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Rockets verschlafen den Start gegen kämpferische Baskets

12.12.2016 || 10:52 Uhr von:
Dass Essen für die Oettinger Rockets ein unangenehmer Gegner werde könnte, hatte Rockets-Coach Chris Ensminger bereits vor dem Spiel geahnt und sollte Recht behalten.

Im Duell zwischen Tabellenvorletztem und -siebtem waren die Vorzeichen klar verteilt. Die Oettinger Rockets befanden sich nach dem fulminanten Heimsieg gegen Köln und einer starken Leistung in Heidelberg auf dem aufsteigenden Ast. Die ETB Wohnbau Baskets hingegen konnten außer einem Sieg gegen Dresden nichts Zählbares aus den vergangenen Wochen vorweisen. Dass Essen dennoch ein unangenehmer Gegner werde könnte, hatte Rockets-Coach Chris Ensminger bereits vor dem Spiel geahnt und sollte Recht behalten.

Eine gute Nachricht gab es für die Rockets aber bereits vorab. Neuzugang Darrel Mitchell, der erst am Freitag in Gotha angekommen war, hatte rechtzeitig eine Spielberechtigung erhalten und konnte sich das erste Mal ein weißes Raketen-Jersey überstreifen.

Aggressive Gäste und verschlafene Rockets

Ins Spiel starteten die Thüringer mit der mittlerweile eingespielten Starting Five aus Grant Gibbs, Max DiLeo, Gerard Gomila, Jacob Parker und Dane Watts. Diese ließen den Ball zwar wie zuletzt gut rotieren, fanden aber während des ersten Viertels kaum Mittel gegen die sehr aggressive Essener Defense. Sowohl im Halbfeld als auch in der Zone überließen die Gäste den Rockets keinen Zentimeter kampflos. In der eigenen Rückwärtsbewegung nahm sich Kettenhund DiLeo den Essener Topscorer, Chris Alexander zur Brust, wurde dann aber von zwei frühen Fouls gestoppt.


Punktemäßig gingen beide Teams im Gleichschritt, wobei die Rockets dank dem treffsicheren Elijah Allen, der acht Punkte am Stück erzielte, erfolgreich waren. So richtig aufwecken konnte aber auch dieser Mini-Lauf die Mannschaft nicht.

Im zweiten Spielabschnitt gestaltete sich das Spiel weiterhin sehr defensivbetont und punktemäßig ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für Essen. Die Rockets trafen zwar solide 40% ihrer Dreier, konnten sich einfache Punkte in der Zone aber nur schwer erarbeiten. Die Essener verkauften sich in der ersten Halbzeit teuer und erhielten angeführt durch Eric Thompson und Alexander leichte Vorteile in Sachen Geschwindigkeit und Athletik. Dementsprechend gestaltete sich auch das Scorebaord zur Halbzeit zu Gunsten der ETB Wohnbau Baskets (33:37).

„Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen und in Sachen Intensität gespielt wie eine Altherren-Mannschaft“ (Wolfgang Heyder)

Das Viertel der Läufe

In der Halbzeit fanden Chris Ensminger und Steve Esterkamp anscheinend die richtigen Worte. Ihre Jungs kamen wie ausgewechselt ins dritte Viertel. Endlich schaffte man das, was in der ersten Halbzeit komplett fehlte: einfache Punkte erzielen. Gibbs und Gomila kamen nach schönem Setplay zu freien Korblegern und Parker, der die ganze Woche verletzungsbedingt nicht trainieren konnte, sorgte mit seinen ersten fünf Punkten im Spiel für Ausgleich und Führungswechsel. Der sich daraus entwickelnde 19:3-Lauf stellte zum ersten Mal die Kräfteverhältnisse des Abends klar und wurde Mitte des dritten Viertels von Allens drittem Dreier zum 52:40 gekrönt.

darrel-mitchell-oettinger-rockets

Wer die Essener zu diesem Zeitpunkt schon geschlagen sah, wurde allerdings getäuscht. Die Gäste kämpften sich eindrucksvoll zurück ins Spiel und zwangen die Rockets zu mehreren Ballverlusten. In der Folge setzte man ebenfalls zu einem Lauf an und verkürzte den Rückstand bis zum Ende des Viertels wieder auf 59:57. Ein Zeichen dafür, wie viel Kampfgeist und Qualität in der Essener Mannschaft steckt und wie viel Verbesserungspotenzial die Oettinger Rockets auf der anderen Seite noch haben.

 Rockets am Ende stark

Essen blieb auch im Schlussviertel athletisch überlegen und angelte sich überdurchschnittlich viele Offensivrebounds. Die sich daraus ergebenden zweiten Chancen wurden aber zu selten verwertet. So blieb der 6-Punkte-Abstand, den sich die Rockets zu Beginn des Schlussviertels erarbeiten konnten, konstant. Alexander stemmte sich trotz einer leichten Verletzung mit aller Macht gegen die drohende Niederlage und konnte insgesamt 22 Punkte verzeichnen. Nachdem sich Lodders und Moore ausgefoult hatten, blieben den Gästen allerdings kaum noch Optionen. Auf Seiten der Rockets kamen nahezu alle Spieler zu weiteren Punkten, sodass unterm Strich eine geschlossene Teamleistung und der tiefe Rockets-Kader den Ausschlag für einen verdienten 86:74-Sieg gaben.

„Für uns war heute mehr drin. Wir haben dann im dritten und vierten Viertel nicht mehr mit derselben Energie gespielt wie zuvor“ (Igor Krizanovic, Baskets-Coach)

Neuzugang Mitchell kam insgesamt 18 Minuten zum Einsatz und hinterließ einen extrem guten Eindruck. Zwar konnte sich der Point Guard nicht mit Punkten auf dem Scorebaord eintragen, dafür verteilte er gleich fünf Assists und zeigte überragende Spielübersicht und Passfähigkeiten. „Ich hatte heute noch etwas müde Beine. Das wird sich aber im Training verbessern, genau so wie die Abstimmung mit den Jungs. Obwohl das heute schon sehr gut funktioniert hat und ich meinen Kameraden schöne, freie Würfe ermöglichen konnte“, kommentierte der US-Guard sein Debüt nach dem Spiel.

Drei Fragen an Ex-Rakete Jannik Lodders

basketball.de: Jannik, schön dich wiederzusehen! Du bist im Sommer von den Oettinger Rockets nach Essen gewechselt und spielst dort eine sehr wichtige Rolle in der jungen Mannschaft…

Jannik Lodders: Ja, meine Rolle ist natürlich ein bisschen anders als letzte Saison, als ich nur von der Bank kam. Ich muss jetzt in Essen aktiv dazu beitragen, dass das Spiel läuft und habe als tragender deutscher Spieler eine wichtige Rolle. Die Spielzeit ist natürlich mehr geworden und auch bei den Würfen kann man mal einen schlechteren nehmen, ohne gleich ausgewechselt zu werden.

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Die Brüder Jannik (mitte) und Robin Lodders (rechts) – hier noch für Oettinger Rockets und Dragons Rhöndorf aktiv – laufen mittlerweile gemeinsam für Essen auf.

Dass du mehr Verantwortung trägst und den nächsten Schritt gemacht hast, hat man heute auf jeden Fall gesehen! Sportlich läuft es insgesamt nicht wirklich gut für euch…

Natürlich haben wir nicht so einen großen Kader wie Gotha und mussten viel mit Jugendspielern auffüllen. Trotzdem haben wir eine gute Mannschaft zusammen und unsere aktuelle Bilanz spiegelt auf keinen Fall unser Leistungspotenzial wieder. Wir haben viele Spiele knapp verloren und ich denke man hat auch heute gesehen, dass wir ein schlagkräftiges Team haben.

Auf jeden Fall. Das Spiel war lange sehr knapp und hätte durchaus auch anders ausgehen können. Was meinst du, hat am Ende den Ausschlag pro Rockets gegeben?

Ich weiß auch noch nicht genau. Gotha hat natürlich viel mehr einfache Punkte gemacht und am Ende die wichtigen Dreier getroffen. Da waren wir einfach nicht dran. Manchmal sind es dann solche kleinen Dinge, die ein Spiel kippen.

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