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Ludwigsburg verschafft sich gute Ausgangsposition

02.03.2017 || 14:04 Uhr von:
Mit guter Teamdefense, einer starken zweiten Halbzeit und einem alles überragenden Jack Cooley gewinnen die MHP RIESEN Ludwigsburg das Achtelfinalhinspiel gegen BC Neptunas Klaipeda.

Vor dem Spiel wusste wohl niemand  in Ludwigsburg so recht, was man vom litauischen Vertreter erwarten konnte. Die Mannschaft aus Klaipeda spielte eine starke Gruppenphase und qualifizierte sich als Gruppenzweiter direkt für die Round of 16. Zu Beginn des Februars folgte allerdings ein großer Umbruch. Neben dem Ex-Bonner Tadas Klimavicius verließen gleich drei weitere Spieler den Verein. Omari Johnson, Larry Drew und Topscorer Jimmy Baron würden nicht mehr für Klaipeda auflaufen. Headcoach Dainius Adomaitis bekam zwei neue Akteure zur Verfügung gestellt: den Europaveteranen Chris Lofton und mit Daniel Ewing einen ihm bereits bekannten Spieler. Neben einem Stint in der NBA für die Los Angeles Clippers hatte Ewing auch schon in der Saison 2015/16 für Klaipeda gespielt.

Zum Spielverlauf

Die RIESEN starteten mit zwei Treffern aus der Distanz zunächst gut ins Spiel, konnten diesen schnell erarbeiteten Vorsprung aber nicht halten. In einem umkämpften Match konnte sich kein Team wirklich absetzen, Klaipeda ging mit leichten Vorteilen (33:37) in die Halbzeit. Zu Beginn des dritten Viertels konnten die Litauer ihre Führung schnell auf neun Punkte ausbauen und John Patrick sah sich bereits nach einer Minute gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Und diese sollte Wirkung zeigen: Die Ludwigsburger antworteten mit einem 23:3-Lauf und gewannen das dritte Viertel mit 27:13. Im letzen Spielabschnitt ließ die Offense dann wieder nach. Vor allem zwei Dreiern von Rocky Trice ist es zu verdanken, dass die RIESEN mit einem Zwölf-Punkte-Polster in das Rückspiel gehen.

Keys To The Game

Ludwigsburg traf aus allen Bereichen (2P, 3P, FT) schlechter als die Litauer. Doch die aggressive Verteidigung gegen einen noch nicht perfekt harmonierenden Gegner zahlte sich aus. Neptunas wurde zu 18 Ballverlusten gezwungen, ganze zwölf Mal konnten die RIESEN den Ball direkt klauen. Zudem passten Cliff Hammonds und Co. gut auf das Spielgerät auf, gerade einmal sieben Ballverluste stehen im Statistikbogen auf Seite der Schwaben. So erarbeitete sich das Team von John Patrick neun Wurfgelegenheiten mehr aus dem Feld, zudem bekamen sie doppelt so viele  Freiwürfe zugesprochen (22:11). Mit einem Double-Double (19 Punkte, 12 Rebounds, davon fünf offensiv) war wieder einmal Jack Cooley herausragender Akteur, auch Rocky Trice half mit guten Wurfquoten und seinen flinken Fingern den Sieg zu sichern (15 Punkte, 3/5 2FG, 2/3 3FG, 4 Steals).

Rocky Trice von den MHP RIESEN Ludwigsburg

Über das ganze Spiel hinweg sehr effektiv: Rocky Trice

Stimmen zum Spiel

„Wir haben in den letzten 18 Minuten defensiv einen guten Job gemacht und sie mit unserer Presse unter Druck gesetzt. Wir freuen uns auf das zweite Spiel. Wie heute werden wir gut vorbereitet in das zweite Spiel gehen und werden die selben Dinge machen. Wir werden eine Pressverteidigung spielen, ich denke, wir können es für sie richtig unangenehm machen mit unserer aggressiven, physischen Spielweise. Weiterhin müssen wir den Ball gut bewegen und mit Selbstvertrauen werfen, dann haben wir die Chance zu gewinnen.“ –  David McCray

 

„Das waren die ersten 40 Minuten eines 80 minütigen Spiels, es geht um den „Aggregate Score“. Wie in der letzten Serie gegen Rishon ist es erst halb vorbei. Wir müssen konzentriert bleiben, ich denke wir haben die letzten 18 Minuten sehr gut in der Defensive gestanden. Wir haben ein sehr gutes Team bei 14 Assists gehalten und zu 18 Turnover gezwungen und haben selber gut auf den Ball aufgepasst und hatten nur sieben Turnover. Wir haben nicht sehr gut getroffen, insbesondere in der ersten Hälfte hatten wir mit den Distanzwürfen Probleme. Mir hat aber die Energie sehr gut gefallen und nach Fehlern haben wir Charakter gezeigt.“ – John Patrick

Ausblick

Auch wenn John Patrick auf der Pressekonferenz anmahnte, dass dies nur die erste Halbzeit eines 80-minütigen Spiels gewesen sei, so haben die RIESEN bewiesen, dass sie eine gute Chance auf den erstmaligen Einzug in ein europäisches Viertelfinale haben. Natürlich werden die Litauer mit jedem weiteren Spiel die Neuankömmlinge besser integrieren und das Zusammenspiel verbessern. Es ist trotzdem nur schwer vorstellbar, dass sie im Rückspiel DIE Antwort auf die Verteidigung der RIESEN haben. Sollten dann auch noch Tekele Cotton (0/6 FG) und Chad Toppert (1/4 3FG) bessere Tage erwischen, sollte einem Weiterkommen nichts im Wege stehen.

Kommentar: Die zwei Gesichter der MHP RIESEN Ludwigsburg

Status quo? Die MHP RIESEN Ludwigsburg geben dem Zuschauer in dieser Saison einige Rätsel auf. Während es in der Champions League über weite Strecken gut läuft, bereitet das Abschneiden in der heimischen Liga etwas Kopfzerbrechen. Auch die Statistiken zeigen den deutlichen Unterschied: Im internationalen Wettbewerb (vor dem Klaipeda-Spiel) kommen die RIESEN auf ein Offensiv-Rating von 110,03 und ein Defensiv-Rating von 100,42, bei der reinen Punktausbeute standen sie an Position drei des Wettbewerbs. Selbst wenn man den Blowout-Sieg gegen Szolnok herausrechnet, kommt man noch auf gute Werte von 108,55 (ORtg) und 102,14 (DRtg). In der Bundesliga steht man deutlich schlechter da: Das ORtg beträgt gerade einmal 103,66, das DRtg 104,53. Dies sorgt für ein negatives Net Rating!

Womit ist der Unterschied zu erklären? Natürlich könnte man argumentieren, dass die Konkurrenz in der heimischen Liga stärker ist. Dies wird jedoch den Gegnern in der Gruppenphase – allen voran AEK Athen, Partizan Belgrad, Dinamo Sassari und Besiktas Istanbul – nicht gerecht. Vielmehr scheint die aggressive und eher unkonventionelle Verteidigung der Ludwigsburger die Mannschaften aus dem Ausland zu überraschen und ihnen mehr Probleme zu bereiten.

Hoffnung für die Zukunft?

Auf jeden Fall! Vor allem drei Personalien machen mir Mut: Drew Crawford scheint mehr und mehr in Ludwigsburg anzukommen. Spätestens seit den 25 Punkten im Ligaspiel in Bamberg sollten die letzten Zweifel ausgeräumt sein. Crawford bewegt sich gut ohne Ball und kann in einer Vielzahl von Positionen abschließen. Ob im Post-Up mit Hakenwurf oder Fadeaway, durch den Zug zum Korb oder seinen Distanzwurf (der noch etwas konstanter werden dürfte).

Jack Cooley stabilisiert sich auf sehr hohem Niveau. Immer wieder (am Rande der Legalität) verschafft er sich Platz in der Zone, um nach Anspiel oder Offensiv-Rebound hochprozentig abzuschließen. Seit seiner Ankunft in der Barockstadt ist er sichtbar explosiver geworden, auch seine Kondition hat sich stark verbessert.

Zudem hat die Rückkehr von Rocky Trice den RIESEN weitergeholfen. Seine schnellen Hände in der Defense und vor allem die Fähigkeit, sich seinen eigenen Wurf zu kreieren, haben ein neues Element in das Ludwigsburger Spiel gebracht.

Auch der Rest des Teams scheint nun seine Rolle gefunden zu haben. Neben den Siegen zeigen auch die knappen Niederlagen gegen Bamberg die Möglichkeiten des Teams.

Wunsch für die Zukunft

Ein einziger Wunsch bleibt übrig (der natürlich sehr subjektiv ist): mehr Spielzeit für Martin Breunig. Natürlich gibt der Erfolg dem Trainerteam Recht. Natürlich haben John Patrick und Martin Schiller deutlich mehr Basketballwissen und natürlich haben sie viel mehr Einblicke. Doch gerade in den Phasen, in denen die Distanzwürfe nicht fallen oder gegen eine Zonenverteidigung könnte ich mir sehr gut eine Aufstellung mit zwei Big Men vorstellen. Breunig könnte dann im Zusammenspiel mit Thiemann oder Cooley vom High-Post aus als Passgeber auftreten. Dass er dies kann, hat er in seinen kurzen Einsätzen und in der  Saisonvorbereitung oft genug unter Beweis gestellt. Deshalb würde es mich sehr freuen, wenn er einmal mehr als 50 Sekunden auf dem Spielfeld bleiben dürfte.

Ludwigsburg verschafft sich gute Ausgangsposition
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