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Mission Meister der ProA – ein Zwischenfazit

19.12.2016 || 12:58 Uhr von:
Nach dem Ende der Hinrunde steht der Mitteldeutsche BC auf dem ersten Tabellenplatz. basketball.de hat genauer hingeschaut.

Der BBL-Absteiger Mitteldeutscher BC wird seiner Favoritenrolle bislang gerecht. Auch das letzte Spiel der Hinrunde gegen Paderborn konnte der Klub aus Weißenfels mit 97:88 für sich entscheiden. Der MBC gewann damit die 14. Partie im 15. Spiel der ProA-Saison 2016/17 und festigt den Platz an der Tabellenspitze. Die Verfolger Chemnitz, Kirchheim und BBL-Absteiger Crailsheim kommen jeweils auf elf Siege. Zeit ein Zwischenfazit zu ziehen.

Der bisherige Saisonverlauf

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MBC-Kapitän Dominique Johnson dankt den Fans nach dem letzten Spiel der Hinrunde für die bisherige Unterstützung

Bei 14 Siegen aus 15 Spielen ist der Verlauf ergebnis-technisch ziemlich unspektakulär. Dies liegt vor allem daran, dass sich das Team schnell gefunden hat. Dass die Wölfe zum Ende der Hinrunde mit 14 Siegen da stehen, ist jedoch nicht selbstverständlich.

Während der MBC beim ersten Saisonspiel in Essen mit einem +43-Sieg (64:107) gleich für ein großes Ausrufezeichen sorgte, waren die Spiele gegen Baunach (85:71) und in Hanau (73:79 n. V.) alles andere als eine klare Angelegenheit.

Gegen Hamburg musste sich das Team dann das Erste (und bislang einzige Mal) geschlagen geben. Die Hamburg Towers zeigten von Beginn an mehr Energie und wollten den Favoriten unbedingt schlagen. Die Wölfe hingegen schienen von der Stärke des Gegners überrascht und zogen am Ende, auch aufgrund einer katastrophalen Dreierquote von 15% (4-27), den Kürzeren.

Doch die Wölfe lernten aus der Niederlage und gingen fortan mit der notwendigen Einstellung ins Spiel. Die folgenden 11 Spiele konnte der MBC jeweils gewinnen. In Dresden konnte das Team von Head Coach Igor Jovovic den bislang höchsten Saisonsieg einfahren. Gegen das Tabellenschlusslicht hieß es am Ende 67:114 aus Sicht der Gastgeber.

Allerdings musste der Klub auch in den Spielen nach seiner Niederlage sein ganzes Können zeigen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Besonders die MLP Academics Heidelberg verlangten dem MBC alles ab.

Der 14:1-Start ist dabei der beste Start in der Vereinsgeschichte.

Der Mitteldeutsche BC im Team-Vergleich

Die Wölfe führen nicht nur die Tabelle an, sondern liegen damit  erwartungsgemäß auch in vielen Statistiken vorn.

Mit 87 Punkten im Schnitt sind die Weißenfelser mit Abstand die offensiv stärkste Mannschaft der aktuellen ProA-Saison. Dabei wirft der MBC mit 63,3 Würfen pro Spiel fast genau so oft auf den gegnerischen Korb, wie die zweitstärkste Offensive der Liga, VfL Kirchheim Knights (63,8 Wurfversuche pro Spiel). Jedoch ist der MBC mit einer Feldwurfquote von 49,9% treffsicherer als die Mannschaft aus Baden-Württemberg (FG%=44,6).

Auch bei anderen Statistiken wie den Korbvorlagen (21,4 ApG) und Steals (9,8 STpG) führt der Mitteldeutsche BC die Liga zur Hinrunde an. Dabei leistet sich die Mannschaft mit 12,5 Ballverlusten pro Spiel nach den HEBEISEN WHITE WINGS Hanau (12,3 TOpG) die wenigsten Ballverluste.

Wer allerdings meint, der MBC sei in allen wichtigen Statistiken vorn dabei, der irrt. Gerade bei den im Basketball so wichtigen Rebounds belegen die Wölfe den 13. Platz. Nur 33,9 Bälle landen nach einem vergebenen Wurfversuch beim MBC. Dies sind 6,5 Rebounds weniger als in der Teamstatistik der Top-Rebounder RÖMERSTROM Gladiators Trier abzulesen sind. Hier gilt es anzusetzen.

Die Mannschaft

Kleine Rotation

Auffällig beim MBC ist, dass das Team mit einer kleinen 8er-Rotation spielt. Von diesen acht Spielern bekommen jedoch nur drei Deutsche (Dominique Johnson, Achmadschah Zazai und Sergio Kerusch) regelmäßig Einsatzzeit. Angesichts der Tatsache, dass zu jedem Zeitpunkt des Spiels mindestens zwei Deutsche auf dem Spielfeld stehen müssen, ist dies sehr eng bemessen. Für etwas Entlastung sorgen hin und wieder Benedikt Turudic und Sebastian Fülle, welche die drei Erstgenannten aber nicht ersetzen können. Trotz der kleinen Rotation könnte es für den MBC kaum besser laufen, so dass Nachverpflichtungen aktuell kein Thema sind, wie Teammanager Martin Geissler auf Nachfrage verriet. Ob die jetzige Mannschaft in der Zusammenstellung auch in die Playoffs gehen wird oder ob der MBC sich für den Fall von Verletzungen noch absichern will, ließ Geissler indes jedoch offen.

Spieler schreiben sich in das ProA-Geschichtsbuch des MBC ein

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Top-Scorer der Mannschaft ist der Deutsch-Amerikaner Sergio Kerusch, der mit 18,9 Punkten im Schnitt auch Platz 3 der Liga in dieser Kategorie einnimmt. Kerusch punktete bisher in jedem Saisonspiel zweistellig. Im letzten Spiel der Hinrunde stellte er mit 34 Punkten einen neuen Vereinsrekord auf. So viele Punkte konnte bisher kein MBC-Spieler in einem ProA-Spiel erzielen. Dabei können sich auch seine Wurfquoten (2P%=62; 3P%=37) sehen lassen. Mit 5,3 Rebounds pro Spiel liegt er auch in dieser Statistik vorn.

Ebenfalls auf Liga-Platz 3, allerdings in der Kategorie Assists, ist Achmadschah Zazai. Im Durchschnitt führen 6,3 Pässe des Back-Up Point Guard der Wölfe direkt zu einem Korberfolg. Im Spiel den Nürnberg Falcons BC gelang es auch ihm einen neuen Vereinsrekord aufzustellen. 13 Assists steuerte er zum 89:74-Erfolg bei. Bisher gelang dies keinem anderem MBC-Spieler in einem ProA-Spiel.

Bester Balldieb der Wölfe ist Routinier Marcus Hatten. Mit 2,9 Steals liefert er sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Kirchheimer Carrington Love (3,1 STpG). Daneben sind aber auch seine 12,1 Punkte und starke 5,2 Assists erwähnenswert. Hatten steht mit etwa 30 Minuten pro Spiel am Meisten auf dem Spielfeld der Wölfe. Kapitän Dominique Johnson kommt mit einer Spielzeit von 29:41 direkt dahinter.

Etwas Zeit um anzukommen benötigte Andrew Warren. Der US-Guard war zu Saisonbeginn bei Verantwortlichen und Fans in Ungnade gefallen, als er zwei Spiele hintereinander (Hanau und Hamburg) aufgrund zweier unsportlichen Fouls vom weiteren Verlauf des Spiels ausgeschlossen wurde. Die 9 Dreier (bei 13 Versuchen) im folgenden Spiel gegen Nürnberg könnte man also fast als Entschuldigung werten. Mit dieser Leistung schrieb er sich jedenfalls ins ProA-Geschichtsbuch des Mitteldeutschen BCs ein. Insgesamt kommt Warren auf 15,8 Punkte und 2,8 Assists pro Spiel.

Viele Einzelspieler und dennoch ein Team

Mittlerweile sind alle Spieler des MBC auch in der ProA angekommen und bilden ein gutes Team, wie auch die über 21 Korbvorlagen belegen. Auch wenn hier nur vier Spieler genannt worden, so sei an dieser Stelle gesagt, dass alle Spieler ihren Beitrag zum Teamerfolg leisten. Auch wenn einige Spieler noch nicht konstant genug sind, so springen die Wölfe bei Leistungsschwankungen gegenseitig in die Presche. Insgesamt hat der MBC bei der Zusammenstellung des Kaders viel richtig gemacht. Allein die 8er-Rotation gibt etwas zu Bedenken. Allerdings lässt diese auch den Schluss zu, dass sich der MBC bewusst eine Option offen gehalten hat.

Wie es weiter geht

Nach der Hinrunde ist vor der Rückrunde. Gegen alle Teams hat der MBC bisher einmal gespielt. Abgesehen von Essen und Dresden war der Sieg für den MBC nicht immer leicht zu erringen; auch wenn die Ergebnisse zum Teil sehr deutlich ausfielen. Geht das Team auch weiterhin mit einer gesunden Einstellung in das Spiel und bleibt die Mannschaft von Verletzungen verschont, so wird sie auch am Ende der Hauptrunde den ersten Platz innehaben. Geht sie allerdings nicht mit der nötigen Einstellung ins Spiel und unterschätzt den Gegner, so ist die Tabellenführung gefährdet. Die ProA hat genügend Teams, die den Wölfen gefährlich werden können. Bis zum Ende der Hauptrunde ist allerdings noch viel Zeit, so dass ein Blick auf die Playoffs zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht wäre. Den Titel des Herbst- bzw. Wintermeisters der ProA hat der MBC aber sicher. Nur kaufen kann sich der Klub davon nichts.

Mission Meister der ProA – ein Zwischenfazit
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