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„Wir haben genug Qualität und Herz für das Top-Acht”

01.03.2017 || 13:14 Uhr von:
Roter Stern Belgrad ist das Überraschungsteam der EuroLeague-Saison. Im Gespräch mit basketball.de erklärt Marko Simonovic die Gründe für den Erfolg.

eugen sandow Marko Guduric liegt unter dem Korb am Boden, doch Roter Stern Belgrad ist oben auf. Die 6.500 Zuschauer in der Aleksandar Nikolić Hall sind außer Rand und Band – gut, das sind sie dort stets, aber gerade jetzt kocht die Belgrader Halle um ein paar Grad mehr. Guduric klatscht am Boden liegend noch mit dem neben ihm knienden Photographen ab. Keine Schrecksekunde, vielmehr ein „Momentum-Builder“.

cheap buy facebook likes An jenem Abend des 22. Dezember 2016 ist Real Madrid zu Gast in Belgrad. Soeben hat Guduric Anfang des vierten Viertels den Fastbreak trotz Foul erfolgreich abgeschlossen, Charles Jenkins und Milko Bjelica stellen mit ihrer aggressiven Pick-and-Roll-Verteidigung den Ausgangspunkt dieses Schnellangriffs.

how tall is mark wahlberg In der nächsten Verteidigungssequenz hustlet Terrier Branko Lazic zurück, bedrängt Anthony Randolph bei dessen Ballführung und erzwingt somit den nächsten Ballverlust Reals. Neun Minuten vor Schluss führt Roter Stern mit 16 Zählern Differenz, was sich der serbische Meister nicht mehr nehmen lässt. Am Ende gewinnen die Belgrader mit 82:70. Für Roter Stern ist dieser Überraschungserfolg der Startpunkt einer Siegesserie, für Real die bis dato letzte Niederlage in der Turkish Airlines EuroLeague.

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„Sie geben uns immer viel Energie“, wertschätzt Simonovic die eigenen Fans und deutet im Gespräch mit basketball.de Auswirkungen auf die eigene Spielweise an: „Wir verteidigen sehr aggressiv und laufen viele Fastbreaks. Mit Fans wie unseren im Rücken tun sich die anderen Teams schwer. Zuhause legen wir immer einen guten Start hin.“

how to buy instagram likes uk So wie auch am 26. Januar 2017. Panathinaikos Athen gastiert in Belgrad und bleibt die ersten gut sechs Minuten ohne Punkte. Mit 16:0 eröffnet Roter Stern die Partie. Und auch in der Schlussphase steht die serbische Defense: In den letzten 7:40 Minuten lassen sie nur fünf Zähler zu, um sich einen 72:66-Sieg zu sichern. Gleichbedeutend mit dem siebten Erfolg hintereinander.

mike o hearn „Wir haben ganz Europa gezeigt, dass wir die Qualität haben, um im Top-Acht zu spielen“, ist sich Simonovic der Stärke des eigenen Teams bewusst – trotz der Abgänge um Maik Zirbes und Quincy Miller, die in der vergangenen Saison die besten Scorer stellten. „Ich weiß um die ganzen Geschichten vor der Saison: ob wir auf diesem Level spielen könnten, wie viele Siege wir denn einfahren würden. Wir haben großen Charakter gezeigt und eine Nachricht an alle geschickt, dass wir genug Qualität und Herz haben, um das Top-Acht zu erreichen.“

Branko Lazic steht an der Spitze der aggressiven Belgrader Guard-Verteidiger

„Wir haben eine der besten Verteidigungen Europas”

Real Madrid, CSKA Moskau, Fenerbahce Istanbul, Baskonia Vitoria Gasteiz, Panathinaikos Athen. Was diese Mannschaften gemeinsam haben? Sie alle standen in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal im Final Four der Turkish Airlines EuroLeague. Zudem ist allen fünf Teams auch in dieser Saison eine Teilnahme am Endspielturnier in Istanbul zuzutrauen. Noch eine Gemeinsamkeit? Alle fünf wurden in dieser Saison von Roter Stern Belgrad bezwungen – kein anderes EuroLeague-Team hat dieses Quintett auf der „Bucket List“! Der serbische Traditionsclub schlug alle fünf Teams während seines Erfolgslaufs von sieben Siegen am Stück (zudem gegen Zalgiris Kaunas und Maccabi Tel Aviv).

„Wir verteidigen sehr gut – wir haben eine der besten Verteidigungen Europas“, macht Marko Simonovic den Hauptgrund für den Erfolgslauf aus. Mit einem Defensiv-Rating von 102,9 Punkten pro 100 Ballbesitzen rangiert Roter Stern auf dem zweiten Platz, hauchdünn hinter Olympiacos Piräus. Beim Heimspiel gegen Real Madrid halten die Belgrader die effizienteste Offense der EuroLeague bei nur 70 Zählern – einzig Darussafaka Istanbul zwang Real in dieser Saison zu weniger Punkten.

„Das gibt uns auch Selbstvertrauen in der Offensive. Wir treffen die harten Würfe, aber auch die offenen – wir fühlen uns dann einfach wohl in der Offensive“, führt Simonovic aus. In der Offense geht Roter Stern ein überragender Eins-gegen-Eins-Spieler ab, doch das macht die Truppe von Head Coach Dejan Radonjic mit einer ballsicheren und ballrotierenden Offensive wett.

Zudem scheint Roter Stern das neue EuroLeague-Format samt 30 Spielen und mitunter zwei Partien in einer Woche gut wegstecken zu können. „Vielleicht besitzen wir mehr Energie als die anderen Teams. Unser Konditionstrainer hat die ganze Saison über einen großartigen Job gemacht. Wir befinden uns in guter körperlicher Verfassung. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum wir all diese Spiele gewonnen haben“, meint Simonovic. Roter Sterns Bilanz in zweimaligen Partien in einer Woche liegt bei sehr guten 6-2.

 

„Es ist sehr schwer, mich zu verteidigen“

Ohne Miller und Zirbes nimmt Simonovic eine größere Rolle bei Roter Stern ein: Mit 13,0 Zählern pro Partie gibt er den Topscorer Belgrads, womit er seinen Punkteschnitt zur vergangenen EuroLeague-Saison fast verdoppelt hat. „Ich habe einfach den Ball ein wenig öfter in den Händen“, macht Simonovic um seine Rolle kein Aufheben, führt im Gespräch über den modernen Basketball samt Smallball-Tenor aber selbstbewusst aus:

„Während meiner Karriere habe ich hauptsächlich auf der Drei gespielt, nun werde ich als Vierer empfohlen. Ich weiß, dass es sehr schwer ist für andere Spieler, mich zu verteidigen: Ich bin schneller als sie, kann mit dem Ball umgehen und bin erfahren genug – all das versuche ich einfach, in dieser Saison einzubringen.“

Mit einer 41,1-prozentigen Dreierquote passt Simonovic gut in die moderne Rollenumschreibung des Stretch-Vierers, den Distanzwurf nahm der 31-Jährige über seine Laufbahn eh schon immer gerne. Knapp 53 Prozent seiner Wurfversuche in der aktuellen EuroLeague-Saison sind Dreier, was für Simonovic ein gar nicht so hoher Wert ist. Hier kommt seine Schnelligkeit für einen Vierer ins Spiel. Denn eine Waffe ist der schnelle Antritt aus dem Catch-and-Drive. Gerne cuttet Simonovic dabei über die Birne zum Flügel, saugt den Ball heran, nutzt seine gute Fußarbeit für die Drehung und tritt an.

Neben Simonovic bekleidet der 2,14-Meter-Hüne Ognjen Kuzmic die Center-Position – und blüht wie schon viele Pivoten vor ihm in Belgrad auf. Maik Zirbes reifte in seinen zwei Jahren bei Roter Stern zum EuroLeague-Center mit Format, Boban Marjanovic empfahl sich für die NBA. Das Trio trumpfte bei anderen Stationen in Europa nicht so stark auf. Warum scheint das Fünfern in Belgrad so gut zu gelingen?

„Das liegt am System von Coach Radonjic“, erklärt Simonovic. „Wir laufen häufig das Pick-and-Roll mit Stefan Jovic, einem der besten Point Guards in Europa. Er versteht es, zu kreieren und die großen Jungs zu bedienen. Wir haben zudem gute Schützen, womit die Verteidiger nicht zu sehr aushelfen können. Deshalb sind unsere Big Men nach dem Abrollen in der Zone so offen.“

2015/16 Teamkollegen in Belgrad: Marko Simonovic und Maik Zirbes

„Daniel Theis hat mich sehr überrascht“

Mit einem Big Man Belgrads hatte auch Brose Bamberg Probleme: Im Hinspiel schenkte Kuzmics Backup Milko Bjelica dem deutschen Meister 18 Punkte ein, sieben davon im Schlussviertel. Aus einer turbulenten Crunchtime ging Roter Stern mit 79:78 als Sieger hervor. „Wir haben sie überrascht. Das war vielleicht unser wichtigster Auswärtssieg dieser Saison“, erinnert sich Simonovic, der mit 17 Zählern ebenfalls stark aufspielte.

„Sie sind ein starkes Team mit einem großartigen Coach. Sie sind tough. Ihre Big Men sind physisch, können aber auch werfen. Nicolo Melli ist einer der besten Forwards Europas“, erklärt Simonovic die Stärken Bambergs. „Nikos Zisis hat eine Menge Erfahrung. Für mich ist Daniel Theis einer der besten Spieler Bambergs. Mich hat es sehr überrascht, wie er spielt – ich mag sein Game.“

Blieb Theis im Hinspiel noch ein wenig hinter den Erwartungen zurück, geht der 24-Jährige mit Werten von 11,8 Punkten, 4,8 Rebounds und 0,8 Blocks aus den vergangenen neun Partien in das Duell mit Belgrad. Unterschiedlich verliefen seitdem auch die Wege der beiden Teams: Nach einem erfolgreichen Dezember setzte es für die Bamberger sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Partien, womit ihre Playoff-Chancen nur noch mathematischer Natur sind. Dennoch ist sich Simonovic sicher, dass die Bamberger bereit in Belgrad antreten werden. „Ich kenne ein paar der Jungs, sie sind charakterstark und spielen jede Partie mit 100 Prozent.“

„Wir brauchen noch mindestens drei Siege“

Und Roter Stern? Die gehen mit breiter Brust in den Schlussspurt der Gruppenphase. „Wir sind nah dran, aber haben es noch nicht geschafft. Ich denke, wir brauchen noch mindestens drei Siege. Das können wir schaffen – unser Spielplan ist gut: Wir spielen gegen Bamberg, Olympiacos und UNICS zuhause. Auswärts haben wir Real, Mailand, Barcelona und Darussafaka. Ich denke, drei Siege sind möglich… wir schaffen das, ich glaube an unsere Jungs.“

Die die Gewissheit besitzen, eine enthusiastische Fangemeinde hinter sich zu haben. Welche so laut ist, dass die Euroleague-Hymne vor dem Tip-Off im Sog des Fangesangs untergeht. Und die die Spieler so in den Bann ziehen kann, dass sie das Händeschütteln vergessen.

„Sie wollen eine Art Nachricht schicken – dass sie die besten Fans Europas sind.“ Kein EuroLeague-Team wird diese Nachricht noch nicht erhalten haben…

 

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