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Die College-Top-Ten – Teil II

14.11.2016 || 18:06 Uhr von: , ,
College-Basketball ist zurück! Zum Tip-Off der NCAA-Saison 2016/17 liefert basketball.de die hauseigene Top-Ten-Preview in zwei Teilen. Heute: die Plätze 1 bis 5.

1. Duke Blue Devils

Starting Five: Frank Jackson (Guard, 191 cm, Freshman), Grayson Allen (Guard. 198 cm, Junior), Jayson Tatum (Wing, 206 cm, Freshman), Amile Jefferson (Big, 209 cm, Senior), Marquese Bolden (Big, 212 cm)

Rotation: Matt Jones (Wing, 198cm, Senior), Harry Giles (Big, 211 cm, Freshman/verletzt), Luke Kennard (Guard, 198cm, Sophmore), Chase Jeter (Big, 211cm, Sophmore), Sean Obi (Big, 209cm, Junior), Javin DeLaurier (Big, 210cm, Freshman), Jack White (Wing, 201cm, Freshman), Antonio Vrankovic (Big, 213cm, Freshman)

Warum die Blue Devils ins Final Four einziehen…

Duke ist das „Team to beat“. In einer Zeit, in der sich massenweise Freshman nach nur einem Jahr am College für die Draft anmelden, schwamm Sophmore Grayson Allen gegen den Strom und sprach sich gegen die Draft und für ein weiteres Jahr am College aus. Neben Dukes anderen Rückkehrern ist Allens Verbleib der wohl spektakulärste, wäre der 21 jährigen Guard doch ein sicherer First-Round Draftpick. Der explosive Allrounder ist dabei nicht der einzige Rückkehrer: Matt Jones entwickelte sich in seinen Jahren bei Duke von einem Shooter hin zu einem Schweizer-Taschenmesser, auf beiden Seiten des Feldes. Mac-Giver like findet er an beiden Enden des Feldes immer eine Lösung für das aufgetretene Problem. Auch „Luuuuuuuuuke“ Kennard blieb Coach K ein weiteres Jahr erhalten. Seine Stärken sind in der Offensive, in der er ein sehr rundes Spiel aufweist, in seiner Freshman Saison jedoch sehr unkonstant spielte. Der im letzten Jahr selten eingesetzte Chase Jeter, sowie die verletzten Sean Obi und Amile Jefferson komplettieren alle nennenswerten Rückkehrer. Amile Jefferson wird dabei sein fünftes Jahr in Durham spielen und wie immer eine wichtige Rolle als emotionaler Leader der Dukies haben.

Von den Rückkehrern zu den Neuankömmlingen: Noch nie haben sich die an Nummer eins und zwei gesetzten High School Talente der ESPN 100 Liste für das selbe College entschieden. Bis zu diesem Jahr. Harry Giles und Jayson Tatum entschieden sich für die Blue Devils, was ihre „Recruting Class“ direkt an Nummer eins katapultierte. Giles kann in der Offensive alles, was das Coaching Herz begehrt. Reichweite bis zur Dreierlinie: Check, Athletik von einem anderen Stern: Check, Fundamentels im Post: Check. Wenn (und das ist ein großes wenn) der verletzungsanfällige Brettspieler nach seinem verzögerten Saisonstart von Verletzungen verschont bleibt, kann er Grayson Allen den Status als besten Spieler des Landes ablaufen.

Jayson Tatum ist ein Matchup-Albtraum. Markenzeichen: Sprungwurf. Diesen bringt der bewegliche Wing mit dem butterweichen Handgelenk gerne über kleinere Gegenspieler an, die Athletik reicht dabei aus, um an größeren Gegenspielern vorbei zu ziehen und unter dem Korb abzuschließen.

Der Texaner Marquese Bolden ist dabei ein klassischer Post-Spieler und sollte bei den dekorierten Freshman nicht unterschätzt werden!

Duke ist vor allem im Frontcourt wahnsinnig tief besetzt. Jayson Tatums Fußverletzung im Schau-Spiel vor NBA-Scouts stellte sich „nur“ als Prellung heraus; er wird die Saisoneröffnung auf dem Parkett erleben. Dabei zeichnen sich viele Bigs durch ihre Vielseitigkeit in der Verteidung aus. Jefferson als Verteidigungsminister, mit seinen Adjundanten Jones und (später) Giles, sowie Frank Jackson, der in der ersten Linie für viel Terror in der berüchtigten Presse der Teufel sorgt. In der Offensive haben die Devils alle Möglichkeiten der Welt. Sie sind so tief besetzt, dass das Tempo stets hoch gehalten werden wird und können fast jede Position mit potenten Angriffs-Spielern besetzten. Wenn Giles um den Dezember herum zurückkehrt und durchstartet sind die Devils das mit Abstand beste Team der NCAA in dieser Saison.

Warum die Blue Devils scheitern…

Neben Brandon Ingram verließ Point Guard Derrick Thornton die Blue Devils nach der letzten Saison. Somit ist Duke auf dem Point Guard am dünnsten besetzt. Zwar ist dies angesichts der Personalie Frank Jackson meckern auf sehr hohem Niveau, dennoch ist die Aufbauposition ganz klar die am schwächsten besetzte im Kader von Coach K. Wer einen Gameplan gegen die Devils aufstellt sollte seinen Fokus auf den Point Guard legen und viel Druck auf den Freshman und einzigen etatmäßigen Floor-General ausüben.

Viel Druck wird auch auf dem medizinischen Stab der Duke-University lasten. Sorgenkind Giles zog sich während des Trainings (wieder) eine Knieverletzung zu. Wird der North-Carolina-Native frisch in die Saison starten? Wie eingeschränkt ist Jayson Tatum nach seiner Fuß-Prellung zu Saisonbeginn? Ohne ihre beiden talentiertesten Freshman fehlt Duke viel Qualität in der Offense. Wenn Jackson einen schlechten Tag erwischt müssen die Routiniers den Karren aus dem Dreck ziehen.

Der Star

Grayson Allen. 21 Punkte legte der Junior im letzten Jahr pro Spiel auf, sammelte knapp fünf Rebounds und vier Assists. Der POY geht über Dukes Anführer, den besten Spieler im besten Team. In einer breiteren Mannschaft als vorherige Saison, kann es gut sein, dass seine Punkte-Ausbeute sinkt, dennoch ist er der wichtigste Spieler des Teams.

Kaum ein Spieler in der NCAA tritt explosiver an. Wird sein Zug zum Korb zu stark respektiert, bestraft Allen seinen Verteidiger mit Würfen von Downtown. Bis hinter die NBA Dreierlinie sollte man seinen Wurf dabei respektieren. Satt ist der Star der Devils dabei noch lange nicht. In der Vorbereitung ging der Junior vorbildlich zur Arbeit und gewann „The Belt“ eine interne Auszeichnung für den Duke Spieler der die meiste Arbeit im Fitnessraum investiert.

Der X-Faktor

Frank Jackson. Jackson war an der High School ein Scoring Guard. Hinter Markel Fultz (Washington) und De’Aron Fox (Kentucky) wohl der beste in der letzten High School-Saison (Dennis Smith Jr. (NC State) setzte die Saison wegen eines Kreuzbandrisses aus). Sein Team, die Lone-Peak High School, brachte er fast im Alleingang an die nationale Spitze. Schafft es der Freshman die Dukies anzuführen? Wie kommt er mit dem Druck zurecht, der auf seinen Schultern lastet? Kommt er mit seiner Rolle als dritte oder vierte Option zurecht? Kaum ein Spieler wird mehr Einfluss auf das Spiel der Blue Devils haben als Jackson. Er kann Duke zur Übermannschaft machen, oder eben nur zu einem Top-Team.

Drei gewagte Prognosen

• Marquese Bolden wird die zweite Saisonhälfte dominieren und der zweithöchste Duke-Pick im Draft.
• Duke verliert ihren ersten Prüfstein gegen ein Top-25 Team, nur um danach kein Spiel mehr abzugeben.
• Am Ende der Saison werden fünf Dukies einen zweistelligen Punkteschnitt aufweisen.

2. Kentucky Wildcats

Starting Five: De’Aaron Fox (Guard, 191 cm, Freshman), Malik Monk (Guard, 191 cm, Freshman), Isaiah Briscoe (Guard, 191 cm, Sophomore), Derek Willis (Forward, 206 cm, Senior), Edrice Adebayo (Forward, 208 cm, Freshman)

Rotation: Dominique Hawkins (Guard, 183 cm, Senior), Mychal Mulder (Guard, 193 cm, Senior), Wenyen Gabriel (Forward, 206 cm, Freshman), Sacha Killeya-Jones (Forward, 208 cm, Freshman), Tai Wynyard (Forward, 208 cm, Freshman), Isaac Humphries (Center, 213 cm, Sophomore)

Warum die Wildcats ins Final Four einziehen…

Weil Head Coach John Calipari wieder einmal eine historisch starke Freshman-Klasse nach Lexington lotste. Point Guard De’Aaron Fox, Shooting Guard Malik Monk und Bigman Edrice „Bam“ Adebayo sind einstimmige Top-10-Talente in ihrer Highschool-Abschlussklasse und dürften von Beginn an in der Startformation der Wildcats stehen. Hinzu kommen mit den Big Men Wenyen Gabriel und Sacha Killeya-Jones zwei weitere „Five-Star-Recruits“, die ebenfalls das Zeug zum Leistungsträger haben und ein phänomenales Freshman-Quintett komplettieren.

Auf den Außenpositionen vereint Kentucky mit dem pfeilschnellen Fox, dem explosiven Monk sowie Rückkehrer Isaiah Briscoe eines der athletischsten Backcourt-Trios der NCAA, was in der Guard-lastigen Dribble-Drive-Offense hervorragend zum Tragen kommen sollte. Vor allem Fox wird mit seiner Geschwindigkeit zwischen den Grundlinien – ähnlich wie ein John Wall – für viel Tempo im Angriff sorgen und für Monk, der primär abseits des Balles agieren wird, das eine oder andere Highlight-Play auflegen. Während Fox und Briscoe viel penetrieren und für ihre Mitspieler kreieren werden, ist Monk eine der zentralen Scoring-Optionen in Caliparis Team.

Und auch auf den großen Positionen können es nur wenige Teams mit der Athletik und Länge der Wildcats aufnehmen. Mit ihrem Freshman-Trio – Adebayo, Gabriel und Killeya-Jones – sowie Senior Derek Willis, Sophomore Isaac Humpries und dem neuseeländischen Redshirt-Freshman Tai Wynyard verfügt Calipari über sechs hochkarätige Akteure jenseits der 2,06 Meter. Dies macht Kentucky nicht nur offensiv zu einem schweren Matchup, sondern gibt den schnellen Guards auch defensiv die nötige Rückendeckung. So sieht KenPom die Wildcats, nach Platz 39 im Vorjahr, zu Saisonbeginn als sechstbestes Defensivteam.

Ein athletischer Backcourt, viel Länge auf den großen Positionen und eine phänomenale Recruiting-Klasse – die Chancen auf die fünfte Final-Four-Teilnahme in sieben Jahren stehen nicht schlecht in Lexington.

Warum die Wildcats scheitern…

Wie immer ist der personelle Umbruch eine der größten Herausforderungen für die Wildcats. Zwar hat Calipari diesbezüglich mittlerweile massig Erfahrung gesammelt, doch gerade der Abgang des unumstrittenen Führungsspielers Tyler Ulis wiegt schwer. Insgesamt kommen die Rückkehrer nur auf rund 28 Prozent der Vorjahresminuten und zählt man neben Ulis noch Lottery-Pick Jamal Murray und Senior Alex Poythress hinzu, muss Kentucky seine drei besten Scorer ersetzen. Hinzu kommt der Abgang der beiden Bigmen Marcus Lee und Skal Labissiere. Damit Kentucky tatsächlich um den Titel mitspielt, müssen also die jungen Neuzugänge nicht nur die hohen spielerischen Erwartungen erfüllen. Auch die Teamchemie und Hierarchie, welche sich in den kommenden Wochen erst noch bilden werden, sind entscheidende Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg dieses Teams.

Aus spielerischer Sicht gibt es vor allem ein großes Fragezeichen: die (fehlende) Gefahr von jenseits der Dreierlinie. Mit Ulis und Murray haben zwei von drei respektablen Distanzschützen das Team verlassen – von allen Rückkehrern verwandelte nur Forward Derek Willis (53/120 3P, 44,2 3P%) in der vergangenen Saison mehr als acht Dreier. Briscoe könnte man hingegen „Brick-oe“ nennen, immerhin verwandelte der Guard nur fünf von 37 Dreierversuchen (13,5 3P%). So schlecht werden die Neuzugänge Fox und Monk vermutlich nicht von außen werfen. Doch wenngleich beide Guards jederzeit heiß laufen können, ist keiner von ihnen ein konstanter Distanzschütze. So verzeichnet die Website Draftexpress in ihrer Datenbank für Fox (28 Prozent) und Monk (32 Prozent) eher mäßige Dreierquoten. Wenn das Backcourt-Trio von außen gefahrlos bleibt, dürfte das daraus resultierende fehlende „Spacing“ auch die Effektivität von Kentuckys Drives signifikant beeinträchtigen.

Ein – wie immer – runderneuter Kader und wenige Schützen von außen – die Final-Four-Teilnahme wird für Kentucky erneut alles andere als ein Selbstläufer.

Der Star

Die Freshmen. Wieder einmal werden Medien und Fans vor allem über Kentuckys Neuzugänge reden. Und das ist durchaus verständlich, immerhin werden De’Aaron Fox, Malik Monk und „Bam“ Adebayo bereits vor Saisonbeginn als potentielle Lottery-Picks im NBA-Draft 2017 sowie mögliche All-American-Kandidaten gehandelt. Fox ist ein aggressiver, selbstbewusster Guard, der mit seiner Länge und Schnelligkeit nicht nur im Fastbreak brilliert, sondern auch defensiv viel Druck auf den ballführenden Spieler ausüben kann, während Monk die Fans mit seiner Explosivität und seinen Scoring-Ausbrüchen in den Bann ziehen wird. Adebayo sticht indes durch seine Physis und seinen Arbeitseinsatz hervor und soll vor allem die Bretter kontrollieren.

Der X-Faktor

Isaiah Briscoe. Während seine Klassenkameraden Murray und Labissiere direkt den Sprung in die NBA verwirklichten, verlief Briscoes erste College-Basketball-Saison weniger erfreulich als erwartet. Zwar konnte er durch seine Penetration sowie als Rebounder und Verteidiger Akzente setzen, doch mit 13,5 Prozent Trefferquote von jenseits der Dreierlinie sowie 46,0 Prozent vom „Charity Stripe“ unterbot der 20-Jährige die bereits niedrigen Erwartung an seinen Wurf noch einmal beträchtlich. In seinem zweiten Jahr wollen nicht nur NBA-Scouts einen verbesserten Wurf sehen – auch für Kentuckys Titelhoffnungen ist ein Leistungssprung von Briscoe unverzichtbar, immerhin ist er nun einer der zentralen Führungsspieler im Kader von John Calipari.

Drei gewagte Prognosen

• Kentucky bleibt zuhause ungeschlagen.
• Nach drei Wildcats-Siegen in Folge geht das jährliche Spiel gegen Louisville am 21. Dezember diesmal an die Cardinals.
• Malik Monk führt Kentucky im Scoring an, aber De’Aaron Fox ist der wertvollere der beiden Guard-Youngster.

3. Kansas Jayhawks

Starting Five: Frank Mason III (Point Guard, 180 cm, Senior), Devonte Graham (Wing, 193 cm, Junior), Josh Jackson (Wing, 206 cm, Freshman), Carlton Bragg Jr (Big, 210 cm, Sophmore), Landen Lucas (Big, 210 cm, Senior)

Rotation: Sviatoslav Mykhailiuk (Wing, 206 cm, Junior), Udoka Azubuike (Big, 213 cm, Freshman), Vick Lagerland (Wing, 198 cm, Sophmore), Mitch Lightfoot (Big, 208 cm, Freshman).

Warum die Jayhawks ins Final Four einziehen…

Nach den Abgängen der Topscorer Perry Ellis und Wayne Selden Jr, sah es nicht gut um den 12-fachen Big-12 Serienmeister, die Kansas Jayhawks aus. Udoka Azubuike stand als Neuankömmling in den Startlöchern, doch Duke und Kentucky schienen den Jayhawks mal wieder den Schneid auf der Jagd nach neuen Talenten abzukaufen. „All in“ ging Coach Bill Self am Ende im Poker um das vielversprechende Talent Josh Jackson… und gewann! Der Überathlet gilt neben Jayson Tatum und Harry Giles (Duke), sowie Markell Fultz (Washington) als bester Freshman und ist einer der größten Faktoren, wieso Kansas in etlichen Pre-Season Rankings in der Top Ten zu finden ist.

Jackson schien bei seiner Entscheidung alles richtig gemacht zu haben, denn mit Frank Mason III und Devonte Graham komplettiert er einen Backcourt der Extra-Klasse. Dabei scheinen sich die drei Spielertypen gut zu ergänzen. Frank Mason III könnte im Basketball-Lexikon unter dem Begriff Floorgeneral abgebildet werden, Devonte Graham ist der aufstrebende Stern in Kansas Basketball-Nachthimmel und Josh Jackson, nun ja, gilt als der vielleicht talentierteste Freshman der graduierten Klasse 2016.

Unangenehm sollte für alle Gegner vor allem die Transition werden, denn jeder der drei Flügelspieler kann den Fastbreak mit und ohne Ball exzellent laufen. Ein Aspekt den Teams des legendären Bill Self seit Jahren auszeichnet. Wenn die Halbfeldoffensive startet sollten sich gegnerische Teams auf Pick and Roll-Defense einstellen, denn Carlton Bragg, sowie Senior Landen Lucas werden dieses zur Genüge mit Mason III oder Graham laufen. Befürworter des klassischen Postspiels sollten bei den Jayhawks trotzdem auf ihre Kosten kommen, denn mit Udoka Azubuike steht der wohl imposanteste Freshman in den Reihen der Jayhawks. Der Tanzbär (2,13 Meter Größe, 140 Kilogramm Gewicht) wird gegen die meisten Gegenspieler ein Mismatch haben und seine Dominanz beweisen.

Wenn sich die Papageien zum März eingespielt haben ist mit der Mischung aus Erfahrung (Mason III, Graham), sowie Potential (Graham, Jackson) jeder Gegner schlagbar, dazu haben die Jayhawks Big Men, die bei ihren Leisten bleiben und in der Defense die Bretter sauber halten sowie die Fastbreaks laufen.

Warum die Jayhawks scheitern…

Bill Selfs Spiel definiert sich einerseits über die Transition, andererseits hatte er stets einen Spieler auf der Vier, der aus dem High Post kreieren kann. Der Abgang von Perry Ellis schmerzt, trotz spektakulärer Neuzugänge. Die Hoffnung liegt hier auf Carlton Bragg, der ansatzweise den Midrange-Jumper traf, sowie in der Offseason das Fitnessstudio häufiger aufzusuchen schien als Tim Wiese. Zudem behauptet der Sophomore, er sei noch einmal um ein bis zwei Inches (3-5 Zentimeter) gewachsen.

Die Big Men der Jayhawks müssen beweisen, dass sie im Post Gefahr ausstrahlen, damit der Edel-Backcourt mehr Freiräume genießen kann. Azubuike kann diese Gefahr mitbringen, wird dafür jedoch das Spiel extrem verlangsamen – drei Zentner müssen schließlich erstmal bewegt werden.

Zudem ist die Rotation der Jayhawks dünner als die Luft im US-Präsidentschaftswahlkampf. Vor allem im Backcourt muss Self einen tauglichen Ersatz für Graham oder Mason III finden. Die Rolle von Sviatoslav Mykhailiuk sollte hierbei nicht unterschätzt werden. Der „Unaussprechliche“ wird die meisten Ersatz-Minuten auf den Positionen eins bis drei bekommen. Letzte Saison fehlte Mykhailiuk die Konstanz, sollte er diese mitbringen wird Self es ihm mit vielen Minuten danken.

Der Star

Einen Star im Jayhakws Team auszumachen ist schwierig. Frank Mason III ist jedoch der Spieler mit denen die Jayhawks fliegen oder fallen werden. Mason III spielt auf einem konstant hohen Niveau, ist eine Pest in der Defensive sowie ein sehr smarter Spieler im Angriff. Der verlängerte Arm von Coach Bill Self hat wohl die meiste March Madness-Erfahrung der NCAA und wird viele Freshman-Point Guards mit seiner abgezockten Art an beiden Enden des Feldes zur Weißglut treiben. Kaum ein Spieler der NCAA wird dieses Jahr mehr Highlights als Mason III vorbereiten, denn mit Bragg (Pick-and-Roll) sowie Jackson (Cuts sowie Fastbreaks) finden sich zwei Athleten der Extra-Klasse im Jayhawks-Kader wieder.

Der X-Faktor

„Devonte Graham, der Garant für Kansas‘ 13. Big 12-Titel in Folge, schießt die Jayhawks gegen Arizona ins Final Four.“ Dieser Satz könnte eine realistische Schlagzeile für die Final Four-Preview in knapp fünf Monaten sein. Dabei scheint Graham schon wieder unter dem Radar zu fliegen, zumindest was absolute NCAA-Superstars angeht. Hier ist meist die Rede von Grayson Allen oder Josh Hart. Der Kansas-Junior hat das Zeug dazu am Ende der Saison in einem Atemzug mit den beiden Ausnahmespielern genannt zu werden.

Sollte seine Entwicklungskurve ähnlich nach oben zeigen wie in der letzten Saison ist eine Statline von 19/5/5 bei 50% aus dem Feld und 45% von der Dreierlinie nicht unrealistisch. Wenn seine Entwicklung stagniert kann für die Jayhawks jedoch schon im Sweet Sixteen oder früher Schluss sein.

Drei gewagte Prognosen

• Kansas ist in der March Madness kein #1 oder #2-Seed.
• Trotzdem ziehen die Jayhawks ins Final Four ein.
• Josh Jackson überzeugt mit einem guten Wurf und wird erster Pick der NBA Draft 2017.

4. Villanova Wildcats

Starting Five: Jalen Brunson (Guard, 188 cm, Sophomore), Phil Booth (Guard, 190 cm, Junior), Josh Hart (Guard, 195 cm, Senior), Kris Jenkins (Forward, 198 cm, Senior), Darryl Reynolds (Forward, 203 cm, Senior)

Rotation: Mikal Bridges (Wing, 200 cm, Sophomore), Donte DiVincenzo (Guard, 195 cm, Freshman), Eric Paschall (Forward, 200 cm, Sophomore), Tim Delaney (Forward, 203 cm, Freshman), Dylan Painter (Big, 203 cm, Freshman)

Warum die Wildcats ins Final Four einziehen…

Neben Topscorer Josh Hart kommt auch Final-Held Kris Jenkins zurück. Beide haben als Senior die nötige Erfahrung das Team anzuführen. Offensive waren sie und werden sie die beiden ersten Optionen für die Wildcats sein. Neben ihnen steht in der Starting Five noch ein dritter offensivstarker Senior. Power Forward Darryl Reynolds konnte durch seine offensive Vielseitigkeit Freiräume für Big Man Daniel Ochefu schaffen. Dieser steht allerdings jetzt im Kader der Wizards in der NBA und nun gehört Reynolds die gesamte Aufmerksamkeit unter den Wildcats-Big Men. Der Ballführer des Meisters ist Jalen Brunson, auch das ist bereits bekannt. Denn er stand in seiner Freshman-Season im Schnitt 24 Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielte dabei die zweitmeisten Assists der Mannschaft. Doch nicht nur im Angriff liegen die Stärken des Teams. Auch wenn mit Arcidiacono und Ochefu zwei wichtige Stützen der Defense wegfallen, hat das Team von Jay Wright das Potential wieder die beste Defensive der Big East zu werden.

Wright hat eine Menge Potential im Team und kann dieses sehr vielseitig Einsetzen. Die meisten seiner Spieler sind nicht auf eine Position fixiert und so lässt es den Coach viele Möglichkeiten zu rotieren. Wieder werden die Wildcats nicht zu den Favoriten auf den Titel gehören und nach Jahren, in denen die Big East am Selection Sunday überschätzen wurde, änderte sich alles im letzten Jahr. Villanova bekam kein No.1 Seed im Tournament und zahlte das den Experten mit einem grandiosen Turnier zurück. So bekommt Jay Wright erneut die Aufgabe eine Mannschaft mit einer guten Mischung aus Talent und Erfahrung auf den März vorzubereiten.

Warum die Wildcats scheitern…

Der Vorort von Philadelphia kam im Sommer aus dem Feiern nicht mehr raus, doch allerdings holte auch der Alltag die Wildcats wieder ein und so packten Ryan Arcidiacono und Daniel Ochefu ihre Sachen und verließen Villanova nach ihrer Senior-Season in Richtung NBA. Ihre Qualitäten werden schmerzlich vermisst und junge Spieler müssen sie ersetzen. Zwar sind Spieler wie Jalen Brunson und Phil Booth sehr talentiert, allerdings fehlt ein richtiger Ersatz für Ochefu. Dafür hatte man eigentlich Omri Spellman recrutiert, allerdings bekommt er durch akademische Probleme in dieser Saison keine Freigabe der NCAA. Ab dem nächsten Jahr wird Spellman dann für vier Spielzeiten den Wildcats zur Verfügung stehen. Die beiden ehemaligen Captains waren in so vielen Punkten für die Wildcats wichtig. Reynolds muss offensiv Gefahr ausstrahlen, um das Augenmerk der Defense wieder von den Flügeln zu sich zu ziehen. Ochefu überzeugte dann als Passer und setzte seine Mitspieler ein, diese Qualitäten werden nun auch von Reynolds verlangt. Point Guard Arcidiacono wird von Sophomore Jalen Brunson erstezt, Brunson zeigte zwar schon im ersten Jahr seine Qualitäten doch muss er nun mit viel mehr Verantwortungen umgehen, das Spiel seiner Mitspieler basiert auf sein Kreieren im Angriff. Brunson muss einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gehen. Schafft er das nicht kann das teuer zu stehen kommen für die Wildcats.

Eine Stärke der Wildcats im letzten Jahr war das Offensivrebounding, Villanova hielt sich dadurch oftmals im Spiel. Doch kein Spieler ist über 2,03 Meter groß und so werden die Wildcats einige Probleme an den Brettern bekommen. Zudem fehlt ein richtiger Rimprotector. Durch die Probleme beim Rebounding müssen sich die Wildcats von Anfang an gute Würfe erarbeiten, um gegen Teams mit großen Big Men nicht chancenlos zu bleiben.

Der Star

Josh Hart war bereits im letzten Jahr der Topscorer, doch in dieser Saison ändert sich seine Rolle im Team entscheidend. Nach den Abgängen von Arcidiacono und Ochefu ist Hart nun der Leader des Teams, muss das Team anführen. Hart agiert auf beiden Seiten des Feldes stark. Offensiv kann er vielseitig den Korb angreifen, vor allem auch weil die Gegner seinen Wurf nicht unterschätzen dürfen. Defensiv ist der athletische Guard eine Allzweckwaffe und kann von Position eins bis drei alles verteidigen. Diese Qualitäten brauchen die Wildcats unbedingt. Hart muss der „Energizer“ im Spiel von Villanova sein und in den richtigen Momenten übernehmen.

Der X-Faktor

Er war es nicht nur im Finale, als er einen der verrücktesten Gamewinner aller Zeiten traf, sondern er wird es auch in der kommenden Saison sein. Kris Jenkins wird auf dem Flügel für Entlastung für Josh Hart sorgen. Er kann seine Würfe selber kreieren oder auch als Catch‘n’Shoot Spieler agieren. Jenkins zeigte in den lezten Jahren bereits wie gut er, im Schatten der Stars des Teams, der Mannschat weiterhelfen kann. Genau das wird auch in diesem Jahr von ihm gefordert sein, wenn er es dann noch schafft sich weiter zu entwickeln und sein Spiel noch variabler zu gestalten, wird Jenkins eine ganz wichtige Personalie für Jay Wright.

Drei gewagte Prognosen

• Villanova verteidigt seinen Titel
• Wildcats verlieren keines ihrer Non-Conference-Spiele
• Der diesjährige Meister der Big East-Conference hört nicht auf den Namen Villanova

5. Oregon Ducks

Starting Five: Casey Benson (Guard, 191 cm, Junior), Tyler Dorsey (Guard, 193 cm, Sophomore), Dillon Brooks (Forward, 201 cm, Junior), Chris Boucher (Big Man, 208 cm, Senior), Jordan Bell (Big Man, 206 cm, Junior)

Rotation: Payton Pritchard (Guard, 188 cm, Freshman), Dylan Ennis (Guard, 188 cm, Senior), Keith Smith (Forward, 202 cm, Freshman), M.J. Cage (Big Man, 208 cm, Freshman), Roman Sorkin (Big Man, 208 cm, Freshman), Kavell Bigby-Williams (Big Man, 208 cm, Junior)

Warum die Ducks ins Final Four einziehen…

Mit den Villanova Wildcats gewann in der letzten Saison eine Mannschaft den NCAA-Titel, die mit ihrer „Skillball“-Aufstellung dem modernen Basketballstil entspricht. Die Oregon Ducks sind ein weiteres College-Team, das dem positionslosen Basketball frönt. Multiple Ballhandler, variables Scoring auf dem Flügel und Dreier-werfende Big Men – die Mannschaft von Head Coach Dana Altman entspricht dem Zeitgeist wie kaum ein anderes Team in der Welt des College-Basketballs. Die Ducks waren bereits letztes Jahr reif für ihren ersten Final Four-Einzug seit 76 Jahren, doch scheiterten im „Elite Eight“ an Buddy Hield. Die Abgänge von Elgin Cook und Dwayne Benjamin sind zwar schmerzhaft, aber werden von einer guten Recruiting-Klasse und zwei Transfers abgefedert. Zudem steht mit Dillon Brooks ein Anwärter auf die Auszeichnung zum College-Spieler des Jahres im Oregon-Kader.

Brooks ist auf dem NCAA-Level von keiner Verteidigung in Schach zu halten. Der Flügelspieler besticht durch eine Mischung aus Physis, Ballhandling-Skills und gutem Sprungwurf. Allein dieser Spieler ist ein so großer Pluspunkt, dass die Ducks zu den ganz heißen Titelanwärtern gezählt werden müssen.

Doch Brooks ist weit davon entfernt ein Alleinunterhalter zu sein. Ganz im Gegenteil. Combo-Guard Tyler Dorsey und Stretch-Big Man Chris Boucher dürfen sich nicht nur Hoffnungen auf ein zukünftiges NBA-Engagement machen, sondern gehören in dieser Saison auf ihren jeweiligen Positionen zu dem besten, was die PAC 12-Conference zu bieten hat.

Head Coach Dana Altman kann in dieser Saison eine Mannschaft auf das Parkett schicken, die wie kaum ein anderes NCAA-Team in der Defensive alles switchen können. Die Guards sind lang und athletisch genug, um auch temporär Big Men in Schach zu halten und die eigenen Bigs sind so mobil, dass sie auch vor gegnerischen Ballhandlern bleiben können.

Der Verlust von Elgin Cook (14,8 PpG, 5,1 RpG) tut weh, doch Coach Altman hat für eine entsprechende externe Aufwertung des Kaders gesorgt. Freshman Payton Pritchard wird von dem ersten Tag an die Backcourt-Rotation verstärken und für eine weitere Ballhandler-Option sorgen. Gespannt sein darf man auch auf Kavell Bigby-Williams. Der Big Man legte in seiner letzten Saison am Junior College 22,5 Punkte, 11,8 Rebounds sowie 4,7 Blocks pro Partie auf. Zahlen, die die Hoffnung aufkeimen lassen, dass Altman nach Boucher direkt der nächste Volltreffer in Sachen JuCo-Transfer gelungen ist.

Warum die Ducks scheitern…

Es gibt tatsächich nicht viel, was gegen die Oregon Ducks spricht. Die Verletzung von Starspieler Brooks ist ein negativer Punkt, der sicherlich für die ein oder Sorgenfalte auf der Stirn von Coach Altman sorgt. Kann der Forward schnell genug wieder sein maximales Leistungsvermögen erreichen, um die Ducks auf Championship-Kurs zu halten?

Die Parallelen zu dem Vorjahres-Champ aus Villanova sind augenscheinlich. Dies gilt für die Pluspunkte (defensive Variabilität, Shooting und Ballhandling) wie für die negativen Aspekte. Dillon Brooks ist ein grandioser College-Spieler aber kein grandioses NBA-Talent. Den Ducks fehlt es an Star-Power wie sie beispielsweise Duke und Kentucky aufbieten.

Der Star

Dillon Brooks. Nicht wenige amerikanische College-Experten bezeichnen Brooks als den besten Spieler der NCAA-Saison 2016/17. Wie bereits angesprochen stellt der kanadische Flügelspieler auf dem College-Level ein wandelndes Mismatch dar. Gegen kleinere und schmächtigere Gegenspieler geht es ins Post-Up. Größere, schwerere Vierer werden bis an die Dreierlinie herausgezogen und dort per Dribble-Drive attackiert. In rund 32 Minuten pro Partie legte Brooks im letzten Jahr durchschnittlich 16,7 Punkte auf. Dabei besticht der Junior mit guten bis sehr guten Quoten aus dem Feld: 61,8% Trefferquote in direkter Ringnähe, 43,3% seiner Zwei-Punkte-Sprungwürfe fanden nichts als Nylon und knapp 34% aller Würfe von jenseits der Dreierlinie waren erfolgreich. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang noch die Statistik, dass Brooks seine Würfe äußerst gerecht aufteilt – 34% seiner Abschlüsse kamen in Ringnähe, 36,6% aus dem sonstigen Zwei-Punkteland sowie knapp 29% von „Downtown“. Diese Variabilität im Scoring macht Brooks für jede Verteidigung so unausrechenbar.

Der X-Faktor

Welche basketballerische Eigenschaften vereinen Spieler wie Serge Ibaka, Myles Turner und Anthony Davis auf sich? Richtig – die Mischung aus defensivem Shotblocking und offensivem Distanzwurf (Mittel- bzw. Langdistanz). In den Medien werden diese Spielertypen gerne als „Einhörner“ bezeichnet, da sie zwei seltene und gesuchte Basketball-Skills miteinander verbinden. In der NBA noch immer eine Seltenheit und auch in der NCAA wissen nur die wenigsten Teams einen solchen Spielertypus in ihren Reihen. Mit Chris Boucher steht aber genau so ein „Einhorn“ im Kader der Ducks.

3,0 Blocks sowie eine 34-prozentige Dreierquote brachte der Kanadier im letzten Jahr pro Spiel auf das Parkett. Es erscheint überflüssig zu sein, dass an dieser Stelle der Wert eines solchen Spielers noch explizit hervorgehoben wird. 2,09 Meter Körpergröße und eine bemerkenswerte Agilität machen aus Boucher einen gefürchteten Ringbeschützer, der auch abseits der eigenen Zone eine brauchbare Figur abgibt. Im Angriff sorgt der Senior für Spacing en Masse, da er zumeist den gegnerischen Frontcourt-Spieler am Perimeter bindet und so für Freiräume sorgt, die von seinen Guards und Wings genutzt werden.

Drei gewagte Prognosen

• Oregon wird wieder als #1-Seed in das NCAA-Turnier starten
• Chris Boucher wird in der ersten Runde der NBA Draft 2017 gezogen
• Dana Altman heimst erneut die Auszeichnung zum PAC 12-Trainer des Jahres ein

Die College-Top-Ten – Teil II
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