über 40 Minuten gut verteidigen. Irgendwo muss man anfangen und ich denke das war heute ein sehr guter und wichtiger Anfang für uns.

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