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Frank Ntilikina: Cubans neuer Wunschspieler

20.06.2017 || 16:43 Uhr von:
Als Point Guard eine Armspannweite von 2,15 Metern? Frank Ntilikina hat sich so bisher vor allem defensiv einen Namen gemacht. Und offensiv? Der Scouting-Report gibt Aufschluss.

Tren 9 kochanowski interpretacja Name: Frank Ntilikina
Atlas online slovnik Position: Point Guard
Mastebolin drostanolone propionate Alter: 18 Jahre
http://style-byjules.com/masteron-y-winstrol Masteron y winstrol Größe: 1,96 Meter
http://style-byjules.com/danabol-ds-blue-hearts-side-effects Danabol ds blue hearts side effects Gewicht: 86 Kilo
Armspannweite: 2,15 Meter

Die NBA-Saison ist vorbei. Eine Delegation der Dallas Mavericks fliegt nach Europa, um ein Spitzentalent von ihrer Franchise zu überzeugen. Klingt bekannt? Jahrzehnte, nachdem Mark Cuban und Co. nach Deutschland flogen, um einen gewissen Dirk Nowitzki näher unter die Lupe zu nehmen, war ihr Reiseziel 2017 Venedig. Zu Besuch waren sie bei: Frank Ntilikina.

Frankreichs jüngster Rohdiamant ist der neuste Beweis der guten Jugendarbeit der Franzosen. Frank Ntilikina ist dabei gar nicht so ungeschliffen wie sein Alter es vermuten lässt. Der Begriff Rohdiamant trifft demnach vor allem auf seine Anlagen und sein (körperliches) Potential zu. Ein Objekt der Begierde ist Ntilikina bei den NBA-Managern allemal. Denn wer bringt schon eine Armspannweite von 2,15 Metern als Point Guard mit?

Sollte diese Angabe stimmen, hat Ntilikina eine längere Armspannweite als aktuelle NBA-Forwards wie LeBron James, Paul George und Blake Griffin. In einer Liga, in der Mobilität und Länge immer wichtiger werden, passt der junge Franzose also wie die Faust aufs Auge.

Mit dem MVP der U18 EM 2016 würde ein Team, welches Markelle Fultz oder Lonzo Ball nicht mehr bekommen kann, aber auf der Suche nach einem Point Guard ist, also wenig falsch machen. Wieso? Das erfahrt ihr hier:

Offense

Die Spiele, auf die sich dieser Scouting-Report bezieht, stammen zum einen von der U18-Europameisterschaft, zum anderen von der FIBA Basketball Champions League seines Teams SIG Strasbourg. Während Ntilikina in seiner U18-Mannschaft der Dreh- und Angelpunkt war, sah seine Rolle bei den Profis in Strasbourg anders aus: Häufig war Ntilikina der Spot-Up-Shooter nach Kick-Outs, penetrierte gegen die Close-Outs zum Korb und spielte vereinzelt Pick-and-Rolls.

Was sich bei beidem herauskristallisiert hat: Wer nach einem Scoring-Guard sucht, sollte woanders weiterschauen. Ntilikina hat einen sauberen Wurf mit guter Range und bringt ein solides Athletik-Paket mit; seinen eigenen Abschluss kreieren und das Spiel mit Scoring zu dominieren war in beiden Bereichen nicht sein Fall.

Thema Wurf: Ntilikina hat konstant ähnliche Mechanismen beim Jumpshot. Im Catch-and-Shoot setzt er häufig den „Hop“ an, leitet die Wurfbewegung sauber ein und geht flüssig hoch. Seine Quoten sprechen für ihn.

Wenn das französische Talent aus dem Dribbling warf, konnte zudem der „One-Two Step“ beobachtet werden. Wie hier zu sehen, bestraft er seinen Verteidiger, der unter dem Block geht, setzt dem Wurf ein energisches Dribbling voraus, sortiert gleichzeitig seine Füße und trifft aus der NBA-Reichweite:

 
Seine Quoten sind dabei ordentlich, vor allem die Dreierquote liest sich besonders gut: 43% seiner Versuche verwandelte der 18-Jährige in der französischen Pro A. Im Vergleich zu seinen letzten Jahren eine Steigerung bei beständig mehr werdenden Versuchen.

Ntilikina überzeugt außerdem als sehr uneigennütziger Spieler. Bei der U18-Europameisterschaft lief das Spielgerät bei der französischen Nationalmannschaft viel. Obwohl Frankreichs Nummer 2 der (mit Abstand) talentierteste und beste Spieler des U18-Europameisters war, zeigte er sich sehr uneigennützig. Mit seiner Länge konnte er bei Pässen gut über die Verteidigung sehen. Häufig vertraute er seinen Mitspielern beim Break durch einen frühen Pass auf die Außenspuren, trennte sich im Halbfeld früh vom Spielgerät und sorgte dafür, dass jeder Spieler den Ball in den Händen halten durfte.

Dabei zeigte er gute Ansätze im Pick-and-Roll/ Pop: Das sah recht ansehnlich aus; Ntilikina wusste selbst zu punkten oder per Boden- oder Lobpass seine Mitspieler zu finden.

 
Wenn man den Franzosen mit seinen Draft-Peers Fultz oder Smith Jr. vergleicht, fehlt ihm klar die Fähigkeit, ein Spiel als Scorer zu übernehmen.

Sein Ballhandling ist eine große Baustelle, die ihm hier viel verbaut. Häufig dribbelt er zu hoch oder nicht weit genug nach vorne, was ihm Geschwindigkeit nach dem Handwechsel raubt. Er ist nicht besonders „shifty“, punktet eher nach dem Lehrbuch des kleinen Basketball-Einmaleins und nicht nach Instinkt. In der NBA wird es für Ntilikina schwierig werden, gegen passable Defender im Eins-gegen-Eins zu scoren.

Ab und zu zeigt sich außerdem, dass er nicht mit 100-prozentiger Kontrolle zum Korb zieht.

 
Den Mitspieler sieht Ntilikina zu spät. Das Dribbling nach dem Handwechsel kommt zu spät und zu hoch, sodass die Hilfe Zeit hat, aktiv in den Drive einzugreifen und den Ball zu stehlen. Floater, Runner oder andere Abschlüsse als Layups und Pull-Ups sind bei Ntilikina zudem eine Seltenheit.

Defense

Am Perimeter ist Ntilikina schon jetzt ein Verteidiger, der seinem Team in der NBA sofort helfen kann. Laut Bleacher Report besitzt er eine Armspannweite von ungefähr 2,15 Metern. Damit sorgt er teilweise für absurde Szenen in der Verteidigung:

 
Hier “iced” er den direkten Block und macht mit seiner abgefahrenen Spannweite den Pass auf den rollenden Spieler zu. Als Aris‘ anderer Big (#34) zum Anspiel frei wird und Straßburgs Nummer sechs auf dessen Wurf-Fake reinfällt, ist Ntilikina zur Stelle und macht den Wurf schwer, ist aber wieder schnell genug bei seinem Gegenspieler, der mittlerweile wieder von der Nummer 34 den Ball bekommen hat und sich scheinbar nicht traut, über Ntilikinas endlose Kraken hinwegzuwerfen.

Immer wieder ist zu beobachten, dass Ntilikina hilft, wenn sein Gegenspieler nur einen Pass vom ballführenden Spieler entfernt ist. Ein eigentliches Tabu… Ntilikina macht es trotzdem: Weil er es einfach kann!

 
Hier hilft er seinem Mitspieler (#19), den Drive zu stoppen. Mit dem schnellen Pass zu seinem Gegenspieler (#4) sprintet Ntilikina zurück und schafft es sogar noch, den Wurf zu blocken. Das (Basketball-) Leben ist einfacher, wenn man lange Arme hat.

Am Mann ist der Guard die wahre Pest. Seine laterale Geschwindigkeit, guten Instinkte, langen Arme und die richtige Einstellung machen den Ballvortrag gegen ihn zu einem unspaßigeren Unterfangen als das Dschungelcamp. Permanent muss sein Gegenspieler Angst um das Spielgerät haben, das Ntilikina mit seinen Kraken nur allzu gerne wegfischen möchte. Doch auch die Trennung vom Ball geht gegen Ntilikina nicht sehr leicht. Er forciert schwierige Anspiele an seinen Armen vorbei, häufig als Lob, die weiteres Kreieren mit dem Spielgerät erschweren.

Ist der Gegenspieler einmal unaufmerksam, ist der Ball schneller Weg als eine Lasagne bei Garfield. Hier einige Clips, in denen Ntilikina in der Verteidigung brilliert:

 
Ntilikina stoppt mit schnellen Füßen den Zug zum Korb über die Mitte, antizipiert den Handwechsel hinter dem Rücken und stealt den Ball mit der Rechten.

 
Die Nummer sieben von Italien schielt zum Post-Anspiel, Ntilikina auf den Ball. Der Franzose greift zu: Steal, Dive, Pass, Dunk.

Darauffolgender Angriff: Filthy Frank verteidigt zwei Gegenspieler gleichzeitig, provoziert fast erneut einen Steal bei Italiens Nummer 21. Italiens Nummer 7 muss sich fast an der Mittellinie freimachen, noch elf Sekunden sind im Angriff zu spielen.

 
Ntilikina provoziert ein schwieriges Anspiel und einen noch schwierigeren Wurf.

 
Auch in den Passwegen lauert der Franzose. Sicher geglaubte Anspiele gibt es mit Ntilikina im Nacken nicht. Seine Armspannweite erlaubt es ihm, noch an viele Bälle zu kommen.

Nur selten erlaubt sich der Franzose grobe Schnitzer in der Defense. Diese passieren dann vor allem abseits des Balles. Ein sich wiederholender Fehler war das fehlende Ausboxen seines direkten Gegenspielers. Wenn der Ball auf den Korb flog, drehte sich Ntilikina oft um und beobachtete den Kampf um den Rebound.

 
Hier steht er (#2) und guckt dem Ball hinterher, ohne auf seinen Gegenspieler zu achten.

Das sogenannte Ballwatching wurde ihm hier noch verziehen. Bei den Profis sah es jedoch anders aus:

 
Ntilikina realisiert zu spät, dass das Play der Ariser für seinen Gegenspieler gelaufen wird. Resultat: ein offener Dreier.

 
Ntilikina (Helpside Defense #2) guckt wieder dem Ball zu, sein Gegenspieler cuttet frei zum Korb, wird jedoch nicht gesehen.

An seinem Fokus sollte der Franzose an dieser Stelle noch arbeiten, denn ist er „locked in“, wird er jetzt schon, zumindest in der Defense, keine Schwachstelle auf NBA-Niveau darstellen.

NBA Fit

These 1: Ntilikina wird in seiner Karriere nie 20 Punkte pro Spiel in einer Saison auflegen.

These 2: Ntilikina schafft in den nächsten vier Jahren den Sprung in ein NBA All-Defensive Team.

These 3: Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird Ntilikina ein gutes Assists-Turnover-Ratio vorweisen.

Bei diesen drei Thesen würden wohl viele Ntilikina-Beobachter zustimmen, sie fassen das Spiel des 18-Jährigen ganz gut zusammen.

Sein Werkzeugkasten ist offensiv nicht voll genug, um den gegnerischen Scouts Sorgenfalten auf die Stirn zu projizieren. Außerdem fehlt ihm das Wesen als primärer Scorer. Als „Two-Way Player“ kann er jedoch eine sehr lange und erfolgreiche Karriere haben. Denn die Defense stimmt jetzt schon und der Dreier fällt – für Spacing ist also gesorgt.

In Zukunft kann es gut sein, dass Ntilikina auf der Position des Shooting Guards heimisch wird und den Point Guard nur in einigen Spielsituationen mimt. Solche Spielertypen sind in der NBA sehr gefragt, Spieler die den besten Gegner verteidigen können (wie Tony Allen) und in der Offense gleichzeitig nicht „Open for a reason“ bleiben (nicht wie Tony Allen). Wenn ein General Manager auf der Suche nach einem Franchise-Spieler ist: Finger weg. Wird jedoch ein wichtiger „Two-Way Player“ gesucht, der vorne den Dreier trifft und hinten die Verteidigung zusammenhält: zugreifen bitte.

Draft Prognose: Lottery

Frank Ntilikina: Cubans neuer Wunschspieler
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