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„Das war ein Arbeitssieg!“

17.01.2016 || 14:03 Uhr von: ,
Der Tabelle nach hätten die Rockets einen deutlichen Sieg gegen die finke baskets einfahren müssen. Diese hatten jedoch noch nie zuvor verloren in Gotha.

SCHLAGLICHTER

Auf den Punkt gebracht …

  • Rockets können finke baskets erstmals auf heimischem Parkett bezwingen
  • auf Seiten der Rockets punkten fünf Spieler zweistellig, bei Paderborn sogar sechs
  • insgesamt ein eher schlechteres ProA-Spiel, mit verdientem Sieger

… mit dem Boxscore in der Hand

  • Reboundduell geht klar an Gotha (44:30)
  • beide treffen nur mäßig vom Perimeter (Gotha 4/14, Paderborn 5/22)
  • Rockets mit deutlich mehr Ballverlusten als die Gäste (23:12)

Im Heimspiel der Gotha Rockets galt es für das Team von Ensminger zu beweisen, dass die Mannschaft letzte Woche bei der eindeutigen Niederlage in Vechta nicht ihr wahres Gesicht gezeigt hatte. Man wollte beweisen, dass man zu Recht zu den Spitzenteams der Liga gehört. Für die finke baskets dagegen zählte jeder Punkt gegen den Abstieg, man wollte den Rockets sicher nichts schenken. Nach acht Niederlagen in Folge war es dringend nötig, wieder Punkte einzufahren. Und wo sollte das besser gelingen als in Gotha, wo die Paderborner bisher immer siegreich waren?

Das Spiel zeichnete sich zu Beginn durch große Nervosität auf beiden Seiten aus, wobei die Rockets ihre Nerven schneller in den Griff bekamen und das Viertel mit 15:11 für sich entschieden. Auffällig war, dass beide Teams viele Würfe von der Drei-Punkte-Linie nicht im Ziel versenkten. Während Gotha durch den starken Lawson, der von den Fans zum Spieler des Monats Dezember gewählt wurde, einen von fünf Dreiern versenkte, landete bei Paderborn gar nur einer von sieben im Korb. Die Rockets konnten auch im zweiten Viertel, trotz leichter Vorteile unter den Körben, keinen größeren Vorsprung herausspielen. Erst ein 12:0-Lauf zum 25:13 verschaffte ihnen etwas Luft. Die Paderborner, allen voran Ex-Rakete Matt Vest, ließen in der Folge nicht locker und verloren den Anschluss nicht. Am Ende gingen die Hausherren mit einem 34:28-Vorsprung in die Halbzeitpause.

Vest Guyton Gotha Paderborn Block ProA

Im dritten Viertel sollten die Paderborner ihre beste Phase erwischen, und die Gothaer Defense eine Schwächeperiode durchleben. Den Gästen gelangen mit 27 Punkten fast genau so viele, wie in den beiden vorangegangenen Vierteln zusammen. In der Offense präsentierten sich in diesem Viertel beide Teams sehr stark, denn auch den Rockets gelangen 20 Punkte. Die Paderborner glichen zum 54:54 aus, was sie zum einen der besseren Dreierquoten sowie der starken Phase von Vest und Tufegdzich zu verdanken hatten. Dazu kamen erneut fünf Turnover der Oettinger Rockets und eine katastrophale Quote von der Freiwurflinie (57%).

Völlers große Stunde

Marco Völler Gotha RocketsDass die Gothaer am Ende doch einen ungefährdeten Sieg einfuhren, hatte verschiedene Gründe: Zum einen rief die Mannschaft aus Gotha im letzten Viertel nochmal eine geschlossene und konzentrierte Teamleistung ab und beweis große Stärke in der Offense (30 Punkte) und gewohnte Qualitäten in der Defense. Zum anderen hatten die Paderborner bereits früh Schwierigkeiten mit den Fouls – insbesondere das frühe Ausscheiden von Big Man Schneiders zum Ende des dritten Viertels konnten sie nicht kompensieren. Das wirkte sich vor allem auf die Statistiken unter dem Korb aus, denn Gotha sicherte sich weitere 16 Rebounds im Schlussabschnitt.

Ein weiterer Faktor für den Sieg der Rockets war der starke Auftritt von Kapitän Völler, dem allein im Schlussviertel neun Punkte gelangen. In Summe fuhren die Oettinger Rockets in einem Spiel ohne große Highlights einen verdienten 84:75-Sieg ein.

DIE ROCKETS IN DER EINZELKRITIK

Carlton Guyton war immer dann, wenn es darauf ankam, der gewohnte Motor seines Teams. Auch wenn dem Spieler des Monats der ProA diesmal keine herausragende Punktleistung gelang, waren seine zehn Punkte, sechs  Rebounds und sechs Assists bärenstark  Note 2

Jeramie Woods kam in gut zwölf Minuten nur sehr dosiert zum Einsatz, was daran lag, das Paderborn keinen Spielertypen besitzt, der von Woods verteidigt werden müsste. Ihm gelangen ein Punkt, ein Asisst und respektable vier Rebounds – Note 3

Gomila Ensminger Gotha Rockets

Gerard Gomila tut sich nach wie vor schwer, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken und mit seinen Stärken zu glänzen, wie zum Beginn der Saison des Öfteren gezeigt. Mit fünf Turnover war er in diesem Parameter für den Spitzenwert zuständig und konnte auch sonst wenig Akzente setzen. Vier Punkte, drei Rebounds – Note 4

Joe Lawson ist und bleibt eine Bank im Gothaer Spiel der letzten Wochen. In der Offense treffsicher (14 Punkte) und in der Defense stark unter dem Korb (4 Rebounds) sowie mit schnellen Händen (1 Block). In der einen oder anderen Situation ist fehlende Erfahrung (4 Turnover) und Übereifrigkeit im Abschluss noch zu spüren – Note 2 

Delvon Johnson war Man of the Match, der mit 17 Punkten und neun Rebounds das nächste Double-Double nur knapp verfehlte. Johnson war einmal mehr die zentrale Figur unter dem Korb und hatte auch gegen den 2,23-Meter-Riesen Schneiders keine Probleme. Einziger Kritikpunkt: seine Freiwurfquote von nur 25 Prozent – Note 1

Jannik Lodders lieferte eine seiner besseren Saisonleistungen ab, war sehr präsent sowohl in der Defense als auch in der Offense und konnte seine Einsatzzeiten gut nutzen, um positive Akzente zu setzen. Sieben Punkte, vier Rebonds – Note 3

Jordan Riewer traf drei von vier Dreiern und erzielte so seine zwölf Punkte. Dazu steuerte er drei Rebounds und einen Assist bei. Der Spielaufbau ist weiterhin ausbaufähig, und seine defensiven Fähigkeiten noch lang nicht ausgereift. Als Scharfschütze braucht Riewer noch mehr Dimensionalität in seinem Spiel – Note 3

Marco Völler präsentierte sich in alter Stärke und fiel besonders dadurch auf, in den entscheidenden Momenten des Spiels für wichtige Punkte aus dem Post zu sorgen. Zeigte zudem nette Ballhandling-Skills im Fastbreak. 14 Punkte, vier Rebounds und vier Assists sind der Beweis dafür, das Völler weiterhin zu den besten Forwards der Liga gehört – Note 2

Außerdem kamen zum Einsatz: Dilhan Durant (2:12 Minuten), Nils Dejworek (0:03)

„See you in the playoffs!“

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zeigte sich Rockets-Head-Coach Enminger ob des verdienten Arbeitssieges zufrieden. Sein Gegenüber, Uli Naechster, blickt derweil angesichts der Niederlagenserie weiterhin zuversichtlich in die Paderborner Basketballzukunft.

Uli Naechster, nach vier erfolglosen Versuchen haben es die Rockets heute geschafft, Paderborn in der eigenen Halle zu schlagen. Was war aus deiner Sicht ausschlaggebend für den Ausgang in einem knappen Spiel?

Uli Naechster: Ja leider ist unsere Serie hier gerissen. Glückwunsch an Chris und sein Team, die das Spiel verdient gewonnen haben. Es macht dennoch immer Spaß hier zu spielen und das Publikum ist super. Das hat uns dazu animiert eine Leistungssteigerung hinzulegen, auch wenn wir unsere Negativserie nicht stoppen konnten. Steven Bennett war heute zum ersten Mal dabei und hat uns bereits geholfen, auch wenn er noch nicht ganz integriert ist. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Besonders positiv ist natürlich, dass sechs Spieler zweistellig gepunktet und auch unsere jungen Spieler gute Arbeit geleistet haben. Darauf können wir aufbauen und müssen zusehen, dass wir nun zu Hause die Punkte gegen Hanau und Rhöndorf holen.

Uli Naechster finke baskets Paderborn Coach

Mit Matt Vest spielt eine ehemaliger Gothaer Spieler nun für euch und ist auch bereits sehr gut bei euch angekommen, oder?

Uli Naechster: Auf jeden Fall. Matt ist eins super Spieler und ein wichtiges Puzzleteil für uns. Er ist einfach ein smarter Typ und guter Teamspieler. Ab und zu könnte er, meines Erachtens den ein oder anderen Wurf mehr nehmen und ist noch zu zögerlich, aber da ist ja eigentlich was positives. Er findet sich nach und nach in seine Rolle ein und merkt, dass er mehr Verantwortung übernehmen kann. Wir sind sehr glücklich, dass wir ihn haben.

Chris, nach dem Spiel gegen Vechta stand heute ein vermeintlich leichterer Gegner auf dem Plan und dennoch war es anfangs nicht ganz so explosiv, wie man vielleicht erwartet hätte. Was sagst du zum Spiel?

Chris Ensminger: Das war ein Arbeitssieg für uns. Die Trainingswoche war sehr gut. Wir haben uns aufs Rebounding konzentriert und das heute schon besser gemacht. Die Defense war okay, aber in der Transition haben wir über das gesamte Spiel zu viele einfache Körbe zugelassen. Insgesamt waren es natürlich zu viele Ballverluste. Eigentlich waren wir mit 13,5 Turnovers pro Spiel die beste Mannschaft der Liga – wenn wir das auch heute aufgelegt hätten, wäre es sicher eindeutiger geworden.

Am Ende ist es der erste Sieg gegen Paderborn zu Hause und auch nach der Niederlage im Hinspiel eine gute Reaktion. Sie sind eine starke Mannschaft, besser als die Tabelle zeigt, und haben auch gegen andere Top-Teams schon knappe Spiele gezeigt. Natürlich freue ich mich auch für Matt. Ich sehe eine klare Entwicklung bei ihm – er ist aggressiver, traut sich offensiv mehr zu und bleibt dennoch ein super Defense- und Teamspieler.

Ensminger Lodders Gotha Rockets

Nick Schneiders wäre für Paderborn der potenziell siebte Spieler gewesen, der zweistellig hätte scoren können. Hatte er einen schlechten Tag oder haben ihn Gotha Big Men einfach kalt gestellt?

Uli Naechster: Nick lebt davon, dass er den Ball in der richten Position kriegt. Er ist kein Spieler, der sich einen eigenen Wurf kreiert. Wenn er in Korbnähe an den Ball kommt, ist er sehr gefährlich. Das hatte Gotha natürlich gut gescoutet und ihn stark verteidigt. Wir haben ihn zudem das ein oder andere mal übersehen und unsere Guards müssen sicherlich noch besser darin werden, Nicks Stärken einzusetzen. Er macht dennoch wichtige Dinge für uns, allein durch seine Präsenz. Gerade durch die Verletzung von Ivan Buntic ist er jetzt umso wichtiger für uns.

Chris, du hast selber mal in Paderborn gespielt. Hast du eigentlich noch Emotionen wenn es gegen dieses Team geht?

Chris Ensminger: Ich habe natürlich viele Erinnerungen an diese Zeit während der Saison 2008/2009, vor allem wenn ich wieder in der Paderborner Halle bin. Es war damals eine super Zeit mit Steve [Esterkamp, Anm. d. Red.] und mit dem Erreichen der BBL-Playoffs. Aber heute ist es natürlich eine komplett neue Mannschaft und manche Spieler, wie Luis Elias Figge, waren zu meiner Zeit noch kleine Kinder. Paderborn hatte schon immer viele junge Talente und macht auch in der ProA einen super Job bei der Entwicklung von deutschen Spielern.

Beide Coaches klatschten sich anschließend ab, Ensminger mit den Worten: „Good luck for the rest of the season.“ Uli Naechster machte sich auf den Rückweg nach Paderborn durch das Schneegestöber und hinterließ einen entspannten und optimistischen Eindruck in Thüringen: „See you in the playoffs!“

„Das war ein Arbeitssieg!“
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